Kleinkind (21 Monate) ist sehr anhänglich und unsicher

Hallo liebe Community,

unsere Tochter (jetzt 21 Monate) ist extrem anhänglich und unsicher. Das äußert sich in der Form, dass sie ständig an der Mama "klebt" und sich nur ganz selten alleine beschäftigen kann. In diesem Alter sicherlich ein Stück weit normal, jedoch kann meinen Freundin sich häufig nichtmal morgens fertig machen oder duschen, da die Kleine vor der Badezimmertür sitzt und nach der Mama ruft. Aktuell ist es etwas besser, wenn sie ein Hörspiel hört. Ganz selten guckt sie auch mal Kika, wenn es gar nicht anders geht. Auf dem Spielplatz oder bei Bekannten weicht sie ihr kein Stück von der Seite, obwohl sie die Menschen und Kinder schon seit einiger Zeit kennt.

Obwohl sie alleine laufen kann, läuft sie draußen dennoch vorwiegend an der Hand und bleibt stehen, wenn sie mal nicht an der Hand laufen soll. Wenn sie auf dem Spielplatz ist und andere Kinder auf sie zugelaufen kommen, reagiert sie ängstlich und sucht direkt die Mama oder mich. Meine Freundin war jetzt fast 2 Jahre mit ihr zu Hause und ab August soll die Kleine zu einer Tagesmutter, da wissen wir nicht wie sie das schaffen soll.

Wir wissen auch nicht genau, ob und was wir evtl. falsch machen, was ihr Verhalten noch fördert, man wird ja da manchmal etwas "kinderblind". Auch Freunde und Bekannte sagen, dass ihr Verhalten schon recht krass ist. Vor einem Arztbesuch zu diesem Thema (wahrscheinlich werden wir dort sowieso so etwas hören, wie "Ach, das ist in dem Alter ganz normal") wollten wir mal hier nach Meinungen und Erfahrungen fragen. Unsere Theorie ist, dass die Unsicherheit von der schwierigen Geburt herrührt. Durch die Komplikationen konnte die Kleine erst nach 2 Tagen zur Mama.

Was kann man tun, um der Kleinen das Ganze etwas zu erleichtern? Meine Freundin ist zudem auch immer weiter angespannt, da die Situation manchmal schwierig ist, wenn sie kaum mal Zeit für sich hat. Auch das ist mit kleinem Kind natürlich normal, aber in dieser Form denken wir, dass irgendetwas nicht stimmen könnte.

Ich unterstütze sie natürlich da wo es geht, aber da ich Fulltime arbeite, geht das auch nur begrenzt.

Vielen Dank im Voraus für Meinungen, Tipps & Anregungen.

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Du wirst sicher einen Naturheilkundler finden, der Deine Theorie mit der Geburt bestätigt und viel Geld damit verdient das "aufzuarbeiten". ;-)

Spaß beiseite!

Ich denke nicht, dass Ihr grundsätzlich etwas falsch gemacht habt und ich denke auch nicht, dass wegen einer Trennung nach der Geburt das Bindungsverhalten und das Urvertrauen nachhaltig geschädigt sind, wenn danach die Bedürfnisse des Kindes ausreichend befriedigt wurden.

Kinder sind soooo unterschiedlich. Und, ja, es gibt auch sehr anhängliche. Phasenweise und auch grundsätzlich vom Wesen her.

In besonders anhänglichen Phasen würde ich das so annehmen und das Nähebedürfnis ohne wenn und aber erfüllen. Nur gestillte Bedürfnisse können vergehen.

Ein grundsätzlich schüchternes und anhängliches Kind kann man !!!! in entspannten Phasen !!!! natürlich fordern und fördern, damit es lernt mehr auf sich selbst zu vertrauen. Selbstvertrauen!

Und auch die Ablösung von der primären Bezugsperson kann in entspannten Phasen geübt werden.

Aber bitte nicht in einer besonders anhänglichen Phase und auch nicht während der Eingewöhnung und der Anfangszeit bei der Tagesmutter. Da hat das Kind genug zu tun.

Also für die nächsten 3-4 Monate heißt es Zähne zusammen beißen und durch.

Alles Gute!

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Wir haben auch so ein anhängliches Exemplar. Unsere Tochter ist zwar erst knapp 16 Monate alt, aber trotzdem war sie fast von Geburt an sehr Mama-fixiert. Papa, Oma(s), Opa(s)... niemand sonst durfte an sie heran, außer Mama. Obwohl wir es wirklich oft versucht haben. Für mich war es zeitweise sehr nervenaufreibend, da ich null Zeit für mich hatte, während Freundinnen ihre Babys/Kinder mal für 2-3 Stunden beim Papa/bei der Oma etc. lassen konnten. Ich habe es irgendwann einfach akzeptiert und unsere Tochter überall mit hingenommen (auch aufs Klo oder zum Duschen 😬).

Mit 14 Monaten ist sie dann in die Kita gekommen. Wir dachten tatsächlich, dass das nicht funktionieren würde. Und, oh Wunder... es funktionierte! Wir hatten zwar eine relativ lange Eingewöhnungszeit von 4 Wochen (war so mit der Kita abgesprochen). Aber mittlerweile geht sie (seit einem Monat) supergerne hin. Meine größte Freude ist es, wenn wir morgens hingehen und sie strahlend und winkend in die Kita läuft und erstmal alle begrüßen möchte. Bei uns hat die Kita tatsächlich ganz viel verändert! Sie ist jetzt generell viel aufgeschlossener geworden. Papa, Oma, Opa dürfen auch mal auf sie aufpassen. Sogar zu nicht so bekannten Personen ist sie nicht mehr sooo schüchtern wie zuvor.

