Kita-Eingewöhnung

Hallo,

ich bin wirklich total verzweifelt. Unsere Eingewöhnung klappt einfach nicht. Meine Tochter ist ein sehr aufgeschlossenes Kind und geht seit September in die Kita. Die ersten Tage waren super, sodass wir gesagt haben, okay wir fangen mit der Trennung an. Zumal hatte ich wegen meiner Arbeit leider nur 2 Wochen Zeit. Leider hat es dann nicht geklappt. Meine Tochter hat 15 -30 Minuten durchgeweint. Wenn ich dabei war, war alles super, aber kaum war ich weg, war sie durchgeschwitzt vor Weinen. Da ich keine Zeit mehr hatte, ist meine Schwester dann mit ihr dorthin gegangen. Aber dann ist meine Tochter krank geworden und ist 2 Wochen ausgefallen. Danach haben wir die Eingewöhnung neu begonnen - diesmal mit meiner Mutter. Das war wohl extrem schlimm, weil meine Tochter sogar gemeckert hat, als die Erzieher sich ihr genähert haben (und immer OHNE Trennung). Irgendwann haben wir dann beschlossen, dass ich alle meine (ich hatte nur noch 8 halbe Tage) Urlaubstage ausschöpfe und mit ihr in die Kita gehe. Erstmal ohne Trennung wieder. Es war wieder wie am Anfang, sie war super glücklich und hat mit den Erziehern und den Kindern gespielt. Nach einer Woche haben wir mit der Trennung begonnen. Sie hat geweint, aber wenigstens Trösten lassen von einer Erzieherin. Das haben wir dann bis zu 1 Stunde verlängert und es gab auch 2-3 Tage wo sie sogar gegessen hat, gespielt hat und nicht viel geweint hat. Dann wurde meine Tochter leider wieder (das erste Kitajahr ist so schlimm) und ist eine Woche ausgefallen. Ja und diese Woche ist es wieder nicht so toll. Die Erzieher und ich sind der Meinung, dass wir auf jeden Fall irgendwie weiterkommen müssen. Vor allem auch, weil mein Mann und ich arbeiten und die Kleine eine Betreuung benötigt. Seit ein paar Tagen lasse ich sie 2-3 Stunden dort und wir hoffen, dass sie diese Hartnäckigkeit irgendwann aufgibt. Das tut mir in meinem Herzen weh, aber wir wissen echt nicht weiter. Meine Tochter hat sich wenigstens eine Bezugserzieherin ausgesucht. Sobald ich weg bin, will sie zu ihr und sie will wirklich diese 2-3 immer auf ihrem Schoß bleiben, was ja auch nicht optimal ist. Weinen tut sie zwar, aber lässt sich von der Erzieherin beruhigen. Aber sobald die Erzieherin sie ablegt, fängt es wieder an. Wir wissen echt nicht weiter. Eigentlich mag sie die Kita, aber sobald ich weg bin, ist alles blöd. Sie meckert wohl auch richtig. Die Erzieher sind der Meinung, dass sie ein sehr willensstarkes Kind ist.
Ich weiß auch, dass wir am Anfang alles falsch gemacht haben, aber das können wir jetzt leider auch nicht mehr ändern.
Ich bin echt verzweifelt und würde mich über Tipps sehr sehr freuen. Das Problem ist auch, dass wir uns ständig im Kreislauf befinden, wegen Erkältungen und Co.

Ich bedanke mich schon einmal bei euch.

