Kinderwunsch + Emetophobie ­čś×

    • (1) 05.08.18 - 02:03
      whysoserious

      Hallo,

      ich habe leider kein anderes Forum gefunden, wo ich in grau schreiben kann, daher hier.
      Bei mir besteht ein definitiver Kinderwunsch, aber ich leide unter Emetophobie (= Angst vor dem Erbrechen).

      Ich leide schon sehr lange darunter und es ist auf jeden Fall schon besser geworden. So gut sogar, dass ich - zumindest in der Theorie - keine gro├če Angst mehr vor Schwangerschafts├╝belkeit habe und bereit bin, das f├╝r ein kleines Wunder in Kauf zu nehmen.

      Andere Sachen gelingen mir noch nicht so gut...z.B. desinfiziere ich mein Handy, meine H├Ąnde selbstverst├Ąndlich auch und fasse manche Sachen nur mit T├╝chern an. ­čśö

      Verwandte Kinder sind kein Problem, fremde manchmal schon (weil Kinder halt ├╝berall die Finger haben und so ziemlich alle Krankheiten anschleppen).
      Bei den Kindern meines Bruders ist mir das seltsamerweise fast egal, die d├╝rfen mir auch mit ungewaschenen H├Ąnden was von ihrer Schokolade o.├Ą. abgeben.
      Fr├╝her habe ich alle Kinder (und auch die meisten Erwachsenen) als potentielle Gefahr eingestuft.

      Ich hoffe, dass sich hier niemand dar├╝ber lustig macht oder denkt, ich w├╝rde mich anstellen. Ich bin so nicht aufgewachsen...bei uns wurde nat├╝rlich aufs H├Ąndewaschen und auf saubere Kleidung geachtet, aber wir haben auch im Dreck gespielt, sind auf B├Ąume geklettert, hatten immer Tiere, etc.

      Ich habe schon ├Âfters nach Hilfe gesucht in Form einer Therapie, jedoch musste ich die Erfahrung machen, dass sich bisher niemand mit dieser speziellen Phobie auskannte oder nur eine Therapieform anbot (Konfrontationstherapie ­čśĘ), die ich noch nicht schaffen werde.

      Ich wei├č auch nat├╝rlich, dass das Erbrechen nichts Schlimmes ist, dass der K├Ârper sich reinigt (oder die Hormone verr├╝ckt spielen), es eine Schutzfunktion darstellt usw.
      Das ├Ąndert nur alles leider gar nichts an meiner irrationalen Angst.

      Der Witz ist...wenn ich denn mal Magen-Darm habe (was ca. alle 8-10 Jahre passiert), ist die Zeit vor dem Erbrechen immer viel schlimmer gewesen als das Erbrechen selbst.

      Beim letzten Mal hatte ich gehofft, dieses Wissen ÔÇ×mitnehmenÔÇť zu k├Ânnen und auch das Gef├╝hl ÔÇ×war ja gar nicht so schlimmÔÇť. Nein, keine Chance, die Angst bleibt.

      Jetzt habe ich heute wahrscheinlich was falsches gegessen oder vertrage die bl├Âde Hitze nicht und habe DF.
      Teils mit Kr├Ąmpfen in der Magengegend. Und pl├Âtzlich bin ich vor lauter Panik bereit, den Kinderwunsch wieder aufzugeben. Ich hasse diese Phobie. ­čśź

      Wenn jemand irgendetwas dazu beitragen kann (Buchempfehlung? Empfehlung Therapieform? Selbst betroffen?), w├Ąre ich sehr dankbar. ­čÖĆ­čĆ╝

