Zum 1. Mal Mittagsschlaf in der Kita (18 Monate) - Veränderungen, Alpträume etc.

Hallo ihr Lieben,

Heute macht meine Tochter (18 Monate) zum allerersten Mal ihren Mittagsschlaf in der Kita. Sie war bisher immer ein "Mittagskind", sprich sie ging von 7:00 bis 11:30 Uhr in die Kita und wurde dann von mir abgeholt. Wir haben tatsächlich bisher immer zusammen den Mittagsschlaf gemacht. Es war beiderseits eine liebgewonnene Angewohnheit.

Da ich in einem Monat aber eine für mich sehr wichtige Abschlussprüfung habe, auf die ich mich nun intensiv vorbereiten muss, und mein Mann leider keinen Urlaub nehmen kann, schien es richtig/notwendig die Kleine bis 15 Uhr in der Kita zu lassen.

Sie war schon immer sehr Mama-anhänglich und sensibel, aber seit ca. 4 Wochen ist es wieder stark ausgeprägt. Ich weiß nicht, ob das gerade eine altersbedingte Phase ist (sie entdeckt auch gerade ihren "eigenen Willen" 🙈) oder ob sie außerdem so langsam realisiert, dass im Dezember ein Brüderchen kommen wird... (wir haben versucht es ihr zu erklären).

Jedenfalls ist sie bis vor ein paar Wochen wirklich gerne und mit einem Lachen halbtags in die Kita gegangen. Jetzt sträubt sie sich und weint wieder beim Abgeben wie zu Eingewöhnungszeiten (obwohl sie Mittags beim Abholen wie gewohnt gut drauf ist). Es zerreißt mir das Herz sie so zu sehen und jetzt kommt auch noch der Mittagsschlaf dazu... Ich habe das Gefühl etwas falsch zu machen. Obwohl ich weiß, dass ich die Zeit für meine Promotionsverteidigung brauchen werde und es derzeit keine andere Möglichkeit gibt.

Seit gut einer Woche hat sie nachts auch anscheinend Alpträume. Sie war sonst immer eine super Schläferin. Aber jetzt wacht sie gegen 4 Uhr auf und brüllt sich die Seele aus dem Leib. Ich hole sie dann immer noch zu mir ins Bett, aber richtig schlafen kann sie dann nicht mehr (ich auch nicht).

Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht so genau was ich mit diesem Post bezwecken möchte... vielleicht muss ich es mir einfach von der Seele schreiben.

Wie war bei euch der Übergang vom Mittagskind zum Mittagsschlaf in der Kita? (Wenn es einen gab...)
Hat sich bei euren Kindern das Schlafverhalten auch um den 18. Lebensmonat herum verändert?
Haben eure Kleinkinder verstanden, dass ein Geschwisterchen kommt und hat sich das vorher schon im Verhalten widergespiegelt?

Lg, babyelf mit babygirl (18 Monate) und babyboy im Bauch (28+1)

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Huhu,

ich kann dir zwar nicht aus privatem Umfeld erzählen, aber dafür einige Geschichten von meiner Arbeit 😄
Zuerst einmal: Du machst nichts falsch. Ganz bestimmt nicht. So wie du schreibst, kümmerst du dich sehr um deine Tochter, liebst sie abgöttisch (so wie es sein soll) und machst dir große Gedanken und Sorgen um sie, wenn es ihr mal nicht gut geht. Von daher, alles gut, du brauchst dir keine Vorwürfe zu machen oder das Gefühl zu haben etwas falsch zu machen oder gar versagt zu haben. Das hast du wirklich nicht.