LG
Betti

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Naja groß Tipps kann man da glaube ich nicht geben. Optimal wäre es wahrscheinlich wenn man pausiert und dann in einer anderen Kita nochmal von vorne anfängt mit angemessener Zeit. Das 2 Wochen wirklich viel zu wenig sind habt ihr ja gemerkt. Ich Frage mich aber auch warum die Kitas da nicht ordentlich drauf aufmerksam machen, dass 2 Wochen schon Recht flott ist.
Eigentlich sollten die im Vorhinein klar kommunizieren, dass die Eltern mehr Zeit einplanen und auch den Arbeitsstart entsprechend organisieren.
Was hier jetzt passiert ist wie du schon gesagt hast, dass deine Tochter ihre "Hartnäckigkeit" aufgeben muss. Wobei ich es das falsche Wort finde. Dein Kind ist nicht hartnäckig sondern nur verzweifelt. Was hier gemacht wird, ist das abgewartet wird, bis das Kind soweit resigniert und die Situation hinnimmt. Ob es sich damit am Ende wohlfühlt sei Mal dahingestellt.
Ich will dich nicht verurteilen. Wenn es finanziell nicht anders geht muss man halt arbeiten. Aber meiner Meinung nach sollte man das in einem Rahmen machen, der dem Kind nicht sowas abverlangt.
Kannst du nicht irgendwie mit deinem Chef reden und eine Lösung finden? Die Arbeitszeiten ändern? Unbezahlten Urlaub nehmen? Oder dein Mann? Kann der nicht auch was drehen? Wenn ihr nichts an euer beruflichen Situation ändert oder das Kind solange bei der Oma betreut werden kann sehe ich da leider keine Lösung. Dann wird das Kind Schlucht und einfach aushalten müssen. Das das nicht gerade das beste fürs Kind ist ist die ja klar.

Ich Frage mich aber immer wie es sein kann, dass, bei aller Information die es zur Eingewöhnung gibt und bei allem was man berichten über langwierige Eingewöhnungen lesen kann, es immer noch dazu kommt, dass Eltern lediglich 2 Wochen dafür einplanen. Ganz zu schweogen davon, dass dich klar ist, dass Herbst ist und die Kinder halt in der Kita immer oft krank sind am Anfang. Ich lese das hier auf Urbia öfter und Frage mich wirklich ob die Leute ne Rosarote Brille aufhaben, oder es wirklich gar nicht anders ging.

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Ich kann mich dir teilweise anschließen. Unsere Tochter ist 14 Monate alt und wir haben am 18.10. Mit der Eingewöhnung angefangen. Im Januar gehe ich wieder arbeiten und ich bin froh, dass wir die lange Zeit haben, um sie langsam an die krippe heran zu führen. Heute war ich nach Wochen das erste Mal 2,5 Stunden von ihr getrennt und bin heulend nach Hause gefahren, weil die kleine Maus geweint hat, als ich sie übergeben habe. Es lief allerdings gut, nach 5 Minuten hat sie wohl aufgehört und fing an zu spielen. Ich würde es immer wieder so machen, genug Zeit einzuplanen

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Ich kann dir auch keine Lösung dazu geben. Aber ich kann dir über unsere Situation erzählen.

Im Gegensatz zu euch habe ich mir Zeit genommen. Finanziell zwar wirklich hart an der Grenze, aber ich wollte das nicht erzwingen. Ende September fing die Eingewöhnung an, erste Woche lief super (es gab sogar Trennungen am 4. Tag). Dann wurde unser Sohn krank und ab der darauffolgenden Woche (war nur 3 Tage zuhause) lief es nur bergab. Er ließ sich nicht trösten, er hat geweint sobald eine Erzieherin sich ihm annäherte. Er hielt sich immer fest an mir und wollte partout nicht spielen und das obwohl ich die langweilige Rolle einnahm (müssen uns passiv verhalten). Irgendwann haben wir 2-3 Trennungsversuche gehabt: ende vom Lied war, dass ich nach maximal 5 Minuten reingeholt wurde, weil er sich nicht beruhigen ließ. Es war teilweise sooo schlimm, dass er zuhause Papa, Oma und Opa zurückgewiesen hat und Angst vor Fremden entwickelte. Ich hab die Reißleine gezogen: wir machen gerade 2,5 Wochen Pause. Jetzt überlegen wir ihn sogar evtl. bis Januar nicht hinzubringen oder sogar vielleicht ihn ganz abzumelden. Die Kitagebühren zahlen wir schön weiter und wir wissen nicht mal, ob es überhaupt klappen wird.

