Eingewöhnung Erfahrung

Unser Sohn, 14 Monate, hat vor 5 Wochen die Eingewöhnung begonnen.

Zu Beginn war ich sehr zuversichtlich. Er ist offen und kontaktfreudig, fordert andere gerne zum gemeinsamen Spiel z.B. mit dem Ball oder Auto auf. Kann sich aber auch über eine kurze Zeitspanne selbst beschäftigen.

Die ersten Tage verliefen sehr gut, er hat alle Erzieher offen an gelächelt und auch hin und wieder zum Spiel aufgefordert.
Da ist mir aber bereits aufgefallen, dass seine Bezugserzieherin wenig Zeit für ihn hat und immer wieder von anderen kleinen Kindern "belagert" wird.

Die erste Trennung nach einer Woche für 20 Minuten klappte gut. Er schaute mir zwar hinterher, konnte aber dann zurück ins Spiel finden. Nach weiteren Tagen mit kurzer Trennung kam dann Frühstück dazu, Tage später dann der Versuch nach dem Frühstück zu schlafen (er brauchte dort das VM Schlafen).
Schlafen klappte anfangs nicht gut, habe ich mich aber darauf eingestellt.

Nach ca. drei Wochen besuchte er dann die Kita 2,5 - 3 Stunden, inklusive Schlafversuch.
Da ist mir das erste Mal aufgefallen, dass er mich beim abholen nicht anschaut und abwesend vor sich hin starrt. Ich hatte es auf die Müdigkeit geschoben.

Die darauf folgenden Tage wurde mir beim abholen berichtet er hätte nichts gespielt und kaum was gegessen und wollte nur auf den Arm. Allerdings war er beim abholen oft auf dem Arm andere Erzieher. Nicht bei seiner Bezugserzieherin.
Wieder blickloses starren.
Zu Hause wollte er nach der Kita auch oft erst lange getragen werden bevor er wieder aufgetaut ist.

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Teil 2

Dann eine Woche Kita Ferien. Mein Kind fand zurück zu seiner ausgelassen Persönlichkeit und vertilgte sein Essen in rauen Mengen.

Nach den Ferien haben wir in Rücksprache mit der Bezugserzieherin wieder mit meiner Anwesenheit im Raum gestartet, weil er bei Betreten des Raumes angefangen hatte zu weinen.

Nach einer Woche mit meiner Anwesenheit, erkundete er wieder freier den Raum und nahm rege am Frühstück teil.
Nach dem Erfolg erneute Trennung zum Frühstück, vorher war ich noch mit im Raum.
Ergebnis wieder nichts gegessen und geweint.

Er ließ sich zu Beginn gut von seiner Erzieherin beruhigen, jetzt jedoch nicht mehr.

Auch ist mir wieder aufgefallen, dass sie wenig Zeit hat sich um ihn zu kümmern und den Kontakt mal zu vertiefen.

Mein Fazit : macht so keinen Sinn.
Er hat keinen Draht zu ihr aufbauen können. Weint ohne mich ständig, isst nicht und spielt nicht. Danach ist er zu Hause anhänglich und schläft Nachts zudem jetzt auch schlechter.
Wechsel der Bezugserzieherin nicht möglich. Nächste Eingewöhnung startet bald.

Sie hatte während meiner Anwesenheit keine 5 Minuten mit ihm um mal Kontakt aufzunehmen und zu spielen. Seine Versuche liefen Wochen lang ins Leere.

Ich möchte ihn jetzt wieder abmelden, da meine Intention war das er sich dort wohlfühlt und etwas mehr Sozialkontakte hat.

Von seitens der Erzieherin natürlich keine Begeisterung, sie sieht das alles positiv. Das wird schon...

Wie sind eure Erfahrungen derzeit mit der Eingewöhnung? Die Maske macht es ja auch nicht einfacher...

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Puh, finde ich auch echt schwierig und sehr schade für dein Kind, dass er eine solche Erfahrung machen musste. Ich würde das auf jeden Fall der Kita zurück melden, denn das geht nicht. Gerade in der sensiblen Phase der Eingewöhnung finde ich persönlich es wichtig, dass die Bezugsbetreuerin sich die extra Zeit für das Kind nimmt, es in das Spiel einbezieht, für das Kind da ist. Wenn das nicht passiert, kann man die Eingewöhnung ja fast schon vergessen.

Habt ihr Alternativen?

Unsere Eingewöhnung war komplett anders, aber wir sind auch bei einer Tagesmutter, die bindungsorientiert arbeitet. Die Eingewöhnung dauerte fünf Wochen und sie hatte in der ersten Woche nur unseren Sohn im Blick. Er wurde ständig in die Gruppe integriert, auf den Arm genommen (wenn er es wollte) und war ziemlich im Fokus. Die Tagesmutter trägt aber auch keine Maske und gewöhnt immer nur ein Kind ein, so lange, bis es fest im Sattel sitzt, dann kommt das nächste. Ich weiß nicht, ob dir das jetzt was bringt, aber ich persönlich finde die Eingewöhnung leider ziemlich missglückt bei euch. Das tut mir sehr leid, ich hoffe, ihr kommt da irgendwie gut aus der Sache raus.

