Sorge um Sprachentwicklung

Hallo ihr Lieben,
Mein Sohn ist jetzt genau 2,5 und spricht noch kein Wort.

Ich wurde abgetan damit dass er ein late-talker ist.

Ich rede den ganzen Tag mit ihm, wir gehen viel spazieren und er zeigt mir viel, woraufhin ich ihm sage wie dies oder jenes heißt, ich lese ihm vor, wir spielen viele Spiele bei denen er Wörter lernen kann.

Mit 2 Jahren und 3 Monaten haben wir dann eine Überweisung zum pädaudiologen bekommen.

Mit 2 Jahren und 4 Monaten hatte er eine Erkältung und hat sich die Ohren gehalten. Ich bin zum Arzt und der meinte die Ohren sind etwas gerötet und er hat abschwellende Nasentropfen und Schmerzmittel bekommen.

Zwei Wochen später kam Flüssigkeit aus seinem linken Ohr, zähflüssig, roch nach Ohrenschmalz. Mir wurde gesagt dass ohr reinigt sich nach einer Erkältung selbst.

Am 4.12. Termin beim Pädaudiologen. Es wurde auf der einen Seite ein Paukenerguss festgestellt, das andere ohr war einfach rot.
Schwingung der beiden Trommelfell ging gegen Null. Der paukenerguss wurde auf die Erkältung geschoben. Die Flüssigkeit war wohl ein riss im anderen Trommelfell, durch den der andere paukenerguss ablaufen konnte.
Wieder abschwellende nasentropfen bekommen, weil der paukenerguss "ganz sicher" von der Erkältung stammt.

Ich soll die schwingung der Trommelfelle im Januar nochmal überprüfen lassen bei einem normalen HNO. Nochmal zur Kontrolle beim HNO im Februar. Falls im Februar immer noch nichts kommt sprachtechnisch bekommt er eventuell Paukenröhrchen.

Mein Problem bei der ganzen Sache ist aber, dass er ja NOCH NIE gesprochen hat.
Ab und zu kam mal ein "mamamama" und der Rest ist nur gebrabbel.

Kämen die Paukenergüsse von der Erkältung hätte er davor doch sprechen müssen, oder?
Er ist fast 3 wenn er die Paukenröhrchen bekommt (falls er welche bekommt).

Ist das nicht viel zu spät? Er muss doch irgendwann mal sprechen können?

Vielleicht hat ja jemand Erfahrung damit. Ich fühle mich als wäre es meine Schuld und ich hätte versagt. Ich weis einfach nicht mehr weiter.

LG

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Hey,

Versagt hast du sicherlich nicht, du sprichst viel mit ihm ,gehst zu Ärzten und "zwingen" kann man ihn auch nicht!

Allerdings würde ich mich nach einem anderen HNO/Spezialisten/Krankenhaus ect umsehen um mir schnellstmöglich eine zweite Meinung einzuholen. (Und um dann evtl früher eine OP/Hörgeräte ect zu bekommen!)

Alles gute für euch!

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Ja, wir wollen sowieso auch den Kinderarzt wechseln, sobald die hier in der Umgebung irgendwo Plätze für uns haben.
Ich habe nächste Woche einen Termin bei einer HNO, die auch meinen Mann als Kind behandelt hat. Mein Mann wurde taub geboren (irgendwie Verwechslungen und schleim in den ohren) und hört jetzt einwandfrei. Die machen auch solche Eingriffe, ich habe die Hoffnung, dass wir da schneller zu einer Lösung kommen.
Lg

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Hey, brabbelt er?
Gibt er laute von sich?
Hat er eigene "Wörter " z.b wenn er Hunger hat ? Z.b ahhh und macht den Mund auf und zeigt drauf ?

Versteht er kleine Aufgaben und kann diese umsetzen?

Wenn er auf ein Auto zeigt und du Auto sagen sollst, stattdessen aber Zug sagst, schüttelt er dann den Kopf und verneint es damit?

