Wie Kleinkind zum impfen motivieren?

Hallo allerseits,

Vorneweg: Bitte keine Impfdiskussion über das für und wieder!

Meine 3 jährige Tochter (3 Jahre, 4 Monate) soll gegen FSME geimpft werden. Jetzt waren wir schon einmal dort und es war natürlich nicht die beste Erfahrung. Sie hat schon angekündigt, dass sie das nicht nochmal machen lässt. Habe mich erstmal nicht dazu geäußert. Aber ich sehe da große Probleme auf mich zukommen, denn wenn sie etwas nicht will, will sie nicht. Punkt. (Wie so ziemlich alle 3 jährigen). Sie muss in 4 Wochen nochmal geimpft werden und danach in 9 Monaten.

Hat jemand Erfahrung mit solchen Situationen und einen Rat, wie ich sie motivieren kann, das doch über sich ergeben zu lassen?

Vielen Dank im voraus!

47

Wie macht die Praxis das?

Der Kinderarzt meines Kindes und das gesamte Team sind super.
Sie verwickeln das Kind in ein Gespräch und wenn das Kind dann sagt, dass es nicht will, ist es schon längst geschehen.

Ich hatte als Kind Panik vor Spritzen und Nadeln aller Art.
Festgehalten werden fand ich schrecklich.
Diskutieren fand ich noch schrecklicher. Das suggerierte mir eine Wahl zu haben. Diese hatte ich aber nicht. a) ich wurde dann doch festgehalten oder b) ich war schuld, Erwachsene schlechte Laune und das Versprochene gab es auch nicht. Außerdem wurde durch das Diskutieren deutlich gemacht, dass da jetzt was schlimmes großes auf mich zukommt. Etwas, das ich nicht verhindern kann, über mich ergehen lassen muss.

Je größer die versprochene Belohnung, desto monströser wirkte das, was auf mich zu kam.


Bei meinem Kind habe ich Tipps beim Kinderarzt bekommen.
Nicht groß thematisieren.
Auf Fragen neutral antworten.
Während der Impfung in ein Gespräch verwickeln (das macht jeder aus der Praxis sooo toll)
Als Erwachsener Ruhe bewahren (sehr nervöse Eltern wurden auch schon vereinzelt rausgeschickt aus dem Raum)

Kind soll gut und sicher sitzen.
Tipp, wie ich sie gut festhalten kann - so, dass es nicht weh tut, so dass nicht währenddessen abbauen kann; sich nicht noch mehr tut durch ungeschickte Bewegungen.

Erlaubt sind auch (wenn es sonst schwierig war) Gummibärchen dabei zu haben. So kleines Tütchen. So, dass das Kind die schon sieht, beim Aufmachen helfen, während der Pieks statt findet. 1-2 dürfen sofort gegessen werden. Die restlichen dann draußen.
Der Zweck dabei ist viel mehr die Ablenkung und weniger das Bestechen ;-)

48

Du bist meine neue beste Antwort 😜
Erstens mal spannend, dass du es aus der Sicht des Kindes beschreibst bzw von deiner eigenen Erfahrung berichtest. So ist es natürlich logisch, dass eine große Belohnung die Angst vor der Sache nur erhöht. Und das diskutieren. Ich werde auch versuchen, nicht zu diskutieren, ob es gemacht wird. Und ich glaube tatsächlich, dass dieses eine Packung Süßigkeiten aufmachen mit der Hand, in deren Arm nicht reingeimpft wird, am besten klappen könnte. Gepaart mit Schmerzpflaster.
Wirklich sehr guter Beitrag, danke dafür!

1

Ich bin ganz ehrlich. Gesundheitsfragen diskutiere ich nicht. Ich erkläre wieso es gemacht werden muss und spreche auch aus, dass ich mitfühle. Aber ich verhandel nicht. 🤷🏻‍♀️ Bei aller liebe zur Partizipation.

