Entwicklungsschübe? Bitte um Aufklärung

Hallo zusammen,
ich lese hier immer viel über Wachstumsschübe. Acht Stück bis zum 14.Monat. Habe dann mal google gefragt, aber ich werde daraus nie schlau. Von den Wochen her kommt es bei uns nie wirklich hin. Die Anzeichen die beschrieben werden passen allerdings oft.
Jetzt ist er 62Wochen und 1 Tag alt. Er kam 1 1/2 Wochen vor errechnetem ET.
Gibt es da mehr von den berüchtigten Schüben? Im Netz findet man hauptsächlich was über die ersten 8.

Ich frage weil ich hier grad echt auf dem Zahnfleisch gehe. Er ist wieder mal launisch ohne Ende( das war er immer schon), teilweise sehr anhänglich und plötzlich mega wütend. Er haut, kratzt, kneift und zieht mir an den Haaren. Es fällt mir immer schwerer beherrscht zu bleiben. Ab und an schnautze ich ihn dann auch an oder schreie ein lautes "Aua". Dann hört er auch meist auf. Diese Situation ist meist wenn ich ihn zum Einschlafen bewegen möchte( er schläft leider nur auf mir ein, selten im Bett)
Seit gestern macht er sich einen Spaß daraus unserem Hund das Fell zu zupfen. Er zieht ihm Büschelweise das Fell raus oder zieht mit voller Wucht am Schwanz. Der Hund ist echt lieb. Heute hat er nur geknurrt. Ich habe bewusst nicht eingegriffen. Hätte unser Hund gezwickt hätte ich es durchaus verstehen können.
Ich verzweifle echt. Mache mit Vorwürfe, Sorgen und denke das ich der Auslöser für sein Verhalten bin. Ich denke halt das ich irgendwas falsch mache und er deshalb so ist.
Er ist nicht immer so, aber phasenweise super extrem. Wutausbrüche kommen täglich, aber nicht immer in diesem Ausmaß.
Deshalb die Frage...könnte es jetzt grad aktuell wieder ein Schub sein? Die Beantwortung ändert zwar nichts daran das es grad so ist, aber es wäre dann verständlicher für mich, wenn es so wäre wenn nicht muss ich echt mal gucken wie ich das unterbinden kann.

Ich danke für alle Antworten die kommen und für die Zeit die ihr für das Lesen "geopfert" habt.🙈

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Um den 18. Monat gibt es auch einen Schub. Der ist wohl extrem. Ich meine, es gäbe insgesamt 10, aber „Oje ich wachse“ behandelt nur die ersten 8. 😅

Mit dem ersten Geburtstag kann auch allmählich die Trotzphase beginnen, auf den 2. Geburtstag zu wird die immer ausgeprägter.

Motte begann pünktlich mit einem Jahr zu trotzen. Kriegt sie ihren Willen nicht oder etwas, das sie tun will, klappt nicht, ist Alarmstufe rot. Das ist phasenweise unterschiedlich schlimm. Aktuell (17 Monate) ist es wieder etwas schlimmer.

Ein Beispiel: sie versucht immer den Kühlschrank zu öffnen. Klappt nicht. Letzten Endes liegt sie brüllend davor und trommelt mit Fäusten und Füßen auf den Boden 😅😅

Prinzipiell entwickeln sich die Kleinen natürlich immer weiter und letztlich ist alles eine Phase, durch die wir durch müssen, nützt ja nix 😅

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Ja, das ist mir auch klar. Mich erschreckt nur das er mir gegenüber so extrem ist und unser armer Hund jetzt auch Fell lassen muss. Unser Sohn hatte seine ersten Wutanwandlungen schon weit vor dem ersten Geburtstag. Es steigert sich nur. Ich sitze oft da und heule aus Verzweiflung. Ja, manchmal auch vor ihm. Ich weiß nicht sinnvoll, aber bin dagegen machtlos

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Ich hab auch schon vor Motte geweint und finde es nicht schlimm. Ich bin ein Mensch und kann auch einfach mal am Ende sein ;)

Unsere Katze hat auch schon Fell verloren und wurde gepiesackt. Kinder haben kein Empathie-Empfinden. Trotzdem greife ich SOFORT ein und schimpfe. Hier hat es nachgelassen. Motte darf ihn abends immer füttern und streicheln, seitdem ist sie viel sanfter 😊

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Ja, Kinder haben Entwicklungsschübe. Ich halte von dem Buch "Oje, ich wachsen" und den dort vorhergesagten Terminen nichts.

Dein Kind ist gerade mal ein Jahr alt. Es wird noch sehr sehr oft anstrengend werden. Es wir Dich immer wieder auf unterschiedliche Art herausfordern. Du musst Deine Erziehungsmittel immer wieder an sein Alter und seinen Entwicklungsstand anpassen.

Wenn Du jetzt schon die Nerven verlierst und ihn "anschnautzt", was willst Du dann in der Trotzphase machen? Oder in der Pubertät?

Du solltest Dich dringend fundiert mit der Entwicklung von Kleinkindern beschäftigen, damit Du weißt, wie Du so reagieren kannst, dass Dein Kind auch davon lernen kann.

Ich empfehle "Das gewünschte Stelle Wunschkind" für den Anfang.

Zu der Situation mit hauen, Haare ziehen und Co.

Du sagst gelassen aber streng "Nein!" und setzt ihn runter. Wenn das Kind dann nicht weint, kannst Du noch erklären, dass Du das nicht willst, weil Dir das weh tut.

Das musst Du jedes Mal so machen streng-neutral und immer sofort reagieren. Da er noch sehr klein ist, wird er viele Wiederholungen brauchen, bis er das wirklich verstanden hat und zuverlässig umsetzen kann.

Mit dem Hund kannst Du es genauso machen. Sofort hingehen, Kind wegheben, "Nein!" sagen. Und dann kannst Du ihm die Alternative zeigen: "Ei machen!". Führ seine Hand und zeig es ihm. Immer und immer wieder.