Abtreibung - steht ihr dazu?

    • (1) 16.10.17 - 21:30
      Wqs

      Ich hatte 2 Abbrüche in meinem Leben und bin gegenüber Freunden und Familie offen damit umgegangen.
      Die Schwangerschaften hab ich nicht verheimlicht, habe mit mir nahestehenden Personen darüber geredet, was für die Entscheidungsfindung weitaus hilfreicher war als die Gespräche in der Beratung mit fremden Personen.
      Auch die jeweiligen Väter der Kinder haben mich darin unterstützt, eine Entscheidung zu treffen.
      Es gab natürlich auch in meinem Umfeld Menschen, die aus ethischen Gründen gegen Abtreibung sind und mich unbedingt zum Austragen überreden wollten.
      Aber selbst die haben meine Entscheidung letzten Endes akzeptiert.
      Nicht immer trifft die Frau die bessere, moralisch einwandfreiere Wahl wenn sie das Kind bekommt.
      Gerade hier fällt mir auf dass kritische Stimmen gerne weg diskutiert werden oder die TEs aufgefordert werden, diese zu ignorieren.
      Ich finde das nicht ok.
      Mir ist nicht das " Herz aufgegangen " als ich den Embryo im Ultraschall gesehen habe, ich hab eine Entscheidung getroffen und dazu gestanden. Nach reiflicher Überlegung und Abwägung aller Fakten die eine Rolle spielten.
      Dazu gehörte nicht nur, dass das Kind in meinem Leben keinen Platz gehabt hätte sondern in erster Linie die Frage : wie wird es dem Kind ergehen, wenn ws geboren wird?
      Mit einer Mutter, die nicht wirklich Mutter sein will, die ihrem Kind keine uneingeschränkte Liebe schenken kann?
      Eine Mutter, die egoistisch und selbstbezogen ist und nicht gerne Rücksicht auf andere nimmt? Die in der Schwangerschaft raucht und trinkt und das auch weiter tun wird?
      Sollte ein Kind so aufwachsen?
      Ich sage: nein.

      • (2) 16.10.17 - 21:41

        Und Verhütung kam nicht in Frage? 😕🤦‍♀️🤷‍♀️

        (3) 17.10.17 - 02:55

        Hm....bei mir scheiden sich die Geister. Ich denke natürlich im ersten Moment an Verhütung. Andererseits war ich auch früher manchmal unvorsichtig,obwohl ich zudem Zeitpunkt noch kein Kind wollte. Und diese leidenschaftlichen und "kopflosen" Momente möchte ich auch niemandem absprechen. Ich hab mir nach solchen Ereignissen die Pille danach geholt. Hand aufs Herz:. Es mag immer Ausnahmen geben, aber gerade bei Frauen die schon mehrmals abgetrieben haben, frage ich mich,was sie denn getan haben um nicht schwanger zu werden. Ich selbst hab jahrelang für ein Kind geübt. Wenn jemand schwanger ist, darf er natürlich immer selbst entscheiden, ob er das Kind entstehen lassen möchte, eventuell zur Adoption freigeben lassen möchte oder oder oder. Es gibt ja diese Fälle. Aber da ich denke, das ca. 95 % der ungewollten Schwangerschaften aus Unachtsamkeit entstehen, stehe ich dem auch kritisch gegenüber. Und habe nicht wirklich Verständnis dafür, wenn ein entstehendes Leben zerstört wird, weil jemand nicht verantwortungsvoll Sex haben kann.

        LG

        (4) 17.10.17 - 03:02

        Ich hab jetzt erst gesehen, dass die Frage explizit an Frauen ging, die schon eine Abtreibung hatte. Das ändert zwar nicht meine Meinung, aber die hat hier wohl nix zu suchen. 😉 Sorry....

        LG

      • (5) 17.10.17 - 07:12

        Ich werde nächste Woche abtreiben. Ich habe mit einigen darüber geredet und mit einigen werde ich definitiv nicht darüber reden. Eine Freundin ist so gläubig, ich nehme an, ihre moralische Überzeugung und meine Entscheidung würden ein unüberwindbares Hindernis darstellen.
        Beide Mütter sind zwar schon für die Selbstbestimmung der Frau, ausser es geht um ihr Recht auf ein Enkelkind... ich stehe seit Jahren in der Kritik, weil ich es wage, noch keins abgeliefert zu haben. Ergo werde ich mit ihnen auch niemals reden können. Ansonsten bin ich da durchaus offen und nutze die Gespräche zum reflektieren.

