Von den Eltern nicht genug liebe

Hallo zusammen,
Ich lebe mit meinem Freund zusammen und jetzt wo unser Sohn fast zwei wird, bemerke ich was er manchmal für komische Ansichten hat. Er lässt sich sehr sehr viel von seinen Eltern leiten...
zum Beispiel ist er der Meinung wenn unser Sohn jetzt angezogen werden soll, dann wird er jetzt angezogen. Er reißt ihn aus einer Situation heraus und dann meckert unser Sohn natürlich, und dann wird er krampfhaft aufm Bett festgehalten. Er ist der Meinung das mein Kind mit auf der Nase rum tanzt... ich ziehe ihn an indem ich im einen Bonbon in eine Schachtel lege oder ihn mit Bobo Siebenschläfer anziehe. Hauptsache kein Geschrei...
jedenfalls provoziert er so Situationen wo unser kleiner dann einen Wutanfall bekommt. Weihnachten meinten seine Eltern das wir ihn dann ins Zimmer sperren sollen und das unterbinden sollen...
Nein ich gucke schon wo man Wutanfälle vermeiden kann und wenn es mit Bobo gucken klappt beim anziehen dann muss ich doch nichts mit Gewalt machen oder? Oder bin ich zu weich?
Meine Eltern haben auch immer versucht mit mir Kompromisse zu schließen und ich wurde mit ganz viel Liebe erzogen und nicht so. Seine Mutter wollte unseren Sohn ja auch als Baby schon bei sich über Nacht haben, dass habe ich natürlich nicht gemacht. Sie meinte die anderen hat sie auch ins Gitterbett gelegt und irgendwann haben sie aufgehört zu schreien 🤦🏼‍♀️

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Für mich wären beide Erziehungsstile nichts.

Entweder mit Geschrei oder wegsperren. Oder mit Bonbons bestechen oder Filme gucken.

Finde ich alles etwas fraglich. Wenn es nur und ständig so läuft bei euch.

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Nein so läuft es nicht immer. Ich gebe ihm nicht immer Bonbons oder lasse ihn Bobo gucken. Das ist nur, die letzte Lösung. Aber ich will es einfach nicht mit festhalten und das er morgens schon weint, bevor es in die Kita geht.

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Wie macht ihr es denn, wenn du los musst zur Arbeit aber das Kind sich weigert sich anzuziehen? Wenn ich mal fragen darf.

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Ihr müsst da ganz klare Linien finden und euch einig werden. Von einem 2 jährigen Kind geht keine Gefahr aus, aber was glaubst du wie das in ein paar Jahren aussieht? Wenn mutter und Vater sich nicht einig sind ist das Gift für die Erziehung. Was dein Freund macht nenne ich Machtmissbrauch. Ja, ein Kind muss angezogen werden wenn es das muss, weil z.b. ein wichtiger Termin ansteht. Aber es muss nicht angezogen während es in einem Spiel ist, bloß weil dein Freund das JETZT will.
Wäre das mein Freund würde ich ganz klar aufzeigen was ich erwarte. Dazu gehört nicht, dass er sich von seinen Eltern einlullen lässt. Es kommt noch eine Menge auf euch zu, leichter wird es definitiv nicht. Sollte es zu keiner Einigkeit kommen wäre ich früher oder später weg.

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Ja habe ihm das erklärt das ich das mit macht festhalten und anziehen überhaupt nicht möchte.
Wir haben halt ein sehr dickköpfiges Kind, aber es gibt auch andere Wege ihn in Ruhe anzuziehen.
Vorallem spielt Zeit auch ein ganz wichtiger Faktor. Denn wecke ich ihn halt ne viertel Stunde morgens eher und wir können alles in Ruhe machen.

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Dein Freund praktiziert nur das, was er selber erlebt hat. Mit solchen Eltern wie er braucht man keine Feinde...Da musst du ihm mit Argumenten erklären, wie schädlich so was ist.

