Sohn 2 Jahre tritt und haut, entgleist er mir?

Hallo zusammen,

Mein Sohn ist 2 Jahre alt und ich habe momentan das Gefühl, dass er mir völlig entgleist. Ich weiß teilweise garnicht mehr wie ich mich verhalten soll und wie ich reagieren kann.
Er ist kaum wiederzuerkennen.
Für das wickeln müssen wir 30 Minuten diskutieren und wenn ich ihn dann soweit habe, dann tritt er nach mir, in den Bauch und in die brust und reißt mir an den Haaren. Er wirkt richtig hysterisch.
Wenn wir im Bett liegen (wir schlafen im Familienbett), dann tritt er nach mir. Er liegt neben mir und tritt auf mich ein.
Auch im Alltag in völlig belanglosen Situationen schlägt er mich ins Gesicht, es knallt richtig und schmerzt.
Ich weiß echt nicht mehr weiter. Das Verhalten macht er nur bei mir. Weder bei Papa, noch bei den Großeltern und draußen und vor anderen Kindern ist er scheu und ängstlich.
Wie kann ich da am besten reagieren?
Was kann ich sagen oder machen?
Manchmal werde ich ehrlich gesagt auch laut, wenn er "auf mich einprügel", ich habe totale Angst, dass er mir entgleist und keinen Respekt vor mir hat.


Vielleicht habt ihr ja paar Tipps oder Ratschläge oder ähnliches durchgemacht.

Vielen Dank und liebe Grüße

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Gab es kürzlich irgendeine Veränderung? Kitastart, Umzug, Geschwisterchen, gehst du wieder arbeiten oder sowas?

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Nein garnichts von all dem, es ist alles so wie vorher auch.

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Reagierst du auf sein Verhalten anders als die anderen Bezugspersonen?

Wenn mein Sohn im Bett nach mir tritt (ist mit 2 Jahren eher unbeabsichtigt durch zu wildes strampeln ein paar Mal passiert), zeige ich meinen Schmerz und fordere ihn auf in die andere Richtung oder gar nicht mehr zu strampeln. Wenn er das nicht umgesetzt, stehe ich auf. Nachts hat er es nie gemacht, sonst würde ich notfalls mal auf dem Sofa schlafen

Wickeln war ich dem Alter auch schwierig. Er hatte dann auch ein paar Mal einen roten und schmerzenden Po, weil er zu lange in der zu nassen Windel war. Dadurch hat er etwas besser verstanden, warum das Wickeln wichtig ist. Ich habe dann irgendwann auch nicht mehr lange mit ihm diskutiert, sondern mich am Wickelplatz mit Handy niedergelassen und dann ist er meist, sobald ich keinen Druck mehr gemacht habe, innerhalb von 5min von alleine gekommen. Auch da bin ich weggegangen, wenn er mich getreten hat. Das ging natürlich nur, weil wir auf dem Boden gewickelt haben und ich ihn da auch alleine lassen konnte.

Ich glaube ein bisschen treten kann in dem Alter normal sein und hat nicht direkt etwas mit entgleisen zu tun (unser Sohn ist jetzt 3 Jahre alt und relativ friedlich). Es ist einfach mitten in der Autonomiephase und da ist das mit dem gewickelt werden und anderen nicht-autonomen Situationen einfach schwierig.

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Meine Tochter hat immer wieder mal Phasen, in denen sie ähnliches Verhalten zeigt. Mit 2 natürlich in anderen Dimensionen als jetzt mit fast 4. ich weiß noch, dass anziehen wochenlang ein absoluter Kampf war. Hauen und beißen ist auch mal vorgekommen.
Mir haben Bücher von jesper juul geholfen, um das Verhalten einordnen zu können („Grenzen, Nähe, Respekt“ und „Aggressionen“).
Ich glaube nicht, dass er dir entgleist. Dein Sohn wird immer älter, ist nun in der Autonomiephase und nicht ohne Grund nennt man das Lebensjahr auch „terrible two“ 🙈 😅

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Hallo.
Dein Sohn ist in einem Alter, in dem sehr viele Gefühle und Emotionen auf ihn einprasseln. Er kann diese nicht steuern und muss auch erst lernen, sie zu regulieren.

