Veränderung in eigener Person

Irgendwie fiel mir kein anderer Titel ein....
Mich würde mal interessieren wie ihr euch nach den Geburten Eurer Kinder fühlt im Vergleich zum Leben ohne Kind. Seit unser Wunschkind da ist, hinterfrage ich irgendwie mein komplettes Leben. Ich finde es sehr interessant und spannend. Geht es noch jemandem so? Ich sehe Dinge plötzlich auf anderen Ebenen und bin anders als vorher, aber was genau hat das Mutter-sein mit uns gemacht (positiv gesehen)

1

Huhu,

ja, ein Kind verändert die Eltern schon sehr...

Durch unser Kind habe ich gelernt mich auch mal durchzusetzen und meine Haltung zu verteidigen, anstatt immer alles "rund" machen zu wollen. Ich bin ja jetzt quasi der "Anwalt" meines Kindes.;-) Früher habe ich lieber still gelitten um Konfrontationen aus dem Weg zu gehen.

Ich kann jetzt auch viel besser kochen als früher und bin in Stresssituationen gelassener.:-D
Man schaut sich die Welt auch nochmal ganz anders an...durch die Augen des Kindes, das alles neu entdeckt.

Du schreibst: "Ich sehe Dinge plötzlich auf anderen Ebenen und bin anders als vorher...", kannst du das noch etwas spezifizieren?
Würde mich interessieren, was du genau damit meinst...

13

Ich habe das Leben vorher irgendwie nicht großartig hinterfragt und es als selbstverständlich gesehen, so als ob es jeden Tag ein "morgen" gibt ohne bestimmte Ziele im Leben zu haben. Seit meine Sonne da ist, hat sich in mir etwas verändert. Etwas was ich nicht in Worte fassen kann
Ich betrachte Dinge ganz anders als vorher z.B. meine Werte.... einiges hat sich verändert aber warum hat es sich das und und und.... finde es lässt sich schwer in Worte fassen. Es ist für mich spürbar eine Veränderung als ob ich mental wachse, ich denke oft darüber nach was das genau ist habe aber bisher keine Lösung.

2

Ja, es hat mich schon verändert und ich finde, zum positiven.

Ich war z.B. schon immer geduldig, aber hab mir viel zu Herzen genommen. Das ist nicht mehr so extrem so. Ich bin echt ziemlich gelassen geworden 😅 das erste babyjahr war hier definitiv nicht leicht für mich und ich kam sehr oft an meine Grenzen. Aber ich hab es geschafft und seitdem das Gefühl, dass mich erstmal nix mehr so schnell aus der Bahn wirft und ich echt viel schaffen kann. Das macht einen irgendwie auch in vielen Dingen optimistisch und ich traue mich mehr.

Zudem bin ich echt noch toleranter und reflektierter geworden. Kinderlos hatte ich zwar auch noch nie den Drang, erziehungstipps (zumindest ungefragt) zu geben, aber man hat ja doch so seine Ansichten. Ich wurde in sehr vielen Dingen eines besseren belehrt und da ich mich so intensiv mit vielem befasst hab, finde ich viele Dinge inzwischen ok, wo ich früher dachte „oh Gott, nee!“. Ich hab früher nie Eltern verstanden, die kein Familienbett wollen😂 inzwischen hab ich kapiert, dass alles erlaubt ist, solang es für alle Beteiligten passt! Für uns passt das Familienbett, aber für andere eben nicht. Das nur als Beispiel jetzt.

Ich vertraue auch viel mehr auf mein Bauchgefühl und die Intuition. Wie gesagt, die Umstellung mit Kind war eine Herausforderung. Aber wir haben so gehandelt, wie es sich gut anfühlte, oft entgegen aller Ratschläge (z.B. das Einschlafhoppeln auf dem Pezziball. Sie wird es „nie“ ohne schaffen. Spoiler: natürlich schaffte sie es ohne. Mit 16 Monaten dann. Ohne Tränen, ohne Frust auf irgendeiner Seite. Von heute auf morgen!).

