17 Monate er treibt mich in den Wahnsinn

Ich habe jetzt oft überlegt, soll ich das Thema hier posten, oder lieber nicht. Und was bringt dir das dann? Keine Ahnung. Aber nun, ist es so anstrengend das ich es einfach los werden muss. Mein Mann sagt dazu immer nur.. er ist ein Kind, normal. Das weiß ich. Hilft mir aber auch nicht.

Mein kleiner, nun 17 Monate, ist ein totaler Wirbelwind. Er spielt wenig mit Spielsachen, will lieber klettern und irgendwelche anderen gefährlichen Dinge machen. Er räumt alles aus und macht alles unordentlich. Ich kann ihn nicht ruhig stellen. Bin ständig am hinterher rennen. Und komme im Haushalt zu nix. Im Gegenteil. Er darf gerne auch Dinge erkunden und unordentlich machen, aber natürlich gibt es Grenzen wie das klettern wenn’s gefährlich wird etc. Auch Familien hier im näheren Umkreis habe ich leider nicht, dass sie mal den kleinen kurz bespassen könnten, damit ich Haushalt & co erledigen kann.

Er ist derzeit im Schub und ist eigentlich auch oft müde. Schlafen will er aber natürlich nicht mehr als seine Schlafenszeiten sind.

Es nervt mich irgendwann im laufe des Tages so sehr, das ich lautet werde. Ich weiß das er gerne mit mir spielen will, ich spiele auch mit ihm aber ich kann es nicht den ganzen Tag. Mittags wenn er schläft habe ich 1,5 std wo ich mal was erledigen kann. Und ausruhen.. nein, schwer...

Ich setze ihn sogar öfter mal vor dem Fernseher LEIDER!! Aber anders gibt er keine Ruhe. Ich bekomme jedesmal auch ein schlechtes Gewissen, wenn er mehr als er sollte fernsieht damit ich etwas erledigen kann. Ich weiß auch nicht wie schlimm das ist. Aber ich denke schlimmer ist es, wenn ich ständig geladen bin.

Wollte mal wissen ob das der ein oder andere auch kennt, und wie ihr damit umgeht

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Der erste Schritt ist es, das besondere Wesen Deines Kindes anzunehmen. Er ist, wie er ist.

Und im nächsten Schritt musst Du überlegen, wie Du damit umgehen kannst.

1. Alles kindersicher machen (wie schon in einem anderen Post genannt). Das bringt sehr viel Entspannung.

2. Raus gehen! Solche Bewegungskinder müssen raus! Jeden Tag 2 Mal!

3. Entlastung für die Mama. Das 2. Mal Rausgehen soll der Papa machen. Dann hast Du 1,5 Stunden mittags und noch mal 1+x Stunden am Nachmittag/Abend. Diese Zeit musst Du Dir gut einteilen. Nicht alles für Haushalt und Co. verwenden. Nimm Dir Zeit nur für Dich. Dein Hobby, Deinen Sport, Deine Freunde... Mach mittags z.B. eine halbe Stunde Haushalt und dann bleibt Dir noch eine Stunde für Dich. Nutzen!

4. Erziehung
Überleg Dir, welche (wenigen!!!) Regeln Dir wirklich wichtig sind und welche Rituale Dein Kind braucht. Und zieh das immer konsequent und gelassen durch.
Ankündigen, hingehen, Situation verändern, Regel formulieren. Immer und immer wieder.

5. Ansprüche runter schrauben. Du hast ein Kind von der anstrengenden Sorte abbekommen. Da kann der Haushalt nicht tip-top sein. Da muss man mal fünfe gerade sein lassen.

Erwarte nicht, dass mit so einem Wirbelwind irgendetwas nebenbei funktionieren kann. Das geht nur mit ruhigen Kindern. Bei den Wirbelwinden muss man dran bleiben. Aktiv einbeziehen. Mit dem Kind tun. Alles andere ist zu anstrengend und gefährlich.

Es bleibt nicht immer so. In einem Jahr wird es langsam besser. Und in zwei Jahren kannst Du drüber lachen.

Mein Wirbelwind ist jetzt 4 und es ist mittlerweile richtig entspannt geworden. Aber es waren anstrengende erste Jahre. Ohhh ja!

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Wo will er klettern? Zum Thema ausräumen: ich würde ihm 1 oder 2 Kisten mit Krimskrams zur Verfügung stellen. Da kann er rum räumen. Ansonsten gibt es Kindersicherungen mit denen sich Laden oder Türen nicht öffnen lassen. Diverse Räume wo er nicht hin sollte würde ich absperren, gefährliche Gegenstände gut verräumen.

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Danke.. Ja das mit dem absperren und sichern tue ich schon.
Gefährlich zb klettert er auf den Stuhl dann auf den Tisch und es kam schon fast vor, dass er beim runtergehen fast vom Tisch gefallen wäre. Seitdem stellen wir die Stuhle einfach umgedreht auf den Boden. Ebenso mit seinem Hochstuhl. Er zieht es zb ans Fenster oder so und klettert.

