Umgangston in der Krippe

Hallo,
ich wäre dankbar für ein paar Meinungen und Eindrücke und auch Erfahrungsberichte, wie der Umgangston bei euren Krippenkindern ist?

Ich bin wirklich erschrocken davon, wie sich eine Erzieherin einem Krippenkind (ca. 1,5 Jahre) gegenüber geäußert hat. Es geht um sehr wütende, laute (eigentlich geschriene) Äußerungen, die in die Richtung "Ey, spinnst du?!?", "Ey, kannst du nicht hören?!?", "Bist du blind?!" gingen. Der Erziehern war nicht bewusst, dass ich sie hören und sehen konnte.

Ich empfand das als sehr unangemessen, lieblos und auch nicht besonders bildungsnah. Mein Kind soll selbst in die Krippe gehen und ich habe wirklich Angst, dass das kein Ausrutscher war, sondern der gängige Umgang dieser Person mit den Kindern ist.

Wie seht ihr das? Wie wird in eurer Krippe mit den Kindern geredet?

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Ich habe damals Kind1 sofort aus der Krippe genommen, als ich merkte, dass dort nicht alles okay vonstatten geht!
Da blieb ich lieber ohne Krippenplatz noch ein Jahr länger Zuhause, als dass ich mein Kind irgendwelchen Strolchen anvertraut hätte, die schlecht mit ihm umgehen!
Solche Äußerungen gehen gar nicht! Und sowas kann schnell Schaden anrichten.

Beispiel aus der Kindergartenzeit von Kind1:

Beim Essen sagte eine Erzieherin:"Wenn du ds nicht aufisst, dann stirbt ein Kind!" und weiter "Wenn du das nicht isst, dann kommt deine Mama nicht wieder!"

Ergebnis:
Mein Kind aß nie wieder im Kindergarten.

Die besagte Erzieherin hörte zum Glück dann auf, bzw wurde hoffentlich gefeuert!

Meine Meinung: Sobald man mitbekommt, dass etwas im Kindergarten nicht stimmt, sofort bei der Leitung ansprechen und ggf. Kind aus der Kita nehmen.

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Wir haben in der ersten Krippe leider auch ähnliche Erfahrungen gemacht - unser Sohn ging auch nicht gerne hin. Wir haben auch sehr schnell die Konsequenzen gezogen und ihn rausgenommen. War schwierig alles.... ABER dafür haben wir nun eine spitzenmäßige Krippe mit jungen emphatischen Erzieherinnen, die richtig toll mit den Kids umgehen und siehe da: unser Zwerg geht gerne hin! 😊

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Das kann ich gar nicht glauben 😳.... Eigentlich schon seelische Misshandlung.

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Oh, da hätte ich auch Bedenken.
Hast du die Äußerungen bei einiger Gelegenheit mitbekommen oder mehrmals?
Also, ich finde es nicht prickelnd aber kann es nachvollziehen, wenn auch Erziehern mal der Kragen platzt. Aber selbst dann kann man sich gewählt ausdrücken. Wir hatten ein/zwei Schwierige Kinder in unserer Krippengruppe. Da wurde auch mal geschimpft. Aber eben immer "sachlich" und irgendwie doch respektvoll.
An deiner Stelle würde ich Eltern mit Kindern in der Grupe befragen, was ihr Eindruck von der Erzieherin ist.

LG

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Ich habe es nur einmal mitbekommen, ansonsten habe ich keinen Kontakt zu der Erzieherin und ihrer Gruppe. Ich finde auch nicht, dass man gar nicht schimpfen soll, nur eben wie du sagst, sachlich und angemessen.Leider kenne ich keine anderen Eltern aus der Gruppe.

Ich fand die Ansprache der Erzieherin wirklich unmöglich und mache mir Sorgen, dass das Ganze ihre grundsätzliche Einstellung den Kindern gegenüber widerspiegelt. Und sie vielleicht auch gar nicht "anders kann", also sich dauerhaft so verhält, weil sie einfach nicht aus ihrer Haut kann und/oder diese Art von Ansprache für normal hält.

