Wer gibt sein Kind nicht in die kita

Hallo,

ich schreibe mal in die Runde interessehalber aufgrund dass ich heute ein Gespräch mit einer Mama hatte.

wer von euch lasst eure Kinder NICHT in die Kita (ab 3 j.) Und warum? Also nicht weil es nicht geht, sondern weil ihr nicht wollt.

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Meine Eltern haben das teilweise bei uns so gemacht - zwei meiner Geschwister sind nie in den Kindergarten gegangen, denn meine Mutter war eh zuhause und es wurde danach entschieden, ob das Kind sich gut eingewöhnt, Spaß daran hat und so... War bei den beiden nicht der Fall, sie waren sehr schüchtern und haben laut unseren Eltern sichtlich gelitten, deswegen blieben sie zuhause. Geschadet hat es niemandem, alle haben genug Freunde im Leben gefunden und einen guten Schulabschluss ;-)

Bei entsprechender Förderung zuhause und genug Kindern im Umfeld ist der Besuch des Kindergarten nicht nötig, finde ich. Deswegen verstehe ich es auch nicht wirklich, wenn oft leise Kritik mitschwingt, sobald sich jemand gegen den Kindergarten entscheidet. Wirklich notwendig ist er meiner Ansicht nach nur bei Kindern, die zuhause nicht gut betreut werden oder aufgrund eines Migrationshintergrundes unbedingt die Sprache vor dem Beginn der Grundschule lernen sollten. Ansonsten würde ich immer danach entscheiden, was für Eltern und Kind am besten ist. Manche lieben es, mit ihrem Kind so lange zu Hause zu sein, andere möchten lieber wieder arbeiten - beides völlig in Ordnung.

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"Deswegen verstehe ich es auch nicht wirklich, wenn oft leise Kritik mitschwingt, sobald sich jemand gegen den Kindergarten entscheidet. "

Ich kann das sehr gut verstehen, ich wäre auch eine derjenigen, die das kritisch sieht.

Man versagt dem Kind die Erfahrung des "ohne Eltern"-Seins in entspannter Atmosphäre. Nicht für jedes Kind ist das ein Problem, aber in der KiTa kann man das durch Eingewöhnung und ohne Zwang recht entspannt ausprobieren. In der Schule besteht keine Wahl mehr. Und dass ein Kind mal einen Tag bei Oma und Opa verbringt ist KEIN Vergleich.

Die wenigstens können ihren Kindern soziale Kontakte in dem Maße bieten, denn es sind einfach nicht wie früher noch jede Menge weitere Kinder zu Hause, ständig Kinder draußen zu treffen, etc. Die meisten Kinder ab 3 sind nunmal in der KiTa und dort trifft man sich und lernt das soziale Miteinander - unter Kindern und ohne Eltern.

Erzieher sind Profis, sie erkennen früh und auch eher als die meisten Eltern, wenn etwas im Argen liegt. Natürlich kann man auch später noch reagieren, aber einem Sprachdefizit oder Konzentrationsproblem im KiTa-Alter vor der Schule zu begegnen, ist von Vorteil.

Es gibt jede Menge Gründe, warum 1-2 Jahre KiTa vor der Schule sinnvoll sind.
Und da redet keiner davon, sein Kind von 7-17 Uhr im Kindergarten zu lassen.
Aber von 25 Stunden die Woche beispielsweise (oder auch weniger) profitiert sicher fast jedes Kind.

Bei deinen Geschwistern bezweifle ich die Geschichte ja stark. In die KiTa konnten sie nicht, weil sie so gelitten haben, aber in der Schule war es kein Problem? Da liegt im Zweifelsfall nur 1 Jahr zwischen...

VG Isa

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Hi...

Deine Kritikpunkte finde ich... kritisch😅

*Man versagt dem Kind die Erfahrung des "ohne Eltern"-Seins in entspannter Atmosphäre.*

Entspannte Atmosphäre im Kindergarten? 🤔Kann mal vorkommen aber ist eher die Ausnahme 😅

*aber in der KiTa kann man das durch Eingewöhnung und ohne Zwang recht entspannt ausprobieren. In der Schule besteht keine Wahl mehr.*

Eingewöhnungen laufen häufig durch Zwang und Recht unentspannt ab (lese doch mal die Beiträge dazu bei Urbia 🧐), da es meist so ist, dass die Eltern wieder arbeiten MÜSSEN und sowohl die Eltern auch als das Kind keine Wahl haben🤷‍♀️ natürlich gibt es auch Kinder die keine Probleme bei der Eingewöhnung haben...