        P.S. Verhütung funktioniert einfach nicht immer. Grade wenn man sich auf Pille/Spirale/Spritze verlässt, kommt die Schwangerschaft viel überraschender und kann eben nicht mit einer Pille danach verhindert werden, anders als bei einem hitzigen Onenightstand.

        • (6) 17.10.17 - 09:40

          Ja, klar, jede Frau macht es so, wie sie es für sich im Moment am besten hält (oder für das Kind, wie die TE schreibt).
          Du hast dich hier eingeklinkt, weil du reflektieren möchtest, aber du möchtest nicht mit Menschen sprechen, die irgendwie ein persönliches Interesse verfolgen in dieser Frage.
          Da klingst du ... hm ... bisschen bitter fast. Oder jedenfalls einsam. Das unüberwindbare Hindernis – das ist eigentlich dann zwischen dir und deiner Freundin, auch zwischen den „Möchte-gern-Omis“ und dir. Und vielleicht sogar zu denen, die schon „abgeliefert“ haben. Da hast du nicht so schöne Momente erlebt. #schmoll
          Du bist aber offenbar in einer festen Beziehung (wenn da eine weitere Frau mit Enkelwunsch ist ...). Was sagt dein Freund? Und was ist dein eigentlicher Grund abzutreiben? Denn dass die anderen es (wenn sie es wüssten) unbedingt möchten - das allein kann es ja nicht sein.
          Was hättest du im Vorfeld gerne noch im Gespräch reflektiert?
          Hab´ einen guten Tag heute!
          Liebe Grüße von Kyra #winke

        • (7) 19.10.17 - 11:22

          @ Also ich:
          Hallo!
          Es macht mich sehr nachdenklich und tut mir leid, dass du diese Erfahrungen mit Menschen in deinem Umfeld machst. Dass sie ihre Anforderungen an dich so hoch hängen - ich verstehe gut, dass du da gar nicht mit ihnen reden magst. Mit den anderen geht es dir hoffentlich besser und du hast in den Gesprächen hilfreiche Gedankenanstöße bekommen. Hilft dir das, was hier im Blick auf „danach“ für Erfahrungen berichtet werden?
          Ich wünsch’ dir, dass du das, was ungut an dich herangetragen wird, abschütteln kannst und dass dein ganz Eigenes für dein Nachdenken bleibt - wie es dir! mit der überraschenden Schwangerschaft geht und was sie bei dir in Bewegung bringt. Es ist ja nicht nur das Nachdenken im Kopf. Eine Schwangerschaft verändert uns als Frau ja im Ganzen, nicht zuletzt durch die Hormonumstellung. Die kann einem ganz schön heftig zusetzen. Spürst du vielleicht auch, je nachdem wie weit du bist. Die passenden Menschen für wohltuende und konstruktive Gespräche wünsche ich dir!

          Alles, alles Gute für dich - Hanna

          (8) 23.10.17 - 12:08

          Hallo!
          Ich nochmal. :-)
          Diese Woche ist ja der Termin.
          Ich hoffe, du hattest so viel Gesprächsmöglichkeit - und eben die gute Gesprächsgelegenheit - wie du gebraucht hast!
          Alles Gute für dich weiterhin!
          Liebe Grüße von Kyra #winke

      (9) 17.10.17 - 08:59

      Wenn du damit so offen umgehst, warum dann nicht mit deinem Forumsnamen???

      Zum Thema: 2x abzutreiben, weil dir bei dem Herzschlag nicht das Herz aufging? Abtreibung ist keine Verhütung. Lass dich sterilisieren.

      • (10) 17.10.17 - 13:01

        "warum dann nicht mit deinem Forumsnamen?"
        Wahrscheinlich, um von Leuten wie Dir nicht blöd angemacht zu werden.

        Im Übrigen hast Du die Frage offenbar nicht verstanden, denn Dein Posting ist in keinster Weise eine Beantwortung.

        (11) 17.10.17 - 22:39

        War ich.
        Hat leider nicht funktioniert

    (12) 17.10.17 - 11:29

    Hallo ihr lieben Leute!

