Mein Kind lehnt mich ab

Hallo ihr Lieben,

ich bin Mama von zwei Kindern. Mein Großer ist nun 3 1/2 Jahre und vor 4 Monaten ist unsere Kleine geboren.
Vor ca. 7 Monaten fing es an, dass mein Großer begonnen hat, sich von mir zu distanzieren und sich mehr und mehr dem Papa zuzuwenden.

Ich dachte, vielleicht liegt es an der Schwangerschaft, was für meinen Sohn eine Umstellung ist. Ich habe trotzdem viel mit ihm unternommen, wie Rad fahren, Wandern, Tierpark usw. Ich wollte ihm die Corona Zeit und auch die neue Herausforderung für ihn, bald großer Bruder zu werden, so schön wie möglich gestalten. Ich bin mir auch sicher, dass er sich meiner Liebe absolut bewusst ist. :)

Mir ist bewusst, dass es Papa Phasen und Mama Phasen gibt.
Diese "Phase" hält nun schon seit fast 7 Monaten an und spitzt sich in manchen Situationen zu. So langsam geht mir etwas die emotionale Puste aus, weil mich die Distanzierung / Ablehnung so unglaublich traurig macht.

An manchen Tagen (meist am Wochenende, oder am Nachmittag, wenn der Papa zu Hause ist), darf ich meinen Sohn weder berühren, noch ansehen, geschweige denn ihn Bett fertig machen.
Er sagt "Geh weg Mama. Nicht die Mama, nur der Papa soll etc". Er wird richtig wütend, wenn ich dann in seiner Nähe bleibe.
Morgens, wenn ich ihn für den Kindergarten fertig machen möchte, gibt es bereits Krokodilstränen und Geschrei.
Nachts darf nur der Papa zu ihm zum Trösten kommen. Wenn er tagsüber fällt, und Papa ist irgendwo im Haus, dann darf nur er kommen, von mir möchte er nicht getröstet werden. Das ist für mich natürlich sehr schmerzlich.

Wenn mein Mann auf Dienstreise ist, dann funktioniert es meistens besser. Wandelt sich aber sofort wieder nach Ankunft.

Ich versuche mir zu sagen, dass die momentane Situation nicht einfach für meinen Sohn ist. Er ist großer Bruder geworden, die Zeit meiner Schwangerschaft während Corona ohne Spielfreunde und nun der Wiedereinstieg in den Kindergarten beschäftigen ihn sicher sehr, außerdem ist der Papa viel häufiger zu Hause, weil er teilweise, ebenfalls aufgrund Corona, ab und an von zu Hause aus arbeiten kann.

Gibt es Mamas, die dieses Verhalten kennen und können mir sagen, wie lange diese Phase bei ihnen angedauert hat?
Ich weiß, dass es keine Tabelle gibt, an denen sich mein Kind mit der Länge der Phase richten wird. Aber mir würde gut tun, wenn sich Mamas finden, die Ähnliches erfahren haben und bei denen es wieder besser funktioniert.

Ganz lieben Dank im Voraus fürs Durchlesen und für freundliche Worte und Antworten. #klee

Habt eine gute Woche #blume

1

Ja, genau das gleiche ist bei uns auch passiert. Rund um die Geburt vom zweiten Kind wurde ich beim ersten Kind zur Nummer 2. Das blieb - bis heute (7 Jahre alt). Aber hat sich mit der Zeit etwas abgeschwächt und das Kind hat auch immer mal Mamaphase, die ich sehr genieße. ;-)

Das hat mir geholfen:

https://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2015/05/warum-lehnt-mein-kind-mich-ab-was-kann-man-tun-wenn-das-baby-den-papa-ablehnt.html?m=1

5

Ganz lieben Dank für deine Nachricht und den Link.
Das werde ich gleich in Ruhe lesen.