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Eure Eingewöhnung hört sich ganz anders an.
So was hätte ich mir für ihn auch gewünscht.

Ich versteh ja, dass die Erzieherin sich um mehrere Kinder kümmern muss. Aber wie du schon sagst, zum Aufbau einer Bindung braucht es schon mehr. Und vor allem hat er ja immer wieder Versuche gestartet und sie dabei strahlend angeschaut, aber immer kam was dazwischen oder es wurde nach kurzer Zeit unterbrochen.

Als ich die letzte Woche mit im Raum war, hat er auch nur noch mit den anderen Kindern und mir Kontakt aufgenommen.
Eine weitere Trennung halte ich für kontraindiziert.

Eigentlich wollte ich vormittags wieder ein paar Stunden arbeiten, werde mich aber anders organisieren.
Andere Alternativen habe ich leider nicht.

Danke für deine Antwort!

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Hallo 👋🏻 ich glaube ich hätte mein Kind da auch abgemeldet. Ich würde aber auf jeden Fall noch ein Feedback geben. Gerade mit 14 Monaten brauchen sie ja einen Draht zu einer Person. Und dass er da nicht essen will, ist ein ganz klares Zeichen, dass er sich nicht wohl fühlt.

Habt ihr eine andere Kita in der Nähe?

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Ein Feedback werde ich am Montag noch geben. Ich denke jeder hat sich da in seinem Rahmen des möglichen bemüht, aber es hat für unseren Sohn halt nicht gereicht.
Vielleicht tun sich da andere Kinder auch leichter, keine Ahnung. Ist auch egal, für meinen passt das so nicht.

Danke auch für deine Antwort!

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Das mit dem Essen und vor allem mit dem blicklosen starren hat mich auch sehr erschrocken. So hab ich ihn bisher noch nicht erlebt, bei keiner anderen Person.

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Hi,

ich finde deine Entscheidung richtig. Wenn es für euch möglich ist, dann gib ihm noch etwas Zeit.

Die Bezugserzieherin klingt nicht besonders engagiert.

Meine Kleine ist auch sehr offen und kam jetzt gerade in den Kiga, sie ist also schon 3.
Ich hätte zur Eingewöhnung mit reingedürft, aber sie ging am ersten Tag schon alleine, hat ja ihren großen Bruder noch.
Trotzdem war ihre Bezugserzieherin die ganze Zeit für sie da, wenn nötig. Wenn sie frei gespielt hat, kam sie nach einiger Zeit immer wieder zu ihr und war dann bei ihr "erholen". Mit Puzzeln usw.
An einem Tag konnte sie dann nicht mit in den Kiga, weil eine andere Erzieherin krank war und so ihre Bezugserzieherin nicht die Zeit hat, die sie bräuchte.
Nach einer Woche war sie dann vollständig eingewöhnt und erzählt auch schon von 2 anderen Erzieherinnen und einem FSJler.
Maske trägt von den Erziehern keiner im Umgang mit den Kindern, nur bei Kontakt nach außen. Wobei auch hier am ersten Tag die Maske direkt abgenommen wurde, damit die Maus das Gesicht richtig sehen konnte.

Von daher hör auf dein Bauchgefühl, Sozialkontakte braucht er in dem Alter nicht täglich Krabbelgruppe oder Turnen, Spielplatz reicht da völlig.
Mein Großer hatte erst mit 2,5 überhaupt Interesse entwickelt an anderen Kindern und erst mit 3,5 im Kiga dann Freundschaften geschlossen. Man merkt keinen Unterschied zu seinen Freunden.😊

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Danke für deine Antwort!

Bei euch hört es sich ebenfalls besser an was die Eingewöhnung betrifft.

Ich habe die Wochen immer mal wieder mit mir gehadert, ob ich da vielleicht nicht zu sensibel reagiere.
Unser Sohn entstand nach einer langen Kinderwunschphase mit vielen Versuchen der künstlichen Befruchtung.
Das hängt mir wohl noch nach und ich denke manchmal das mir da die Leichtigkeit fehlt und ich zu sehr "bemuttere".
Allerdings habe ich immer gute Erfahrungen mit meinem Bauchgefühl gemacht und das hat mir eindeutig gesagt, dass es in diesem Setting nichts für ihn ist.

Du hast recht, ich werde ihm die Zeit geben die er braucht und mir andere Möglichkeiten suchen um ihn an sozialen Kontakten teilhaben zu lassen.

Das mit dem arbeiten werde ich schon irgendwie anders hinbekommen. Kann mir das zum Glück selbst gestalten wann ich außer Haus bin.

Liebe Grüße