Mit Bonbons und Videos anziehen wäre aber auch nicht meine Sache. Kennst du das Buch vom Blog "das gewünschteste Wunschkind treibt mich in den Wahnsinn"? Geht um Trotzphase. Allgemein ein paar gute Erziehungsbüchern wären nicht schlecht.

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Ja das Buch liegt bei mir auf dem
Tisch. Habe es noch nicht ganz durch. Aber nach den ersten Seiten wurde ich selber schon viel ruhiger.
Wirklich tolles Buch.

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Ich finde eure beiden Erziehungsstile nicht unbedingt gut.
Das was dein Freund macht ist nicht optimal fürs Kind, keine Frage.
Aber deine Art und Weise auch nicht.

Dein Kind muss lernen, dass du die Mama
Bist und in manchen Situationen einfach bestimmst was gemacht werden muss.
Und auch wenn es ihm nicht gefällt muss es gemacht werden.
Und wenn dann ein Wutanfall folgt dann ist es so. Das Kind muss lernen mit Frust klarzukommen. Denn in der Kita und in der Schule werden auch nicht immer nur Kompromisse geschlossen werden damit das Kind keine schlechte Laune bekommt.

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Der Erziehungsstil deiner Eltern ist indiskutabel. Was deine Methode betrifft: Bei uns gibt es grundsätzlich keine "Bezahlung" für Alltagshandlungen. Damit erzeugt man Bonusjäger. Bzw. wenn es mal etwas Süsses gibt, dann unabhängig davon, ob unsere Tochter kooperiert oder nicht, d.h. sie muss sich ihr Essen nicht "verdienen".

Generell kooperieren die meisten Kinder in dem Alter ja in aller Regel, gelegentliche Wutanfälle mal ausgenommen. Wenn es bei unserer Tochter so weit ist, nehme ich sie einfach in den Arm und warte, bis sie wieder ansprechbar ist. Generell brauchen Kinder etwas länger, bis sie reagieren. Manchmal muss man nur etwas Geduld haben und sie fangen dann selbst an, ungeduldige Leute ergreifen da irgendwelchen irrsinnigen Zwangsmassnahmen.

Unsere Tochter ist zweieinhalb, ein halbes Jahr macht durchaus einiges aus bei der Entwicklung und auch bei der Selbstregulation. Generell versuchen wir, kooperativ zu erziehen und auf Machtdemonstrationen, aber auch auf "Bezahlung" wie mit Süssigkeiten möglichst zu verzichten. Wir räumen ihre Sachen mit ihr zusammen auf, sie hilft dafür z.B. beim Wäsche sortieren oder bringt das Besteck zum Tisch o.ä., was halt immer in ihrem Alter machbar ist. Ich sehe das auch bei Nachbarskindern oder Kindern von Freunden im gleichen Alter. Wenn man sich anständig und kooperativ benimmt, kommt in der Regel durchaus auch etwas zurück.

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Ohoh, gerade das Thema anziehen ist bei uns auch ganz groß. Jeden 2. Tag klappt das mit dem anziehen gut indem ich das gleich nach dem aufstehen durchziehe. Die Sachen dafür leg ich mir schon abends bereit. Sie ist dann noch ziemlich müde.
An den anderen Tagen kündige ich das anziehen an. Da kommt in der Regel ein „nein“. Dann warte ich 5 min. Dann sage ich es nochmal. Wenn wieder ein „nein“ kommt warte ich noch 2 min und erinnere sie wieder daran. Wenn dann nochmal ein nein kommt nehme ich sie auf den Schoß und versuche sie mit einer Geschichte abzulenken oder ich erzähle ihr was Oma gestern spannendes (😉) am Telefon gesagt hat etc.
Hört sich bei uns wie Eiertanz an. Das Problem ist dass sie wirklich wild werden kann und ich aktuell schwanger bin. Ich lasse a) nicht zu dass versehentlich gegen meinen Bauch gehauen wird und b) dass ich gegen meine Tochter Gewalt anwenden muss.
Bonbons und tv Würde ich pers. nicht machen . Finde ich aber besser als die Methode deines Freundes. Wenn du die Kraft hast euren kleinen jeden Tag selbst anzuziehen dann sag deinem Freund dass du das immer übernimmst und er soll sich dafür raushalten. Ist ja nicht für immer. Kinder werden ja auch größer 😉

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Oh weh, das sind natürlich krasse Ansichten von deinem Freund. Wäre er denn offen für Lektüre? Denn heute ist das ja natürlich nicht mehr stand der Dinge.