3

Genau so.
Du bist die Mutter und manchmal musst du Entscheidungen treffen die ihr unangenehm sind, die aber auf langer Sicht gut für sie sind. Du kannst und sollst mitfühlend sein, aber du entscheidest trotzdem. Ich würde auch nicht mit versprechen oder so dienen. Loli danach ist ok und sollte reichen.

10

Ich diskutiere Gesunsheitsfragen auch nicht. Nur sie muss es ja über sich ergehen lassen. Und ich suche nach einer Strategie, dass sie es freiwillig machen lässt, ohne dass man sie zwingen und so traumatisieren muss.
Die Einsicht, dass es vor Krankheiten schützt und deswegen notwendig ist, ist in dem Alter noch nicht so ganz zu erwarten, finde ich.

weitere Kommentare laden
2

Vielleicht ihr danach eine Belohnung versprechen? Sie während des Impfens etwas auf dem Handy anschauen lassen?
Wenn es wehtut darf sie dich dafür während des Impfens zwicken und "den Schmerz weitergeben" ?

Generell sollte man selbst sich seiner Sache sicher sein, und dass auch so vermitteln. Dann merken die Kinder schnell dass es keinen Zweck hat, da zu verhandeln.

11

Das mit dem sicher sein allemal! Aber ich glaube Kinder merken es doch irgendwie, wenn man schon weiß, dass es nicht reibungslos laufen wird, auch wenn ich versuche, mir nichts anmerken zu lassen...
Mit dem Handy ablenken könnte aber tatsächlich funktionieren. Findet sie mega spannend...

4

Vielleicht bietet es sich an, dass sie dich mal begleiten darf, wenn DU geimpft wirst? Nimmt der Sache vielleicht bisschen Dramatik.

5

Hallo
Wir wissen alle das es weh tut ich sehe da nichts was dazu motivieren lässt.
Aber Augen zu und durch wäre hier die Devise.
Ich würde wohl sagen: ich weis du findest das doof und hast keine Lust weil es weh tut doch leider müssen wir das machen wegen deiner Gesundheit wir können danach gerne ein Eis, o.ä was sie eben mag essen aber wir müssen das tun.

12

So kann man das Thema auf jeden Fall gut ansprechen!

6

Ich kenne die Problematik... es sagt sich leicht, dass das Kind einfach mit muss. Was aber wenn das Kind eine Scheißangst vor diesem Picks hat und ab dem Zeitpunkt des davon Erfahrens nur noch weint und zittert.
Ja so ist das auch bei meiner Tochter.
Natürlich gibt es keine Diskussion darüber ob geimpft wird oder nicht! Das steht sowas von außer Frage! Aber ein Häufchen Elend zum impfen zu zerren bricht mir auch das Herz, weil ich weiß dass sie wirklich richtig Angst hat.
Wir haben jetzt eine Methode gefunden, wie es mit viel weniger Angst und bei mir mit gutem Gewissen funktioniert: Emla-Pflaster.
Das sind Pflaster mit einer Creme, welche die Einstichstelle betäuben und zwar richtig gut, so dass man tatsächlich keinen Schmerz spürt. So gehen wir nun zu jedem Impfen.
Es mag übertrieben und etwas aufwendiger sein, aber für uns ist es eine brilliante Lösung!
Und noch am Rande: ich sage es den Kindern erst eine Stunde bevor wir zum Impfen losfahren (ansonsten konnte unser Mädel vor Angst die ganze Nacht nicht schlafen).

13

Sehr guter Tipp, das probiere ich! Und auch das erst eine Stunde vorher ansprechen!