Mein Mann und ich finden: im gesamten machen wir das alles eigtl ziemlich gut. Und können mit diesem Selbstbewusstsein auch in vielen anderen Lebensbereichen punkten 😁

7

Ich lese deine Antworten immer gerne. Das mal so vorweg.

D. h eure Kleine schläft noch bei euch im Bett? Oder wechselt es bei euch ab, mal bei ihr im Bett, dann bei euch?

Meine Tochter schläft eig seit dem 1.Bday bei sich im Bett, habe sie aber die letzten zwei Nächte wieder zu mir geholt (Bett steht eig bei uns im Zimmer, aber ist trotzdem anders). Weil mir die Nähe gefehlt hat und sie auch etwas unruhig wieder geschlafen hat.

Jetzt habe ich tatsächlich überlegt, ob wir nicht auch einfach weiterhin sie bei uns schlafen lassen, aber dann müssten wir das Bett vergrössern (160 breit, ist nicht viel Bewegungsfreiheit da..).. Oder ob man lieber bei einer Sache bleibt, statt abwechselt?! 😵

12

Ich denke, das muss man ganz individuell entscheiden. Motte schläft seit Geburt bei uns, sie hat in ihrem Zimmer gar kein Bett :D das haben wir umfunktioniert zum Beistellbett. Allerdings liegt sie da nie drin, sondern zwischen uns (unser Bett ist 2 auf 2 Meter und trotzdem liege oft genug ICH in ihrem Bett halb drin, weil mir Mann und Kind auf die Pelle rücken 😂😂).

Ich wandere nachts ab und zu mal ins Gästezimmer, aber eigtl auch nur wegen meinem Mann, weil er so extrem schnarcht 😂😂 am liebsten würde ich ihn ausquartieren 🤪 aber er will auch nicht alleine schlafen 😂😂

Ich vermute fast, dass Motte inzwischen alleine im Kinderzimmer schlafen würde. Allerdings ist sie nachts öfter unruhig, so bekommen wir es meist mit, bevor sie richtig wach ist. Daher belassen wir es so, da es uns am wenigsten stressig erscheint und wir alle das kuscheln nachts mögen :)

3

In der Schwangerschaft habe ich die Veränderung schon bemerkt. Ich bin emotionaler geworden. Mit all dem Hass, den Ungerechtigkeiten und der Gewalt auf der Welt kann ich deutlich schlechter umgehen als vorher. Es fängt bei Filmen/Serien an, dass ich es nicht ertragen kann, wenn es wieder nur um Mord und Totschlag geht. Ständig wird irgendwo einer abgemurkst, vergewaltigt oder sonst was. Fällt den Filmemachern denn gar nichts anderes mehr ein? Muss es immer brutal, skrupellos und schockierend sein?
In der echten Welt ist es ja auch nicht besser. Irgendwelche Raser beispielsweise, stellen ihren Drang nach dem Geschwindigkeitsrausch über alles und nehmen in Kauf, dass Eltern ihr Kind verlieren oder umgekehrt. Es gibt keinen Respekt vor anderem Leben. Natürlich fand ich das alles vorher auch schon sch..., aber mittlerweile ist es echt unerträglich, wie viel Gleichgültigkeit eigentlich herrscht.
Mir hat das nochmal verdeutlicht, wie wichtig es ist, Werte wie Empathie, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Respekt zu vermitteln. Ich möchte mit positivem Beispiel vorangehen, meinem Sohn zeigen, dass man nicht wegschauen darf, man sich für Schwächere einsetzt und auch wenn man nicht einer Meinung ist, kann man dennoch die Meinung des anderen akzeptieren.

14

So in diese Richtung denke ich auch oft. Filme schaue ich nur noch konsequent, wenn ich weiß dass es ein gutes Ende hat. Ich habe auch keine Lust auf Gewalt und Co. das deprimiert mich irgendwie. Da beschäftige ich mich lieber mit den positiven Dingen im Leben als so viel negatives aufzunehmen.

