Trozphase...nun hat sie uns doch erreicht đŸ˜¶

Hallo ihr Lieben,

Ach was hatte ich fĂŒr ein braves Kind. Sie hat immer gehört auch wenn es mal nicht nach ihrer Nase lief konnte ich ihr immer gut erklĂ€ren warum etwas nicht geht, Alternativen wurden angenommen, Geschrei gab es auch selten...doch nun, ja, nun hat sie uns auch erreicht...Die Trozphase, seit einigen Monaten bringt mich meine Tochter regelmĂ€ĂŸig an meine Grenzen. Jede noch so kleine "Regel" wird getestet, die Konsequenz lautstark "kommentiert", es wird getobt, geschrien und wirklich alles artet in Drama aus.
Beispiel SĂŒĂŸkram
Sie bekommt durch aus mal was auch und ich bin da gar nicht so streng, frĂŒher war aber ein "So, Maus, dass reicht dann, den vierten keks packen wir zurĂŒck" kein Problem. Jetzt, Geschrei. Vor paar Tagen geht sie an die SĂŒĂŸkram Schublade und nimmt sich einfach was raus, hat sie schon mal gemacht. Ich hatte ihr gesagt macht sie dass nochmal kommt alles weg. Ich erwische sie also und sag ihr das ich dass nicht gut finde und wenn sie nicht fragt dann schmeiß ich alles weg. Gehe aufs Klo, komme wieder hat sie 3 Bonbons im Mund. 🙄 Ich hab mir das Kind also geschnappt, bin in die KĂŒche, Schublade auf, MĂŒhlsack in die Hand und hab da alles reingeschmissen. Sie hat geweint, bebettelt, geschrien aber ich hatte es ja nun zweimal angekĂŒndigt...also đŸ€·â€â™€ïž
als sie sich beruhigt hatte erklÀrte ich also nochmal warum ich dass gemacht hab und das ich wieder was reinlege wenn sie nichts mehr klaut und fragt bevor sie was nimmt. So, sie fragte dann die letzten Tage und ich hab heute wieder 2 Sachen rein. Was passiert? Sie klaut wieder. Es macht mich echt wahnsinnig.
Und so verhÀlt sich das mit allem. Ich sage ihr zu irgendwas sie möchte dass lassen weil...Macht sie es nochmal sag ich wenn du nicht aufhörst dann...Macht sie es nochmal folgt die Konsequenz und ich ziehe diese durch! Immer. Trotzdem macht sie es wieder.
Wann hört das den auf? Sie ist so stur und ich komme mir echt schon mega bescheuert vor weil ich mich frage ob ich doch zu "lasch" bin oder nicht richtig mit ihr umgehe.
Ich werde eigentlich selten laut ich erklĂ€re halt, im ernsten Ton und auch bei der Konsequenz schrei ich nicht rum sondern bleibe ruhig dabei aber mein Ton ist schon schĂ€rfer. Ich schreie zwar nicht aber ich bin schon streng und erklĂ€re dann auch immer was ich mir wĂŒnsche und warum ich etwas nicht will. Ich beende dann z.b mit "wenn du es morgen nochmal probieren magst und es klappt dann darfst du wieder alleine machen." Z.b zahnpasta auf die BĂŒrste tut sie voll viel raus, ich erklĂ€re, sage dass sie es nicht mehr machen darf wenn sie wieder zuviel rausdrĂŒckt, macht sie es wieder dann bekommt sie die zahnpasta am nĂ€chsten Tag nicht mehr. Ich spreche sie dann am Tag drauf an ob sie nun wieder probieren will und es klappt dann auch wieder eine zeitlang, bis sie wieder anfĂ€ngt zuviel raus zu drĂŒcken. Oder Wasser aus der Wanne, immer wieder obwohl sie weiß dass ich sie dann aus der Badewanne nehme und baden beendet ist und sie liebt baden, trotzdem macht sie es immer wieder. Ist das normal das sie immer wieder die selben Dinge macht obwohl sie weiß das daraus eine unangenehme Konsequenz folgt und ich diese auch durchziehen werde? ErzĂ€hlt mal, wie geht ihr mit solchen "Sturköpfen" um?? Und wann hört das auf?

