Kind trotzt nur gegen Mama

Hallo ihr Lieben,

Ich hätte gerne mal eure Meinung. Meine Tochter ist vor einem Monat 2 Jahre alt geworden. Sie ist in der Autonomiephase seit sie 12 Monate alt ist, aber nun haben wir sozusagen "Level 2" erreicht. Ich lese natürlich Ratgeber ("Das gewünschteste Wunschkind..." etc.) und versuche entsprechend (aber auch intuitiv) zu handeln.

Was mich jedoch wirklich fertig macht, ist, dass meine Tochter fast ausschließlich gegen mich trotzt. In der Kita trotzt sie nie (laut Erzieherinnen). Bei den Omas ebenfalls nicht, beim Papa sehr selten. Bei mir sind es die dramatischten Wutausbrüche, die man sich vorstellen kann: Auf den Boden schmeißen, um sich schlagen, heulen wie ein Schlosshund, und das oft 30 Minuten oder länger, 5-6 Mal am Tag. Nichts hilft. Ich versuche zu spiegeln, zu begleiten, zu hinterfragen, zu umarmen, Alternativen anzubieten usw. Meistens muss ich es einfach aushalten, also dabeisitzen und weinen lassen. Nach 30, 35 oder XY Minuten lässt sie sich dann umarmen. Nach nochmal ein paar Minuten hört das Weinen dann auf (manchmal geht es auch wieder von vorne los...).

Ich weiß ja, dass das alles normal ist, aber warum nur bei mir? Liegt es daran, dass sie vorher so extrem auf mich fixiert war? Liegt es an ihrem 4 Monate alten Bruder? Wie reagiere ich richtig? Wie gehe ich mit den versteckt kritischen Aussagen der Omas um ("Bei uns ist sie das liebste Kind.")?

Ich ertappe mich dabei, dass ich öfter auch mal schimpfe, weil ich einfach genug von ihrem Verhalten habe. Zum Beispiel habe ich sie heute 2x ermahnt die Füße vom Esstisch zu nehmen (beim Mittagessen). Beim 3. Mal ist mir der Kragen geplatzt und ich bin sehr laut und deutlich geworden. Alle am Tisch waren wie erstarrt (wir waren bei den Großeltern). Meine Tochter hat sofort angefangen zu weinen. Die Oma hat versucht sie abzulenken ("Guck mal, die Taube da draußen"), aber ich habe sie auf den Arm genommen, aus dem Zimmer getragen und ihr nochmals ruhig erklärt, dass so etwas nicht in Ordnung ist. Nach einiger Zeit hat sie sich wieder beruhigt und sogar verstanden was ich meinte (denke ich).

Ich habe Angst, dass unser eigentlich tolles Verhältnis zueinander leidet, da ich ja offenbar die Einzige bin, bei der sie trotzt und die mit ihr schimpfen "muss". Sie bekommt schon viel Exklusivzeit mit Mama (da wir die Enttrohnung "abmildern" möchten), auf die sie sich wirklich zu freuen scheint. Aber sie "ruiniert" sie immer wieder mit diesem extremen Verhalten.

Kann ich vielleicht noch etwas tun um diese Ausbrüche abzufangen oder zu vermeiden?

Lg, babyelf mit babygirl (2 Jahre) und babyboy (18 Wochen)

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Herzlichen Glückwunsch zu eurer super Bindung. Das nur bei dir "trotzen" heißt nichts anderes, als dass deine Tochter dir super vertraut und alles bei dir raus lassen kann. Auch wenn du schimpfst. Lieber ist mir ja das Wort Autonomiephase. Vergiss nicht, dass in deinem Gehirn deiner Tochter ganz viel passiert und sie einfach ihre Gefühle noch nicht so unter Kontrolle hat. Kinder lassen es meistens bei den Menschen aus, denen sie am meisten vertrauen. Mach dir nicht zu viele Gedanken. Atme zwischendurch und versuch dich in ihre Lage zu versetzen. Das hat mit wahre Wunder bewirkt. Ach ja, und wenn es geht, mach es dir bei den Anfällen so "bequem" wie möglich. Hol dir nen Kaffee, Tee, oder nen Keks. Oder was auch immer die Situation für dich ein bisschen einfacher macht. Für mich wurden die Situation zumindest erträglicher 😅

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Hey!

Bei uns war es genau so das meine mittlere Tochter (mittlerweile 8) nur bei mir nicht gehört/getrotzt etc. hat.

Tips kann ich dir leider nicht geben, außer „Tue was du sagst, sage was du tust“.
Also weiterhin klar sein in den Aussagen, und auch wenn man sich Mühe gibt um die Erziehung so gut wie möglich zu machen , immer schön authentisch bleiben 😊

Was mich immer sehr beruhigt hat, ist das ich von der Arbeit sehr viel mit ganz starken Bindungsängsten/Problematiken zu tun habe. Habe auch sehr viele Fortbildungen zu dem Thema gehabt.
Die Kernaussage (Kurzfassung) ist jedoch immer die gleiche : Menschen reagieren am stärksten, bei den Menschen bei dem die Bindung auch am stärksten ist.
Ergo - eure Bindung ist gut und Stark.
Mich hat das immer beruhigt und bestärkt.

