Wie reagiert ihr, wenn das Kind nicht auf nein reagiert?

Hallo,

Meine Tochter ist jetzt 12 Monate und testet gerade ein wenig ihre Grenzen aus.

Die Situation kennen bestimmt alle. Das Kind macht etwas, das es nicht darf, ich sage nein, sie hört auf, grinst mich an und macht dann direkt weiter.

Das Wort nein kennt sie. Sie hat auch lange gut darauf reagiert.

Wie reagiert ihr in dieser Situation?

Ich versuche ihr in der Regel eine Alternative zu bieten. Allerdings ist das ja nicht immer möglich...

Bin gespannt.

Liebe Grüße
Insa mit L

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Bei uns war das auch oft so. Mein Sohn ( mittlerweile 2,5) testet mehr als nötig 🤣.. Er reagiert viel besser wenn ich ihn berühre, am Arm oder am Rücken und auf seine Höhe runter gehe. Ein quer durch den Raum gerufenes oder von oben herab gesprochenes Nein funktioniert bei ihm so oder so gar nicht. Wenn ich ihn am Arm berühre oder am Rücken ( Hand auf legen und kurz druck ausüben, dass er mich spürt) reicht meist schon um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Und dann kann ich in Ruhe erklären warum ein Nein und was stattdessen eine gute Idee ist.

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So mach ich das auch, und alternatives Verhalten vorschlagen. :-)

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Ich "schaffe Fakten ".

Nein, das Buch nicht zerreissen..... Gut, dann kommt es eben weg.
Nein, die Katze nicht am Schwarz ziehen - Gut, dann tragen ich dich eben in ein anderes Zimmer, in dem die Katze nicht ist.
Nein, das Kind nicht hauen - ok, dann gehen wir eben heim...
usw usw.

Natürlich erst erklären, warum es etwas nicht tun soll etc, aber wenn es dann so abläuft wie von dir beschrieben, dass das Kind lacht und dann etwas extra nochmal tut (um Grenzen auszutesten), dann zeige ich, dass ich auch wirklich Nein meine und beende die Situation.

Generell würde ich aber auch die Häufigkeit des Wortes "nein" überdenken. Das nutzt sich nämlich extrem ab. Wenn man den ganzen Tag nur "Nein " hört, geht es irgendwann da rein, da raus.
Sagst du nur Nein, weil du es grad so möchtest? weil es bequemer ist? oder weil es gefährlich, schädlich ist bzw etwas kaputt geht's? Was spricht dagegen, dass sie es doch macht? Ich hab die Erfahrung gemacht, je öfter ich das hinterfrage (und mal 5e grade sein lasse bei Kleinkram, bei dem es "nur" darum geht, dass ich da grad keinen Sinn drin sehe etc) und je weniger ich tatsächlich "Nein " sage, umso besser wird gehört, wenn doch mal ein "nein" kommt. 😉

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Das was meine Vorschreiberin geschrieben hat (auf Augenhöhe gehen, berühren...) mache ich auch. (nicht dass du meinst, ich brüll nur NEIN durch den Raum und schleife dann direkt das Kind raus🙈).

Aber ich bin jetzt von der Ausgangssituation ausgegangen, dass das Kind schon verstanden hat, dass es etwas nicht tun soll un es dann grinsenderweise wieder tut.

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Es gibt nur ein oder zwei Situationen am Tag, in denen ich ihr etwas verbiete. Eine ist das Hauen gegen den Fernseher. Das geht einfach nicht. Oft versuche ich sie schon abzulenken um die Situation zu vermeiden. Allerdings ist das gar nicht immer so einfach.

Ich mache es gerade ähnlich wie du. Wenn sie auf das nein nicht reagiert, nehme ich sie aus der Situation raus und trage sie woanders hin um dort mit ihr zu spielen. Sobald ich sie vom Fernseher weghole (sie kennt ihn nur ausgeschaltet) ist das Geheule groß. Allerdings lasse ich mich davon nicht beirren. Ich bleibe bei ihr und biete ihr Alternativen an. Aber der Fernseher bleibt Tabu.

Allerdings könnte ich mehr versuchen ihr das zu erklären. Aber macht das in dem Alter schon Sinn? Wenn, dann in ein höchstens zwei kurzen Sätzen, oder?

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1-2 mal Nein sagen, meist noch mit Erklärung ("Das ist heiß"/ "Das tut mir weh"/ etc.). Wenn es nicht aufhört, entweder den Gegenstand oder das Kind wegnehmen. Bei Gebrüll dann kurz trösten, nochmal erklären und ablenken und so helfen, den Frust zu minimieren/auszuhalten.

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Okay so ähnlich mache ich das auch. Ich könnte allerdings häufiger noch erklären. Das sollte ich mir mehr angewöhnen

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Einmal daran erinnern, dass es verboten ist, denn das weiß sie ja und dann konsequent jedesmal aus dem Zimmer tragen.

