Am Tisch sitzen bleiben!?

Hallo.
Mein Sohn ist ca. 2,5 Jahre alt.
Seit ein paar Wochen geht er zur Tagesmutter und isst dort jetzt auch.
Er soll bei ihr am Tisch sitzen bleiben bis alle fertig sind. Das kennt er von zuhause nicht. Bei uns darf er aufstehen wenn er fertig ist aber dann gibt es auch nichts mehr.
Finde das Sitzen bleiben an sich ja nicht schlimm und kann auch verstehen, dass sie den Überblick verliert, wenn alle Kinder irgendwo rumwuseln. Hab heute Abend mal versucht ihn davon zu überzeugen, sitzen zu bleiben, bis mein Mann fertig mit essen war. Das war echt nicht lange. Aber er hat mich angeguckt wie ein Auto, als wenn er die Welt nicht mehr versteht.

Soll ich das zuhause wie gewohnt weiterlaufen lassen oder ist das für ihn dann nur verwirrend?
Wie handhabt ihr das?

Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass er seit 2 Tagen nur sehr ungern zur Tagesmutter geht. Weint schon beim Anziehen und will nicht in ihr Haus. Wenn man ihn fragt, wie es dort war oder was er gemacht hat, reagiert er sehr verhalten und ich hab den Eindruck, er „will nicht drüber reden“.

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Kinder können sehr gut unterscheiden, welche Regeln wo gelten. Also das ist nicht verwirrend, wenn ihr zuhause andere Regeln habt. Er wird sich (auf Dauer) bei der Tagesmutter daran gewöhnen und sitzenbleiben - wobei ich das nicht so handhaben würde.

Ich finde, mit 2 Jahren muss keiner am Tisch sitzen bleiben, der fertig ist. Ihr ja bisher auch nicht, also bleibt daheim bei euren Regeln. Die Tagesmutter wird’s ihm schon beibringen, wenn’s ihr wichtig ist.

Ist sie generell eher streng, oder was glaubst du, warum er da nicht (mehr) hin will? Es liest sich so, als siehst du da einen Zusammenhang.
Dass Kinder generell eher unwillig oder gar nix von der Kita/Tagesmutter etc berichten, ist aber übrigens ganz normal.

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Finde es auch besser, wenn er aufstehen kann, wenn er fertig ist. Das ist entspannter für alle.
Die Tagesmutter hat Gestern erzählt, dass sie ihn einmal schärfer ermahnt hat, dass er irgendwo nicht hinlaufen sollte. Da hat er wohl auch etwas geweint.
Ich denke, dass ihn da jetzt der Alltag einholt und er merkt, dass es auch dort, trotz Spiel und Spaß, Regeln gibt.

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Jaaaaa, das glaub ich auch. Es ist einfach eine andere Situation als zuhause. Insgesamt ist so ein Tag bei der Tagesmutter auch anstrengend mit den vielen Kindern und Eindrücken. Und wenn sie ihn das erste Mal schärfer angeredet hat, macht ihm das vielleicht echt ein bisschen zu schaffen. Er kennt sie halt nicht so gut und kann - anders als bei Mama, Papa etc. nicht einschätzen, ob sie ihn trotzdem noch mag, auch wenn sie mal schimpft. Ganz vereinfacht gesagt. Ich bin mir sicher, das wird schon. Sonst hätte die Tagesmutter sicher schon was gesagt, wenn er den ganzen Tag geknickt wirken würde oder so.

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Wir handhaben das anders als der Kindergarten. Im KiGa essen die meisten Kinder ja recht schnell und haben sich gegenseitig zur Unterhaltung. Wir daheim möchten einfach gern in Ruhe essen und uns unterhalten. Das ist für ein Kind von 2,5 herzlich unspannend und ich fände es nicht fair, es dann so lange am Tisch "festzuhalten". Deswegen muss es eben im KiGa sitzenbleiben und darf bei uns, wenn fertig, aufstehen.

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Hey, meine Kleine ist jetzt 3. Bei der Tagesmutter bleiben auch alle sitzen, einfach weil sie langsamen Esser sonst aufhören und hungrig weiter spielen wollen, so wie die anderen. Das erschien mir logisch als Begründung. Zuhause essen wir Erwachsenen auch meist schneller als unsere Kinder, weil die immer was wichtiges zu erzählen haben. Aber, wer satt ist darf aufstehen. Nur im Restaurant nicht, aber wir haben auch erklärt, dass dort eben, wie bei der Tagesmutter und in der Schule und überall andere Regeln gelten als Zuhause.

Ich finde es auch sehr wichtig generell als Lektion fürs Leben, dass Regeln variieren, je nachdem, wo sie sind.

