Teilen beibringen?

Hallo,

Unser Wurm (22 Monate) verteidigt seine Sandspielsachen etc. sehr, sobald andere Kinder was von ihm nimmt , will er es haben , auch wenn er gerade nicht damit spielt. Wird dann was anderes genommen, will er dies wiederum wieder haben (soviel kann er gar nicht halten 🙂).
Ich habe gehört dass es wichtig ist für Kinder, ihr Spielzeug, also dass sie ihres nicht teilen müssen .
Ich frage mich aber ob und ab wann sie es mal teilen sollten bzw. ob man ihnen das. Lernen sollte zu teilen mit anderen Kindern. Oder ob das von alleine kommt .
Ich traue mich manchmal gar nix mit nehmen weil wir fast nur unserem Zeug hinterher rennen.

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Heutzutage neigen die Eltern vermehrt dazu, sich in die Konflikte der Kinder einzumischen und diese für sie zu lösen. Das Resultat ist, dass den Kindern die Möglichkeit genommen wird, diese Fähigkeit der Konfliktlösung zu erlernen und auszubauen. Google mal "Rasenmähereltern". 😉

Letztlich musst du für dich einen Weg finden, wie du damit umgehen möchtest und was euer Umfeld toleriert. Mein Gnom nimmt auch anderen häufig das Spielzeug weg und andere Eltern sind darüber natürlich not amused und bringen ihren Unmut zum Ausdruck. Ich erkläre dann, dass die Kinder den Konflikt lieber unter sich austragen sollen - für manche ist das ok, andere finden das nicht so toll.

Manchmal mopst der Gnom auch Spielzeug und setzt sich dann "zum Schutz" zu mir in den Schoß. Sowas unterbinde ich natürlich und schicke ihn dann samt Spielzeug wieder weg. Wenn jemand das Spielzeug wiederhaben möchte, muss er es eben auch selbst verteidigen.

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Ich finde schon das man den Kindern das Teilen beibringen sollte.

Das kann man ja Stückweise machen, und vor allem ohne viele Erwartungen.
Das Kind ist ja nicht Böse/Schlecht/rechthaberisch oder irgendwas dergleichen von sich aus, das ist meist nur die Ladung die wir Eltern dem beimessen. Also bloß nicht alles allzu schwer nehmen 😉
Sie haben halt einfach „Angst“ das sie kein Spaß mehr damit haben können, und das ist auch legitim 😊

Ich denke wenn man Ihnen Zeigt dass das nicht passiert, und sie es oft genug auch selbst so Erfahren können, kommt das von „alleine“.

Wir haben relativ klare Regeln gehabt, zb dass die Sachen die man zeigt, auch die Sachen sind die Mann Teilen sollte. Wir haben zB immer alle Sachen die wir auf den Tisch stellen, sind für alle. Und wenn wir Unterwegs waren mit anderen Kindern, hab ich immer was extra mitgenommen zum Teilen.

Andererseits aber dürfen sie auch ihre Sachen erst mal selber genießen (neues Lego zum Geb z.B.), da müssen dann auch die anderen Kinder durch und damit wird dann nicht gespielt, sondern das lege ich dann zur Seite bis die Party vorbei ist.
Die Kuscheltiere meiner Tochter sind auch Tabu, manchmal gibt sie von sich aus eines ab, aber eigentlich kann Sie das gar nicht gut haben, also zwinge ich sie da nicht.
Erwarte aber auch von den beiden das sie das bei anderen Kindern auch so akzeptieren.

Ich hoffe das ich da das richtige Maß habe, bisher fahren wir ganz gut damit ✌🏻

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Wir handhaben es so: es wird immer ein Lieblingsspielzeug mitgenommen, das auch nicht geteilt werden muss. Andere mitgenommene Spielzeuge werden geteilt, das ist den Kindern klar (zumindest in der Theorie). Ich greife uns Spielgeschehen eigentlich nicht ein... nur wenn’s zu heftig wird, erinnere ich an unsere Abmachung und wenn das immer noch nicht funktioniert, nehme ich Kind samt lieblingsspielzeug kurz aus der Situation, tröste es und erkläre anschließend nochmal kurz.
Hört sich harmonischer an als es manchmal wirklich ist, aber insgesamt fahren wir mit der Strategie ganz gut

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Bei uns ist es etwas „komplizierter“. Motte hat wenige Dinge, die ihr wirklich wichtig sind - z.B. ihr Peppa Wutz Plüschtier. Das muss sie nicht teilen. Selbst, wenn sie es grade nicht benutzt, muss sie es an kein anderes Kind geben, wenn sie nicht will. Sie darf es dann mir geben und ich passe auf.

Andere Dinge „muss“ sie teilen. Denn sie möchte ja auch oft mit fremdem Spielzeug spielen 😜 wenn sie also grade was nicht benutzt und nur benutzen will, weil es sonst andere haben, muss sie schon mal warten und abgeben.

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Teilen muss man üben. Das ist (wie so viele soziale Kompetenzen) nicht automatisch im Menschen angelegt, sondern eine Kultureigenschaft.
Es gibt ja umfangreiche Studien dazu, was passiert, wenn man Kinder (im zarten Alter von nicht mal 2 Jahren) alles "unter sich" regeln lässt. Dann gewinnt eben der, der am schnellsten ist und am stärksten zuhauen kann.

Mein Kind war stark und schnell. Ich wollte aber aus mehreren Gründen keinen unsozialen Rowdy heranziehen, der sein Spielzeug bewacht und anderen ihres wegnimmt.
Spätestens mit dem Eintritt in die Grundschule fällt die fehlende soziale Kompetenz diesen Kindern nämlich auf die Füße. Mit einem unsozialen Egomanen möchte dann nämlich keiner mehr spielen und befreundet sein.

Auf dem Spielplatz und zu Hause gilt deshalb: Spielzeug wird geteilt und abgewechselt. Man muss nicht immer alles sofort hergeben, aber unbenutzte Sandförmchen dürfen auch von anderen Kindern benutzt werden, wenn gefragt wird. Lieblingsspielzeug, was das Kind gar nicht teilen möchte, bleibt zu Hause und wird bei Spielbesuch weggeräumt.