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Versuch doch mal, ihre Sicht der Dinge zu sehen, statt immer nur: ich finde, ich will, ich möchte von dir.
Ich glaube, du erwartest Dinge, die sie noch nicht leisten kann.
Sie folgt ihrem Impuls und dem, was sie genau IN DEM MOMENT möchte und der Impuls ist stÀrker, als die Vernunft. Das geht doch uns Erwachsenen ganz genau so.
Zu den SĂŒssigkeiten: natĂŒrlich will sie mehr, schmeckt doch super. Dass das ungesund ist, dick macht und schlecht fĂŒr die ZĂ€hne ist, wird sie im Moment kaum interessieren, das schnallen doch nicht mal die meisten Erwachsenen.
Du kannst entweder die SĂŒssigkeiten an einen Ort bringen, an den sie von sich aus nicht mehr dran kommt, oder du lĂ€sst ihr zB jeden Tag eine kleine Schale voll, aus der sie sich selbst bedienen darf. Ein Keks, 2 GummibĂ€rchen, ein kleines StĂŒck Schokolade zB.
Dass sie an etwas nicht dran geht, was direkt vor ihrer Nase baumelt, ist doch mies und es ist zuviel verlangt, dass sie da nicht dran geht. Die Aktion mit dem vor ihren Augen alles wegschmeissen finde ich eine totale Machtdemonstration deinerseits.

ZĂ€hneputzen: putzt sie gerne ZĂ€hne? Dann mach dir das wegen so einem Kleinkram nicht kaputt. Das ist doch wirklich egal, ob sie es genau in deinem Sinn rausdrĂŒckt, oder halt zuviel. Mein Sohn macht sich zB Pasta auf die elektrische und drĂŒckt dann den Knopf, weil er es lustig findet, dass das Zeug durchs Bad fliegt. Ja, find ich auch nicht toll und ich sags ihm auch, aber ich verstehe, dass er das toll und interessant findet. Ich unterbinde das aber, denn das ist wirklich eine Sauerei. Allerdings nicht, indem ich ihm die ZahnbĂŒrste oder die Zahnpasta wegnehme, sondern ihn aufs ZĂ€hneputzen und "Bakterienjagen" lenke. WĂŒrde er Sauerei machen, wĂŒrde ich ihm einen Lappen zum Putzen in die Hand drĂŒcken und weiter nicht mehr kommentieren.

Bad: Ja mei. Leg ein Handtuch vorne hin und lass sie sauen. Wenns dir zuviel wird, sag, dass sie jetzt den Stöpsel ziehen darf. Was soll im Badezimmer kaputt gehen? Was stört dich am Wasser?

Du erliegst dem Irrtum, dass das "Konsequenzen" seien, die du da durchziehst, aber in Wahrheit sind es Strafen. Du machst ihr das kaputt, was sie toll findet. Ich argumentiere jetzt aus ihrer Sicht, weil ich nachvollziehen kann, dass es dich nervt. Mich nervt die ewig anhaltende Autonomiephase meines Sohnes (3.5 ) auch oft.
Aber inzwischen ĂŒberlege ich mir genau, was ich wirklich nicht gut finde und was einfach Dinge sind, die zum Alter dazu gehören und versuche, viel mehr mit Humor zu nehmen.
Die Testereien und Ausraster sind nicht gegen dich gerichtet! Dein Kind entdeckt seinen Willen und dass es in der Lage ist, Dinge selbst zu entscheiden. Ist doch verstĂ€ndlich, dass das mit uns Eltern meistens nicht ĂŒbereinstimmt.