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Frag doch mal beim Elternbeirat nach, ob das Problem bekannt ist

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Das geht gar nicht. Auch wenn mein Mann so mit dem Kind reden würde (in so einem Alter noch dazu!), würde er von mir eine richtige Standpauke bekommen. Noch schlimmer bezahlter, ausgebildeter Personal. Ich würde mich der Leitung wenden, ansonsten andere Krippe suchen.

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ich würde die Kirche im Dorf lassen... vielleicht war es ne einmalige Sache? Vielleicht hat ein Kind schon den ganzen Tag "verbotenes" getan? Vielleicht war in der Situation alles zu viel?

Sollte der Umgangston so alltäglich sein geht das natürlich garnicht!

Ich persönlich würde auch mit anderen Eltern sprechen. Du siehst doch sicher mal iRGENDWEN auf dem Spielplatz oder unterwegs?

Ansonsten: Termin in der Krippe machen zum kennenlernen, wenn dein Kind dort eh hin soll. Dein Bauchgefühl wird dir zeigen, wie es dort läuft.


Und mal zur Anmerkung:

mein Kurzer ist im Dezember von der Tagesmusster in den Kindergarten gewechselt. Wir wollten ihn unbedingt in den Kindergarten im Dorf geben, obwohl zB der einen Ort weiter von den Räumlichkeiten viel cooler ist. Aber die Kids werden zusammen eingeschult, wir können hinlaufen etc.

Eine andere Mutter, deren Kind zum selben Zeitpunkt gewechselt hat wollte ihren Sohn auf gar keinen Fall in unseren Kindergarten schicken. Der Grund: sie lief EINMAL in ihrer Elternzeit am Kindergarten vorbei und eine Erzieherin hat etwas "schroffer" mit einem Kind draußen gesprochen. Dieser Umgang ging für sie garnicht.

Tja.. ich muss sagen ALLE Erzieherinnen dort finden wir super. Das war vielleicht einfach eine blöde Momentaufnahme... es sind auch bloß Menschen.

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Der Vorfall passierte, während ich die Krippe besichtigt habe. Ich kenne die anderen Eltern und Kinder dort nicht, ich kann mich mit anderen Eltern deswegen nicht austauschen.

Dazu muss ich sagen, dass ich selbst in der Grundschule arbeite. Dort wäre eine solche Ansprache ein absolutes No-Go! Ich habe allerdings auch noch nie erlebt, dass ein Kollege so dermaßen aus der Rolle fällt (auch nicht, wenn es mal sehr stressig wird) und auch mir selbst fällt es im Traum nicht ein, so mit meinen Schülern zu sprechen.

Ich frage mich ernsthaft, ob das in der Krippe häufiger vorkommt?

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Ich habe früher selbst in verschiedenen Einrichtungen gearbeitet und so einen Umgangston kenne ich nur aus einer (in der generell viel schief lief).
So redet man einfach nicht mit anderen Menschen, auch wenn das Kind zum 100x am Tag nicht zugehört hat und ich habe so etwas auch sonst nie bei anderen ehemaligen Kollegen mitbekommen.

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Was macht dieser Kindergarten sonst noch so für einen Eindruck auf dich?

Oft sagt einem das Bauchgefühl schon, ob da was schief oder nicht im eigenen Sinne läuft oder nicht.

Das Problem ist ja, wenn du dein Kind da erstmal angemeldet hast, und sowas täglich mitbekommt, dein Kind dann nur noch mit Bauchschmerzen dahin bringst und abholst.

Denn in Kitas eine Lösung zu finden, ist dann manchmal schwierig. Als Mutter ist man dann die "blöde"...die sich da was einbildet, wenn ein Team oder dazu noch die Leitung knallhart zusammen hält.

Du musst es entscheiden.
In Ordnung finde ich so ein Verhalten überhaupt nicht...