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Hi,

Junior geht seit neuestem zum Spielkreis und dort gibt's ebenfalls eine Frühstückspause. Die Kinder sollen ebenfalls sitzen bleiben, solange noch nicht alle fertig sind.
1. Sind Kinder einfach super schnell abgelenkt und wurden ebenfalls aufhören zu essen
2. Gibt es viele Kinder die dann noch essen mitnehmen und unterwegs essen
3. Verliert man schnell den Überblick.

Aber die Pausen sind nicht so lange. Bei uns dauert das so in Schnitt 15 Minuten bis die Kinder aufgegessen oder satt sind. Wenn wir dann wirklich auf ein Kind warten müssen und da ist kein Ende in Sicht, dann dürfen die anderen Kinder schon aufstehen und eine Betreuung bleibt exklusiv bei dem noch essendem Kind. Das ist dann auch in Ordnung.
Heute war das bspw. So. Ein Mädchen hat in der Frühstückspause 2 weiche Brötchen gegessen und viel geredet. Die Brötchen sind aber auch was besonderes gewesen, sowas bekommt sie sonst nicht.
Alle anderen Kinder waren nach ca. 15 Minuten fertig und die kleine brauchte dann ne halbe Stunde. Das wäre für alle Kinder zum warten auch einfach zu lang geworden. Aber Mal kurz warten und sich gedulden müssen die kleinen ja auch lernen... Und irgendwo muss man ja anfangen. 😄

Zu Hause darf Junior trotzdem aufstehen, wenn er nichtmehr will. Und solange Mama und Papa am Tisch sitzen, darf er sich auch umentscheiden und nochmal n Happen holen.
Hier gilt die Regel, dass nicht mit essen oder Besteck in der Hand rumgelaufen wird. 🤷🏼‍♀️
Das klappt ganz gut und ich denke, dass umso älter er wird umso geduldiger wird er werden und umso einfacher wird es.

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Ich finde es völlig normal, dass in der Kita alle am Tisch sitzen bleiben, bis das Essen beendet ist, weil das sonst mit der Betreuung dort gar nicht funktionieren kann. Gleichzeitig sehe ich keinen Grund, warum mein Sohn (bald 3 Jahre alt) daheim nicht aufstehen sollte, wenn er fertig ist mit Essen. Wir Eltern sitzen auch gerne noch zu zweit da und können uns noch unterhalten. Völlig verwirrend fände ich es für meinen Sohn, wenn er jetzt plötzlich auch zu Hause warten müsste. Noch ein Grund für ihn, die Tagesmutter abzulehnen, wenn er jetzt noch zu Hause von dieser Regel genervt wird 🙈. In der Kita muss er auch draußen an der Hand gehen und wenn er mit mir unterwegs ist muss er das nicht. Bei der Oma muss er es schon usw. In der Kita muss jedes einzelne Spielzeug nach dem spielen weggeräumt werden, bevor man das nächste nimmt. Zu Hause kombiniert er im freien Spiel ganz unterschiedliche Sachen miteinander. Aber das würde in der Kita zu viel Chaos machen und zu viel Raum einnehmen. Die Liste kann man sehr lange fortsetzen.
Natürlich kann er das unterscheiden. Mein Sohn konnte das auch mit 16 Monaten bereits unterscheiden. Er kommt auch damit klar, wenn bei uns Eltern jeweils manche Regeln unterschiedlich sind (nur bei mir darf er beim kochen helfen, dafür wird in meiner Gegenwart keine Kindermusik gehört). Es ist ja sogar wichtig, dass er da flexibel bleibt und nicht denkt, dass die gleichen Regeln überall gelten.

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Motte geht seit Februar in die Kita, sie ist auch 2,5.

Dort muss sie sitzen bleiben, zu Hause nicht und das klappt sehr gut.

Sie hat auch Phasen, wo sie absolut nicht zur Kita will und manchmal ist es kein Problem. Das ist auch völlig normal ;)

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Meine Kinder dürfen aufstehen, wenn sie fertig sind. Wenn sie schlecht gegessen haben, müssen sie allerdings noch etwas länger sitzen bleiben, oft essen sie dann doch noch etwas.

Ich halte nichts davon, dass so kleine Kinder bis zum Schluss sitzen bleiben, oder ihren Teller immer leer essen müssen.

Nur eine Ausnahme gibt es bei uns: wenn mein Großer einen Nachtisch bekommt (kommt echt selten vor) wird gewartet , bis alle fertig sind mit essen. Ob er dabei aber sitzen bleibt oder spielt, bleibt ihm überlassen.

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Kinder können sehr gut unterscheiden, wo welche Regeln gelten. Wir haben zu Hause auch nichts geändert. Meine ist fast 3 und darf aufstehen wenn sie fertig ist mit dem Essen. In der Kita bleiben alle sitzen, bis alle fertig sind. Das kann ich gut verstehen, weil sonst vermutlich niemand wirklich etwas essen würde. Es klappt tatsächlich bei allen Kindern sehr gut.