Ungeplant schwanger

Da hat das Leben unsere Userin ein freches Schnippchen geschlagen. Aber sie nimmt es mit Humor!
Ein Tipp vom urbia Team

01.03.17 - 12:43

Haste nen Plan? "Hahahahaha" <- Das Leben. Jedes Mal.

Kurzinfo vorab: bin 28, habe eine dreijährige Tochter, war bis vor einem halben Jahr alleinerziehend

Dieser Beitrag dient wohl größtenteils dazu mir alles mal von der Seele zu schreiben, denn derzeit bin ich absolut und völlig verwirrt, abgesehen davon, dass ich so müde bin, dass ich jeden Augenblick mit meinem Kopf auf den Schreibtisch knallen könnte.

Der Plan war folgender: Arbeitsstelle kündigen und ab Herbst dann Pädagogik studieren um mein Leben in Bahnen zu lenken, mit denen ich auch etwas anfangen kann. Ich war zwar schon etwas nervös, aber voll motiviert.

Nun ja, wie das Leben so spielt: Nura macht Pläne, das Leben so "hahahaha, haste gedacht, Liebes, Pustekuchen" und zackbumm, der Schwangerschaftstest zeigte positiv.

Mit meinem Freund/Verlobten/Bald-Papa-Mann bin ich seit einem halben Jahr zusammen. Für manche mag es sich verrückt anhören, ja vielleicht sogar absolut und völlig unvernünftig und heillos chaotisch, aber ich weiß, dass er es ist auf den ich so lange gewartet habe. Er ist die Liebe meines Lebens und vor einem Monat ist er zu mir nach Österreich gezogen (von Berlin) um bei meiner Tochter und mir zu leben. Das alles wäre ja eigentlich schon "neues" genug und Veränderung genug und plötzlich werden wir auch noch Eltern.

An den Beginn des Studiums im Herbst ist natürlich nicht zu denken, da der ET der 27. Oktober 2017 ist.

Nun stehe ich da, in einer Arbeitsstelle, die ich absolut nicht leiden kann (auch wegen Kolleginnen, etc.), in einer 2-Zimmer-Wohnung mit meiner 3jährigen Tochter, meinem Fast-Mann und unseren beiden Katzen, völlig schwanger und planlos.

Ohh... wie ich es liebe dieses Gefühl, wenn man nicht weiß wo es hin geht bzw. man sich so in der Schwebe fühlt ;(

7 direkte Antwort(en) auf den ausgewählten Beitrag:

01.03.17 - 13:27

Hallo Nura,

Dein Beitrag ist trotz des überraschenden Schnippchens, dass Dir das Leben gerade schlägt so voll positiver Ausstrahlung, gepaart mit einem kleinen, humorvollen Augenzwinkern, dass ich Dir gerne antworten will.

Hier erstmal die aus Deinem Beitrag ersichtlichen positiven Dinge, die Du auf Deiner "Haben"-Seite verbuchen kannst.

- Du hast einen Job. (Gut, Du magst ihn nicht sonderlich. Aber zunächst einmal hast Du ihn.) Besser geht immer. Schlimmer wäre gerade, ohne dazustehen.

- Du hast eine Wohnung. (Klein, aber Dein. Ein Baby braucht noch nicht so viel Platz und auch wenn es eng wird, entweder vergrößert Ihr Euch, oder Du hast zumindest einen sicheren Rahmen und weißt, was Du hast.)

- Du hast eine tolle Tochter -

- und ganz offensichtlich auch einen Mann an Deiner Seite, der Dich liebt und den Du liebst und der bestimmt auch Deine Tochter mag.

- Außerdem weißt Du, was Du willst (beruflich) und scheinst ein gutes Gespür für Dich zu haben. Noch ein Pluspunkt.