Zu allererst- dein Sohn will dich bestimmt nicht bewusst verletzen oder macht das auch nicht mit Absicht, um dich zu ärgern! Das musst du dir immer vor Augen halten. In gewissen Situationen ärgert er sich und lässt seinen Frust dann eben raus. Das hat nichts mit mangelndem Respekt zu tun. Er ist zwei Jahre alt,er entgleist dir auch nicht. Er kann einfach nicht aus seiner Haut, wenn er sich ärgert oder wütend ist.

Wichtig ist, dass man ihm diese Gefühle zugesteht. "Ich sehe, dass du dich grad richtig ärgerst! Das verstehe ich."
Gleichzeitig muss man ihm aber schon deutlich machen, dass er dir nicht wehtun darf.
Das muss man ihm immer wieder sagen.
Vielleicht mag er seinen Frust ja stattdessen rausschreien/stampfen...

Dass er sich nur dir gegenüber so verhält, ist übrigens ganz normal.
Du bist sein sicherer Hafen. Sein Anker. Bei dir kann er aller herauslassen, weil er weiß, dass du ihn trotzdem liebst ❤

Bei uns ist es grad ähnlich. Der Dreijährige testet extrem seine Grenzen. Trotzt und wütet sehr viel. Es ist anstrengend. Aber wenn man weiß, warum die Mäuse das machen, kann man sie vielleicht besser verstehen.

Und: jede Phase geht vorbei 😉

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Hoppla, da kommt die "erste" Trotzphase. Ich hatte das 3 Mal (schon 30 Jahre zurück) Bei meinen 2 Söhnen ging nur entweder Anschiss oder Ignorieren, meine Tochter war besonders schwierig, da ging ich manchmal aus dem Raum um dem Wutanfall zu entgehen. Ja, das ist nicht einfach. Also bei Schlägen, Beißen Boxen, Treten war bei mir der Ofen aus, da ging's sofort ins Kinderzimmer. Ich wünsche ihnen viel Durchhaltevermögen. Gruß

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Ich finde die Antworten hier schon gut - va liebehoch3 würde mir auch helfen... Mein Sohn wird 22 Monate.

Was ich noch ergänzen möchte: ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass die Kinder unsere Verunsicherung spüren. Und wenn ich in einer solchen Situation nicht stark und selbstbewusst bin, dann kann ich für ihn in seiner emotionalen Ausnahmesituation auch nicht der Fels in der Brandung sein.
Mir hilft es extrem, wenn ich mich damit befasse, was da eigentlich gerade passiert. Und dass das normal ist. Und nicht aufgrund meiner Defizite stattfindet.
Das Buch "Wild Child" kann ich ua empfehlen.

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🥰 Schön, wenn ich helfen kann.

Mein pädagogischer Background hilft mir da oft, die Dinge aus Sicht der Kinder zu sehen 🌈

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Also ich kann da nicht viel beitragen. Kenne das von meiner Tochter (2 Jahre) so bisher überhaupt nicht. Ich würde das Treten und schlagen im Bett (natürlich auch in den anderen Situationen) überhaupt nicht hinnehmen. Wut und Trotz ist das eine. Nur das Schlagen musst du unterbinden und dann notfalls auch den Raum verlassen. Vielleicht auch ein klein bisschen weniger auf die Trotzanfälle eingehen bzw. Weniger diskutieren. Wenn meine Tochter z.B. keine Jacke anziehen möchte oder keine frische Windel, dann erkläre ich ihr dass wir dann leider nicht zu Oma und Opa können. Ich mache dann weiter mein Ding und dann kommt sie schon irgendwann mit ihrer Jacke oder Windel an. Muss man halt früh starten mit der Nummer damit man pünktlich ist😁
Vielleicht merkt dein Sohn dir auch an, dass du etwas verloren bist und nicht richtig weiß wie du dich verhalten sollst. Diese "Inkonsequent" macht dich dann zum leichten Opfer. Ich könnte mir vorstellen dass dein Mann sich sicher nicht so im Bett treten lassen würde, oder?