Macht die Oma meiner Kleinen ein schlechtes Gewissen?

    • (1) 15.08.19 - 13:05

      Hallo Ihr Lieben,

      ich hatte vorhin eine Situation, die mich sehr nachdenklich gemacht hat und ich wollte da mal Eure Meinung dazu hören.

      Meine Tochter ist 20 Monate alt. Ich bringe sie 2x in der Woche zu ihrer Oma väterlicherseits. Meine eigenen Eltern wohnen 400 km weit weg.

      Heute Abend fahre ich meine Eltern mit meiner Tochter für 2 Wochen besuchen.
      Vorhin habe ich sie noch für ein paar Stunden zu ihrer Oma gebracht.
      Da sagte die Oma zu ihr ganz leidend"Jetzt lässt du die Oma ganz allein. Da wird die Oma Heimweh nach dir haben."

      Ich finde, ersteres darf man doch als Erwachsene zu einem Kind nicht sagen, vor allem in so einem traurigen Tonfall! Da bekommt das Kind doch ein schlechtes Gewissen und traut sich später womöglich nicht mehr weg, weil es die Oma nicht alleine lassen will?
      Oder reagiere ich da über? Ich weiß ja nicht, was die Oma ihr sonst noch alles so sagt wenn ich nicht dabei bin.

      Ich finde das ziemlich egoistisch. Sie könnte sich ja auch für die Kleine freuen und sagen "ach schön, du besuchst die Oma! Ich freue mich schon wenn du wieder kommst!"

      Was denkt ihr darüber? Nehmen das so Kleine überhaupt schon wahr? Oder übertreibe ich?

      Danke fürs Lesen und liebe Grüße
      Fischleinc

      • (2) 15.08.19 - 13:17

        Ich sehe das so wie du, hätte da auch direkt was zu gesagt. Geht gar nicht!

        Hallo!

        Ich weiß nicht, wie weit deine Tochter sprachlich schon ist, aber verstehen tut sie auf jeden Fall! Und zudem noch die Tonlage...

        Unmöglich die Oma, sie sieht die Kleine 2 x die Woche und die andere Oma wahrscheinlich nur alle paar Wochen bis Monate, wo bitte ist das Problem?

        Würde ich direkt im Keim ersticken und ihr vorallem klar sagen, das deine Tochter sowas registiert und es unnötig ist.

        LG

        • Einem anderen Menschen zu verbieten, seine Gefühle zu äußern ist aber auch eher kontraproduktiv. Das Kind darf doch wissen, dass die Oma es vermissen wird. Über das "Wie?" lässt sich sicher streiten (Tonfall / Wortwahl) aber den Inhalt darf Oma wohl bestimmen. Ein Kind muss doch auch lernen, dass es verschiedene Persönlichkeiten gibt...

          • Die Äußerung ist aber emotionale Erpressung und nicht "ich werde Dich vermissen"

            Klar darf die Oma sowas sagen, aber als Mutter darf ich dann auch bestimmen, ob in dem Alter mein Kind derartige Charakterschwächen kennen muss.

            Unsere Kinder lernen verschiedene Persönlichkeiten jeden Tag kennen, aber emotionale Erpressung - wäre jetzt auf meiner Liste auch ganz weit hinten für mein Kind...

      Ich bin da ganz bei dir. Was soll denn so etwas?

      Ich würde es auch ansprechen und ihr sagen, dass du weißt, dass sie es bestimmt nicht böse meint, aber es womöglich falsch beim Kind ankommt.

      Sie könnte ja auch sagen: „Oh, da werde ich dich aber vermissen. Es ist aber schön, dass du deine andere Oma und Opa besuchen kannst. Dort wirst du sicher viel erleben. Ich wünsche dir viel Spaß. Bis bald.“

    • Hallo fischleinc,

      ich finde auch, dass das Verhalten nicht in Ordnung ist, jedoch denke ich, das das die Oma nicht böse meinte. Sie hat einfach nicht nachgedacht was das für ein Signal ist und wie deine Tochter das aufnimmt.

      In einem Gespräch unter zwei Augen würde ich ihr einfach sagen, dass das für die kleine doof ist und sie traurig ist anstatt sich auf den Urlaub bei Oma und Opa zu freuen.

      LG ardnas94

      Ich würde es nicht so eng sehen. Einen bleibenden emotionalen Schaden wird deine Tochter ganz sicher nicht davontragen!