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Ja, du hast völlig recht. Aber irgendwie muss das Kind ja auch lernen. Wenn sie aus ihrem Handeln nie eine Konsequenz bekommt in deinem Fall z b dein Kind muss die Sauerei aufwischen (was bei uns z.b auch in mega Geschrei enden wĂŒrde) dann lernt sie doch auch nichts fĂŒrs Leben. Jede Entscheidung bringt eine Konsequenz mit sich, ĂŒberall. Im Kindergarten, in der Schule, zuhause. Eine Strafe ist es eigentlich nicht direkt, sicher sie tut gern die zahnpasta auf die BĂŒrste, darf sie auch solang eben nicht die halbe Tube darauf landet. Ich finde das einfach nicht witzig und ich finde das ich von meiner 4 jĂ€hrigen erwarten kann zu verstehen das sie so viel zahnpasta nicht auf ihrer BĂŒrste braucht.
Das Wasser stört mich vorallem auf der Wand, unsere Badewanne ist nur teil gefliest und wenn da Wasser drauf landet sieht es halt nicht gut aus, wir mĂŒssten streichen, zu oft streichen ist nicht gut fĂŒr die Wand usw. Auch da, ich finde ich kann erwarten das meine 4 jĂ€hrige versteht das Wasser nicht auf WĂ€nde gehört. Sie darf prischeln und spielen aber halt nicht so das dass ganze Bad unter Wasser steht. Und ja, ich finde das kann ich erwarten.

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Schau, ich versteh dich. Ich glaube, diese Phase in der sich unsere Kinder befinden, ist wirklich fĂŒr alle (!) Beteiligten eine Zerreissprobe. Auch fĂŒr unsere Kinder.
Dieser Satz "dann lernt sie doch auch nichts fĂŒrs Leben", den finde ich immer schwierig.
Denn, unser Leben Àndert sich tagtÀglich und in einem Tempo, dass einem schwindelig und Angst und Bange werden kann.
Was kann ein Kind also fĂŒrs Leben lernen? Dass es sich auf einige Menschen (Eltern, Familie) zu 100% verlassen kann und dass es sich selbst trauen darf. Das ist zumindest meine Auffassung. Dass es somit so gefestigt ins Leben geht, dass auch die wilden Zeiten ihm nichts anhaben können.
Ich kann dir einfach nur empfehlen, die Sichtweise deines Kindes immer auch zu berĂŒcksichtigen und zumindest in AnsĂ€tzen versuchen zu verstehen, warum ein Kind etwas macht.
Ich habe fĂŒr mich festgestellt, dass es meinem Kind leichter und besser zu vermitteln ist, wenn man es spielerisch versucht:
Halbe Tube rausdrĂŒcken fĂ€nde ich auch supernervig. Wie wĂ€rs mit: Versuch mal genau eine Erbse auf die BĂŒrste zu malen. Versuch, genau die Mitte der BĂŒrste zu treffen.
Wenn solche Sachen nichts bringen, dann mach ihr kommentarlos die BĂŒrste vorher zurecht: Hier, Schatz, da liegt schon deine BĂŒrste. (Ohne: Ich mach das, weil du es nicht richtig machst.)
Bad: Wie wĂ€rs mit Badespielzeug, Lego, kleine Eimerchen? Angelspiel fĂŒr die Badewanne, TIntikram?
Meinem Sohn kann man teilweise erklĂ€ren: Wenn das Wasser auf die Wand kommt, dann bricht die Wand runter.(Spritzen wĂŒrde er wohl trotzdem.) Weniger Wasser in die Wanne?
Oder du lÀsst sie duschen: Hocker in die Dusche stellen, sie darf sitzen und die Brause in der Hand halten und du seifst sie ein und sie darf sich selbst abduschen?
Ich bin fest davon ĂŒberzeugt, wenn wir mit unseren Kinder in Kontakt bleiben und es weniger ĂŒber "Konsequenzen" versuchen sondern ĂŒber Wege, die dem Kind vermitteln, wir versuchen es zu verstehen, dann lernt unser Kind ebensoviel (wenn nicht mehr) und das Vertrauen in sich und uns als Eltern bleibt bestehen und festigt sich sogar. (Sorry fĂŒr diesen Monstersatz.)