Wie alt ist deine Tochter? Unser Sohn ist 15 Monate alt. Ich finde ihn aber noch nicht bereit dafür, hab ich langsam das Gefühl. Und auch ich hatte geplant ursprünglich bereits im November zu arbeiten, habe aber meine Elternzeit verlängert. Es geht leider nicht anders, er bestimmt das Tempo. Ich bin Akademikerin und hab einen Job bei dem ich weiß, dass ich abgeschrieben bin bei so einer langen Pause. Ich kann aber auch verstehen, wenn es gar nicht anders geht. So ist das leider manchmal, deshalb kann ich dir da gar keinen Rat geben.

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Vielleicht findet eure Tochter einfach keine Basis, auf der sie sich wohl fühlt, vielleicht stimmt das Gesamtbild einfach nicht. Dass sie eine bezugsperson hat, ist zwar gut, aber sie kann sie ja auch nicht den ganzen Tag herumschleppen. Evtl solltet ihr euch eine andere Einrichtung oder evtl auch eine tagesmutter mit einer kleineren betreuungsgruppe suchen. Möglicherweise sind die ganzen eindrücke zu viel für die Maus. Wäre es möglich, dass die Oma die kleine eine Weile betreut? Dann würde hier zwar der Kontakt zu gleichaltrigen fehlen, aber als Übergangslösung wäre es mir persönlich das liebste.
Erzwingen könnt ihr in dem Fall nichts und warten bis eure Tochter resigniert und deshalb nicht mehr weint, würde ich auch nicht. Das macht doch sehr viel mit so einem kleinen Wesen und ihr würdet euch später vielleicht deswegen Vorwürfe machen

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Hallo, ich kann dir leider auch nicht den ultimativen Tipp geben, die Voraussetzungen - hast du selbst erkannt - waren nicht die richtigen.

Bis Januar warten ist eine Option, die ich in Erwägung ziehen würde und dann ganz in Ruhe mit mindestens 8 Wochen Zeit starten, die andere ist eine andere Form der Betreuung suchen (Oma, Tagesmutter, kleinere Gruppe).

Gehst du trotz Corona zu anderen Gruppen, wo dein Kind andere Kinder und Lärm kennengelernt hat? Habt ihr sonst zu Hause schon mal Trennungen gehabt?

Eine schwere Entscheidung, ich kann das wirklich nachvollziehen. Resignation provozieren bei der Betreuung für die nächsten Jahre ist die denkbar schlechteste Option für das Kind.

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Vielen Dank für deine Nachricht!

Wir werden jetzt bis Ende Dezember Homeoffice machen aufgrund von Corona und ich hoffe, dass wir das bis dahin hinkriegen.. so bin ich jetzt eigentlich nicht mehr unter Druck aber dadurch dass sich alles verzögert hat, habe ich natürlich trotzdem diesen bestimmten Druck den sie eventuell spürt.

Meine Tochter ist eigentlich sehr oft beid er Oma und bleibt dort ein paar Stunden. Also Trennung hätten wir öfter

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Eingewöhnung in ein paar Wochen bzw Januar dann mit Vater, Oma oder einer anderen Bezugsperson probieren.

Bei uns lief die Eingewöhnung reibungslos, wäre aber sicher mit Papa noch besser gelaufen 😊

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Huhu ☺️

Wirklich einen Tipp kann ich dir leider auch nicht geben, nur von unserer Situation berichten, die anfangs sehr ähnlich war!
Meine Tochter (15 Monate) geht ebenfalls seit September in die Kita, weil ich im Oktober wieder zu arbeiten begonnen habe und wie ihr, hatten wir in der Zeit auch schon viele Wochen mit Krankheit zu kämpfen 😅 das nur vorweg..
Anfangs wollte sie partout nicht dort alleine bleiben, obwohl sie auch sonst eher aufgeschlossen ist! Hat bitterlich geweint, wenn ich Gegangen bin… die Eingewöhnung hat sehr langsam und schleppend begonnen! Der trennungsschmerz wurde gefühlt von Tag zu Tag schlimmer und mit blutete das Herz 😢 vorallem hatte ich das Gefühl, sie fühlt sich dort nicht wohl!

