Meine Kinder mögen mich nicht

Hallo zusammen,

ich habe leider seit langem ein Problem mit meinen Kindern (zwei Töchter, 3 und 2 Jahre alt). Ich habe das gefùhl, oder besser gesagt, ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Kinder mich als Papa überhaupt nicht mögen bzw. gern haben.

Seit der Geburt waren beide als Babys sehr mutterfixiert, was mich eigentlich nicht gestört hat, da ich immer davon ausgegangen bin, dass eine Mutter-Kind-Beziehung das stärkste ist, was es geben kann. Daher habe ich mir nichts dabei gedacht, wenn sie nicht zu mir wollten, obwohl ich ständig ihre næhe suchte, kuscheln oder mit ihnen spielen wollte. Auch konnte ich sie nie beruhigen wenn sie weinten. Von Windeln wechseln oder gar ins Bett bringen ganz zu schweigen.

Ich dachte immer, Töchter wären eher Papa Kinder und dass unsere Beziehung mit der Zeit besser wird, aber mittlerweile bin ich nur noch traurig wegen ihrem Verhalten und merke, dass ich mich von ihnen immer mehr zurückziehe bzw. distanziere.

Wie gesagt, beide sind nicht mehr so klein und eigentlich hätte ich gedacht, es würde besser werden, aber es wird leider immer schlimmer. Wenn ich nach 8 Stunden Arbeit nach Hause komme, sitzt meine æltere bei ihrer Mama auf der Couch und dreht sich nicht Mal nach mir um, als ob ich Luft wære. Auch wenn ich fröhlich Grüsse, meiner Frau einen Kuss auf die Backe gebe, es passiert nichts. Dachte am Anfang, das wäre so, weil ich ab und an erschöpft und nicht so gut gelaunt nach Hause kam und das sie das merken würden, aber es ist immer so, egal wann. Sie wollen keine Zeit mit mir verbringen, sie wollen sich nicht von mir aus dem Auto holen lassen, wenn die jüngste am aufwachen ist und ich mich zu ihr lege, fängt sie an zu weinen und verlangt sofort nach ihrer Mama. Fremden gegenüber sind sie sehr offen und liebenswert, sie spielen mit ihnen, setzen sich sofort auf ihrem schoss usw...bei mir sind sie nie so. Wenn wir irgendwo zu Besuch sind, verhalten sie sich allen gegenüber so liebenswert, das ich mittlerweile neidisch bin. Sie fragen nach Personen, die sie ein zweimal im Leben gesehen haben, erzæhlen von ihnen usw. Man merkt förmlich, das grosse Sympathie besteht. Aber nicht mit ihrem eigenen Vater.

Die Sache belastet mich sehr, da ich mir immer gewünscht habe, ein guter Vater zu sein und mit meinen Prinzessinnen gut auszukommen, aber das ist nicht so, und das schon seit drei jahren und ich sehe keine Besserung. Mittlerweile fliehe ich vor ihnen und merke, das ich immer distanzierter werde, da ich Angst vor zurückweisung habe. Ich weiss nicht mehr was ich tun soll. Habe gelesen das Kindern die Väter nicht mögen, wenn sie schlecht mit ihrer Mutter umgehen. Zugegeben, wir hatten hier und da Streit, den die Kinder mitbekommen haben, aber nicht oft und nicht schlimm in meinen Augen. Das Thema der Streitereien war eben das, das ich den Eindruck habe, ich wäre nur dazu da Geld nach Hause zu bringen und alles am finanziell am laufen zu halten, von den Kindern hätte ich nichts....aber ansonsten habe ich zu meiner Frau ein sehr schönes verhæltnis. Trotzdem habe ich bei den Kindern keine Chance. Die Nachbarin von oben wird mehr gemocht, der Bruder meiner Frau ebenso, Tanten, Nichten, Cousinen, alle sind toll, ich scheine nicht Mal eine nebenrolle in ihrem Leben zu spielen. Ich habe Angst, das ich wegen dieser Situation zerbreche und mich irgendwann damit abfinden. Ich habe mir immer gewùnscht, mit meinen Kindern Eis essen zu gehen, in den Zoo, zu kuscheln, ihnen vorzulesen, aber sie wollen das alles nicht, sie wollen nur zu ihrer Mama.