      Die Oma hat ja nun hoffentlich nicht den ganzen Tag Trübsal geblasen, die andere Oma schlecht gemacht und dein Kind versucht zu überzeugen bei ihr zu bleiben, oder? Das wären ja noch deutliche Steigerungen.
      Sie hat halt versucht "kindgerecht" zu erklären, dass ihr das Enkelkind fehlen wird - das allein als emotionale Erpressung zu interpretieren, ist schon übertrieben.
      Ich kenne solche Sprüche auch, sowohl aus eigener Kindheit, als auch aktuell und habe mir da noch keine weitreichenderen Gedanken zu gemacht, eben weil ich noch nie "Schäden" beobachten konnte.

      Ich denke halt, da gibt es weitaus schlimmeres. Wenn es dir wichtig ist, dann sprich es an aber wenn sie ansonsten gut und liebevoll mit dem Enkel umgeht, würde ich diesem einen Satz keine Bedeutung beimessen...

      • Doch, es ist emotionale Erpressung! Weil die Verantwortung für Omas Gefühle auf das Kind übertragen werden! Dem Kind wird gesagt, „weil du fährst, geht es der Oma schlecht“.
        Ob es jetzt wirklich so bleibende Schäden hinterlässt kann keiner so genau sagen. Ich denke aber schon dass sowas auf jeden Fall nicht gut ist für ein Kind. Deshalb sollte man das einfach lassen. Wie andere hier schon schrieben, natürlich darf das Kind wissen dass die Oma traurig ist, es ist halt nur die Frage wie!

    (10) 15.08.19 - 14:26

    Ich finde du übertreibst, sorry! Mach da keine große Sache daraus und gut ist.

    • (11) 15.08.19 - 14:40

      Hallo Ihr Lieben,

      Vielen Dank für Eure Beiträge.

      Ich bin auch sicher, sie hat es nicht böse gemeint.
      Ich habe ihr jetzt auch mitgeteilt, wie ich das alles empfunden habe und dass sie sowas nicht mehr sagen soll.

      Ich möchte sowas halt gleich von Anfang an unterbinden und mein Kind vor solchen Situationen bewahren.

      LG
      Fischleinc

(12) 15.08.19 - 14:49

Das schlimme an dem Spruch ist nicht, dass die Oma ihre Gefühle äußert! Das schlimme daran ist, dass sie das Kind für die Gefühle verantwortlich macht! Das nennt sich "emotionale Erpressung", wenn es ausgewachsen ist und kenne ich selber zur Genüge aus meiner eigenen Kindheit.
In diesem Fall finde ich es grenzwertig aber noch nicht wert dafür einen Konflitk heraufzubeschwören. Würde es aber beobachten. Es geht um den Satz "jetzt lässt du die Oma ganz allein." Sie hätte auch einfach sagen können "Ich werde dich vermissen, so lange du weg bist" ohne es an eine Handlung des Kindes zu knüpfen. Die Steigerung davon ist dann "Wenn Du xy machst, ist die Oma aber traurig" oder "mach nicht xy, SONST ist die Oma aber traurig"

  • (13) 15.08.19 - 16:51

    Hallo Cidre,

    ich bin da ganz bei Dir.
    Emotionale Erpressung ist auch in meiner Kindheit kein Fremdwort gewesen und ich knabbere da heute noch dran.
    Wahrscheinlich reagiere ich deshalb auch so sensibel auf sowas.

    Ich habe sie höflich darauf hingewiesen, habe nun aber das Gefühl, dass ich zu viel gesagt habe. Kann ich nun auch nicht ändern. Besser als wenn ich es in mich rein gefressen hätte!

    LG
    Fischleinc

    (14) 15.08.19 - 18:47

    Sehe ich genauso!

(15) 15.08.19 - 16:09

Ich finde die Aussage geht gar nicht und da hätte ich sie auch direkt in ihre Schranken verwiesen.

Ich hoffe da hast deiner Kleinen erklärt das Oma das nicht so meint.

Lg

(16) 15.08.19 - 20:36

Ich sehe es so wie du. Ich hätte gleich zu meiner Tochter gesagt "na macht die Oma dir ein schlechtes Gewissen. Die Oma siehst du so oft, da können wir jetzt auch mal die andere Oma besuchen." meine Schwiegermutter hätte das definitiv verstanden. Jetzt würde ich nichts mehr sagen und beim nächsten Mal einschreiten. LG

Oh, ich lebe sowas gerade von der Oma. Meine sagt oft so Sachen wie: wenn dir das nicht gewählt bringe ich das XY mit, oder: wenn du so was machst bzw nicht lieb bist kann ich ja wieder nach Hause fahren oder mit XY spielen usw. Mag das auch garnicht wenn so geredet wird! Lg

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