Mutterrolle

Hallo,
mein Problem gehört eigentlich nicht so recht hierher aber ich kann hier anonym bleiben.

Ich habe ein Kind, 7 Jahre alt.

Es war sozusagen geplant.
Mein Mann wollte ein Kind, ich war nicht ganz überzeugt. War gerade mit drm Studium fertig wir hstten eine Wohnung gekauft. Hab aber dann viel mit ihm und auch Freundinnen usw geredet und alle meinten: planen kann man nicht. Ein Kind verschiebt die Prioritäten und auf einmal ist man so voller Liebe, dass man diese Fremdbestimmung, Schlafmangel und berufliche Einschnitte gerne auf sich nimmt.

Auch das Stillen,Tragen,Kuscheln würde ich lieben den Hormonen sei dank.

Aber so ist es nie gekommen.
Warum hab ich mich darauf eingelassen?

Ich hab mich zu etwas überreden lassen und nun muss ich die Konsequenzen tragen.
Ich plane gerne, ich liebe meinen Beruf.
Mein Kind wird immer mehr zum ungewollten Kind.
Ich habe das Stillen nur mit Überwindung wenige Wochen geschafft , konnte nicht abwarten daß ichh nach sechs Monaten wieder arbeiten konnte.
Diese ganzen Veränderungen und Einschränkungen durch unseren Sohn find ich schlimm.

Ich mag ihn einfach nicht bzw das was er aus meinem Leben gemacht hat.
Die Unflexibilitaet die schlaflosen Nächte..es macht mir was aus und zwar ne Menge.
Ein zweites Kind hab ich zum Leidwesen meines Mannes abgelehnt.

Mein Leben ist durch mein Kind definitiv schlechter, langweiliger und eingeschränkter geworden.
Bin wohl die sprichwörtliche Rabenmutter.
SILOPO.

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mh... ist nicht jeder der "Kindertyp" ...

Auch ist nicht ungewöhnlich, dass Mütter nicht gleich eine Bindung zu ihren Babys/Kindern haben! Häufig habe ich auch schon gehört, dass sich das durch die Babyzeit sieht... Traumatische Geburt, durchwachte Nächte, Schreikinder, Zahnen, Koliken usw...

Und oftmals gibt sich dass dann mit dem hineinwachsen in die Kleinkindzeit...

Denn viele können schlicht mit Babys nichts anfangen und entwickeln erst eine intensive Bindung wenn Kommunikation möglich ist... (Oftmals bei Vätern/Großvätern der Fall)

Aber dass Du nach 7 Jahren (!!!) immernoch so negativ empfindest finde ich schon krass!
Ich meine... JETZT ist er doch groß und macht schon überwiegend sein eigenes Ding?!

Wickeln, füttern, stillen, hüten... das ist doch schon alles längst hinfällig...

Und ich bin sicher, dass Dein Kind Deine Abneigung spürt... total traurig für den Jungen #zitter#heul

Hast Du denn nie etwas unternommen, um die Bindung zu stärken, bzw. überhaupt eine herzustellen?

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Danke für deine Antwort.

Es ist tatsächlich , dass ich mit dem Baby und Kleinkind wirklich nichts anfangen konnte.
Es war langweilig und anstrengend.

Meinem Mann habe ich das auch gesagt, wir haben offen geredet.

Er konnte es gut akzeptiert und meinte dass sein Ding die Babyzeit auch nicht sei.
Bin dann schnell wieder arbeiten gegangen und unser Sohn wurde von einer Kinderfrau
betreut.
Und damit fing es an : ich hatte ja eh ein mega schlechtes Gewissen ich fuer meinen Sohn keine richtigen Muttergefuehle entwickelt hatte und er mir frend war.
Dann kamen die Vorwürfe aus dem Umfeld.
Meine Freunde die mir vorher was von über schäumenden Gefühlen und den Freuden der Mutterschaft erzählt hatten waren entsetzt dass ich nach wenigen Wochen abstillte und meine Elternzeit vorzeitig beendete. Und dann auch nich Vollzeit das arme Kind und dann noch das fiese Wort Fremdbetreuung .
Ich gehe also davon aus dass ich gefühlsmäßig keine normale Mutter bin.
Ich bin einfach froh wenn ich alleine bin oder mein Sohn mich in Ruhe lässt.