Reagiert er auf ansprechen bzw rufen auch von einem anderen Raum aus das er kommen soll oder etwas bringen soll?

Wenn du das alles mit JA beantworten kannst, könnte es tatsächlich sein das er einfach nur faul ist bzw ein late talker.
Weil das sprachverständniss ist dann da und der passive Wortschatz vorhanden. Also würde er meiner Meinung nach auch hören.

Ich bin keine Ärztin, aber seit fast 12 Jahren im u3 Bereich in der Kita und hatte schon öfters Kinder die nicht sprechen und auf einmal kam ganz viel

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Aber du kannst natürlich auch nochmal zu einem anderen HNO gehen und es abklären lassen, damit bist du definitiv auf der sicheren Seite

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Hey :)
Genau das ist mein Problem, er brabbelt seeeeeeeehr viel. Egal ob mit mir, mit seinem kleinen Bruder oder wenn er alleine spielt. Es kommen auch immer neue laute beim brabbeln dazu.

Er zeigt auch auf Dinge. Er schüttelt aber nicht den Kopf wenn ich es falsch benennen, er verdreht nur die Augen und sagt jaja.
Das etwas mit seinem gehör nicht stimmen könnte hätte ich nie gedacht, weil er auch zu leider Musik tanzt, wir flüstern viel und machen Quatsch, z.B. dass wir den Finger vor den Mund heben und flüstern dass es ein Geheimnis ist. Er macht das dann nach und "flüstert" dann auch. Wenn ich sage "geh mal nach deinem Bruder schauen" macht er das. Auch wenn ich ihn bitte das Licht anzumachen z.B.

Aber nur wenn er mir zugewandt ist. Jetzt meinte eine Bekannte, dass er vielleicht viel von den Lippen "abliest".

Ich bin zurzeit am verzweifeln, bei ihm kommt eine Sache nach der anderen. Erst klumpfüse beidseitig , die schlecht behandelt wurden. Mit 3 Jahren dann eine OP zur Achillessehnen Verlängerung und 5 Wochen gibse. Dann hieß es schlechte Augen (er sieht aber z.B. auch einen mini mini Fussel auf der fensterbank von der anderen seite des raumes). Dann das mit dem sprechen. Um seinen 2. Geburtstag rum nochmal 6 Wochen gibse weil die klumpfüse sich zurück entwickelt haben. Dann Verdacht auf eine subkumöse Gaumenspalte. Jetzt die Paukenergüsse.
Ich renne eigentlich nur noch von Arzt zu Arzt und physio, sanitätshäuser usw.

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Die Hörtests meines Kindes waren schon als Baby auffällig. Auch die Sprache blieb fast gänzlich aus. Das wurde von den Ärzten aber immer abgetan ("eventuell noch Flüssigkeit im Ohr" , "viele Kinder lernen später sprechen, aber sprechen dafür gleich in Sätzen")...
Ich habe mich sehr hilflos gefühlt, weil ich gespürt habe, das etwas nicht stimmte.
Ich habe dann von mir aus einen Termin beim pädaudiologen gemacht und wir haben erfahren, dass mein Kind beidseitig schwerhörig ist. Mittlerweile ist er mit Hörgeräten versorgt und lernt erste Wörter. Wäre es nach HNO Arzt und Kinderarzt gegangen, hätte ich bis heute noch gewartet.
Mein Kind verstand übrigens auch ohne Hörgeräte alles, was ich gesagt habe. Das eine schließt das andere nicht unbedingt aus. Muss natürlich bei deinem Kind nicht so sein.

Ich würde ehrlich gesagt an deiner Stelle einen anderen Pädaudiologen aufsuchen.

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Das ist auch meine Sorge. Bei meinem Sohn war der hörtest als Baby allerdings komplett unauffällig. Aber das schließt eine eventuell erst entstandene Schwerhörigkeit ja nicht aus.
Ich werde mir eine 2. Meinung einholen, vielen Dank für deine Rückmeldung

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Hi,
Wir haben viel zu lange gebraucht, das die Pauckenröhrchen eingesetzt wurden.

