Update: Bedürfnisorientiert vs Grenzen setzen

Guten Abend,

Vor gut zwei Wochen habe ich einen Threat zum Thema Bedürfnisorientierung und Grenzen setzen eröffnet. Ich habe sehr viele Antworten bekommen, die mich nachdenklich gestimmt haben.

Besonders die Einschlafsituation haben mein Mann und ich nochmal überdacht. Unser Sohn hat aus Sicherheitsgründen im Gitterbett geschlafen und hat schon angefangen zu brüllen, wenn wir in Richtung Schlafzimmer gegangen sind. Mir wurde hier geraten, ihm mehr Nähe zu geben.
Also haben wir unser Bett abgebaut und schlafen mit ihm auf der Matratze auf dem Boden.

Was soll ich sagen? Es hat sich leider nichts geändert. Unser Sohn brüllt sich in den Schlaf. Egal um welche Uhrzeit wir ihn bringen. Beim ersten Müdigkeitszeichen bringen wir ihn ins Bett. Es gibt immer das gleiche Ritual. In den Schlaf lässt er sich nicht stillen, aber ich liege neben ihm im Bett und streichle ihn, während er sich hineinsteigert und nur brüllt. Ich bleibe, wenn er endlich schläft, auch immer bei ihm liegen. Trotzdem ist das Einschlafen eine Katastrophe.

Ich habe ständig ein schlechtes Gewissen. Er ist müde, aber er brüllt. Und mein Herz sagt mir, es läuft alles falsch und ich missverstehe seine Bedürfnisse. Das ganze dauert 20-40 Minuten voller Geschrei. Und ich liege daneben, gebe ihm Nähe und würde am liebsten nur weinen, weil es so furchtbar ist.

Was kann ich da nur machen? Es ist doch sein Bedürfnis, zu schlafen und trotzdem will er es einfach nicht. Übrigens haben wir das gleiche Spiel auch beim Mittagsschlaf.

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Ich kann dir keinen Tipp geben, denn wir hatten selbst schwierige Einschalfsiruationen. Und das obwohl wir auch in den Schlaf begleitet haben, etc.

Ich kann dir nur empfehlen einen Schlafcoach zu Rate zu ziehen. Mal genauer zu betrachten, wo das Problem liegt, an welchen kleinen Stellschrauben man drehen könnte um es zu verbessern, etc. Uns hat es sehr geholfen und war jeden Cent wert.

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Hallo du,

wir hatten auch so eine Phase, so mit 15-17 Monaten. Sie war so müde und konnte bzw. wollte nicht schlafen.
Es wurde bei ihr nachher zur Gewohnheit, von daher haben wir sie länger auf gelassen. Jetzt nicht ewig, habt ihr es mal probiert, euch ein Buch anzuschauen, damit er runter fahren kann ?
Meine Maus ist sehr schnell Reizüberflutet, ist der Abend immer gleich ?

Kenne leider deinen anderen Beitrag nicht 🙈

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Nichts gegen dich aber manchmal wundere ich mich darüber, dass wir Erwachsen denken Kinder müssen immer funktionieren. Lass ihn doch einfach so sein wie er ist. Vielleicht braucht er einfach das Brüllen beim Einschlafen. Manche Kinder sind eben so. Ich habe 3 Kinder und mein jüngstes Kind brüllte sich auch oft in den Schlaf. Sieh es mal so: Sein Bedürfnis ist es, weinen zu dürfen. Dann lass ihn doch und versuche Ruhe zu bewahren und Gelassen zu bleiben.

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Aus der Ferne ist sowas natürlich immer ganz schwer zu beurteilen und wir sind auch nur Laien 😅

Vorab: ich würde die Matratze nicht komplett auf den Boden legen, die schimmeln sonst total schnell 🙈

Nun zum eigentlichen Problem. Ich vermute (!) er verbindet mit dem einschlafen irgendwie immer noch was negatives. Bringst nur du ihn ins Bett? Wäre es möglich, wenn dein Partner übernimmt? Manchmal hilft es, so festgefahrene Muster zu durchbrechen.