Gut, ein halbes Jahr und gerade im Zusammenzug ist jetzt noch nicht so lange, aber manchmal bietet der Zauber der anfänglichen Verliebtheit auch die Möglichkeit, sich einfacher in neue Situationen einzufinden. #herzlich

Ich gebe Dir mal ein Beispiel dafür, wie es sein kann: Anfang 30 hatte ich noch nie mit jemandem zusammen gewohnt und eine jahrelange, ziemlich traurige On-Off-Beziehung hinter mir. Dann lernte einen Mann kennen. Toller Typ. So einer der macht, was er sagt, nett, klug, witzig, intelligent und was Frau sich halt noch so wünscht.

Nach vier Monaten haben wir bereits zusammen gewohnt, nach einem halben Jahr wurde ich schwanger. Sein erster Satz dazu, mit einem dicken Grinsen auf dem Gesicht: "Na, dann müssen wir uns ja keine Sorgen machen, dass es nicht klappt." Geheiratet haben wir, da kannten wir uns 10 Monate (weniger wegen der Schwangerschaft als aus dem Gefühl heraus, dass wir unser jeweils passendes Gegenüber gefunden haben).

Dieses Jahr werde ich plötzlich schon 40, wir haben drei Kinder, sind dadurch permanent müde, aber in Summe sehr, sehr glücklich - mit uns und mit der Familie.

Fast alles würde ich wieder genauso entscheiden wie beim ersten Mal. Der einzige Änderungswunsch wäre, noch einmal die gleiche Hochzeit mit dem gleichen Mann, aber bitte unschwanger. Ich habe das gesamte Essen auf dem WC verbracht, weil ich andauernd brechen musste. Wir überlegen, zum 10. Hochzeitstag noch einmal zu feiern... ;-)

Hör auf Herz und Bauch, dann wird sich alles finden. Die Familienplanung wohl nun etwas schneller als das berufliche Glück, aber vielleicht ist auch das kommende Baby nochmals ein Anstoß, den alten Job hinter Dir zu lassen.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass sich die Dinge nach Deinen Wünschen fügen - und Du am Ende alles bekommst. (Ginge vielleicht ein Fernstudium für den Anfang? Oder kannst Du etwas verschieben?)

Alles Liebe

Solina

01.03.17 - 16:42

Dein Beitrag liest sich total schön und ich musste bei deinen Worten echt schmunzeln.

Ich mag so Ungewissheiten auch absolut nicht, aber es kommt immer wie es kommt und meist hat das Leben dann doch seinen Plan warum es gerade jetzt so kommen muss ;)

Ich wünsche dir eine tolle Schwangerschaft.

01.03.17 - 17:59

Hey.... herzlichen Glückwunsch... #liebdrueck

Mit 28 habe ich auch noch geplant und das Leben kam irgendwie auch immer dazwischen... #schein Ich habe aber das Leben angenommen und mich leiten lassen, Entscheidungen getroffen und den Plan über Bord geworfen... #schwitz;-)

Jetzt mit über 40 ist es so, dass wir planen und irgendwie immer bei "Plan L" landen (unsere Redenswendung).. Wir kalkulieren das Leben einfach in Teilen mit ein... #schein

Was sagt denn dein Partner dazu?

Kopf hoch, das Leben ist trotzdem schön... :-)

lg Tanja

01.03.17 - 20:40

Hallo, liebe Nurelle,
es ist nicht leicht, wenn einem Pläne ungefragt über den Haufen geworfen werden. Aber die ungeplanten Geschenke, sind immer die schönsten Geschenke.
Dein Studium ist nicht aufgehoben nur aufgeschoben, in Dir wächst ein einzigartiges Orginal heran.
Du empfindest für Deine Situation gerade viele Fragezeichen. Die Schwangerschaft dauert einige Monate, in dieser Zeit kannst Du Schritt für Schritt Pläne machen, wie Euer Leben mit dem Kind gelingen kann.
Sei ganz lieb gegrüßt von salida-del-sol

02.03.17 - 11:51

Hallo Nura,

wow, ja das sind wirklich Neuigkeiten, die da hintereinander in dein Leben purzeln :-)
Wenn man sich in der Schwebe fühlt, dann braucht es einfach ein wenig Zeit, bis man wieder „Boden unter den Füßen hat“.