Viel Kraft die nächste Zeit 😅😊🍀

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Liebe Babyelf,

Na, das ist doch ganz klar. Deine Tochter fühlt sich bei dir geborgen und sicher!
Bei dir kann sie ihre Gefühle raus lassen.
Sie weiß, dass du sie liebst auch wenn sie ein kleiner Wutzwerg ist.
Also sieh es als Kompliment;)

Tipp hab ich sonst leider keinen. Ich denke du machst da schon sehr viel richtig und dass man manchmal schneller "ausflippt" ist auch normal. Wir alle sind nur Menschen.

Ich wünsche dir weiterhin gute Nerven!

Glg Mawi

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Bei uns ist es genauso. Krümel dreht mit seinen 2 Jahren nur bei mir richtig durch: Wutausbrüche, Grenzen testen ohne Ende, versuchen zu schlagen, zu beißen oder zu treten. Bei der U7 meinte die Kknderärztin dazu nur: "Sie sind die Mutter und er vertraut Ihnen. Sie sind der emotionale Prellbock."
Also kann ich mich den Vorschreinerinnen nur anschließen: Dein Kind liebt dich und vertraut dir. Bei dir wird getestet, getrotzt, gewütet. Das ist ein Vertrauensbeweis.
Genau wie du begleite ich, bin konsequent, aber liebevoll und versuche ihm bei allem (egal wie genervt ich bin) Sicherheit zu geben. Er darf bei mir so sein und ich liebe ihn trotzdem. Dessen soll er sich weiterhin sicher sein.
Wir können nur durchhalten 😊

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hallo,
als ich damals mit meinen Töchtern auch dieses Problem hatte , hab ich mal einen tollen Satz gelesen#pro
MAMA IST MEIN LIEBSTER FEIND

das bedeutet , dass dein Kind eine ganz tolle Bindung zu dir hat.
an Mama wird einfach ausgetestet , wie weit kann ich gehen , denn Mama hat mich trotzdem lieb.#liebdrueck
bei Oma , Erzieherin o. a. Personen ist das Kind sich nicht so sicher , drum wird da eher "gehört oder gefolgt".

meine 2 haben mich auch oft zur Weißglut gebracht , aber von KiGa , Schule und anderen Eltern wurden immer diese braven Kinder gelobt#gruebel
der Sparringspartner war immer nur ich#kratz

viel Kraft und Energie !

#winke

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Eigentlich zeugt genau DAS von eurer guten Bindung.

Bei dir kann deine Tochter sein, wie sie ist, sie kann alles ausleben, auch das schlechte, denn sie ist sich deiner Liebe sicher.

Grade in der Kita „reißen“ sich viele Kinder „zusammen“. Und insbesondere dann ist nachmittags die Energie dafür aufgebraucht und es geht so richtig rund, alles muss raus.

Zudem kann es durchaus kommen, dass deine Tochter auch noch bei anderen trotzt 😜 Motte ist ja auch 2. Anfangs hat sie auch am meisten bei mir getrotzt, das ist im Prinzip auch immer noch so, beim papa ist es aber genauso oft und sonst Oma und Opa haben schon 2 Wutausbrüche abbekommen 😜

Ich werde durchaus auch mal laut. Ich bin auch nur Mensch und grade, wenn ich auch nicht mehr kann und sie dann Quatsch macht, platzt mir auch mal der kragen. Das ist ok 😅 hinterher kann man drüber reden und sich selbst reflektieren. Z.B. nehme ich nach 2 maliger Ansage die Füße meiner Tochter einfach vom Tisch oder setze sie dann runter (kann durchaus auch im Anfall enden^^). Meist klappt das.

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Hi, meine ist 2,5 und der Bruder knapp 4 Monate. Wir haben 1:1 die selben Probleme mit kräftigem Frechsein. 😵

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Naja klar, in der Kita muss man sich zusammenreißen,das ist wahnsinnig anstregend für die Kleinen Zwerge.
Umso schöner wenn man nach Hause kommt und man alles Angestaute rauslassen kann, natürlich bei den Personen den man am meisten vertraut und man weiß,dass man sich so verhalten kann und trotzdem geliebt wird 😅

Das halte ich mir auch immer vor Augen wenn ich unsere von der Krippe abholen, erzählt wird wie toll sie sich benimmt und Zuhause geht's dann richtig rund 😅😁

Natürlich bin ich auch schonmal geplatzt,das ist menschlich und okay, auch ein kleines Kind kann verstehen dass bei Mama eben auch Mal ne Grenze erreicht ist. Wichtig ist,das man danach trotzdem ganz normal und nicht nachtragend ist.

Meist setze ich mich auch daneben,begleite und warte ab. Irgendwann wird danach geknuddelt und wieder gespielt. Aushalten ☘️😉 du schaffst das!