Und das in der Schule Argument... Macht ein gewaltigen Unterschied, ob ein Kind 3/4 Jahre alt ist oder 6/7... Das sind Welten 😊

*Die wenigstens können ihren Kindern soziale Kontakte in dem Maße bieten*

Öhm... Warum nicht? Soziale Spielkontakte werden meist erst mit 3 jahren interessant (manchmal natürlich auch früher)... Soziale Kontakte sind zb auch der Bäcker /Kassierer... Kinder auf dem Spielplatz... Nachbarn ect... Nicht jedes Kind ist gerne täglich über mehreren Std. 15 anderen Kindern ausgesetzt 😅

*Erzieher sind Profis, sie erkennen früh und auch eher als die meisten Eltern, wenn etwas im Argen liegt.*

Die Aussage finde ich 👎🏻😅...
Es mag viele gute Erzieher geben die ihre Arbeit gut, gerne und mit ganz viel ❤️machen... Aber mind. genau so viele die keine Profis sind und ihren Beruf verfehlt haben🙈👎🏻

Sprach- oder andere Defizite werden natürlich von den meisten Eltern erkannt die ihre Kinder selbst betreuen 🙄

*Bei deinen Geschwistern bezweifle ich die Geschichte ja stark.*

Dazu schreibe ich mal lieber nichts 🙄

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Meinst du jetzt nicht in die Kita oder nicht in den Kindergarten? Kita kann ich ja noch nachvollziehen, wenn man nicht arbeitet und sowieso zu Hause ist. Aber mit 3 Jahren ist es glaube ich sinnvoll, das Kind regelmäßig mit anderen Kindern und Erwachsenen zusammen kommen zu lassen. Ich glaube dass das für die soziale und autonome Entwicklung des Kindes wichtig ist. Auch in Hinblick auf die Vorbereitung auf die Schule...

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Kita / Kindergarten.. ab 3 Jahren eben.

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Ich glaube tatsächlich, dass es kein SCHADEN ist, wenn ein Kind nicht geht. Schaden ist ja doch enorm.

Aber ein Kind profitiert total von einer Kita oder auch Tagesmutter. Ich hätte das nicht gedacht, sehe es aber richtig bei meiner Tochter.

Ich glaube, ab wann, kann man streiten und in meinen Augen ist es U3 tatsächlich kein Muss. Aber mit 3 oder 4 profitiert ein Kind durchaus, grade im Hinblick auf die Schule. Und grade, wenn es sensibel und schüchtern ist. :)

Aber dass ein sozialer Krüppel heraus kommt, nur Weils nicht im Kindergarten war, ist auch Quatsch.

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Wieso auf Hinblick auf die Schule? Kannst du das genauer erläutern?

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Weil es dann schon an andere Kinder gewöhnt ist und auch an das Leben in einer Gemeinschaft ohne Eltern. Der erste Schultag ist auch leichter wenn man das Miteinander schon vom Kindergarten kennt.

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Also ich gehöre zu den mit Migrationshintergrund und bin erst mit 7 nach D. Und da ich wurde von uns irgendwann plötzlich verlangt, dass alle unter 18 in den kiga gehen.
Die Erzieherin (es gab nur eine für k.a. 20-30 Kinder) war nett und als sie mit den Hausaufgaben geholfen hat, war das toll. Anfangs mochten wir den kiga gar nicht. Es war Sommer und heiß und wir sollten alle in einen stickigen Raum uns aufhalten, statt draußen Volleyball/Fußball/Krieg/usw. Zu toben und spielen.
Vielleicht hat es bissel mit der Sprache geholfen, aber ich glaube eher, dass das die Schule war.
Ab 10 oder so bin ich nur hin, wenn ich Hilfe brauchte. Also eher sehr selten.

Aber es gab auch keine deutschen Kinder im KiGa. Und alle Kinder die drin waren, waren aus dem heim und wir haben sowieso mit einander gespielt. KiGa oder nicht.

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Ich glaube dass du von etwas völlig anderem redest als die TE. Gemeint ist ein Kindergarten/eine Kindertagesstätte für Kinder bis 6 Jahre vor dem Schuleintritt.

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Ne,
Ich Rede genau davon.
Wir hatten einen Kindergarten, aber weil keiner hin ist, wurden von heute auf morgen alle Kinder verpflichtet hin zu gehen. In den ferien war das ja OK, aber wir mussten auch nach der Schule.
Kinder vor Schuleintritt bekamen so bissel Buchstabenunterricht. Der Rest hat gemalt, Brett und puzzlespiele gespielt oder war in der Spielzeugecke. War alles recht eng, weil wir so viele Kinder waren und es wenig Platz gab.

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Ich finde Kitafrei toll, ist leider bei uns auf dem Land nicht so gut umsetzbar. In großen Städten gibt es Netzwerke für die Eltern.
Mein Kind kommt deshalb wahrscheinlich schon mit 4 in den Kindergarten.