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Hallo,

ich kann dir sehr gut nachfühlen. Meine Tochter ist 18 Monate alt und ich komm seit Längerem auch oft zu nichts mehr, weil ich entweder ständig aufpassen muss, dass sie keinen Blödsinn macht oder weil sie dauernd auf dem Arm sein will 🙈. Vor kurzem bin ich echt vom Glauben abgefallen, als sie kurz allein in der Küche war und ich dann gesehen hab, wie sie sich einen Stuhl an die Arbeitsplatte ran geschoben hat, um sich von da oben irgendwas holen zu können. Zum Glück hab ich das gleich gesehen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich ihr sowas noch nicht zugetraut hätte, aber man muss echt mit allem rechnen. Der Stuhl kam dann sofort weg. Jetzt lass ich sie nirgends mehr allein in ein Zimmer gehen, außer ich weiß, dass nichts passieren kann, wie in ihrem Kinderzimmer.

Ich muss auch ganz ehrlich sagen, wenn ich wirklich was dringend machen muss, was nicht warten und wo ich sie nicht dabei haben kann, dann mach ich ihr auch mal kurz den Fernseher mit Kinderliedern auf YouTube an und beeil mich. Kam bisher aber erst 2 Mal vor. Zum Beispiel wenn ich die Spülmaschine aus und einräumen muss. Da will sie immer mit helfen. Und bevor sie mir nen Teller fallen lässt oder in ein Messer fasst, soll sie lieber 10 Minuten Fernsehen. Dass das nicht optimal ist, weiß ich.

Sie kann auch nie mal ruhig auf ihren 4 Buchstaben sitzen und muss immer was in den Händen haben oder ausräumen. Bestimmtes darf sie auch und das weiß sie. Das nervt mich auch schon mal ordentlich, aber ich muss es ja akzeptieren, dass sie einfach so ist.

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Ich schließe mich meinen Vorrednerinnen an.
Dagegen tun kannst du nichts, das halte ich sogar für kontraproduktiv.
Dein Kind hat einen unglaublichen Entdeckerdrang, Versuch das positiv zu sehen. Ist doch eine tolle Einstellung wenn man sich die Butter nicht vom Brot nehmen lässt.

Wir haben auch so ein Exemplar. Ich kann regelrecht sehen wie er nach einer Ermahnung "Vorsicht! Das ist heiß" oder "nein, Schluss jetzt, du fällst runter" denkt: jaja, Ihr könnt mir viel erzählen! Woher soll ich das wissen, wenn ich das nicht machen darf??
Natürlich ist die Gabel in der Steckdose ein no go! Aber bis zu einer gewissen Schwelle, muss man da auf Durchzug stellen.
Nach "erfolgreicher" Entdeckung einfach mal loben, so das der kleine Kopf das ad ACTA legen kann.

Ich weiß wie anstrengend das ist (unser ist 2), es bedeutet immer mit einem wachsamen Auge bestückt zu sein- was kollidiert mit Haushalt, Entspannung oder wenn man noch weitere Kinder hat, die auch Aufmerksamkeit fordern.
Wir haben auch schon in der Kindernotaufnahme gesessen weil er meinte etwas essen zu müssen, was nicht geeignet war. Wir haben die Hausapotheke aufgestockt weil es schon mehrere unschöne Stürze und Verbrennungen gab.

Man steht wirklich vor Einem Rätsel und teilweise am persönlichen Ruin, weil man 24/7 da sein muss. Das geht an die Substanz!

Nimm deinen Junior so an wie er ist. Wenn er jetzt 17 Monate ist, wird es Monat für Monat "besser".
Beobachte deinen kleinen mal, ich wette, dir wird auffallen, was für ein unfassbar schlauer, Gewitzer Junge er ist. Koste dieses Gefühl total aus und rufe es ab, wenn es wieder an deine Substanz geht.

Du schaffst das!
Es ist okay, wenn einem mal der Kragen platzt, wir sind keine Maschinen!

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Sehr gut formuliert:)

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Ja danke wirklich gut formuliert 😊

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Der Text könnte von mir stammen. Meine Tochter ist 22 Monate alt und seit sie sich vom Bauch auf den Rücken und zurück drehen kann, hab ich keine ruhige Minute mehr. Sie konnte sich schon als Baby gezielt durch's Zimmer rollen, zu Sachen, die sie spannend fand. Als sie anfing zu krabbeln und sich hochzuziehen, entdeckte sie, dass sie sich bäuchlings auf kleinere Hocker oder Tische ziehen konnte und dann drauf herumrutschen 🙈 nachdem sie mit 12 Monaten losgelaufen ist, begann sie kurz drauf alle Strecken rennend zurückzulegen, überall drauf zu klettern etc. Sie ist ein ziemlich selbstständiges Persönchen und wenn sie Hunger hat, dann geht sie halt zum Kühlschrank und holt sich was 🤷 nichts im Haus ist vor ihr sicher, da sie auch ziemlich stark und groß ist, schafft sie es locker alle Türen zu öffnen, an höhere Flächen auf Zehenspitzen zu kommen oder sich zur Hilfe halt einen Stuhl/Hocker whatever zu holen 🙈 Treppe kann sie inzwischen freihändig laufen, wobei sie weiß, dass sie das auf keinen Fall darf, aber es immer wieder heimlich probiert.
Trotz riesigem Garten, den sie gerne von morgens bis abends erkunden kann und großem Bruder, der gerne mit ihr tobt, mussten wir jeden Tag raus, raus, raus und ordentlich auspowern. Vormittags ich, Abends nochmal der Papa.
Sehr viel ruhiger ist sie geworden, seitdem wir eine Katze und Hasen angeschafft haben. Die kann sie echt lange beobachten, hilft bei der Pflege, kuschelt mit der Katze - irgendwie scheint die ruhige Art der Tiere auf sie abzufärben und sie will nicht mehr ständig Action.