      • Warum wei├čt Du schon im voraus, dass Du eine Konfrontationstherapie nicht schaffst? Hast Du es mit einem guten Therapeuten schon versucht?
        Leider kenne ich nicht viel mit Phobien, aber ich wei├č, dass eine ehemalige Kollegin ihre wirklich furchtbare Platzangst damit total in den Griff bekam. Sie stieg in keinen Aufzug, war ganz sicher, dass sie darin sterben w├╝rde, JEDER geschlossene Raum l├Âste Panikattacken aus. Heute ist sie gesund bzw. wenn mal wieder ein Anflug kommt, wei├č sie ihn sofort zu beherrschen.
        Ich selber habe extreme Flugangst. Wenn ich fliegen M├ťSSTE, w├╝rde ich wohl vorher auch ein Seminar/eine Therapie machen, denn der Zustand ist......nicht sch├Ân#schwitz
        Aber da sich das Problem nicht stellt, ist es egal.
        In Deinem Fall aber ist das ja keine Lebensqualit├Ąt mehr und h├Ąlt Dich sogar von einem Kind ab. Versuch es - Du kannst nur gewinnen! Kann Dir die u.a. Seite evtl. weiterhelfen?
        LG Moni
        http://www.emetophobie.de/auswege/therapie/suche.html

        • (3) 05.08.18 - 22:33

          Vielen Dank f├╝r deinen Beitrag.
          Meine Lebensqualit├Ąt ist tats├Ąchlich eingeschr├Ąnkt, was mich in den meisten Bereichen nicht so extrem st├Ârt.
          Was den Kinderwunsch (und nat├╝rlich auch den sp├Ąteren Umgang mit Kindern) angeht, nat├╝rlich schon sehr.

          Bzgl der Therapie hast du vermutlich recht, dass Konfrontation die beste Hilfe w├Ąre. Ich bin, was Therapeuten angeht, ein gebranntes Kind.
          Mehrere, mit denen ich Kontakt aufgenommen hatte, kannten sich trotz Spezialisierung auf Phobien leider nicht mit meiner aus, ein weiterer fragte mich tats├Ąchlich am Telefon, ob das wirklich so schlimm sei, weil Erbrechen und ├ťbelkeit ja nunmal etwas ganz Normales seien.

          Dann hatte ich eine gefunden, die mir sympathisch war und sich auch wirklich erstmal bem├╝ht hat. Sie setzt ebenfalls auf Konfrontation und gab mir als erste Aufgabe, mit der U-Bahn zu fahren, mich dort an einer der Stangen festzuhalten und danach mehrere Stunden nicht die H├Ąnde zu waschen, geschweige denn zu desinfizieren.

          F├╝r viele mag das nicht besonders schlimm sein (sicher vergessen auch einige das H├Ąndewaschen mal), f├╝r mich ist das eine momentan unl├Âsbare Aufgabe, weil ich mich in der Bahn erst gar nicht an den Dingern festhalten w├╝rde oder ├╝berhaupt dort etwas anfasse und trotzdem meine H├Ąnse nach der Fahrt desinfiziere.
          Zur Unterst├╝tzung sollte ich dann einfach Globulis nehmen. ­čśĽ

          Vielen Dank f├╝r den Link, die Seite scheint sehr gut zu sein! ­čĹŹ­čĆ╝

      (4) 05.08.18 - 14:01

      Hi,

      ich kenne das mit der Emetophobie auch, bei mir ist es allerdings leicht anders. Ja, ich empfinde ├ťbelkeit auch als extrem belastend, aber schlimmer finde ich es noch, wenn sich andere in meiner Umgebung ├╝bergeben oder auch nur erw├Ąhnen, dass ihnen schlecht ist.

      Ich bin vor acht Jahren ziemlich ungeplant schwanger geworden, hatte also gar keine Zeit, mir da vorher Gedanken dr├╝ber zu machen, aber siehe da: als ich schwanger war, war mir zwar ├╝bel, aber ich musste mich kein einziges mal ├╝bergeben, auch nicht w├Ąhrend der Wehen (was so meine gr├Â├čte Angst war. Mit ├ťbelkeit in vertrauter Umgebung komme ich klar, aber woanders halt nicht so gut).

      Meine ├ärztin war da auch sehr verst├Ąndnisvoll und hat mich h├Ąufiger wegen der ├ťbelkeit krankgeschrieben, weil ich w├Ąhrend der Zeit einfach extrem unkonzentriert und fahrig war, der Kreislauf gesponnen hat usw. Nicht wegen der ├ťbelkeit, sondern wegen der aufsteigenden Angst.