26

Sorry aber das ist doch eigentlich selbstverständlich dass man nicht ewig vorher für 'Vorfreude' sorgt. Warum sollte man seinem Kind erzählen 'morgen wirst du dann geimpft'. Mit dieser Erklärkultur überfordert man sein Kind.

weiteren Kommentar laden
7

Halllo,
bei solchen Sachen wie Impfen o.ä. gab es bei uns keine Diskussionen. Ds sind Dinge, die müssen gemacht werden.
Allerdings waren meine Söhne bestechlich....eine besondere Süßigkeit o.ä., die in Aussicht gestellt wurde, wenn die Impfung ohne groß Gezeter von statten ging, vollbrachte da wahre Wunder.
Ob das pädagogisch wertvoll war, weiß ich nicht, es erfüllte in dem Moment jedoch seinen Zweck und geschadet hat es meinen Söhnen augenscheinlich nicht.
LG
Elsa01

15

Pädagogisch wertvoll wohl nicht, aber ich glaube man kann nicht erwarten, dass Kinder es in diesem Alter um der Sache selbst willen machen lassen. Nur leider ist sie so ziemlich unbestechbar, wenn sie etwas wirklich nicht will. Werde dennoch Schokokekse kaufen.. Gibt's bei uns auch nie...

8

Hallo,

meine Tochter, 3 Jahre 3 Monate alt, wurde auch geimpft. Ich habe am Abend vorher thematisiert, dass wir zum Arzt gehen, dass es eine Untersuchung gibt und ganz am Ende einen Pieks. Pieks tut weh, da darf sie brüllen, aber Pieks ist eben auch wichtig.
Gab natürlich Geschrei. Ich hab Verständnis gezeigt, getröstet, aber dran festgehalten, dass die Impfung stattfindet.
Beim Arzt, nachdem alles durch war, noch mal kurz vor der Impfung angesprochen: „Jetzt kommt der Pieks, tut bisschen weh, ich bin da, Teddy ist da“, in den Arm genommen, kurz gestochen, kurz gebrüllt und als die Ärztin ihr den Lutscher gab, konnte man schon wieder rumgucken und fröhlich (!) Tschüss sagen.
Ich bin absolut für Ankündigung, nicht das Kind in der Praxis mit der Spritze überfallen.

Vielleicht helfen dir meine Erfahrungen.
Ach ja, als ich geimpft wurde, saß sie neben mir und hat äußerst interessiert geguckt (Mama quälen...). Hat sie nicht davon abgehalten, trotzdem die Ankündigung doof zu finden.
Wir fangen im März mit FSME an und ich thematisiere es wieder eine Woche und dann noch mal einen Tag vorm Termin.

nudelsuppn

9

Bei sowas Diskussionen?

Motivieren?

Kurze Ansage... Muss sein und Punkt...

Mit Arzt, und Helfer und Mama wird man das Kind schon geimpft bekommen ;)

16

Gegen ihren Willen festhalten oder wie? Der Punkt ist doch, dass sies freiwillig machen lassen muss. Darum geht es doch und nicht darum, ob es gemacht werden muss. Wenn sie nein sagt und den Arm weg zieht, soll ich sie da fixieren? Es ist doch ihr Körper! Klar bestimme ich momentan darüber, aber sie muss mitmachen und einverstanden sein, aus welchen Gründen auch immer.

19

Also hier würde tatsächlich festgehalten werden.
Unserer kleinen musste letztes Jahr Blut abgenommen werden ich plus Arzt plus Helferin war dafür nötig aber es musste sein.
Meine Tochter muss regelmäßig zum Augenarzt und somit auch zum Pupillen Tropfen da gibt es auch kein ich hab keine Lust.
Das muss gemacht werden ob sie Lust hat oder nicht.
Aktuell haben wir abklebe theraphie eines Auges was glaubst du was hier die 1 Woche los war.
Teilweise konnten wir es nur fixiert aufkleben aber ich kann es auch nicht einfach lassen weil ihr Auge sonst verkümmert und an Sehkraft verliert.
Also mit 3 hat kein Kind so ein Verständnis was wieso wichtig ist das es sagt oh verstehe dann machen wir das eben.

weitere Kommentare laden