Ich erhoffe mir hier nicht unbedingt Hilfe, aber vielleicht gibt es jemandem, der æhnliches erlebt hat...

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Das liest sich wirklich traurig, aber eine schnelle Lösung wird es wahrscheinlich nicht geben. Unternehmt ihr denn schöne Dinge als Familie? Wie sieht deine Frau die Situation? Fällt es ihr vielleicht schwer sich von den Mädels zu trennen? Was macht ihr wenn deine Frau einen Termin hat? Bist du dann mit den Kindern alleine?
Ich denke sie sollte dir bewusst Zeit alleine mit den Kindern lassen, egal ob sie da weinen oder meckern. Ich denke, dass deine Töchter merken, dass du mittlerweile immer unsicherer geworden bist - Kinder haben da sehr feine Antennen. Gerade wo du selber schon sagst, dass du immer distanzierter wirst, denke ich dass Premium-Papa-Zeit die naheliegendste Lösung wäre. 🤔

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Hallo, tut mir leid, dass es bei euch nicht so gut läuft. Grundsätzlich gibt es natürlich immer Phasen in denen ein Elternteil bevorzugt wird und es gibt auch reine Mama-Kinder. Die Kinder einer guten Freundin sind letzteres und der Vater steht auch immer hinten an, wenn Mama greifbar ist! Daher: wie ist es wenn du mit den Kindern alleine bist?
Ansonsten kann ich dir nur raten, dich nicht zurückzuziehen! Das macht es nur schlimmer, weil Kinder nicht verstehen warum du das tust. Sie werden sich nur abgelehnt fühlen.
Mach Spielangebote, lies was vor etc. Verbringe mit den Kindern Zeit ohne deine Frau. Mein Mann ist von Beginn an mit Krümel alleine gewesen, damit sie eine Bindung aufbauen können.

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Das tut mir leid das klingt wirklicv Furchtbar.
Hast du mit deiner Frau gesprochen? Sie sollte dich mehr mit einbinden und das ist am Anfang sicher nicht leicht aber die Kinder haben sich daran gewöhnt das Mama immer da ist und wenn du sie aus dem Auto nehmen willst und sie nach Mama rufen und sie es dann macht wissen die Kinder auch das das funktioniert. Ich würde das Kind trotzdem aus dem Auto nehmen und sagen: guck papi macht das heute, mami ist grad noch bei deiner Schwester oder sonst was.
Aucv die Kinder müssen sich wieder an dicv gewöhnen. Und wenn du sie abends gemeinsam mit deiner Frau ins bett bringst und dabei bist und immer ein Stück mehr alleine übernimmst.
Auf jedenfall müsst ihr das gemeinsam machen und deine Frau muss denn Kindern auch mal sagen, papi ist da der macht das gerne mit dir.

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"Mittlerweile fliehe ich vor ihnen und merke, das ich immer distanzierter werde, da ich Angst vor zurückweisung habe. "

Nur bei deinen Kindern oder auch sonst im Leben ein wunder Punkt?

Als Kind war ich offen gegenüber jenen, die locker waren, die mich so genommen haben, wie ich war. Egal ob ich sie mochte oder nicht.
Jene Erwachsene, die Angst hatten, ich könnte sie nicht mögen oder die unsicher waren oder verkrampft, mochte ich nicht.
Benennen konnte ich es nicht. Ich habe mich abgewendet und zurückgezogen. Erst als Erwachsene wurde mir klar warum.

Als Kind genoss ich Kontakt mit Erwachsenen, die mit sich selbst im Reinen war.
Wer Erwartungen an mich oder meine Liebe hatte, fühlte ich mich unwohl. Verantwortlich den Erwachsenen gegenüber, nicht gewachsen die Verantwortung für deren Gefühle zu tragen.