Es ist sicher schlimm für ihn aber verstellen kann ich mich nicht dauerhaft.
Aber: es wird langsam besser. Die schlimmste Zeit,wo er so klein war ist Gott sei Dank vorbei. Es war wirklich die Hölle besonders die ersten Jahre.

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finde ich sehr mutig von dir darüber zu schreiben. und ich kann total verstehen, dass du das anonym machst. es gehört sich in unserer Gesellschaft nicht sein Kind nicht zu mögen... und dementsprechend bekommt man auch wenig hilfreiche Kommentare dazu.

die Tatsache, dass du es nun offengelegt hast lässt mich vermuten, dass da schon leidensdruck bei dir besteht und du jetzt was unternehmen möchtest?
kannst du denn damit leben dich damals "falsch" entschieden zu haben? oder haderst du damit noch? wenn ja, dann solltest du erstmal bei dir selber anfangen. am besten mit einer psychologischen Psychotherapie. wenn du mit dir selber klarkommst kannst du deinen Sohn in die Therapie Arbeit mit einbeziehen und ihr könnt etwas mehr zueinander finden. wenigstens so, dass es für alle ein annehmbarer zustand ist.
das ist ein hartes Stück Arbeit

ich wünsche dir viel kraft dafür

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Ich habe mich dafür entschieden keine Kinder zu haben (bin 39, w), weil ich genau davor, was du beschreibst, Angst hatte.

So ist mein Leben schön und keineswegs langweilig.

Ich fühle mich in meiner Entscheidung bestätigt.

Alles Gute für Euch

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Hallo!

Es tut mir sehr leid für dich und deinen Jungen. Ich würde mir schnellsten Hilfe holen. Der Junge ist kein Baby mehr, er spürt das und das hat kein Kind verdient. Wir hatten auch viele male wache Nächte, schreiende Kinder, alles was dazu gehört. Aber wenn ich meine Mädels anschauen denke ich jedesmal wie schön es ist diese Kinder zu haben und wie schön es ist eine Familie zu sein. Man kann doch schon soviel unternehmen auch mit dem Alter. Hol dir bitte Hilfe, das klingt echt nicht gut und mir tut dein Kind leid.

alles gute. g.

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Oje :-/
Weißt du ich kann dich in einer gewissen Weise verstehen. Ich wurde ungeplant Mama. In der ss dachte ich mir nichts dabei, ich wusste einfach nicht was es heißt Mutter zu sein. Ja, mittlerweile weiß ich es ^^. Mein Sohn wird bald 2 Jahre alt und ja, ich fühle mich teilweise sehr eingeschränkt und "unfrei". Trotzdem liebe ich ihn über alles! Ich denke mir, er wird immer größer, älter, ... und irgendwann 18 ^^.
Hast du schon mal über ein psychologisches Gespräch oder so nachgedacht?

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Hat man mit einem 7-Jährigen Kind immer noch schlaflose Nächte?

Ich kann vollkommen verstehen, dass viele Mütter geschockt sind, wieviel Arbeit so ein kleines Baby macht, wieviel Einschränkungen und Fremdbestimmung man in Kauf nehmen muss, aber nach 7 Jahren sollte man schon etwas auch zurückbekommen.
Außerdem kann man das Kind auch mal woanders übernachten lassen, um mal auszugehen, oder einen Babysitter anheuern...
Du arbeitest doch! Machst allso das, was Du liebst.

Warum ist denn Dein ganzes Leben langweilig?
Bestimmt geht Dein Sohn bereits in die Schule und auch in den Hort...

Und ist es nicht auch schön Familie zu haben. Gemeinsam Abend zu essen, was man in einer reinen Partnerschaft doch nicht so oft macht...
Die Weihnachtszeit mit einem Kind zu geniesen..

