Anti-Stress Strategien

Hallo liebe Mit-Mamas!

Mich würden mal eure Anti-Stress-Strategien wunder nehmen, und zwar, wenn ihr mitten in der Situation steckt mit einem trotzenden Kleinkind. Davon gibt es ja viele: Kind will sich nicht anziehen, läuft davon, will irgendwas unbedingt, will irgendwas überhaubt nicht...

Ich bin eher der Typ Mama, die manchmal wenig Geduld hat und leider schnell laut wird, nicht immer, aber oft genug. Mein Junge ist der beste der Welt, hat aber einen Dickschädel und mag es gar nicht, wenns nicht nach seinem Plan geht.

Ich will an mir arbeiten, da ich merke, es würde uns beiden gut tun. In der Theorie weiss ich ja was zu tun ist, aber ich suche nach Akut-Tips, welche man IN der Situation anwenden kann. So was wie innerlich bis 10 zählen oder Atemübungen, etc.

Ich danke jetzt schon für hoffentlich zahlreiche Tips! ❤

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Erstmal aus der Situation raus, was anderes machen, wenn er die Jacke nicht anziehen will schuhe probieren oder erstmal ablenken und zb aus dem Fenster gucken.. Wenn man wirklich Zeitdruck hat und sie Wert sich würde ich trotzdem weiter anziehen.. Wenn sie zb Bücher rumschmeisst nehme ich sie weg und gebe alternative zum schmeissen..

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Jacke: wenn es ihm nicht schnell genug geht oder er sie nicht anziehen will, dann klemme ich mir die Jacke unter den Arm und wir gehen einfach loss. Nach 2-4 Minuten probiere ich es nochmals, da klappt es dann zu 99%. So kam erst gar kein Wutanfall auf. Diese Taktik benutze ich für vieles. Oder ich Frage mich selbst: warum will ich jetzt a und er aber b? Wenn a nicht zwingend erforderlich, dann lass ich ihn machen. Meine Kinder sind immer die ohne Mütze auf dem Spielplatz ;-)

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Was ich manchmal mache ist, das was ich ihm am liebsten an den Kopf schmeißen würde, einfach in Gedanken schreien… ist nicht ganz so befriedigend wie es laut zu sagen, aber so kann es raus und ich kann mich meinem Sohn dann ruhig und überlegt zuwenden ☺️

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Ich bin auch nicht der geduldigste Typ, leider. Im Akut-Bereich bin ich nach wie vor nicht sehr gut, deswegen muss ich auf Prävention setzen :-D Hier mal das, was aktuell hilft:

- Kind zum Einkaufen nur mitnehmen, wenn es sich nicht vermeiden lässt oder der Partner dabei ist. Wenn sie dabei ist, stelle ich das Highlight der Flaschenabgabe in Aussicht ("Wenn wir alles haben, schiebst du wieder die Flaschen in den Automaten, ja?"). Wenn es Drama gibt, lenke ich sie ab, indem ich sie bitte, eines ihrer Lieblingsprodukte zu suchen.
- Beim Anziehen lege ich nur das raus, was gebraucht wird. Das große Thema ist hier "Schuhe"; wenn man da ein anderes Paar sieht, welches einem heute besser gefällt, ist die Sache gelaufen und es entbrennt ein riesiger Disput darüber, dass man bei Regen leider keine Sandalen anziehen kann... Deswegen ist alles im Schrank und nur das draußen, was gebraucht wird.
- Für Sachen, die immer ungern gemacht werden führen wir feste Rituale ein, damit es erst gar nicht so dramatisch wird. Beim Zähneputzen wird getanzt, beim Nägelschneiden darf man zwei Minuten Tierfilm gucken...sowas in der Art.
- Wir versuchen mehr zu erklären, warum wir etwas wollen oder warum das, was sie will, nicht geht. Nicht endlos, nicht zu ausführlich, aber so, dass sie sich ernstgenommen fühlt.
- Wenn es sich hochzuschaukeln droht, verknüpfen wir unsere Wünsche mit einer Herausforderung. Also z.B. "Ich glaube ja nicht, dass du die Jacke schon alleine anziehen kannst" oder "Ich kann meine Schuhe bestimmt schneller anziehen als du". Das funktioniert oft, wenn die Sache auf der Kippe steht.
- Klappt das alles nicht und auch klare Ansagen helfen nicht, gehe ich für gewöhnlich erstmal raus, um mich abzukühlen. Ich versuche dann mir vorzustellen, wie sich die Situation aus Sicht des Kindes anfühlt - das relativiert das Ganze oft.
- Wenn die Möglichkeit besteht, wechseln wir uns dann gegenseitig aus. Gerade abends, wenn beide schon mit den Nerven runter sind, ist es extrem hilfreich, wenn man sich ablösen kann.
- Man muss wissen, welche Schlachten man kämpft und wo man es einfach mal sein lässt. Notfalls stopft man eben den gehassten Pullover in den Kindergartenrucksack und das Kind zieht ihn erst dort an...wozu sich deswegen morgens schon total aufregen. Klar, man muss auch konsequent sein, aber manchmal ist es besser, sich auf die wichtigen Schlachten zu konzentrieren.

Tja, sonderlich erhellend war es wahrscheinlich nicht, aber ich spekuliere darauf, dass hier andere noch bessere Tipps haben, von denen ich profitieren kann :-D

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Der letzte Tipp hilft auch bei uns meist super!
Oft frage ich mich erstmal ob der Konflikt es das jetzt überhaupt wert ist, ausgetragen zu werden.
Beispielsweise Zähne putzen am Abend, Kind will aber unbedingt seine Folge Bobo zu Ende schauen und fängt ein riesen Drama an - da lasse ich ihn dann auch einfach mal schauen.

Geht es um elementare Dinge wie die richtige Jacke/Schuhe draußen dann zieh ich auch konsequent durch, ebenso wenn es ums tägliche Zähneputzen geht.
Will er mal partout kein Abendbrot, dann lass ich ihn, er wird selbst am besten wissen wie es um seinen Hunger steht.

So schone ich unsere Nerven zumindest manchmal - bin an sich nämlich auch eher der Typ, der schnell keine Geduld mehr hat :-D