Ist das mutig?

    • (1) 20.08.19 - 17:58

      Wir sind mal wieder neugierig auf eure Meinung, Einschätzung und Erfahrungen zum Thema Mut <3

      Was ist mutig? Wann ward ihr mutig und wie ermutigt ihr eure Kinder?

      Ward ihr früher mutiger als heute? Oder seid ihr heute mutiger?

      Wir freuen uns auf eure Meinung und Beispiele, was bzw. wen ihr mutig findet – oder wann ihr selbst einmal, wie es so schön heißt, allen Mut zusammennehmen musstet.

      Herzliche Grüße

      • Eine meiner Ansicht nach gesunde Form von Mut ist, wenn man nach und nach bereit ist, seine Fähigkeiten selbständig auszubauen und Neues zu probieren. Kleinkinder und Krabbelbabys zeigen dabei meiner Ansicht nach naturgemäß sehr viel Mut, denn wenn sie z. B. das freie Stehen und irgendwann Laufen lernen, müssen sie sich auf unbekanntes und ungeübtes Terrain begeben - und nehmen Fehlschläge in Kauf, um weiterzukommen.

        Ich glaube, dass dieser gesunde und natürliche Mut durch Eingriffe von Außen gestört werden kann. Z. B. indem man seinem Kind viel hilft. Durch Hilfestellungen kann es das Gefühl für die eigenen Fähigkeiten verlieren, überschätzt sich vielleicht oder unterschätzt sich, weil es glaubt, die Hilfe wäre weiterhin nötig, obwohl das vielleicht kannst nicht mehr der Fall ist.

        Ein anderer Störfaktor könnte sein, dass man das Kind antreibt und es zu Tätigkeiten auffordert, zu denen es sich eigentlich noch nicht bereit fühlt. Auch häufiges Loben könnte dazu führen, dass das Kind nicht mehr auf die eigenen Signale hört, sondern lediglich die Bestätigung der Eltern sucht und daher vielleicht überwiegend das tut, was in der Vergangenheit zu Lob führte.

        Daher glaube ich, dass die wertvollste Ermutigung das Zutrauen in die Fähigkeiten des Kindes ist. Dass man im Gespräch mit dem Kind bleibt und nachfragt, was es vorhast, dass man hilft, wenn das Kind von allein darum bittet und dass man sich ansonsten solange raushält wie möglich, ernste Gefahrensituationen natürlich ausgenommen.

        Ich denke, dass wir Erwachsenen gemessen an Kleinkindern enorm viel weniger mutig sind. Unser Mut schlägt sich aber vielleicht noch darin besonders stark nieder, unsere Kinder nach und nach loszulassen.

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