Tochter weint plötzlich sehr viel

Meine Tochter ist im April 3 Jahre geworden und ich kann wirklich sagen dass ich bei ihr zuletzt den letzten Schub um den ersten Geburtstag gemerkt habe. Keine Trotzphase, keine Aggressionen, Wutanfälle etc.
In letzter Zeit bahnt sich aber etwas an, ob die Trotzphase oder Umstellung wegen dem Bruder etc., keine Ahnung. Wir geben uns unfassbar viel Mühe, sie bekommt sehr viel Aufmerksamkeit. Sie bekommt gerade endlich auch den letzten Zahn, vielleicht liegt es auch daran, aber ich bin leicht überfordert mit ihrer Art.
Es ist ein paar Mal in letzter Zeit vorgekommen, dass sie wegen etwas belanglosem geweint hat und gar nicht mehr aufhören konnte. Letztens waren es fast 2,5 Stunden am Stück (mit kurzen Unterbrechungen)! Sie ist sehr oft quengelig, vor allem bei meinen Eltern, wo sie eigentlich die ungeteilte Aufmerksamkeit kriegt, da sie dort oft übernachtet.
Aber zum springenden Punkt:
Heute spielte sie mit ihrer Freundin, die dann wegen einer anderen Freundin wieder rüber in den eigenen Garten gegangen ist. Meine Tochter ist total ausgerastet, ließ sich nicht beruhigen oder ablenken. Sie war total rot vom weinen, hat sogar schon geschwitzt. Ich bin dann mit ihr rüber zu der Freundin um zu fragen, ob sie später nochmal kommen mag. Kaum im Garten, fing meine Tochter plötzlich an so zu schreien und zu weinen, dass sie kaum noch Luft bekommen hat. Sie schrie wieso sie nicht mit ihr spielen will, wieso sie nicht ihre Freundin sein will etc.,als hätte sie sich nicht schon 373635 mal verabschiedet von Freunden.
Ich war echt überfordert und bin mit ihr erstmal spazieren gegangen. 5 Minuten später war alles vergessen.
Kennt jemand solche Reaktionen? Gehört das zu der berühmten Trotzphase?

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Ja, das klingt nach Auswirkungen der Entthronung.

Als erstes: Du darfst das nicht so tragisch nehmen. Du bist sehr verwöhnt in den letzten 2 Jahren. Dass das nicht immer so weiter gehen kann, war Dir ja wahrscheinlich klar. Kinder müssen sich an anderen Menschen reiben um sich selbst zu finden. Das geht nicht ohne Schmerzen und Tränen.

Dann: Es ist gut, dass Deine Tochter ihre Trauer und ihre Verlassensängste rauslässt. Das tut sie natürlich momentan noch total intuitiv und ungefiltert. Du solltest ihr nun zeigen, dass diese Gefühle okay sind und wie sie damit umgehen kann. Also viel über (alle möglichen, auch die positiven) Gefühle sprechen. Wie erkennt man sie bei sich selbst und bei anderen? Wie fühlt es sich an, wenn ein Gefühl kommt und manchmal soooo riesig groß wird? Was kann man dann tun?

Vermittel ihr, dass ihre Gefühle okay sind, dass man sie annehmen kann und wie man mit ihnen umgeht und darüber kommuniziert.

Und mach nicht so viel Aufwand. Ich wäre mit meinen Kind nicht in den Nachbargarten gegangen und hätte dort die anderen Kinder gestört. Deine Tochter hat eine Absage kassiert, das muss sie lernen einzuschätzen (nur für heute, morgen neue Chance...) und vor allem auch auszuhalten. Denn sowas wird ihr im Leben immer wieder passieren.

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Ich lese raus, ihr habt relativ neu ein Geschwisterchen?

Klingt ja irgendwie etwas nach Verlustangst und dass sie ihre Freundin auch teilen muss. Bzw hätten ja auch alle 3 zusammen spielen können?

Ob es nun die Trotzphase, die Entthronung oder der letzte Zahn ist - irgendwas ist bei deiner Tochter los und da müsst ihr nun gemeinsam durch. Sie muss ja auch erst lernen, wie man mit negativen Gefühlen umgehen kann und sollte. Sie kann ja auch noch nicht alles 100% erfassen, warum sie so fühlt und wird überfordert sein.

Bleib bei ihr und sei der sichere Hafen. 😊