    ... Moral und Urteil. Das ist das Eine.
    Wer kann das von uns Menschen brauchen? Niemand.

    Aber um die Frau, die um eine Entscheidung ringt, um die geht’s. Es geht zu allererst darum, inne zu halten und still hin zu hören: „Hey, wie geht es dir gerade? Was macht DIR zu schaffen, so dass du über eine Abtreibung nachdenkst?“

    Ich finde es gut, dass du, liebe „Also ich“ (sorry, ich weiß nicht, wie ich dich hier nennen kann), hier schreibst. Und auch anonym schreiben kannst.
    Vielleicht ist eben genau das ein „Schutzraum“, den du gerade brauchst, um einfach offen schreiben zu können...

    Wie waren die letzten Tage für dich? Und wie geht es dir, wenn du an nächste Woche denkst?
    Feelfree...

    Hey, ich lasse dir einen ganz lieben Gruß hier,

    Madita

    (13) 17.10.17 - 11:57

    Hast Du nicht verhütet? Oder wie kommst Du auf 2 Abtreibungen?

    Ich bin weder pro noch contra. Aber damit offensiv angeben?

(17) 17.10.17 - 12:33

Generell bin ich Abtreibung gegenüber offen eingestellt. Es käme für mich nie in Frage, jedoch gibt es sicher Lebensumstände die eine Abtreibung rechtfertigen.

Was ich allerdings nicht verstehen kann ist wie einem nicht nur einmal, sondern zwei mal eine ungewollte SS passieren kann. Wenn ich als Frau doch einmal diese Erfahrung gemacht habe und mit der Abtreibung für mich entschieden habe dass ich kein Kind möchte, bin ich dann nicht extrem vorsichtig und versuche alle um eine erneute SS zu verhindern?
Meiner Meinung liegt hier dann eine hohes Maß an Unverantwprtlichkeit und auch Dummheit vor.
Da hört für mich dann das Verständnis auf.

  • (18) 17.10.17 - 19:23

    Es kann ja durchaus sein dass ich heute sage,dass ich kein Kind möchte.
    Nur weil ich das jetzt so sehe muss das ja nicht so bleiben.
    D.h eine Frau die abtreibt und zu dem Zeitpunkt kein Kind will, kann das ja später im Leben anders sehen und sich dann bewusst eins wünschen.
    Ja, mir ist es zweimal passiert.
    Einmal ist also noch akzeptabel bzw da kann man noch Verständnis aufbringen, aber mehrmals muss dann Dummheit sein.
    Das ist an Überheblichkeit nicht zu toppen.
    Beim zweiten Mal hat die von mir gewählte Verhütung versagt und das erste Mal hat mein Partner die Kondome manipuliert, die Pille danach war zu spät...ich wurde trotzdem schwanger.
    Viele Frauen treiben mehrmals im Leben ab...meine eigene Mutter hat in den 70ern einige Abtreibungen gehabt, weil Verhütung nicht ernsthaft betrieben wurde.
    Auch darüber steht mir kein Urteil zu.
    Und dir genauso wenig.

    • (19) 17.10.17 - 21:57

      Tolle Antwort! Außerdem gibt es Frauen die extrem schnell und leicht schwanger werden. Ich bin trotz Kondom schwanger geworden mit 19 und habe die ss auch unterbrochen. Bewußt und im Nachhinein auch gut so. Mittlerweile bin ich Mutter von 6 kindern. Eines muss ich sagen: es ist sicher anders wenn man kinder hat und die ss unterbricht. Seit ich kinder habe, bin ich über jedes gesundes Leben dankbar und würde eine ss nicht mehr unterbrechen. Alles gute!

      • (20) 17.10.17 - 22:06

        Ich habe mit Anfang 20 ein Kind ausgetragen, und die beiden anderen Schwangerschaften abgebrochen.
        Für mich hat das keinen Unterschied gemacht, dass ich schon ein Kind bekommen hatte als ich die beiden Schwangerschaften abgebrochen hatte.
        Meine Freundin hat 3 FolgeSchwangerschaften abgebrochen, obwohl oder gerade weil sie schon zwei Kinder hatte.

    (21) 18.10.17 - 18:45

    Dein Ex hat die Kondome manipuliert?
    Das ist ein bitterer Vertrauensbruch.