Beim Lesen deines Textes dachte ich mir irgendwann nur: Man, die kleine Maus muss ganz schön viel verarbeiten.
Das ist nicht böse oder wertend gemeint, sondern einfach eine Feststellung der Tatsachen. Weil wenn man das alles mal zusammenfasst, dann ist das schon eine ganz schön lange Liste:
- Umstellung im Kita zum Mittagsschlaf und damit länger bleiben
- Umstellung des Rituals vom Mittagsschlaf ohne Mama
- Mittagsschlaf in einer neuen Umgebung
- Längere Kita-Zeit
- Durch die längere Zeit auch ein neuer Tagesablauf
- Mama hat weniger Zeit, durch die Prüfung
- Ein neues Geschwisterchen ist auf dem Weg und das sogar schon ziemlich bald (ich gehe mal davon aus, dass du doch schon eine Kugel schiebst 😉)
- Entdeckung des eigenen Willens und der eigenen Durchsetzungskraft (aaaaanstrengede Phase, leider für alle Beteiligten)

Das ist ganz schön viel und sind wir ehrlich, auch wir Erwachsene würden da unsere Zeit brauchen sich darauf einzustellen. Ich wiederhole auch gerne wieder: Das ist keine Wertung, keine Verurteilung und kein Kreuzigen, dass du zu viel auf einmal machst. Das sind einfach die Umstände und wie sagt man so schön?! Wenn es kommt, dann kommt es dicke.

Die Kleinen verarbeiten auch unheimlich viel im Schlaf und wenn ich mir eure Situation so ansehe und dann kommen noch die Erlebnisse des Tages dazu... Da ist es absolut verständlich, dass deine Maus im Moment nicht gut schlafen kann. Es ist im Moment einfach sehr viel was verarbeitet werden muss, viele Veränderungen, an die man sich wieder anpassen muss. Und, dass sie da beim Abgeben weint, ist auch verständlich. Aber die Erzieher würden sich melden, wenn sie deine Tochter nicht beruhigen könnten oder merken würden, dass sie wirklich leidet und absolut überfordert ist. Nur du bist und bleibst nun einmal eine der Hauptbezugspersonen und wenn so viel im Umbruch ist, dann klammert man sich eben auch mit Vorliebe an eben diese und will sie nicht gehen lassen. Das ist normal, das ist menschlich. Auch wenn es im Herzen weh tut und man am liebsten weinen möchte.

Ich würde sagen, lass ihr Zeit. Haltet euren Alltag so gut es geht ein, fahrt ein langsames Programm, regelt alles etwas runter, damit die Eindrücke sich über den Tag nicht häufen. Lasst sie erst einmal in der jetzigen Situation ankommen und dann sollte sich das mit dem Schlafen auch langsam wieder erledigen.
Und ansonsten sprech eure Erzieher ruhig mal auf die Situation an und frag nach, wie sie es am Morgen schafft. Erklär ihnen deine Ängste, die ganzen Umbrüche, die ihr nun habt. Vielleicht hilft eine ausführliche Rückmeldung beim Abholen um dich zu beruhigen oder du fragst, ob du 10 Min. nach Bringen kurz anrufen und nachfragen kannst. Da gibt es 1000 Möglichkeiten, nur das muss eben kommuniziert werden.

Ich hoffe ich konnte dich ein wenig beruhigen. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Prüfungen und dass sich die Situation bald löst.
Liebe Grüße
nakaomi93

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Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort, liebe nakaomi93! Und danke auch für die Beruhigung 🤗

Du hast recht... wenn ich mir die Liste so anschaue, ist sie wirklich ganz schön lang. Wahrscheinlich kann ich froh sein, dass meine Tochter es trotzdem noch einigermaßen gut meistert (trotz der Tränen und des Schlafmangels).

Ich werde versuchen deine Ratschläge zu beherzigen!

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Gerne 😄
Und dass sie es so gut schafft, ist eigentlich genug Beweis, dass du alles richtig machst. Das spricht nämlich von einer sicheren Bindung und dass ihr sie in ihrer Entwicklung passend gefordert und gefördert habt. Ohne diese Grundbausteine könnte sie den Rest nämlich gar nicht so gut bewältigen.

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Motte ist auch 18 Monate und (noch?) hat sich ihr Schlafverhalten nicht verändert. Sie ist auch super anhänglich, aber auch das wird grade etwas besser/weniger (minimal!).

Ich vermute, dass eure Tochter da grade einfach richtig viel zu verarbeiten hat. Schuld bist du natürlich nicht, oder am Versagen! Aber man muss den Kindern einfach zugestehen, dass zu verarbeiten und dass es ne große Nummer für sie ist!

Den eigenen Willen hat meine übrigens schon ewig 🙄 aber auch da gibt es gute und schlechte Phasen, keine Sorge 😂