Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Silopo

Hallo zusammen.
Ich weiß zurzeit einfach nicht mehr weiter mit meinem "Großen" Sohn. Er ist jetzt fast 3 Jahre (hat in 2 Wochen Geburtstag) und spricht einfach nicht.
Kurz zur geschichte:
Juli 2020 - U7
Mit 2 wurde uns gesagt "late-talker" und wir sollen uns keine Sorgen machen

Oktober 2020 - sprachkontrolle
Wir werden an die Pädaudiologue überwiesen Verdacht auf Paukenergüsse und subkumöse Gaumenspalte

Dezember 2020 - Pädaudiologie
Paukenergüsse beidseitig bestätigt, subkumöse Gaumenspalte zum Glück ausgeschlossen

Januar 2021 - HNO
Linkes Ohr wieder frei, Logo verschrieben bekommen, seitdem geht er 3x die Woche zur Logo

Februar 2021 - HNO
Beide Ohren frei

April 2021 - nochmal Pädaudiologie
Immer noch beide Ohren Frei, habe nochmal nach Polypen, Gaumen, Rachenmandeln, usw schauen lassen, alles ohne Befund

Seitdem geht er 3x die Woche zur Logo aber es passiert einfach genau GAR NICHTS. Er hat im Mai einmal "krinken" zu trinken gesagt und am 6.6. Hat er "lecker" gesagt. das waren aber beides einmalige Angelegenheiten, danach war wieder alles nur "jajajaja" "bababa" "mamam".
Ich bin zwar "mama" aber alles andere heißt Mamama usw.
Ich lese ihm jeden Abend vor, oft die gleichen Bücher, damit er die gleichen Worte immer wieder hört. Wir schauen Bilderbücher an, ich rede viel in "ich-botschaften", einfache Sätze, wiederhole mich oft, damit er es immer wieder hört. Ich rede mir tagtäglich den Mund fusselig und es kommt einfach nichts.
Mir wird oft gesagt, dass es besser wird, wenn er mit anderen Kindern im Kita ist (ab September) aber mittlerweile habe ich Zweifel. Er ist auch schon im Schulkindergarten zur Förderung sprachbehinderter Kinder vorgemerkt, aber die wollen auch dass ich erst den normalen Kindergarten ausprobiere.

Mein Problem ist er versteht viel. "Kannst du die Tür zumachen?", "wollen wir Malen" , "holst du mir deine Klamotten, die liegen da und da"
Alles kein Problem. Aber es kommt einfach überhaupt nichts von ihm.

Und was auch so nervig ist, dass der kleine Bruder es sich abschaut. Er ist 1,5 und es kommt auch nur jajaja und Mamama und er macht alles nach was der Große "sagt".

Es tut mir leid, für das rumgeheule aber ich weiß nicht mehr weiter und es treibt mich echt an den Rand der Verzweiflung. Es macht mich aggressiv (er bekommt es nie mit, ich sage dann ich brauche kurz 5 Minuten für mich und gehe auf den Balkon oder ins Bad) und ich könnte heulen, weil irgendwas nicht stimmt aber man einfach nichts findet.

Seit Februar stehen wir auf der Warteliste vom SPZ, der Termin wird vorraussichtlich nächsten April -Juli stattfinden.
Bei der Frühförderung stehen wir auch auf der Liste und warten auf einen freien Platz.

Tut mir leid für den langen Text aber ich musste es einfach irgendwo rauslassen. In meinem Umfeld kommt immer nur ich solle mich nicht aufregen spätestens mit 18 spricht er bla bla bla.

Liebe Grüße, Ella

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Hallo Ella, ich kann deine Sorgen zum deinem älteren Sohn verstehen, aber vielleicht ist es wirklich anders sobald er in die Kita geht.

Mein Sohn konnte zwar schon etwas sprechen aber in der Kita hat er sein Sachverhalten in 2 Wochen schon verändert.

Der jüngere Bruder macht dem großen zwar viel nach aber es ist auch normal wenn er in dem Alter noch nicht so viele Wörter spricht.

Ich drücke dir die Daumen das es sich bald bei euch ändert.

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Vielen Dank, ich hoffe es einfach mal, dass es besser wird im Kkndergarten. Mehr als abwarten bleibt mir ja leider nicht übrig.

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Er scheint ja in der Lage zu sein zu sprechen. Nur fehlt evtl ein bisschen die Motivation 😉
Meiner Meinung nach kann sich das durchaus schnell bessern, wenn er mehr mit anderen Kindern zusammen ist und dann eben reden muss, um zu interagieren.
Oder er hat eben gelernt, dass er auch mit seiner eigenen „Sprache“ weiterkommt, weil Mama alles versteht. Was passiert denn wenn er etwas will und du erst reagierst, wenn er das entsprechende Wort sagt? Hast du das mal versucht? Wir haben das mal gemacht weil die Maus immer nur quengelnd vor uns stand. Wir wussten, dass sie auf den Arm will und das Wort auch sagen kann. Also haben wir ihr immer wieder gesagt, dass sie Arm sagen soll und ziemlich schnell hat es dann auch geklappt. Irgendwann sollte dann noch das Bitte dazu.
Muss man jetzt auch nicht übertreiben, aber vielleicht in 1-2 Situationen mal probieren.