Seid ihr auch manchmal so im Bett? Viele raten ja von ab (das Bett ist nur zum schlafen da...). Ich persönlich (!) kann das nicht bestätigen und Motte LIEBT alle Betten. Wir liegen ganz oft so im Bett oder gehen auch außerhalb der Schlafenszeiten rein, manchmal als ganze Familie und machen Quatsch. Das Bett ist hier absolut positiv behaftet und Motte geht immer gerne rein. Inzwischen klettert sie sogar rein und legt sich auf ihren Platz, wenn sie müde ist (nicht immer, aber es kommt vor; das macht sie sogar im Gästebett bei meinen Eltern, wenn wir dort schlafen). Bett ist also was tolles und nix wo man brüllen muss, wenn man es nur sieht 😅

Das Konzert haben wir allerdings ab und zu, wenn es abends auf den Wickeltisch geht. Ich vermute, sie hat dann noch keine Lust, ins Bett zu gehen, aber meist beruhigt sie sich und wenn nicht, spätestens im Bett 😅 weil da ist es ja wieder toll 🙈😅

Abgesehen von Bezugsperson und Bett; habt ihr mit den Zeiten gespielt? Mit dem Ritual? Vllt wäre was anderes besser? Z.B. im Bett noch ein Buch schauen oder den Tag besprechen oder so?

Ansonsten: starke Nerven und möglichst die ultimative Ruhe ausstrahlen, damit dein Sohn iiiiirgendwann versteht: er ist sicher! Er kann sich beruhigen und fallen lassen, ihr seid da und Schlaf ist nichts schlimmes!

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also weint er schon, wenn er quasi versteht, dass es jetzt ins bett geht?
dann würde ich (kenne ja eure wohnsituation nicht) einfach mal mit ihm auf dem sofa bleiben, falls ihr da vorher seid. also ruhiges spielen an einem anderen ort und ihn dann dort einschlafen lassen, wenn er müde wird. offenbar ist es ja sehr ritualisiert, dass er schon vorher schreit und ich denke diese verknüpfung muss man erstmal lösen :-)

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Ich habe deinen damaligen Beitrag gelesen und fand manch Kommentar äußerst unpassend. Du fragst ja weil du Hilfe brauchst und keine besserwisserischen unangebrachten Antworten suchst... egal

Wenn unsere Maus „drüber“ ist weinte sie abends auch mal. Uns half immer Musik. Eine Einschlafmusik mit Regenrauschen auf einer Lautstärke, die zu Beginn das weinen übertönte damit sie es hörte. Dann hielt ich sie einfach im Arm und wir hörten diese Musik.

Vielleicht ist euer Ritual einfach noch nicht das Richtige. Aber es wird besser, ihr schafft das 🤗

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Unser Sohn schläft auch aus Sicherheitsgründen im Gitterbett neben unserem Bett. Man geht es problemlos, mal braucht es länger.

Ich würde ein Ritual beibehalten (ich würde nicht ständig das Ritual oder Schlafsituation ändern) und deinem Sohn zeigen, dass du da bist wenn er weint. Feste Rituale geben Sicherheit und Orientierung.

Kleine Kinder können sich eben nicht immer gut selbstregulieren, da ist es wichtig, dass man als Eltern signalisiert, dass man da ist - mehr kann man da nicht tun. Weinen ist auch nicht einfach "Traurigkeit", es kann Überforderung sein, ausgelöst von allen möglichen Gefühlen. Ihr seid da, streichelt euer Kind, ihr macht das schon alles richtig. Dein Kind schläft ja auch in 20 bis 40 Minuten ein, das ist doch eigentlich relativ flott, es weint ja nicht stundenlang.