4

Ich glaube, die größte Veränderung ist die, dass ich noch weniger gut als vorher Dinge über misshandelte, vernachlässigte oder gequälte Kinder sehen und lesen kann. Auch Berichte über Kinder in Flüchtlingslagern und so...geht gar nicht. Ich sehe ständig mein eigenes Kind und frage mich, wie es sein, dass es so wunderbar aufwachsen kann und andere in dem Alter schon haufenweise Traumata mit sich herumschleppen. Eine Freundin von mir sagt dasselbe - wir können es beide nicht mehr ansehen.

Ansonsten...hm, ich glaube, ich merke nicht viel :-D Mein Weltbild hat sich nicht wirklich verändert, ich mich selber auch nicht großartig. Ich bin lediglich manchmal überwältigt, wenn ich darüber nachdenke, welche Verantwortung man hat, dieses Kind zu einem freundlichen, empathischen, hilfsbereiten Wesen zu erziehen. Ich hoffe, dass das klappt :-D

5

Hallo,

Ja, in meinem Leben hat sich viel verändert.
Als unser Kind noch nicht da war, war es bei uns Zuhause blitzblank sauber. Richtig clean. Man hätte vom Boden essen können. Wenn Freunde mit ihren Kids kamen und gekrümelt haben, habe ich danach eine regelrechte Putzorgie veranstaltet.
Seit unser Kind da ist, haben unsere Spiegel, Fenster, Küchenfronten patschehand Abdrücke und ja, ich finds nicht mehr schlimm. Hauptsache er hat seinen Spaß. Natürlich wird immernoch regelmäßig geputzt aber so richtig clean und extrem glitzernd sauber ist es nicht mehr 🤪

2. Ohne Kind habe ich auf meine eigene Gesundheit nicht geachtet. Mir waren alle Routineuntersuchungen (außer Zahnarzt) egal. Jetzt nicht mehr. Ich weiß, dass mein Kind mich braucht also geh ich brav zum Arzt.

3. Früher gingen mir Elterm im Supermarkt, die ihr weinendes Kind nicht im Griff hatten, total auf die Nerven. Heute denke ich eher "die arme Frau und wünsche ihr viel Geduld"

4. Früher habe ich sehr gerne geshoppt. Heute auch - aber zu 90% für mein Kind.

5. Ich hätte nie nie niemals mir vorstellen können, dass man einen kleinen Menschen mehr als sein eigenes Leben lieben könne. Abends wenn er im Bett ist und schläft und ich den Tag Revue passieren lasse, kommen mir vor Glück und Dankbarkeit oft Tränen....

15

Sehr schön geschrieben! Finde mich in vielen Dingen wider :)

6

Ja, klar habe ich mich verändert. Meine Nerven sind ziemlich ruiniert, weil ich nicht genug Schlaf bekomme und weil es mich auch fertig macht, selten alleine sein zu können. Aber meinem Kind gegenüber versuche ich immer liebevoll zu sein, dafür reicht die Zündschnur nicht mehr für andere Personen (mein Mann, meine Mutter).

Meine Mutter, vor allem, meinte neulich, dass ich mich seit Geburt sehr negativ verändert habe, weil ich stur auf meine Linie beharre und mir nichts sagen lasse. Ja, ich weiss genau, was ich z B nicht möchte (nicht viele Snacks zwischen den Mahlzeiten, keinen Zucker, möglichst zusammen am Tisch essen, nicht mit Essen ablenken etc). Da lasse ich mir sicher nichts von ihr sage, auch zum Thema Schnuller, stillen etc. Jede Mutter weiss doch, wie sie ihr Kind grossziehen möchte. Nur mein Sohn, natürlich, lehrt mich oft eines besseren, aber das darf er :))).