Ich kann euch nur raten mit dem größtmöglichen Optimismus an die Eingewöhnung bei der Tagesmutter heranzugehen. Sprecht mit der Tagesmutter über euer Kind und über eine möglichst sanfte Eingewöhnung. Viel Erfolg!

Lg, babyelf mit babygirl (fast 16 Monate), babyboy im Bauch (17+6) und ⭐⭐⭐

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Danke schon mal an euch beide für eure Beiträge. :-D

Wir versuchen auch die Eingewöhnungsphase positiv zu sehen und dass die kleine Maus das schon machen wird. Schön zu hören, dass sich das dann scheinbar auch manchmal umkehren kann und die Kinder dadurch offener werden. Ich denke auch, dass es wichtig ist eine positive Grundhaltung einzunehmen was die Tagesmutter angeht, dann merkt auch das Kind, dass man entspannter ist.

Die Betreuung durch mich klappt recht gut, früher hat sie dann immer mal nach der Mama gerufen oder geguckt, mittlerweile kann ich mit ihr auch einige Stunden unterwegs sein, ohne dass sie nach der Mama fragt. Bei der Oma (Mutter meiner Freundin) fühlt sie sich auch sehr wohl.

Wir wissen allerdings in manchen Situationen nicht, wie wir reagieren sollen. Wenn ich mit ihr unterwegs bin und sie sucht den Halt an meiner Hand beim Laufen, dann lasse ich sie schon mal los und sage ihr, dass sie selbst laufen kann. Das funktioniert manchmal, manchmal auch nicht. So wie ich es aber verstehe, sollte man ihr immer die Sicherheit geben, wenn sie diese gerade braucht. Ich bin da immer etwas hin- und hergerissen zwischen Sicherheit geben und sie auch mal dazu zu bringen, Dinge selbstständiger zu machen, damit sie nicht immer so klammernd ist, das hilft ihr ja auf Dauer auch nicht.
Da ist immer meine Befürchtung, dass sie es dann nie lernt auch mal ohne Hilfe oder die Hand klarzukommen. Es gibt auch mal seltene Momente in denen sie draußen komplett alleine läuft und dann zum Spaß auch manchmal vor uns wegläuft. Da kann ich aber auch nicht wirklich sagen, warum sie das manchmal macht und sich dann wieder teils panisch an einen klammert...:-(

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Wenn sie gut drauf ist, dann kannst Du schon auch mal sagen, dass sie mal kurz alleine laufen soll, weil ....???
Und wenn sie dann wieder kommt, dann gib ihr wieder die Hand.

Aber wenn sie ängstlich ist, dann gib ihr immer Halt. #pro

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Hallo,

ich habe folgende Meinung zu dem Thema: Solange das Angst-Thema nicht von euch auf euer Kind übertragen wird, könnt ihr euer Tochter guten Gewissens das zu gestehen, was sie sich wünscht, wie z.B. draußen an der Hand zu laufen. Ich denke, Kinder wissen da sehr genau, was sie brauchen und streben im Laufe der Zeit sowieso in Richtung Autonomie. Solange ihr sie in der Hinsicht loslassen könnt, wird sie es, sobald sie soweit ist, von sich aus auch tun 😊

Ich habe hier selbst so eine kleine Kandidatin Zuhause und mein Mann hatte auch solche Sorgen, wenn sie auf dem Spielplatz nur von A nach B getragen werden wollte, ohne selbst die Umgebung erkunden zu wollen. Zugegeben - manchmal hat er mich angesteckt 😅 aber insgesamt war ich mir immer recht sicher - das kommt schon noch! Und dann war es wirklich so und ohne “einüben“. Vor Corona auf dem Spieli - “Mama, Arm!“ und beim ersten Spielplatzbesuch nach Corona lief sie dort selbstständig umher. Sie saß vorher auf der Schaukel auf meinem Schoß auch so waschlappen-mäßig und 2 Monate später hatte sie eine ganz andere Körperspannung, fiel durch die Schaukelpause richtig extrem auf und hat mir auf einer anderen Ebene ihre Weiterentwicklung verdeutlicht. Das passte beides auch viel besser zusammen dann - das selbstständige Erkunden und ihre deutlich ausgereiftere Körperspannung.

Und generell hatten wir das auch, dass sie draußen erst nur an der Hand laufen wollte. Durfte sie. Nach und nach traute sie sich ohne Hand. Oder Türschwellen 😆 da musste die Hand immer sein, auch wenn sie sonst schon ohne lief. Einmal ist sie über eine rüber gelaufen und hatte das gar nicht bemerkt. Da hatte ich sie dann darauf aufmerksam gemacht, dass sie das selbst geschafft hat, ohne Hand. Als sie in der nächsten Situation die Hand aber wieder wollte, hat sie sie bekommen und fertig. Jetzt sind Türschwellen kein Problem mehr, schon länger nicht und sie ist vor kurzem 2 geworden.

Gebt euer Kleinen die Sicherheit, die sie anscheinend noch braucht, seit offen und positiv gestimmt, wenn sie euch zeigt, dass sie euch weniger braucht und dann wird das klappen! 😊👍