Ist denn wirklich nur das Kind schuld, dass Dein Leben langweilig geworden ist?
Gibt es denn auch andere Faktoren.
Und wie sieht es denn Dein Partner, kommt der klar mit Deiner Einstellung?

Fragen über Fragen...

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Nein, schlaflose Nächte hab ich sicher nicht mehr.
Aber ich freue mich auch nicht über mein Kind.
Mein Leben ist auch nicht langweilig, ich habe einen interessanten Beruf, gehe aus, treffe Freunde, mache alleine Urlaub mit Mann oder Freunden.
Aber die anstrengende Anfangszeit mit so einem Baby hat mich so geschockt und geprägt, dass meine Beziehung zu meinem Sohn sich davon nie erholt hat. Diese extreme Veränderung kam mir vor wie von 100 auf null runter. Diese Fremdbestimmung hat mich fertig gemacht. Auch das Schwangersein fand ich befremdlich und alles andere als ein schöner Zustand.

Das Geschrei, Fuettern, Wickeln, Schlafen und wieder von vorne.
Mein Mann hat zwar sehr viel gemacht, da ich überfordert war und trotzdem fand ich es schrecklich ein Baby im Haus zu haben.
Seit er immer älter wird bessert es sich das schrieb ich ja schon.
Und mein Mann ist da sehr tolerant und unkompliziert.

Was das gemeinsame Essen betrifft dss gibt es hier nicht.
Ich komme sehr spät heim oftmals nur am Wochenende.
Frueher gab es das oft, dass mein Mann und ich zusammen gegessen haben. Das ist selten geworden und wenn dann treffen eir und irgendwo.
Es ist nicht leicht zu erklären aber ich fühle mich unwohl damit Mutter zu sein.

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Also wenn es so ist,wie du schreibst..dann ist das echt hart. Ich habe auch 2 Freundinnen, die nie einen ausgeprägten Kinderwunsch verspürten. Eine von den Beiden hat sich dann doch "dafür" entschieden und ist trotz ihrer vorher ablehnenden Haltung Kindern gegenüber eine tolle Mama mit viel Gefühl für ihre Kleine. Die andere überlegt immer noch und würde ein Kind momentan eher ihrem Mann zu Liebe bekommen. Wenn ich jetzt lese wie es sich bei dir entwickelt hat...oh man...ich hab ihr auch schon - so wie deine Freunde - "tolle" Ratschläge wie "wenn du erstmal schwanger bist" etc. gegeben. Oje...man geht halt leider oft von sich selbst aus und kann sich gar nicht vorstellen, das es Frauen ohne Kinderwunsch gibt.

Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was in deinem Sohn vorgeht :-(...manchmal sollte man wohl echt nicht versuchen, jemanden vom Gegenteil zu überzeugen und einfach glauben, wenn gesagt wird "ich will kein Kind". Ich habe absolut keine Ahnung,ob und wie man bei dir und deinem Sohn noch jemals eine Bindung hinbekommt. Hoffe für ihn, das er daraus nicht die ein oder andere Persönlichkeitsstörung mitnimmt. Mein Exfreund hatte ähnliches in seiner Kindheit zu verzeichnen -auch ausgehend von der Mutter (welche sich allerdings auf den kleinen Bruder fixierte). Und ich habe vorher noch nie jemanden erlebt, der einen solchen Hass auf seine Mutter hat, selbst an extremen Verlustängsten leidet und allgemein ein sehr gespaltenes Verhältnis zu sich und seiner Umwelt hat. Und man merkt es ihm nicht ohne weiteres an. Beruflich z.b. sehr erfolgreich. Aber schon bei alltäglichen Dingen absolut überfordert..mit Mitte 30. Leider habe ich das alles zu spät mitbekommen...somit war ich schon schwanger. Und ich habe mich trotzdem von ihm getrennt. Er war für mich wie eine tickende Zeitbombe (Stalking etc.). Und ich wünsch und hoffe für deinen Sohn,das er dies besser weg steckt. Ich empfinde ganz viel Mitleid für meinen Ex und hoffe, das er sich nun doch und endlich einen Therapeuten sucht! Das nur mal als ein möglicher "Ausblick"...:-(....