Was sagt deine Frau dazu? Wie schätzt sie die Situationen ein?
Wirkst du verkrampft?
WIe wirkst du auf die Kinder?
Habt ihr Zeit zusammen Zeit zu verbringen, alle gemeinsam? Genug Mama, dass die Kinder entspannen, du als Papa aber so greifbar, dass sie dich aktiv auch erleben können?
Fliehen sie dann zu Mama auf den Schoß und wollen weg von dir? Dann würde ich mit Erziehungsberatung sprechen um herauszufinden, was los ist.

Sind sie mit Mama dabei entspannt und akzeptieren nach und nach, dass du mit dabei bist, geht vielleicht nach und nach mehr. Dann würde ich nicht gerade Schlafenszeit nehmen, sondern eher gemeinsame Spiele. Zu viert Bilderbücher ansehen.

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"Sind sie mit Mama dabei entspannt und akzeptieren nach und nach, dass du mit dabei bist, geht vielleicht nach und nach mehr. Dann würde ich nicht gerade Schlafenszeit nehmen, sondern eher gemeinsame Spiele. Zu viert Bilderbücher ansehen."

Und wenn das gut klappt zieht sich die Mutter nach und nach zurück, während du immer mehr übernimmst.

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Hallo, ich bin Mutter von 2 kleinen Mädchen und bei uns war es sehr sehr ähnlich. Fast alles was du beschreibst war bei uns auch so. Mein Mann hat jede Bemerkung irgendwann persönlich genommen und sich immer mehr distanziert. So wurde er noch weniger von den Kindern angenommen. Zum Beispiel sagen die Kinder mal zwischendurch zu mir "blöde Mama" oder "nein, ich mag keinen Kuss" wenn ich ihnen einen geben will. Das nehme ich nicht persönlich, denn ich weiß dass sie mich lieben. Mein Mann hat solche Aussprüche sehr persönlich genommen und sich gleich beleidigt verzogen. Unsere Strategie, was wir gemacht haben :
- wir haben die Kinder nur noch zusammen ins Bett gebracht. Schlafanzug anziehen, Zähne putzen etc habe ich gemacht, dann haben wir uns ins Bett gekuschelt ABER nur mein Mann hat das Buch vorgelesen. Da wollten sie auch gleich wieder, daß ich es lese, aber wir haben ganz klar gesagt, entweder liest Papa oder niemand. Dann hat mein Mann darauf geachtet auf dem Heimweg schon mal "runter zu kommen" und fröhlich unser Haus zu betreten und ich habe mit den Kindern schon vorher überlegt wie wir Papa gleich begrüßen werden. Außerdem habe ich ein schönes Bilderbuch gekauft, wo es um den tollen Papa geht und bei jeder Gelegenheit habe ich immer aus meiner Kindheit erzählt, wie gut mein Papa mich trösten konnte etc.
Der richtige Durchbruch kam einmal als ich wieder arbeiten ging und mein Mann die Kinder morgens in den Kindergarten gefahren hat (da gab es keine andere Option) und noch seit er durch Corona im home office arbeitet und er die Kinder viel öfters sieht. Mein Mann wird jetzt richtig als Vater akzeptiert, deswegen ist er viel positiver mit den Kindern, macht mehr und kann sich besser kümmern. Mittlerweile geht die Große (5) sich beim Papa ausheulen wenn ich geschimpft habe und er vermittelt zwischen uns. Das freut mich sehr. Jedenfalls denke ich, dass du unerlässlich auf deine Kinder zugehen solltest und Rituale einführen die toll sind und es nur bei dir gibt. Viel Glück und Erfolg. LG

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Hallo,

ich hab vor kurzem einen ähnlichen Post gestartet, allerdings aus der anderen Perspektive. Wir haben eine 18 Monate alte Tochter und mein Mann hat genau das gleiche Problem. Wenn ich im Raum bin, ist mein Mann abgemeldet. Er darf sie nicht wickeln, Bett fertig machen etc. Das Buch, das er ihr gerade vorliest, wird ihm aus der Hand gerissen und mir hingestreckt. Ich weiß nicht wie es bei deiner Frau ist, aber ich leide da sehr drunter. Meist kleben beide im 1,5 Meter Radius an mir dran. Manchmal meckert mein Mann sogar, wenn ich den Raum verlasse, weil sie dann sofort hinter mir herrennt. Auch die Zuneigung anderen gegenüber. Es ist wirklich fast gleich.

