Medizinischer Eingriff ohne Einwilligung

Hallo,
Ich muss mir mal was von der Seele schreiben, das mich sehr beschäftigt und stinksauer macht.

Mein Sohn (3 Jahre) hatte gestern eine ambulante Leistenbruch-OP im Krankenhaus.
Bei dem Vorgespräch dazu letzte Woche hat die Ärztin auch festgestellt, dass er eine Phimose (Vorhautverengung) hat. Und ob wir denn dann gleich eine Beschneidung mit vornehmen lassen möchten. Wollen wir nicht, also hat uns gesagt, wir sollen dann mit Cortison cremen.
Gestern dann nach der geplanten LeistenbruchOP kam die Chirurgin zu uns und meinte, sie auch seine Vorhaut gedehnt im OP und das ihm das wahrscheinlich etwas mehr weh tun würde als die eigentlich OP-Wunde.
Sie hatte dazu aber keine Berechtigung und Vorallem keine Einwilligung! Wir kamen wegen einem Leistenbruch und sie nimmt einen Eingriff am Penis vor?!
Das ist Höchst übergriffig und Vorallem reine Körperverletzung 🤬.

Die Vorhaut von meinem Sohn ist minimal eingerissen natürlich und natürlich weint er seitdem bei jedem Pipi machen auf, weil es so dolle weh tut. Natürlich bekommt er Schmerzmittel, aber das hilft nicht bisher. Auch kann er nicht auf dem Bauch liegen.

Ich werde jetzt eine Beschwerde ans Krankenhaus verfassen und wohl auch bei meiner Rechtsschutz anrufen.. ich weiß auch gar nicht genau, was ich mir jetzt von hier erhoffe, aber ich bin einfach so stinkwütend und muss das mit jemandem teilen 😖

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Sofort zum Kinderarzt, damit er die Verletzungen dokumentieren kann!
Die Ärztin würde ich verklagen!

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Oh das finde ich echt krass! Da würde ich mich auch ohne Ende aufregen.
Ganz definitiv würde ich eine offizielle Beschwerde über diese Ärztin einreichen und vermutlich würde ich heute morgen schon beim ärztlichen Direktor oder bei der Klinikleitung im Büro sitzen. Sowas geht gar nicht und muss definitiv Konsequenzen haben.

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Danke für die Antwort!
Ich bin mir manchmal nicht sicher, ob ich einfach überreagiere.. also mit meiner Wut darüber bestimmt nicht, aber mit rechtlichen Schritten die ich einleiten will/werde.
Hatte heute eine Voreinschätzung von einem Anwalt der Versicherung und er sagt auch wir können dagegen vorgehen, sollen uns aber natürlich einen Anwalt für Medizinrecht suchen. Das werde ich morgen machen.
Eine Beschwerdemail habe ich schon ans Krankenhaus geschickt.

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Ich bin kein Anwalt, aber das ist doch auf jeden Fall Körperverletzung und sicher nicht legal. Da sollte man auf jeden Fall etwas unternehmen! Ich wäre auch sowas von wütend an deiner Stelle!

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Ab zum Anwalt mit euch! Das würde ich prüfen lassen!!

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Was bilden sich manche Ärzte eigentlich ein!?

Dokumentieren und Anwalt konsultieren. Ich würde sofort das Gespräch mit der Klinik suchen.

Der arme Kleine😥

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Hey,

da verschlägt es mir die Sprache.
Ich bin Krankenschwester und ohne Einwilligung der Eltern ist das ganz klar Körperverletzung!
Nach der Entlassung sofort zum KIA zwecks Dokumentation, mach du schon mal Bilder der Verletzungen.
Anwalt einschalten.
Selbst eine Blutabnahme oder Injektion ohne Einwilligung stellt den Strafbestand der Körperverletzung dar und dann wird ohne Zustimmung im Intimbereich manipuliert?!
Parallel Klinikleitung einschalten und auf keinen Vergleich einlassen, da wurde eine massive Grenze überschritten!

Ganz liebe Grüße

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Ja ich bin selbst Krankenschwester und weiß, wie es da rechtlich drum steht.
Ist eine ganz klare Sache. Ich habe heute mit unserer Rechtsschutzversicherung telefoniert bzw mit einem Anwalt am Telefon eine Ersteinschätzung bekommen und er sieht das natürlich genauso und sagt, wir sollten strafrechtlich dagegen vorgehen. Deswegen werde ich morgen jetzt einen Anwalt für Medizinrecht raussuchen und mich dort melden.
Beim Kinderarzt waren wir auch heute, er kann das auch nicht verstehen. Und Fotos habe ich gemacht.

Ich war erst so perplex gestern von dieser Sache… eine Überreaktion meinerseits ist das also nicht

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Kurze Verständnisfrage: hat er bei der OP einen Blasenkatheter bekommen? Das kenne ich zumindest als Standard bei Leistenbruch-OPs bei Erwachsenen. Wenn dafür die Vorhaut zu eng ist, kann es natürlich zu Verletzungen in dem Bereich kommen.

Ich würde an eurer Stelle ein Gespräch suchen und erklären lassen, wieso genau es zu den Verletzungen kam.

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Soweit ich weiß, hat er keinen bekommen. Außerdem hat er zwar eine Phimose, die Harnleiteröffnung ist aber trotzdem frei, wenn man die Vorhaut zurückzieht. Also selbst wenn es einen Katheter gegeben hätte, dürfte davon keine Verletzung kommen.
Noch dazu hat sie mir ja gesagt, dass sie gedehnt hat und mir das auch nach OP gezeigt. Auch hat sie ja gesagt, dass ihm das mehr wehtun wird als die OPWunde.

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Habt ihr denn ein Aufklärungsgespräch zur Therapie mit Cortison gehabt und wurde dort ggf möglicherweise erklärt, dass zunächst gedehnt werden soll? Denn ich meine, dass eine Cortisontherapie mit Dehnung einhergeht 🤔

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Sie hatte im Aufklärungsgespräxh gesagt, dass wir 6-8 Wochen cremen sollen und dabei die Vorhaut halt zurückziehen bzw. mit warmem Wasser üben.
Allerdings hat mein Kinderarzt uns die Creme nicht verschrieben, weil er meint, das ist noch nicht notwendig. Haben wir also gar nicht begonnen.
Aber selbst wenn, würden WIR ja dehnen und nicht SIE bei einer OP wegen einer ganz anderen Sache. Außerdem soll man ja auch bestimmt nicht soweit dehnen, dass es Läsionen gibt und das Kind dabei weinen würde.

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Hm, ok. Wenn die Dehnung im Krankenhaus nicht Bestandteil der Aufklärung war, fehlt wohl auch die erforderliche Einwilligung, um die Maßnahme zu rechtfertigen.

Hat das Krankenhaus bzw die Ärztin sich schon dazu geäußert?

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Wichtig ist es das zu dokumentieren was die Ärztin gemacht hat. Dazu solltet ihr so schnell wie möglich einen anderen Arzt aufsuchen.
Anwaltliche Beratung in Anspruch nehmen. Das ist definitiv nicht ok.