Dass die „ältere Generation“ da uneinsichtig ist, muss man manchmal so hinnehmen. Das würde ich ignorieren und halt nicht so machen, aber auch keine Energie für Diskussionen verschwenden.

Allerdings finde ich, dass du ins andere extrem „abdriftest“. Ja, man darf Wutanfälle umgehen und vermeiden. Aber von Bestechung in Alltagssituationen halte ich tatsächlich auch nicht soooo viel. Fürs anziehen würde es hier nie Bonbons oder Fernsehen geben. Ich kündige es an, rechtzeitig und schaue auch, Motte nicht aus dem Spiel zu reißen. Dann erkläre ich, WARUM wir uns anziehen (sie hasst anziehen auch wie die Pest). Manchmal klappt es und manchmal muss sie dabei halt zetern und wüten. Das ist okay und ich muss es gemeinsam mit ihr aushalten, dass auch mal was gegen ihren Willen geschieht und wir beide dann ihren Frust aushalten.

Spätestens sobald sie die Haustür aufmachen darf, ist alles vergessen und sie wieder fröhlich ;)

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Hmmm ich meinte mal von Dir in einem anderen Thread gelesen zu haben, dass wickeln ne Zeitlang nur mit einer Folge Peppa Wutz ging :D

Verwechsel ich da was?

An die TE: meine Art wäre auch eher Deine. Allerdings nur im Ausnahmesituationen und nicht immer beim Anziehen. Meine Tochter hat sich eine zeitlang massivst gegen das ins Auto setzen gewehrt. Wir hatten alles ausprobiert (Bücher, TipToi, "Lerncomputer" (NienieNIE wollte ich so ein dämliches Teil kaufen) etc pp, am Ende sogar einen anderen Autositz. Die einzige Möglichkeit, sie ins Auto zu kriegen war entweder mit Gewalt festhalten, und anschnallen (das hab ich aus purer Verzweiflung nach 20 Minuten im strömenden Regen vor dem Auto nach dem Einkaufen einmal gemacht, und es hat mir das Herz gebrochen und sich einfach nur falsch und hässlich angefühlt. Ich hab mich 1000 Mal entschuldigt) oder Ablenkung mit dem Handy (Peppa Wutz auf Netflix mit Bildschirmsperre). Seitdem hat sie tatsächlich öfter mal auf dem Handy etwas anschauen dürfen wenn sie wieder mal nicht ins Auto wollte und siehe da - von einem auf den anderen Tag war das Thema komplett erledigt. Sie lässt sich jetzt ganz easy reinsetzen, ganz ohne einen Film und sie hat sicher keinen Schaden davon getragen, und sie ist nach wie vor ein sehr liebes, hilfsbereites und kooperativen Mädchen.

Das ist kein Erpressen oder Belohnen, sondern eine einfache Möglichkeit, eine Situation zu entschärfen bzw gemeinsam mit dem Kind ans Ziel zu geraten. Allerdings darf deshalb nicht die Erziehung ausbleiben, also man darf nicht jede Situation ständig so lösen. Aber als Ausnahme finde ich das ok.

LG

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Ähm nein, da verwechselst du was 😅

Das einzige, wo ich tatsächlich mal den Fernseher laufen lasse, ist beim Nägel schneiden. Vllt meinst du das? Das ist aber inzwischen nicht mehr nötig 😜

Nägelschneiden macht man halt nicht täglich und Motte hatte wohl tatsächlich Angst davor. Inzwischen ist es kein Problem. Anziehen und wickeln macht man aber täglich und sogar mehrfach 😅 da haben wir noch nie belohnt oder abgelenkt :)

Also bin ich quasi im Ansatz ganz bei dir :)

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