      Aktuell (etwa die letzten zwei Jahre) habe ich in fast jedem Zyklus ab Eisprung starke Schmerzen, die ├ťbelkeit verursachen (dank Endometriose, vermutet mein Arzt) und jedes Mal denke ich mir an dem Punkt: nie wieder freiwillig. Trotzdem haben wir uns f├╝r ein zweites Kind entschieden. Denn aus Erfahrung wei├č ich: wenns erstmal soweit ist, ist es weniger schlimm, als man sich ausmalt.

      Mein Kind hat in den letzten drei Jahren zwei mal Magen-Darm angeschleppt und die Zeit, in der es nur ihn betroffen hat, war schlimmer, als die Zeit, in der ich mich selbst ├╝bergeben musste. Davor habe ich mich 10 Jahre nicht ├╝bergeben und bin richtig panisch geworden, danach war ich von mir selbst ├╝berrascht, wie wenig schlimm es war, sich tats├Ąchlich zu ├╝bergeben und war ein kleines bisschen stolz, als dann das zweite Mal die Magen-Darm-Geschichte da war und ich zwar geheult und gezittert habe wie ein kleines Kind, aber die Angst war wesentlich weniger schlimm.

      Ich merke auch, wie ich in der Zeit, nachdem ich mich tats├Ąchlich ├╝bergeben habe, viel weniger Angst habe. Leider h├Ąlt das immer nur ein paar Wochen an, dann kommt die irrationale Angst wieder.

      Ich wei├č nicht, ob dir das jetzt hilft, aber das sind ein paar kleine Erfahrungswerte von einer Mitbetroffenen.

      • (5) 05.08.18 - 22:43

        Ja, bei anderen finde ich das auch schlimm. Wenn jemand auf der Arbeit pl├Âtzlich mit Magen-Darm zu Hause bleibt, ├╝berlege ich die ganze Zeit, ob wir in den Tagen davor, viel Kontakt hatten.

        Wenn jemand sagt ÔÇ×mir gehtÔÇÖs nicht gut, mir ist komischÔÇť, geht mein Puls gleich nach oben.

        Dein Bericht ├╝ber deine Schwangerschaft macht mir aber Mut. ­čÖĆ­čĆ╝
        Und auch, dass du es trotz allem wieder versuchst.

        Ich hatte die Situation mit Magen-Darm mit meiner Nichte. Wei├č also, dass ich im Ernstfall helfen kann (hab sie sauber gemacht, bei ihr an der Toilette gestanden), aber mir ging es verdammt bescheiden dabei. Habe mich auch selbstverst├Ąndlich angesteckt. Zum Gl├╝ck war ich da wieder zu Hause (ja, in einer fremden Umgebung w├Ąre es auch f├╝r mich viel schlimmer).

        Wie schon oben geschrieben, als ich dann krank war, war es ein paar Minuten echt schlimm und die Panik war ├╝berw├Ąltigend. Als mein Magen sich wieder beruhigt hatte, hab ich mich echt kurz ÔÇ×geheiltÔÇť von der Angst gef├╝hlt, weils echt gar nicht so schlimm war.
        Eigentlich. Dann vergeht die Zeit und die Panik kommt wieder.

        Es beruhigt etwas, dass das nicht nur mir so geht und du z.B. das auch mit Kind und Kinderwunsch durchstehen kannst. ­čî╝

    Soweit ich wei├č, sind Phobien tats├Ąchlich am Besten durch Konfrontationstherapie heilbar. Vielleicht triffst Du ja mal einen Therapeuten zu einer Probesitzung und l├Ą├čt Dir genauer erkl├Ąren, was er da mit Dir vorhat?

    • (7) 05.08.18 - 22:45

      Hey,

      vielen Dank f├╝r deinen Rat.
      Oben in der Antwort an Fruehchenomi habe ich meine bisherigen Erfahrungen mit Therapeuten geschildert, die waren leider nicht so gut.

      Aber aufgeben ist nat├╝rlich auch keine Option, also werde ich versuchen, nochmal damit zu starten.