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Das haben wir leider auch schon durch. Wenn er trinken will dann nimmer er meine Hand und zeigt auf den Kühlschrank und wieder sein "jaja". Wenn ich sage er muss "trinken" sagen und solange auch nicht reagiere dann trinkt er einfach gar nichts sondern geht wieder spielen. Das habe ich auch schon mit dem Arm probiert wenn er hoch will, aber dann von einer Sekunde auf die nächste muss er z.b. auch nicht mehr weinen/hat keine Schmerzen mehr sondern geht lieber wieder spielen. Er ist zu stur dafür 😅

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Kannst du ein bisschen Englisch? Ich schaue regelmäßig diesen Youtube Channel und er hat uns sehr geholfen. Lt. der Logopädin gibt es 11 Skills, die vor dem Spracherwerb kommen. Ich habe z.B. festgestellt, dass mein Kleiner (26 Monate) kaum Blickkontakt mit mir hat, besonders wenn er mit etwas spielt. Da brauche ich dann auch nicht den ganzen Tag wie ein Radio ihn mit Sprache und Wörtern bedröhnen, wenn er mich eigentlich dann sowieso kaum wahrnimmt. Ich arbeite jetzt erst mal daran und es ist tatsächlich schon besser geworden und fühlt sich jetzt mehr wie ein Dialog an und nicht wie ein Selbstgespräch, selbst wenn er noch kaum sprechen kann. Vielleicht ist es auch nichts für euch. Aber mir hat es total eingeleuchtet, dass ihm neben der Sprache anscheinend noch andere Fähigkeiten fehlen, die dazu wichtig sind.

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Wir haben ein Kind im Bekanntenkreis, was bis zum 3. Geburtstage auch gefühlt nichts gesagt hat. Außer eben bisschen Gebrabbel, was den Eltern natürlich irgendwann verständlich war, aber keinem anderen genutzt hat. Dann kam plötzlich der Durchbruch und der Junge redete wie ein Wasserfall. Trockener Kommentar des Arztes war nur: "Offenbar hatte er vorher einfach noch nichts zu sagen."

Wie läuft es denn, wenn er z.B. mit den Großeltern zusammen ist und irgendetwas will? Er muss sich ja verständlich machen. Wie bekommt er das, was er will, wenn ihr als "Dolmetscher" nicht dabei seid? Vielleicht wäre das motivierend?

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Er kommt gut klar ohne uns. Wenn er auf Toilette muss geht er einfach und wartet bis man zum abwischen kommt.
Will er was trinken zieht er einen entweder zum Schrank mit den bechern oder er bringt Oma die Wasserflasche.
Da er ein ZU guter Esser ist, sind klar 3 Mahlzeiten geregelt ohne Süßes usw zwischendurch (deswegen wird ihm 2-3 mal erklärt dass es nichts süßes gibt oder was zu essen). Will er was essen "ruft" nach Oma (umamama) und klopft an den Kühlschrank bzw holt sich was raus, wenn kein Schloss dran ist.

Wenn man macht als würde man ihn nicht verstehen ist es ihm zu doof. Entweder trinkt er dann gar nichts oder er trinkt im Bad mit der Hand vom Waschbecken. Wenn man ihn nicht versteht hat er keine Lust mehr auf Essen, der Po wird alleine abgewischt, die Klamotten zieht er danach aus.
Er ist zu stur, sagen wir so. Er trinkt/isst dann lieber gar nichts, als das er "trinken" sagt. Zu stur meine ich, weil er ja schonmal "krinken" zu trinken gesagt hat, aber dann niemals wieder was in die Rihhtung kam.

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Für mich klingt es auch fast so, als würde er einfach keinen Sinn darin sehen, zu sprechen. Denn er kann ja eigtl alles gut alleine, falls ihr nicht „pariert“ oder ihr springt bei seinem gebrabbel (ist absolut kein Vorwurf, würde mir vermutlich genauso gehen!).

Ich würde versuchen, mir selbst weniger Druck zu machen. Ihr habt alles ausprobiert, ihr wart bei allen möglichen Ärzten und ein paar Sachen stehen noch aus. Mehr könnt ihr aktuell nicht machen. Vllt spürt euer Kind auch diesen „Druck“ unbewusst und verweigert daher noch mehr. (Motte hatte das z.B. beim ersten Pipi ins Klo, wir haben sie so gelobt, das hat ihr wohl Angst gemacht, sie wollte danach Wochen nicht mehr drauf 😅).

Also zumindest kurzfristig einfach mal denken „ist dann jetzt so. Wir gehen zur Logo, wir warten auf den SPZ Termin und Kita-Start und solang nehmen wir es jetzt halt hin!“

Dass der kleine nachmacht ist ja normal, aber ich würde trotzdem mit ihm „üben“ und vllt motiviert das ja sogar den Großen, wenn der Kleine plötzlich besser sprechen kann und vllt Vorbild ist. 😅 Motte hat keine Geschwister, aber ihre Cousine liebt sie und die ist großes Vorbild. Aber wenn Motte mal was besser kann, ist sie stolz wie Bolle und reibt es jedem unter die Nase 😂😂