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Oh ich kenne das. Schlechtes Gewissen weil das Kind schreit und man weiß einfach nicht was es "brauchen" würde um nicht zu schreien. Möglich das dein Sohn einfach schreien möchte, so wie jemand geschrieben hat aber ehrlich dass glaub ich irgendwie nicht, weinen ist ja schon ein Zeichen des Unwohlseins, denke ich zumindest.
Bei uns war diese Situation wie du sie beschreibst ähnlich allerdings etwas später. Es war so um ihren zweiten Geburtstag herum und keine 40 Minuten sondern teilweise 2 Stunden. Wir hatten auch alles probiert, ohne Erfolg.
Klingt komisch wenn jemand den Rat gibt "akzeptiere es" aber ja das half uns schon mal etwas. Das schlechte Gewissen ablegen und akzeptieren das dem Kind (so wie es läuft) etwas nicht passt. Was bei uns nicht stimmte war die Schlafzimmer Situation. Mein Kind wollte nicht mehr bei uns schlafen, konnte das aber nicht zum Ausdruck bringen. Wir ließen ihr Bett bei uns stehen und kauften ein großes Bett (mit rausfallschutz) in ihr Zimmer. Das war also Zufall das wir ihr Bedürfnis vom großen Bett in ihrem Zimmer erfüllt haben, den dann ging sie plötzlich gerne ins Bett. Erstmal dauerte dass einschlafen auch länger, dann kürze ich zusätzlich den Mittagsschlaf von 2 Stunden auf 1,5. Einige Tage lang und merkte es wird besser am Abend. Dann verschob ich noch etwas an den Zeiten am Abend, immer nur um 10 Minuten (waren bei teilweise erst 22 Uhr einschlafen durch das lange schreien) dann also die Zeiten angepasst, immer etwas früher ins Bett, früh auch früher geweckt, Mittagsschlaf gekürzt...jede Zeit um 10 Minuten über 14 Tage habe ich dann so die Schlafzeiten angepasst. Bis wir dann 20.30 ins Bett sind, 7 uhr aufgestanden, 12 bis 13 Uhr Mittagsschlaf. Dann schaffte mein Kind den Mittagsschlaf selbst ab, immer öfter wollte sie mittags nicht schlafen, da wurde dann am Abend früher hingelegt, klappte dann auch. Aber wie gesagt das mit dem großen Bett war Zufall, ich hatte es zu ihrem zweiten Geburtstag aufgebaut und sie hielt ihren Mittagsschlaf dort, dann fragte ich eines Abends ob sie den vielleicht in ihrem Zimmer schlafen möchte, sie sagte ja und dann ging es besser und wir blieben einfach babei. Trotzdem hat sie (bis heute, sie ist 4) ein Bett neben unserem stehen und se kommt auch in der Nacht noch zu uns rüber, davon merke ich oft gar nichts. Sie steht von ihrem Bett selbstständig auf, kommt rüber, legt sich in das Bett neben unserem und schläft weiter. Das macht sie quasi schon von Beginn an so. Ich hab ihr einfach immer die Wahl gelassen wo sie schlafen mag und sie hat das sehr gut angenommen...vielleicht eine idee für euch?

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Vielleicht ist es bei euch einfach irgendeine Kleinigkeit, die nicht ganz passt. Oder ihr versucht mal wirklich ihn alles selbst entscheiden zu lassen. Duschen oder Baden, welchen Schlafanzug, welches Buch, welche Musik usw. Vielleicht bekommt er so das Gefühl von Selbstkontrolle und quasi das Gefühl, ich hab alles selbst entschieden was mit dem Schlafen zu tun hat. Abgesehen davon würde ich aber nicht viel ändern im Ritual, zu häufiges wechseln verwirrt nur. Macht ruhig so weiter wie bis jetzt, essen, ruhige Spiele (oder eventuell das Gegenteil und nochmal raus und auspowern?) Bettfertig machen, ins Bett, Lesen/Musik/Hörspiel eins davon oder nacheinander vielleicht. Erstmal eine Geschichte, dann ein Hörspiel und zum Schluss eine ruhige Einschlafmelodie? Veränderungen im Ritual im Sinne von "heute lese ich, morgen spielt Musik, übermorgen wird Hand gehalten, und in zwei Wochen nur gestreichelt" sind auch verwirrend für manche Kinder, ich kenne deinen Sohn nicht, ich weiß nicht wie "sensible" er ist aber ja, es gibt Kinder die auf kleinste Veränderungen schon reagieren. Nun kann es natürlich sein dass ihr z.b unbewusst irgendwas beim Abendritual geändert habt, ist euch vielleicht gar nicht aufgefallen aber ihm. Er fing an mit weinen und ihr habt versucht ihm zu helfen indem ihr was anderes probiert habt, dass wiederum fand er noch schlimmer weil er nun plötzlich im Auto schlafen sollte oder auf einer Matratze auf dem Boden was er ja gar nicht will. Verstehst du meinen Gedankengang?