Ich erkläre es mir so. Zum einen denke ich, dass sie merkt, dass ich einfach gerne mal meine Ruhe von ihr hätte und deshalb vermehrt klammert und andererseits arbeitet mein Mann sehr viel seit seinem Jobwechsel. Davor war es besser, weshalb ich auch denke, dass das ein Faktor ist. Ich schicke sie mittlerweile am Wochende auch alleine los und damit ist es auch ein klein wenig besser geworden. Wie wäre es, wenn du mit ihnen allein in den Zoo gingest? Lg

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Hallo!

Ich würde dir empfehlen, dass du dir eine Aufgabe raussuchst, die ausschließlich DU mit ihnen machst. Das habe ich mit meinen Mann schon von Anfang an so gemacht, als er mir einmal sagte, dass er nicht so recht weiß was er mit dem Baby machen soll 😄 Er hat dann das abendritual übernommen, da war er eigentlich immer daheim, somit konnte er das auch regelmäßig machen.

Zwecks trösten in der Nacht, da hatten wir auch Phasen, wo Mama nicht gewollt war, wenn er dann aber meint ‚mama weg‘ oder ‚Papa weg‘ (das variiert bei uns 🤣) betont der jeweils andere immer, dass Mama/Papa ihn sehr lieb haben. Somit merkt er hoffentlich, dass er uns nicht ausspielen kann.

Sprich doch mal mit deiner Frau in Ruhe darüber, vielleicht hat sie auch gute Ideen dazu und kann dich etwas trösten 🙈😅

LG

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Das Problem, welches ich sehe, ist, dass du Bedürfnisse hast, die deine Kinder erfüllen sollen.

Das können sie aber nicht, du ziehst dich zurück, die Kinder merken dies und meiden dich aus Unsicherheit, wodurch du dich weiter zurück ziehst. Ein Teufelskreis.

Du bist der Erwachsene und deshalb ist es an dir, daran etwas zu ändern, indem du deine Erwartungen zurück nimmst und den Kindern gegenüber offen bleibst.

Ich könnte mir eine Situation vorstellen, in der deine Frau mit einem Kind weg geht und du dich im Kinderzimmer einfach mit einem beliebten Kinderbuch hinsetzt und liest. Ab und zu schaust du auf und zeigst der Großen, dass du sie wahrnimmst. Bleib entspannt. Dein Kind kann dann zu dir kommen, wenn ihm langweilig ist, muss aber nicht.

Ich glaube dir, dass du sehr unter der Situation leidest und du hast mein Mitgefühl. Deine Töchter sind aber auch noch jung, da ist noch lange nicht Hopfen und Malz verloren😊

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Das klingt für mich viel zu dramatisch für das junge Alter der Kinder.

„das schon seit drei jahren und ich sehe keine Besserung“... die Kinder sind 2 und 3, „seit Jahren“ kann also gar nicht sein, denn so lange können sie noch gar keine bewusste Ablehnung zeigen.

Und das du dich nun beleidigt zurück ziehst ist einfach nur kindisch. Beziehungen wachsen indem man an ihnen arbeitet. Offenbar habt ihr (du und die Mutter) das aber nie gemacht. Man hätte Windeln wechseln, Baden gehen, ins Bett bringen, Essen machen,... einfach ganz normal auch vom Vater implementieren müssen. Und auch bei Dingen die erstmal abgelehnt werden, das immer weiter versuchen. Dafür ist es jetzt auch nicht zu spät.