8

Ich weiß nicht, ob ich mich als Mutter charakterlich verändert habe - da müsste man vermutlich Freunde und Familie zu befragen. Ich würde behaupten, nicht so wirklich. Aber was sich definitiv verändert hat, ist mein Einkaufsverhalten. Ich habe früher nicht groß drüber nachgedacht, was ich wann und wo einkaufe/konsumiere. Aber mit der Geburt meines ersten Kindes und der kurz darauf medial sehr präsenten Fridays for Future-Bewegung habe ich meinen (jetzt nicht unbedingt super verschwenderischen, aber doch eher sorglosen) Umgang mit Lebensmitteln, Klamotten etc. deutlich mehr hinterfragt. Mir ist klar geworden, dass wir was dafür tun müssen, dass unsere Zwerge eine halbwegs vernünftige Zukunft haben und wir unser bestmöglichstes tun, ihnen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Ich fühle mich tatsächlich auf einmal enorm in der Verantwortung. Bin jetzt nicht zum Super-Öko mutiert, aber doch wesentlich umweltbewusster unterwegs. Das reicht von Second-Hand- statt Neukauf, saisonal und regional und nur das zu kaufen, was wir kochtechnisch verwertet kriegen, idealerweise unverpackt und plastikfrei bis hin zu Stromanbieterwechsel, Verzicht auf Flug- und Fernreisen (haha, dann kam eh Corona on Top) usw. Ich versuche außerdem im Alltag aufs Auto zu verzichten und möglichst alles zu Fuß, per Rad oder ÖPNV zu erledigen. Klappt besser, als gedacht, auch wenn mir klar ist, dass das nur Tropfen auf den heißen Stein sind.

9

Ich würde schon sagen, dass sich einiges verändert hat. Früher hatte ich so meine Vorstellungen von Erziehung, kinderlos eben 😁 da hat sich vieles geändert. Zb dachte ich, dass Krümel ab 6 Monaten in seinem Zimmer schläft. Er schläft zwar dort ein, kommt aber immer noch nachts zu uns. Das ist ok, Hauptsache Schlaf 😁
Ich finde auch, dass Kinder entschleunigen. Sie trödeln beim Spsziergang, heben jeden Stein auf, Dinge die wir gar nicht mehr wahrnehmen finden sie toll.
Zu guter letzt koche ich gesünder, immer frisch und kaufe fast nur gesund, bio und regional und bin viel mehr draußen als früher 😊

10

Ich sehe meine Mutter mit anderen Augen. Die Beziehung war schon früher angeknackst.
Sie konnte nicht für meinen Bruder und mich einstehen und ist bis heute keine starke Person. Sie hat einen aggressiven Partner bei uns wohnen lassen und es nicht geschafft, ihn rauszuwerfen. Bis heute nicht. Das habe ich als Kind aber nicht erfassen können.

Ich bin egoistisch geworden.

Ich genieße es, alleine Auto zu fahren und MEINE kinder- und gesellschaftsuntaugliche Musik IN LAUT zu hören.

Ich komme anscheinend mit äußerst wenig Schlaf aus. Verlängert aber nicht unbedingt meine Zündschnur.

Und organisieren kann ich viel besser. Essen vorbereiten, Ausflüge planen, etc.

Nach 13 MONATEN #rofl klappt nun auch endlich unser Alltag mit (nun) Kleinkind und Kleinkind mit Behinderung.
Schnelle Gerichte kochen. Früher habe ich kochen als Hobby "zelebriert", heute schnell und gesund.

Ich interessiere mich noch mehr für das Geschehen in der Welt und "Allgemeinwissen". Falls meine Kinder mich in ein paar Jahren Dinge fragen.

Ich kann im TV nichts ertragen, was mit verbildlicher Gewalt an Kindern zu tun hat. Keine Doku, Film. Als in Carnival Row Baby-Rycroft seine Flügel abgeschnitten wurden, musste ich unter die Decke und mir Augen und Ohren zuhalten.

Ich bin um mindestens 20 Jahre gealtert. My lower back is killing me. Und durch das ganze Heben und Tragen hatte ich nun letztendlich eine kleine OP am Handgelenk.

16

"...Lower back...." da schließe ich mich doch mal an... wenn man sich den mal Die Zeit für sich nehmen würde um.paar Übungen zu machen, glaube ich dass es was bringen würde