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Wie alt ist dein Kind?

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Oh sorry.
Sie ist im September 4 geworden...eigentlich ging es ab da dann richtig los. Vorher gab es schon mal Grenzen austesten aber eher wenig und selten mit Geschrei. Sie war meisten verstĂ€ndlich und hat unsere Regeln gut akzeptiert. An den Regeln hat sich nichts geĂ€ndert am Verhalten vom Kind dafĂŒr um so mehr 🙈

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Trotzphase hat euch erreicht... das heißt deine Tochter wird ungefĂ€hr 2 Jahre alt sein?! Sorry, aber dann erwartest du viel zu viel..

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Sie ist 4
Unsere Regeln ist immer gleich, die Konsequenz ist immer gleich, ich ziehe diese auch immer durch (mit AnkĂŒndigung natĂŒrlich) ich erklĂ€re immer wieder das selbe. Warum sie etwas nicht darf, was passiert wenn sie es trotzdem macht. Dass war von klein auf so. Ich sage nein, erklĂ€re warum, biete Alternativen an. Wird die Alternative angenommen, gut, wenn sie nicht angenommen wird und stattdessen wieder die Regel gebrochen wird ermahne ich ein zweites Mal mit AnkĂŒndigung der Konsequenz, wird weiter gemacht folgt die Konsequenz.

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Im September ist meine Tochter 4 geworden, ungefÀhr ab da ging es los

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Trotzphase haben wir hier noch nicht, aber ich finde anhand Deiner Beispiele, dass Du Dir auch selbst das Leben ein wenig schwer machst. SĂŒĂŸigkeiten einfach so verrĂ€umen, dass sie gar nicht selber drankommt. Dasselbe mit der Zahnpasta. Dann machst Du sie ihr auf die ZahnbĂŒrste und wenn sie dann tobt, erklĂ€rst Du es einmal und fertig. Lass sie trotzen.

Naja, kluge RatschlĂ€ge geben ist immer leicht 😬 Mal sehen, wie entnervt ich dann bin, wenn unsere anfĂ€ngt zu trotzen 🙈

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Mit 4 ist sie ja recht spĂ€t in die Trotzphase gekommen. 😅 Meine Tochter ist im August 3 geworden und nachdem ich vor kurzem dachte, wir hĂ€tten es hinter uns (fing kurz vorm 2. Geburtstag an), erlebt die Trotzphase gerade ihren zweiten FrĂŒhling. Entschuldige den Ausdruck, aber ich könnte sie momentan stĂ€ndig an die Wand klatschen, sie raubt mir oft den letzten Nerv. đŸ€ȘAlles ist grundsĂ€tzlich „nein“ und bei allem gibt es Geschrei. Schon lange feststehende Regeln werden plötzlich wieder getestet bis zum Umfallen.
Ich versuche, konsequent zu sein, wie du ja auch. Ich versuche auch immer, sie zu loben, wann immer sie irgendwas toll macht (dem kleinen Bruder helfen, gut aufrĂ€umen usw), sage ihr, dass ich verstehe, warum sie gerade sauer ist usw usf aber ja... letzten Endes muss man wohl einfach durch und es dauert so lange, wie es dauert. Bis dahin tiiiiieeeeef durchatmen und sich immer wieder klarmachen, wie viele tolle Seiten sie haben. đŸ˜€

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Was ich vergessen habe zu erahnen: Die SĂŒĂŸigkeiten vor den Augen des Kindes wegschmeißen empfinde ich als ĂŒbertrieben bzw. auch unangemessen. Mich wĂŒrde es auch sehr verletzen, wenn jemand etwas, das ich sehr mag, einfach vor meinen Augen in den MĂŒll wirft. Das wĂŒrde ich nicht noch einmal tun und stattdessen lieber, wie schon erwĂ€hnt, den SĂŒĂŸkram so lagern, dass sie nicht ran kommt.