Alles Gute für dich :)

2

Vielleicht hat das auch mehr mit dem Vater zu tun als mit dir? Du sagst es ist nur schlimm, wenn der Papa da ist. Dann vermisst er vielleicht den Papa wenn dieser Weg ist und möchte einfach so viel wie möglich von ihm haben wenn er da ist. Dann muss der Papa halt alles machen. Hast du es Mal so gesehen? Er lehnt nicht dich ab, sondern favorisiert den Papa, weil er diesen viel weniger sieht als dich. Warst du denn vor der Schwangerschaft wieder arbeiten? Vielleicht weil er dich durch die Schwangerschaft jetzt eh noch viel mehr sieht. Und da du ja so viel mit ihm unternommen hast ist auch das Bedürfnis nach dir halt nicht so groß. Der Papa ist aber nicht immer präsent. Da muss jede Sekunde genutzt werden. Und ja da ist er vielleicht auch sauer, wenn du ihn fertig machst, weil es sich dann anfühlt als würde ihm die Zeit mit Papa geraubt werden.
Und da der Papa ja jetzt häufiger da ist ist vielleicht die Angst groß, dass sich das ändert und er möchte es einfach nutzen.
Das heißt ja nicht, dass er dich ablehnt.
Meine Tochter ist erst 1 aber als mein Freund wegen Corona zu Hause saß wollte sie auch plötzlich ständig zu Papa. Hatte zwischendurch kleine Mama-Momente. Aber ansonsten war Papa der Hit.
Das ist zurückgegangen seit er wieder Arbeitet.

6

Ganz lieben Dank für deine Nachricht. Das hat mich richtig aufgebaut, denn von dieser Sicht aus, habe ich es noch nicht betrachtet und es ist tatsächlich so, dass mein Mann viel arbeitet und deswegen ganz besonders ist, wenn er Zeit hat.
Danke für diesen Gedanken Anstoß, es ist mir dadurch wirklich ein Stück leichter ums Herz, weil es sehr plausibel klingt ☘️

Alles Gute für dich :)

3

Ich würde sagen, da kannst du nicht viel machen. Er bevorzugt eben (momentan) den Papa. Sei weiterhin für ihn da wie gewohnt und zeige ihm, dass du ihn liebst. Ich bin sicher, das wird sich wieder abschwächen, auch wenn er vielleicht ein Papakind bleibt.
Meine Tochter war schon vor der Geburt des Kleinen ein Mamakind und blieb es auch. Ich hatte gehofft, dass der Kleine dann vielleicht ein Papakind wird, aber nein. 😅 Manchmal würde ich mich gern zerteilen wollen.
Es hat alles seine Vor- und Nachteile.

7

Ganz lieben Dank für deine Nachricht und den Erfahrungsbericht ☘️

Alles Gute für dich :)

4

Hallo

Wie geht denn dein Mann mit seiner Favoritenrolle um?
Wie reagiert er konkret in den einzelnen Situationen?
Ich denke ein erster Schritt wäre Unterstützung indem er da wo es gut geht erstmal auf dich verweist.
Wenn zB nachmittags daheim was ist kann er gut sagen: Geh mal zu Mama, die kann das genauso gut wie ich.
Das muss man ja nicht nachts um 2 diskutieren, wenn alle schlafen wollen aber tagsüber sollte er dir da helfen zur Normalität zu finden.
Im Moment ist es ja so: Sohn hätte gern und Papa macht, auch wenn du näher dran wärst...
Das merkt sich das Kind ja dass alles nach seiner Nase läuft und ich finde das muss nicht sein. Sohn kann lernen, dass auch Mama eine adäquate Hilfe für ihn ist.
Aber dafür braucht es eben auch eine klare Position durch den Vater.

Und das dir das zu schaffen macht ist menschlich, aber da seid ihr als Eltern gefragt.

8

Ganz lieben Dank für deine Nachricht.

Mein Mann unterstützt mich und versucht so häufig wie möglich auf mich zu verweisen, damit auch ich "bei Problemen helfen darf".

Nachts wird nicht mehr lange geredet, weil es, wie du schon sagst, die Nacht ist, in der man schlafen möchte. :)

Alles Gute für dich ☘️