(22) 17.10.17 - 12:45

Hi,

ich persönlich habe nie abgetrieben und würde es auch nur aus einem einzigen Grund tuen. Wenn ein Kind aufgrund von Gewalt heraus entsteht - sprich durch Vergewaltigung. Da ich mich nicht in der Lage sehen würde ein Kind lieben zu können welches mich fortwährend an dieses Ereignis erinnern würde - auch wenn es selbst nichts für seine Entstehung kann.

Bei dir ist es ein recht eindeutiger Fall. Du gehörst zu der Sorte die offen sagt - ich möchte keine Mutter sein. Es ist demnach nicht in deinem Leben vorgesehen dich mit dem ganzen für und wieder was ein Kind so mitbringt auseinandersetzen zu wollen. Das ist durchaus legitim. Keinem sollte ein Kind auf den Bauch gebunden werden, der das nicht haben möchte. Männer können ja vor der Verantwortung davon laufen - als Mutter kann man das eher weniger. ABER in dem Fall von dir würde es noch 2 weitere Optionen geben. Punkt 1 Adopition und Punkt 2 Sterilisation. Wer wirklich überzeugt von sich ist keine Kinder haben zu wollen - sollte der Fairness halber in meinen Augen entweder nen radikalen Schnitt - sprich eine Sterilisation erwägen oder aber dem Kind das man selbst nicht aufziehen will zumindest das Leben gewähren. Denn jede handelsübliche Verhütungstechnik ist nie 100%ig auch wenn ich es - als ich noch kein Kind wollte noch nie geschafft habe ungewollt schwanger zu werden.

Ich glaub nicht das man plötzlich zu einer liebenden Mutter wird wenn man gar nicht in diese Weise des Denkens je versucht hat empathisch zu sein. Für mich stand immer fest das ein Leben ohne Kinder für meine Welt keine lebenswerte Welt darstellen würde. Ich seh mich halt einfach nicht mit 70 Jahren mit 50 Katzen auf ner Veranda sitzend - alle Freunde und Verwandten größtenteils weggestorben und mit dem Rückblick aufs Leben - nichts geschafft zu haben was Spuren hinterlässt, keiner der am eigenen Krab stehen wird um einen zu betrauern. Denn selbst die tollsten Weltreisen... kann ich auch als Mutter machen und bedeutet auch nicht das ich die mir zwangsläufig leisten kann weil ich keine Mutter wäre. Was könnte man schon als Otto-Normalverbraucher erreichen außer persönlichen Erfolg in der Karriere und ggf. Geld... unter der Erde ist jeder gleichreich... und von ner persönlichen Karriere nimmt auch keiner Anteil wenn man in Rente ist. Natürlich was anderes wenn man selbst zur Legende würde... aber wer wird das schon... ich kann nicht singen... bin sportlich duchschnittlich... ein Mittel gegen AIDS werd ich wohl ebenfalls nicht entwickeln.. also woran kann ich messen ob ich was bewegt habe im Leben... richtig - an meinen Kindern. So meine Denkweise. Aber hier bin ich abgeschweift.

Du brauchst dich nicht rechtfertigen abgetrieben zu haben - meine beste Freundin hat das auch deswegen hass ich sie auch nicht... meine Mutter hat es 2x vor mir... auch sie hass ich nicht.

Aber wenn du wirklich keines willst... warum um himmelswillen sterilisierst du dich nicht. Ernsthaft! Immerhin entscheidest du sonst über Leben und Tot... und das sollte man eigentlich gar nicht tuen. Denn ja es ist ethisch und moralisch abgründig und verachtenswert vor allem wenn ein gewisser Vorsatz dahinter steht. Immerhin gibt es ettliche Leute die gerne Eltern wären und sich über ein von dir ausgetragenes aber unerwünschtes Kind riesig freuen würden.