1. HNO Termin, 1.2., dann sollte mit Nasenspray und einem Naseballon, die Gehörgänge frei gemacht werden. Kontrolltermin ob es geklappt hat, nochmal ein Kontrolltermin, und dann erst den OP Termin, 29. 4., da hatte er bestimmt schon 6 Monate, kaum was gehört.

Nochmal hätte ich, und das rate ich inzwischen auch, direkt den OP Termin ausgemacht. Bis wir gemerkt haben das er nichts hört, ging sehr viel Zeit ins Land, da ich sehr laut spreche, da die Großeltern, sehr schlecht, trotz Hörgeräte, hören.

Durch das lange, kaum was hören, hatte er kein Satzbau. 3 Jahre Logo, brachten nicht viel. Von einer Sprachheilreha, hatte ich noch nie was gehört. Er ging dann 2 Jahre auf eine Sprachheilschule, und das war super.

Bevor die OP gemacht wird, kontrollieren Sie nochmal, ob die Ohren frei sind, Also wenn am OP Tag, alles wieder gut ist, wird auch nicht operiert. Aber diese Warterei. ....da verpasst das Kind viel zu viel.

Unserer hat direkt viel mehr gesprochen, schon mittags nach der OP.

Gruß

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Wie ist er den sonst entwickelt, also sozial/emotional? Wie kommuniziert er?

Du kannst ein Termin beim Logopäden ausmachen und mit 3 Logo beginnen, da die Wartezeiten mehrere Monate betragen. Rezept haben wir beim Pädaudiologen bekommen.

Meine Tochter (auch 2,5j) hat auch eine Sprachentwicklungsstörung, sie spricht viel und auch volle Sätze aber so schlecht dass es nur für uns verständlich ist. Wir fangen im Mai mit Logo an.

Und "Irgendwann muss er doch sprechen!" stimmt nicht ganz. Manche Kinder bleiben immer stumm. Mein Neffe (frühkindlicher Autist) spricht auch mit 7 Jahren nicht. Das Kind eines Bekannten war bis zu seinem 4 Geburtstag stumm und hat dank Logo wenige Wörter gelernt und spricht jetzt mit 9 auf dem Stand von einem 2 Jährigen, er leidet an verbaler Entwicklingsdyspraxie. Also manche Kinder lernen nie das Sprechen und bleiben später auch als Erwachsene stumm. Zu denken "alle Kinder sprechen doch irgendwann" ist falsch und es geht viel wertvolle Zeit verloren. Dein Sohn muss jetzt schon viel aufholen, weil andere Kinder in dem Alter schon komplette Sätze sprechen. Wenn er so weit zurück ist dass er nicht mehr aufholen kann, ist es zu spät. Bestehe auf ein Logo Rezept und auf weitere Diagnostik. Ich glaube nicht dass es am Paukenerguss liegt, denn das kann er ja nicht über 1 Jahr haben und sonst hätte er ja früher gesprochen.

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Er hat sozusagen seine "eigene sprache" er "spricht" viel und zeigt auf Dinge die er möchte.

Das der Satz nicht stimmt weiß ich. Aber dass irgendwann mal irgendetwas kommt kann man erwarten, vor allem wenn keine wirkliche Diagnose im Raum steht. Wenn ich wüsste er hat da wirklich Probleme oder eine Erkrankung, dann ist das so. Meine Cousine ist 22 und hat noch nie in ihrem Leben gesprochen.