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Hallo,

Ich habe mal gehört, dass man Mutterliebe lernen muss.

Du hast ein Kind in die Welt gesetzt, also ist es deine Pflicht, dich darum zu kümmern! Wenn du das nicht kannst, such dir therapeutische Hilfe.

Der Junge wird zwar irgendwann erwachsen sein, ausziehen und dich in Ruhe lassen, aber was wird aus IHM?! Ich habe Angst vor solchen Kindern! nicht selten entwickeln sich grade diese Kinder zu Menschen die kleine Zeitbomben sind!

Armer, armer kleiner Kerl. Ich hoffe das er nicht an dir hängt und sich seinen Vater als Vorbild nimmt. Es ist der Hammer was so kleine Mäuse still aushalten müssen. Du kannst tun was du möchtest, lange arbeiten, in den Urlaub ohne Kind, Freunde treffen aber ER hat sich dieses beschissene Leben nicht ausgesucht!!!

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Hallo,ich finde, Du hast schon den ersten Schritt gemeistert. Du konntest über dein Gefühl offen schreiben und es ist eh das Wichtigste!

Ich kann mir vorstellen dass es einigen so geht wie Dir, nur sie geben es nicht zu, oder noch schlimmer, sie idealisieren sich als tolle Mütter.

Bitte such Dir einen guten Therapeuten am besten nicht die klassisch schulmedizinische Richtung.
Ich vermute, Du trägst so viele Verletzungen in dir, die jetzt die Chance hätten, endlich geheilt zu werden.

Erst dann hättest Du Platz und Raum für den Sohn.

Alles Gute! !

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So eine Mutter wie dich, habe ich auch kennen gelernt.

Sie hat sich "sogar" zu 2 Kindern überreden lassen, LEIDER.......#contra:-[
Wobei in diesen Fällen jedes einzelne Kind, eines zu viel ist.

Diese (mir bekannte) Mutter hat mit aller Macht versucht, ihr Leben wie vorher weiter zu führen.
Sie hat die Nächte durchzecht (das Kind bzw. die Kinder nachts alleine gelassen).
Sie hat sich nur dann um ihr(e) Kind(er) gekümmert, wenn es "dem guten Zweck" (also dem eigenen Vorteil) gedient hat.
Sie ist lieber stundenlang mit einer Clique und den Hunden Gassi gegangen (erstes Kind wurde in dieser Zeit unterschlagen, da es ja schläft).
Sie hat sich am Ende (Kinder waren 12 und 14 Jahre alt) mit Tabletten umgebracht, weil sie sich nicht eingestehen wollte, daß sie große Scheiße gebaut hatte und dafür gerade stehen muß (da war ein 7-stelliger DM Betrag im Spiel).

Die Entwicklung der Kinder ist komplett unterschiedlich verlaufen.
Das ältere Kind hat nie richtig in die Familie gepasst. Es ist, rein optisch eher die Mutter, aber die Gefühle und Ansichten sind die "andere Seite der Medaille".
Das jüngere Kind hat sich, obwohl optisch eher der Vater, in den vorgelebten Ansichten und Verhältnisse der Mutter perfekt anpassen (und auch übernehmen) können.
Das Verhältnis der Geschwister zueinander war nie optimal. Hätte sich, aufgrund einer größeren Distanz, sogar noch richtig positiv Entwickeln können. Wenn sich bei der Jüngeren nicht die gleichen negativen Seiten, die sich schon bei der Mutter zeigten, offenbart hätten.......#schwitz#schock
Da wird sich nie wieder etwas annähern können. Der Graben ist seit der letzten Geschichte, die die Jüngere der beiden abgezogen hatte, zu tief.

Kinder von Müttern, die sich zu einem (oder mehreren) Kind(ern) "überreden" haben lassen, tun mir unendlich und zu tiefst leid.
Die MÜSSEN die ganze Scheiße ertragen und ausbaden.......

Lg.