Heute merkt man so viel Aufbruch, Optimismus und auch (Vor)Freude in deinen Worten :-D
Das ist schön.
Auch wenn es eine 2-Zimmer-Wohnung ist und vieles gerade auch noch offen ist, bist du einfach nicht allein, sondern ganz im Gegenteil, ihr gestaltet euer Leben, Step by Step... das ist schon sehr wertschätzend und bringt irgendwie auch ein Stück Ruhe und Sicherheit, oder?! Einfach zu erleben, wie dein Freund mit deiner Tochter umgeht und er auch jetzt aufs Papa werden reagiert...
Wünsche euch morgen einen guten Termin beim FA...

Habe weiterhin Mut :-D

Madita

05.03.17 - 13:29

Hallo,

ich weiß nicht, ob Du finanzielle Unterstützung zum Studium bekommen hättest oder ob Du einen Nebenjob neben dem Studium machen wolltest. Wenn Dich Dein Freund unterstützt, sehe ich für das Studium ab Oktober mit einen Baby durchaus machbar. Sprich mit der Universität. Vielleicht kannst Du in Teilzeit studieren oder im Sommersemester anfangen, falls das Studienfach nicht nur im Wintersemester angeboten wird. Oder Du verschiebst es um ein Jahr. Aber in Elternzeit mit Elterngeld kannst Du trotzdem studieren. Dein Freund kann auch Elternzeit nehmen. Alles Gute.

LG
Enne

07.03.17 - 12:27

Hallo,

auch ich möchte dir für deine Zukunft etwas Mut machen :)
Viele haben ja schon die positiven Dinge deiner Situation genannt, genau die sehe ich auch so. Du hast so tolle Voraussetzungen und mit viel Liebe kann man über andere Dinge wie eine kleine Wohnung zeitweise auch hinwegsehen ;)

Was deine Zukunft angeht-es ist alles machbar! Ich habe nach meinem Abi ein Lehramtsstudium angefangen. Mitten im ersten Semester dann der positive Schwangerschaftstest! Nach vielen Diskussionen, durchgestrittenen Nächten und teils auch relativ normalen Gesprächen entschied ich mich dazu, meinen Sohn zu bekommen. Da war ich 20.

Gleichzeitig entschloss ich mich aber auch, das Studium in jedem Fall weiterzuführen. Das erforderte jede Menge Organisation, Unterstützung und keine allzu hohen Notenansprüche (4 gewinnt nannte ich das dann immer, zumindest was die Nebenfächer anging ;)), aber es ist machbar. Ich habe mit vielen Dozenten gesprochen und die meisten waren offen, was Anwesenheitspflichten und Abgabetermine anging. So habe ich mich Gott sei Dank durchgehangelt und sogar zwei Staatsexamen geschafft. Rückblickend ist es tatsächlich eine super Situation, im Studium Kinder zu bekommen, denn es gibt viele finanzielle Hilfen und man muss nicht ständig an Beruf und Wiedereinstieg denken...

Das alles habe ich ohne die Hilfe des Kindsvaters, also alleinerziehend durchgezogen, da er meine Zielstrebigkeit nicht teilen konnte und die Belastung für die "Beziehung" letztlich zu hoch war (und wir eben einfach nie zueinander gepasst haben).
Doch ich hatte das große Glück, ähnlich wie bei dir, einen neuen Mann zu finden, mit dem ich nach einem knappen Jahr auf engstem Raum zusammengezogen bin und der sich von Anfang an prima um meinen Sohn kümmert.
Diesen werde ich im Herbst heiraten und wir haben mittlerweile auch noch ein gemeinsames Kind.
Hab Mut und freu dich auf euer kleines Wunder, wenn man weiß, wofür man es macht, ist alles möglich! :)

Ich wünsche dir alles Gute!

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