Er ist sozial/emotional normal entwickelt. Er kuschelt viel und gerne, geht auf andere Menschen zu, winkt jedem, "redet" mit jedem den er trifft. Wenn es ihm nicht gut geht, im wutanfall oder sonstwas lässt er sich begleiten und trösten, beruhigt sich auch sehr schnell.
Seine sonstige Entwicklung würde ich persönlich als normal bezeichnen.
Durch seine odyssee mit den gibsen wegen den klumpfüsen hat er erst mit 19 Monaten das Laufen angefangen.
Sonst ist alles normal. Er malt viel, motorisch ist er sonst superfit. Er kann sich seine eigenen Brote schmieren z.B., bringt mit mir nach dem Essen das Geschirr in die Küche. Er hilft Wäsche aufhängen, Blumen Gießen, er hilft kochen, und das macht er super, da könnte man denken er wäre schon älter.

Das einzige, dass mir wirklich Sorgen macht ist wie gesagt seine sprachentwicklung. Er brabbelt unheimlich viel, er ist den ganzen Tag am "erzählen", nur eben nichts verständliches.

Das mit den Paukenergüssen glaube ich auch. Also dass es nicht daran liegt. Ein weiterer Verdacht von mir wären die Polypen /rachenmandeln oder ein sturz. Als er 10 Monate alt war sind wir eine Treppe runtergestürzt, da hatte ich ihn im Arm. Wir waren sofort im KH aber da hieß es ihm sei nichts passiert.
Trotzdem lässt mich der Gedanke nicht los ob es etwas damit zu tun haben könnte. Das wurde aber abgetan, weil im KH nichts gefunden wurde beim durchleuchten.

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Hmmmm, generell scheint der Kleine nach deiner Beschreibung "normal" (ich mag dieses Wort eigentlich nicht!) entwickelt. Klingt absolut unauffällig!

Ich habe den Thread jetzt nur überflogen, aber habt ihr Anhaltspunkte, dass er schlecht hören könnte? Reagiert er auf (leise) Geräusche, wenn er nichts sieht, also z. B. wenn ihn jemand von hinten leise anspricht? Oder wenn ihr hinter seinem Rücken schnipst? Oder ihn aus einem anderen Raum ruft, so dass er euch nicht sehen kann?
Es ist auf jeden Fall eine Möglickeit, die man überprüfen muss, weil Kinder, die nicht hören, können logischerweise auch schlecht sprechen lernen - schließlich hören sie sich selber ja auch nicht. Aber da habt ihr ja bald Termine.
Du schreibst, dein Mann war als Baby / Kind taub? Vielleicht gibt es da einen Zusammenhang?

In unserem Bekanntenkreis gibt es einen jungen Mann, jetzt 18 Jahre alt. Er hat als Kleinkind auch nicht wirklich gesprochen. Also er hat immer irgenwie gebrabbelt, aber niemand konnte ihn verstehen, außer seiner Mutter. Ob da irgendwas untersucht wurde, weiß ich nicht genau, so eng waren wir nie, dass ich hätte fragen können, aber ich bin sicher, dass die Eltern, v. a. die Mutter sich um alles gekümmert haben, dass er untersucht und ihm geholfen wird. Auf jeden Fall waren wir sehr skeptisch, als die Einschulung anstand und das Kind nach wie vor nicht verständlich sprechen konnte, auch da konnte ihn eigentlich nur seine Mutter verstehen. Interessanterweise hat er nach einigen Wochen oder Monaten in der Schule plötzlich verständlich gesprochen. Inzwischen ist er wie gesagt schon 18 Jahre alt, ein intelligenter junger Mann, mit einem vernünftigen Schulabschluss und ist vom Sprechen her unauffällig. Was da wirklich los war, weiß ich nicht, würde mich persönlich auch interessieren, kann seine Mutter aber nicht fragen, weil sie leider nicht mehr lebt. Aber für mich (auch als Grundschullehrerin), was diese Entwicklung sehr beeindruckend.
Natürlich hat dieser Fall ncihts mit deinem Kind zu tun, aber man sieht, dass nicht alles verloren ist, wenn das Kind sich nicht so entwickelt, wie es die meisten anderen Kinder tun...