  • (23) 17.10.17 - 22:29

    Ich sehe in einem Abbruch absolut nichts ethisch oder moralisch Verartenswertes. Du siehst das so.
    Das ist deine Meinung, die nicht als allgemeingültig dargestellt werden sollte.
    Jeder Mensch hat seine eigenen moralischen Maßstäbe und für mich ist ein Embryo kein unbedingt schützenswertes Leben.
    Ich stelle meinen Körper zur Verfügung oder eben nicht, es ist also völlig in Ordnung dass ich darüber entscheide ob ein Embryo darin wachsen soll oder nicht.
    Und mein Körper ist sicher kein Brutkasten für ungewollt kinderlose Paare, ich halte von Altruismus überhaupt nichts. Es gibt genug Kinderheime in Russland und China die voll sind von ungewollten Kindern. Aber Hauptsache nicht angetrieben, egal wie beschissen das Leben für das Kind dann auch sein mag.
    Sollen die kinderlosen Paare doch dahin gehen und ein Kind aus seinem Elend befreien.
    Auch eine Sterilisation ist keine Garantie , eine meiner Schwangerschaften ist trotzdem so entstanden.
    Und da war sicher kein Vorsatz, nicht mal Fahrlässigkeit mit im Spiel.
    Das sind Vorurteile, die ungerechtfertigt sind: wer ungewollt schwanger wird muss schlampig verhüten und wem das sogar zweimal passiert ist verantwortungslos.
    Ist deine Welt so einfach gestrickt?

(24) 17.10.17 - 13:11

Es ist ja mal wieder witzig.
Die Frage der TE lautet: "Abtreibung - steht ihr dazu?"
Und es antworten lauter überzeugte Abtreibungsgegner, die die TE, die schon abgetrieben HAT (-> Achtung: Präteritum!), fragen, wie sie denn verhütet.
Jo.
Zurück zur Frage:
Ich kann nicht aus eigener Erfahrung sprechen, kenne aber aus meinem engsten Freundes- und Verwandtenkreis mehrere Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen abgetrieben haben. Von "medizinischer Indikation" über "finanzielle Probleme/Partnerschaftliche Probleme" bis hin zu "paßt jetzt einfach nicht" war alles dabei.
Soweit ich weiß, hat keine der Frauen hinterher damit ernsthafte Probleme, das zu verarbeiten. Mit 2 Frauen habe ich immer mal wieder darüber gesprochen, die gehen damit mir gegenüber (und gegenüber ihrem engsten Kreis wie Eltern/Partner) relativ offen um.
Es ist sicherlich nichts, was man jedem x-beliebigen Menschen auf die Nase bindet, weil man ja irgendwie auch immer gleich in einen Rechtfertigungsmodus gerät.
Selbst hier in einem anonymen Forum wollen alle User sofort wissen, wie es denn überhaupt dazu gekommen ist.
Dabei denke ich, ist die rechtliche Lage doch ganz klar: man kann in Deutschland straffrei abtreiben. Und da frage ich mich:
Wenn der deutsche Rechtsstaat kein Problem damit hat, wieso haben es dann wildfremde Leute hier im Forum???

(25) 17.10.17 - 13:13

Hallo,
ich habe während des Studiums abgetrieben und wäge nach wie vor gut ab, mit wem ich darüber spreche.
Obwohl ich mir meiner Sache absolut sicher war und den Abbruch auch nicht bereue, ist er natürlich nicht spurlos an mir vorbeigegangen und hat mich mehrere Jahre beschäftigt. Ich denke, man muß schon sehr abgebrüht oder auch gut im Verdrängen sein, um sich nicht bewußt zu machen, daß man eben wirklich gerade ein entstehendes Leben beendet.
Wenn im Freundeskreis mal das Thema darauf kam oder so Tratschgespräche aufkamen à la "xy hat abgetrieben, also ich könnte das niiiiiiiie!" , dann breche ich schon mal eine Lanze für die betroffene Frau und sage dann auch, daß ich selbst auch betroffen war. Ich meine, jede 3. Frau in D hat im Laufe ihres Lebens einen Abbruch, es tun halt immer noch viele Leute sehr scheinheilig-entsetzt.
Ohne "Anlaß" spreche ich nicht darüber, denn es war eine traurige Zeit und die Narbe auf der Seele schmerzt manchmal noch. Das ist nichts, was ich anderen Leuten willentlich vor die Nase halte, damit sie darauf herumtrampeln können.
Die meisten Leute können sich nämlich nicht vorstellen, daß zu einer Abtreibung auch tiefe Trauer gehören kann, selbst wenn sie in dem Moment wirklich die richtige Entscheidung war.
Schwierige Sache.
Liebe Grüße, tatzel

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