Kehrtwende kam dann, als Wir uns dann entschieden haben, dass ich im Oktober noch unbezahlten Urlaub nehme und mein Mann das morgendliche Bringen übernimmt… und was soll ich sagen: Druck ist raus und seit dem geht sie wirklich total gerne und ist bester Laune ☺️

Ich hätte im Leben nicht daran geglaubt, dass es sich so positiv entwickelt!

Was ich dir damit sagen will: versuch irgendwie den Druck raus zu nehmen! Ich weiß, dass ist unfassbar schwer, aber es gibt immer eine Lösung 🤗
Die kleinen spüren unsere Anspannung! Vielleicht versucht ihr es auch mal mit deinem Mann?! Männer sind oft pragmatischer und strahlen mehr Ruhe aus..

Ich wünsche euch alles Liebe 💐

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Vielen Dank für deine Antwort!

Ja, also mittlerweile hab ich nicht mehr so viel Druck. Aufgrund von Corona haben wir jetzt Homeoffice mindestens bis Ende Dezember (denke ich) und deshalb versuche ich das in der Zeit zu regeln.

Meine Mutter hat es wie gesagt mal ausprobiert, aber ist auch gescheitert. Vielleicht sollten wir das echt mal mit meinem Mann versuchen..

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Dass zwei Wochen deutlich zu wenig sind, habt Ihr ja schon gemerkt.
An alle Mamas, die die Eingewöhnung noch vor sich haben: plant bitte mindestens 4-6 Wochen ein. Und wenn Eure Kinder stark fremdeln sogar noch mehr…
Meine Kinder hatten beide eine sehr schwere und langwierige Eingewöhnung hinter sich. Bei beiden hat es 3 Monate gedauert, bis sie bis mittags da bleiben konnten.
Mein Sohn war besonders hartnäckig.
Das einzige, was wirklich hilft ist hartnäckig dran bleiben. Dem Kind schon morgens zu Hause sagen, wie toll es ist, dass Ihr gleich zur Kita geht und dass sie es bestimmt wieder super machen wird dort. Loben loben loben.
Wenn sie jetzt schon 2-3 Stunden da bleibt ohne dauerhaft zu weinen, ist der größte Schritt doch erledigt. Der Rest kommt bald, glaub mir.
Meine Erfahrung ist, dass der erste Schritt erstmal sehr langwierig ist und wenn das klappt, dann macht es irgendwann klick und 1-2 Wochen später klappt es richtig gut.
Wenn Deine Tochter nur auf dem Schoß sitzen will, ist das doch häufig kein Problem für die Erzieherinnen. Die kennen das doch.

Mein Sohn war wie gesagt sehr sehr hartnäckig. Ich habe ihm irgendwann immer seinen Kinderwagen mit in den Gruppenraum schieben dürfen. Da fühlte er sich gut und sicher und hat am Anfang stundenlang darin gesessen. Heute klettert er nur ab und zu rein.
Seinen Mittagsschlaf hat er auch häufig schon darin gemacht. Die Trennung von mir war so anstrengend für ihn, dass er häufig schon um 11 müde war, wenn alle anderen Kinder draußen waren. Dann hat mein Sohn in seinem Wagen gesessen, die Erzieherin hat 1-2 mal auf und ab geschoben und er hat schonmal geschlafen. Die ersten 2-3 Wochen, wo es endlich mit längerer Trennung geklappt hat, hat er 90 % der Zeit im Kinderwagen gesessen. Sogar in die Turnhalle haben sie ihn mitgenommen 😅
Die Erzieherin sagte: alles was ihm hilft, ist ok.

Also: versuche, noch andere Ideen zu finden. Unser Kinderwagen war jetzt ja nur eine Idee. Vielleicht probierst Du es mit einem Schnuller, auch wenn sie zB keinen nimmt sonst. Ein Kuscheltier, Kleidung von Mama, ein Fotoalbum mit Fotos von Euch, eine Kuscheldecke, eine Milchflasche…
Und ansonsten glaub an dein Kind, es wird irgendwann klick machen. Und vor allem, nimm den Druck raus, soweit möglich.