(8) 05.08.18 - 18:59

hi, ich war 6x schwanger und habe NIE!!!! erbrochen.
floe

  • (9) 05.08.18 - 22:48

    Hi,

    Danke f├╝r deine Erfahrung.
    Die Emetophobie ist nur leider so irrational, dass es gar nicht so sehr ums eigentliche Erbrechen geht, sondern um die v├Âllig abwegige und nicht kontrollierbare Angst davor.
    Es ist schwer zu beschreiben. ­čśĽ

(10) 05.08.18 - 21:01

Hallo du,

Ich kann dich mit jedem Satz sooo so gut verstehen.

Ich bin jetzt 28 und leide seit meinem 3. Lebensjahr an Emetophobie.

Bei jeder Norowelle denke ich vor Angst ich sterbe und "├╝bergie├če" mich mit Desinfektion. Gehe kaum noch einkaufen.

Ich w├╝nsche mir wie du von Herzen ein Baby.
Bei mir ist die ├ťbelkeit in der Schwangerschaft nicht das Schlimme. Weil ich wei├č, dass es vom kleinen Wurm kommt :).
Das was danach alles kommt.....sp├Ątestens ab dem Kindergarten macht mir panische Angst :(.

Bei mir ist es wie bei dir:
In guten Situationen denk ich:" ja komm du schaffst das, du w├╝nscht es dir so sehr und bereust es sonst einmal" und in Situationen voller Angst werfe ich es sofort ├╝ber Bord.
Und das geht immer so weiter in meinem Kopf.....

Und dann l├Ąchelt mich ein Kind an und ich denke nur: " oh man, was soll ich nur tun, ich will auch gl├╝ckliche Mama sein"

Ich will dich jetzt aber nicht runterziehen!
(Hoffe nicht)

Aber vielleicht tut es dir gut, dass du wei├čt, dass dich einige guuut verstehen.

Mich hat dein Beitrag getr├Âstet, weil mich hier keiner versteht.

Vielleicht w├Ąre es am Ende auch gar nicht so schlimm wie wir es uns ausmalen.

Ich bin seit laaaangem auf der Suche nach einem Therapieplatz....aber alles voll hier.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es helfen w├╝rde, wenn man mit einem Therapeuten alle m├Âglichen Situationen "durchgeht" bespricht "was tue ich wenn" "wie verhalte ich mich wenn"

Dann hat man schon mal einiges an der Hand, was einem dann helfen kann.

Es ist ein hin und her in meinem Kopf

Ewig Zeit hab ich ja auch nicht mehr, mich zu entscheiden.

Liebe Gr├╝├če

  • (11) 05.08.18 - 23:01

    Danke dir f├╝r deinen Beitrag ­čÖĆ­čĆ╝­čÖĆ­čĆ╝­čÖĆ­čĆ╝
    Du beschreibst exakt, wie es sich anf├╝hlt.
    Man macht sich selbst Mut, sieht kleine Kinder und wei├č, dass es sich lohnen wird.

    Und dann kommt die n├Ąchste Situation und man fragt sich v├Âllig verzweifelt, wie man das jemals schaffen soll.

    Die m├Âgliche Schwangerschafts├╝belkeit w├╝rde mich wahrscheinlich fertig machen, aber ich w├╝rde es packen. Weil ich auch w├╝sste, wof├╝r es ist.
    Au├čerdem hatte ich leider die Situation schon einmal 10 Wochen lang aufgrund einer Nahrungsmittelallergie (hat ein bisschen gedauert, die festzustellen ­čÖł). Es ging mir schlecht und ich habe ungewollt stark abgenommen, aber ich habe weiter gegessen und ansonsten auch gut auf mich geachtet.

    Winter bis Fr├╝hjahr werden sicher auch nicht deine liebsten Jahreszeiten sein, wenn wieder alle mit Noro und sonstigen Magen-Darm-Erkrankungen rumlaufen. ­čśČ
    Ich bin dann auch richtig sauer auf Kollegen/innen, die nach 2 Tagen (hochansteckend!) wieder auf die Arbeit kommen.
    Alle anderen normalen Krankheiten sind mir so herzlich egal...Bronchitis, Mandelentz├╝ndung, grippaler Infekt,...v├Âllig egal, nehm ich mit ­čĄĚ­čĆ╝ÔÇŹÔÖÇ´ŞĆ
    Es geht also auch nicht um Keime im Allgemeinen.