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Ich habe eigentlich nur respektvollen Umgang mitbekommen. Aber ich bin ja auch nicht 24 Stunden in der Kita bei meinem Kind. Mein Sohn hatte zeitweise eine sehr anstrengende Phase die eine Erzieherin wohl mal an ihre geduldsgrenze gebracht hat und sie sagte mir auch das sie einfach mal zurück gebrüllt hat, was meinen Sohn sehr irritiert hatte.

Ich denke das sollte nicht der normale umgangston sein aber das Erzieher auch nur Menschen sind.

Wlso wie du es beschreibst hätte ich aber bedenken das Kinder da gut aufgehoben sind.

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Ich war ja auch nur bei der Eingewöhnung dabei. Ich empfand den Umfang als sehr schön. Grade als ich auf dem Flur war, hab ich auch viel von anderen Gruppen mitbekommen. Klar wurde mit den größeren auch mal „harscher“ geredet, aber es war alles im Rahmen.

An deiner Stelle würde ich es ansprechen. Wie soll man sonst vertrauen aufbauen?

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Ich bekomme hier vermutlich gleich ziemlich Gegenwind, aber so etwas ist u.a. der Grund warum unsere Kinder erst mit 3 in die Fremdbetreuung gehen werden.

Wir haben viele Erzieher/innen im Bekanntenkreis, meine Schwägerin arbeitet in einer Kita mit wunderbarem Konzept und ausnahmslos alle betreuen die ersten Jahre ihre Kinder zu Hause. Und warum wohl? Weil sie wissen wie die Zustände in den Einrichtungen sind (übrigens unterschiedliche Orte, Konzepte usw).
Das hat nichts damit zu tun, dass die Erzieherinnen schlecht sind, die meisten sind herzensgute Menschen, die ihren Beruf bewusst gewählt haben und die dann mit Zuständen konfrontiert werden, die es unmöglich machen, ihre Arbeit so zu erledigen wie sie selbst es möchten und die Kinder es bräuchten: sowieso schon schlechte Personalschlüssel, dann noch eine Personalplanung, die so auf Kante gestrickt ist, dass nie jemand ausfallen oder auch nur in Urlaub gehen dürfte, und lauter Kleinkinder, die in dem Alter entwicklungsmäßig nicht primär andere Kleinkinder brauchen (sie spielen im U3 Bereich kaum miteinander, sondern eher nebeneinander her), sondern erwachsene Bezugspersonen, die sich mit ihnen im direkten Austausch beschäftigen. Das geht in einer Kita natürlich nicht. Heißt für den Großteil der Kinder, dass sie sich den Großteil der Zeit selbst beschäftigen müssen, also einfach irgendwie mitlaufen.
Und die Erzieher/innen sind eigentlich ständig jenseits ihrer Belastungsgrenze, und dann passieren solche Situationen. Das geht natürlich gar nicht, es ist extrem verletztend für das Kind, schlecht für die Bindung und nicht mal hilfreich um die Situation zu verbessern, es ist einfach Frust der sich auf Kosten eines wehrlosen Kindes bahnbricht (keine Entschuldigung, nur eine Erklärung), das zu Hause vermutlich noch nicht einmal berichten kann was passiert ist und somit ganz allein damit fertig werden muss. Es ist übrigens vollkommen egal, was das Kind getan hat und wie anstrengend der Tag war, dieser Umgang ist ein No Go, das ist kein Schimpfen oder auf Regeln verweisen, sondern ein Fertigmachen auf persönlichster Ebene.

Du sagst, du hast Angst, dass es kein einmaliger Ausrutscher war.
Dazu kann ich nur sagen: Passiert es einmal, passiert es auch noch mal.
Und mir persönlich wäre es ein zu großes Risiko es einfach drauf ankommen zu lassen, zumindest wenn ich die Wahl habe (und mir ist bewusst, dass manche Eltern die Wahl nicht haben und trotzdem das beste für ihr Kind wollen).

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Ich stimme dir vollkommen und zu 100% zu! Mehr möchte ich nicht dazu sagen, da es leider eher die Ausnahme als die Regel ist.

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Da würde es mir auch nicht bei gutgehen.