Unser Problem ist der Backofen, unser Sohn hängt sich an den Ofengriff. Seit wir ihn konsequent und kommentarlos, auch wenn wir zum Beispiel im Gespräch sind, aufstehen und ihn ans Ende des Flurs bringen, lässt er es (fast) sein. Türen sind natürlich offen, er kann sich frei bewegen. Erklären bringt da nichts, verstanden hat er es ja längst.

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Hallo,

wir sind ja immer ein paar Wochen weiter und ich hab grad den Klassiker „das gewünschteste Wunschkind...“ durchgelesen und kann es wirklich nur empfehlen! Auch jetzt schon, die Autonomiephase beginnt langsam mit einem Jahr.

Was mich an manchen anderen Kommentaren etwas „gestört“ hat, war die Formulierung mit dem Grenzen austesten und die Interpretation des Grinsens.
In meinen Augen ist das kein „Grenzen austesten“ sondern ein ausprobieren von Ursache und Wirkung und eben das ausleben des Forscherdrangs. Da steckt aber keine Boshaftigkeit oder Provokation hinter - warum auch, da haben Kinder doch gar nichts von.
Grinsen ist evolutionär betrachtet schon immer eine Beschwichtigungsgeste, sieht man zb auch bei den Affen. In dem Moment merkt L also, dass du „böse“ wirst und möchte dich wieder für sich einnehmen.
Leider verliert zb der Fernseher seinen Reiz dadurch aber nicht, und vll möchte sie auch probieren, ob du jedes Mal so reagierst oder was passiert, wenn sie weiter macht. Es kann aber auch sein, dass der Reiz einfach in dem Moment zu groß ist und sie nicht wiedersehen kann.

Ich mache es so: ich sage nein, dann habe ich in der Regel erstmal seine Aufmerksamkeit (er dreht sich wie L zu mir um). Dann versuche ich, das Wort „nicht“ zu vermeiden, weil das laut der Theorie in dem Buch in dem Alter noch als unwichtig bewertet und daher nicht beachtet wird (ich glaub das einfach mal so weil es für mich Sinn macht). Also sage ich etwas wie „mit den Händen kannst du klatschen, guck mal so (und mache es vor), der Fernseher ist zum anschauen da“. Dann nehme ich meinen Sohn aber auch aus der Situation, damit er die Verknüpfung zwischen „nein“ und „ich komme aus der Situation raus“ lernt.
Sich selber gegen den Reiz, den die Tätigkeit birgt, aus der Situation bringen können Kinder in dem Alter einfach noch nicht. Ist für mich auch vollkommen verständlich, wie sollen sie da auch widerstehen 🙈
Wenn er dann wütend ist oder weint, tröste ich ihn wenn er möchte oder bin zumindest da, dann versuche ich noch mal ihm das kurz zu erklären. Keine Ahnung wie viel davon dann schon ankommt, aber es ist ja auch ne gute Übung für später 😅

Hups, das ist ganz schön lang geworden, sorry!

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Das Wort „nicht“ ist immer unglücklich.

Denk mal nicht an rosa Elefanten. Siehst du? 😜

Mir fällt es auch schwer, es immer „positiv“ zu formulieren, aber es lohnt sich. Auch in „erwachsenen-Gesprächen“ 😂😂

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Auf das "nicht" versuche ich auch zu verzichten. Genau aus diesem Grund. Außerdem ist das eine viel positivere Form der Kommunikation. Klappt allerdings nicht immer😅

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Hm mit 12 Monaten ist das Nein noch nicht unbedingt semantisch belegt. Sie reagieren meist nur/halten inne, weil es so ein kurzer Befehlston ist, nicht weil sie verstehen, was nein bedeutet.

Richtig ist: Nein sagen, wenn das Kind inne hält loben „du hast auf das nein gehört, super!“ und das Kind sofort weg nehmen. Ggf dabei kurz die Regel formulieren (Steckdosen sind gefährlich, der Herd ist heiß...). Das ist anfangs echt anstrengend, denn man kann das Kind gut und gerne hundert mal weg nehmen. Oder öfter 😂 aber es lohnt sich!

Dein Kind testet in dem Sinne noch nicht die Grenzen aus, es lernt sie erstmal kennen. Schaut, ob sie immer und in jeder Situation gelten.

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Mit 12 Monate habe ich alles aus den Augen geräumt was nicht in Kinderhände darf und alles andere darf ausprobiert werden. Manches soll meine Tochter natürlich nicht in Mund nehmen, wenn sie dann nicht hört nehme ich es ihr weg. Davor sag ich ihr das es nicht in den Mund gehört und achte auf die Reaktion. Manchmal lässt sie gleich die Finger davon.

Ich gehe damit gelassen um und bis jetzt hatte ich in dem Alter wenig Probleme mit meinem Sohn und auch jetzt mit meiner Tochter.

Das ständige rumgetrage nervt nur im Moment, aber da sind Zähne unterwegs.

Anstrengend war es als mein Sohn mit 2 Jahren nicht hören wollte. Da war ich aber auch hoch schwanger und konnte bei Gefahr nicht schnell handeln.