Es gibt Studien zu dem Thema, die zum Schluss gekommen sind, das Kinder, die bis zur Einschulung zu Hause betreut wurden, genauso fit wie Kita-Kinder sind. Voraussetzung ist, daß die Kinder aus bildungsnahen Haushalten kommen. Kinder aus bildungsfernen Familien wiesen meistens Defizite auf (aber das ist auch bei Kindern der Fall, die vorher eine Kita besucht haben).

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Achja und die Gründe für den späten Kitabesuch sind die (häufig) zu großen Gruppen, zu wenig Erzieher, Erzieherausbildung in Deutschland ist im europäischen Vergleich eines der Schlusslichter, weniger Stress für uns als Familie...

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Ich persönlich würde mein Kind ja in den Kiga geben, aus vielen Gründen.

Möchte aber auch mal anmerken, daß ich selbst in den Kiga gehen mußte und es jeden einzelnen Tag gehasst habe. Ich war schüchtern und habe da keine Freunde gefunden. Meine eigentlichen Freunde aus der Nachbarschaft mußten nicht hin.
Daß man im Kiga jetzt speziell gefördert wird, glaube ich auch nicht. Aber klar hat man die Möglichkeiten, vieles zu probieren und so.

Trotzdem, aus meiner Historie, wenn man eh Kinder in der Nachbarschaft zum Spielen hat, die nicht selbst vormittags anderweitig betreut sind, ist ein Kiga echt kein Muss.
Heutzutage dürfte es aber schwierig sein, andere Kinder im Umfeld zu haben, die zu Hause sind. Man merkt das ja schon nach der Schule, da ist es teilweise schwer. Die meisten Kinder in der Grundschule sind im Hort, der Mittagsbetreuung oder in der Ganztagesschule.

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Meine kleine wird jetzt dann 2 und wird die 12h wo ich wieder arbeiten gehe von der oma betreut.
Bei uns kostet die kita fast ein vermögen und hat nur total blöde betreuungszeiten die mir mit meiner arbeitszeit gar nichts bringt.
Und da brauche ich arbeiten auch nicht gehen wenn der großteil für die kita wieder drauf geht.
Zudem wollen wir sowiso ein 2 kind und bin dann sowiso wieder daheim.
Bei uns ist 1 jahr kindergarten pflicht, so wie es momentan aussieht wird sie auch nur das eine jahr gehen vl auch 2 jahre.
Naja wenn ich höre wie es manchmal bei uns in der gegend zugeht im kiga da stellen sich mir die haare auf.
Da bin ich dann doch ganz froh nicht darauf angewiesen zu sein.
Ich bin eher der meinung dass es so wichtig ist für kinder bei den eltern betreut zu werden und nicht wie oftmals schon mit 1 jahr in eine kita zu geben.
Wirklich schaden tut sicher beides nicht.
Aber man kann sich halt auch auf eine kiga nicht verlassen, das hat man jetzt durch corona sehr gut gesehen.

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"Und da brauche ich auch nicht arbeiten gehen wenn der Großteil für die Kita drauf geht " ich persönlich finde es immer sehr ungut wenn die Mütter immer meinen, die Kinderbetreuungskosten seien alleine von ihrem Gehalt abzudecken. Ich lehne mich wohl nicht allzuweit aus dem Fenster, wenn ich postuliere, dass auch das andere Elternteil ohne Kinderbetreuung nicht arbeiten gehen kann und man sollte die Kosten im Vergleich zum Gesamteinkommen sehen. Zumindest als Minimum, selbst wenn man sich entscheidet sowas wie geringere Rentenansprüche etc außen vor zu lassen

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Naja wir sind verheiratet und haben ein gemeinsames konto. Und wenn wir die kita bezahlen müssten würden uns einfach weniger übrig bleiben als jetzt wo ich noch in elternzeit bin. Da ist es egal wer wieviel bezahlt, ende des monats ist es dann einfach weniger.
Bei uns gibt es auch kein dein geld, mein geld. Nur unseres ☺️.

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Mein Sohn 2 Jahre geht nicht in die Kita. Er wird „klassisch“ mit 3 in den Kindergarten kommen.
Wenn ich arbeite (ca 2 mal die Woche) wird er von den Großeltern betreut.
Wir wollen es so 😉

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Ich selbst wurde nie in den Kindergarten/Kita geschickt, sondern kam mit 6 Jahren einfach in die Schule. Ich hatte allerdings 5 ältere Geschwister, von denen ich vieles lernen durfte. Mir persönlich hat es nicht geschadet, war immer Klassenbeste und auch nicht besonders schüchtern 🤣

Mein Kind kommt allerdings in die Kita, da ich wieder arbeiten möchte!