    Wie lange wartest du schon auf eine Therapie?

    Ja, eine Art ÔÇ×HandbuchÔÇť f├╝r solche Situationen w├Ąre gut. Und ich w├╝rde es gern verstehen. Bei mir war es nicht immer so, es hat sch├Ątzungsweise am Anfang der Pubert├Ąt angefangen.
    Ich habe immer so die Vorstellung, dass ich es loswerden kann, wenn ich den Grund daf├╝r kenne. ­čĄĚ­čĆ╝ÔÇŹÔÖÇ´ŞĆ

    Schreibe dir mal eine pn unter meinem richtigen Nick. ­čśë

Hi,

ich kann Dich sooo gut verstehen, leide n├Ąmlich an der gleichen Phobie. Mittlerweile fast schon seit 30 Jahren.
Auch ich hatte Angst vor der Schwangerschafts├╝belkeit, aber eigentlich noch mehr davor, dass mein Kind erbricht und ich wegrennen muss, weil ich nicht anders kann.
Ich habe mir aber immer eingeredet, dass es bei seinen eigenen Kindern dann egal ist.

Was soll ich sagen.. Ich hatte Unrecht.

In der ersten Schwangerschaft war mir anfangs dauer├╝bel. Aber da ich den Brechreiz unterdr├╝cken kann, musste ich mir brechen.

Als mein Sohn dann das erste mal wirklich MD bekam, bin ich in eine Abw├Ąrtsspirale gestrudelt. Es war schlimm, ich musste den Raum verlassen und konnte ihm nicht beistehen. Der Papa hat immer ├╝bernommen.
Das hat die Beziehung sehr, sehr stark belastet, weil ich mich danach monatelang nicht mehr getraut habe mit meinem Kind alleine zu sein.
Ich war immer in der Vermeidungshaltung.

Dann kam aber erneut der Kinderwunsch bei mir auf. Mein Partner war mir bereit dazu, wenn ich vorher eine Therapie mache.
Es war auch eine Verhalstenstherapie mit Konfrontations-Aspekt.

Meine Angst blieb aber.
Trotzdem w├╝rde ich wieder Schwanger.
Die ├ťbelkeit in den ersten Wochen habe ich mit Vomex gut in den Griff bekommen,

Als mein Kleiner Sohn dann knapp zwei war, habe ich mich vom Vater getrennt.
Kurz danach hatte er MD und ich war das erste mal v├Âllig auf mich alleine gestellt.

Ich habe das nat├╝rlich ├╝berstanden, war bei ihm, aber die Erkenntis danach, dass das alles ja ├╝berhaupt nicht so schlimm ist, hat mir diese irrationale Angst nicht genommen,

Ich wei├č gar nicht, was ich Dir raten soll.
Ich liebe meine Kinder und w├╝rde sie nie missen wollen, aber diese Phobie ist wirklich belastend.
Ich w├╝rde sogar behaupten, dass die Bindung zwischen Vater und erstem
Sohn viel intensiver ist, weil Papa auch da war, als es dem Kind schlecht ging.
Ich k├Ânnte es ja nicht..

Hey,

ich hab deinen Beitrag erst jetzt entdeckt und hoffe, dass du es noch verfolgst.

Auch ich leide schon lange unter dieser Phobie und ich kann das nur was du schreibst wirklich gut nachvollziehen. Ich bekomme schon immer die Krise, wenn meine Arbeitskollegin montags morgens erz├Ąhlt, dass eines ihrer Kinder am Wochenende Magen-Darm hatte. Muss mich dann ganz stark zusammenrei├čen nicht pl├Âtzlich "krank" nach Hause zu gehen. Die Toilette wird dann bei der Arbeit nicht mehr von mir benutzt... Und auch die U-Bahn-Geschichte kenne ich, allerdings ist U-Bahn fahren schon der Horror weil da ja Leute brechen k├Ânnten.... Feiern gehen und Festivals sind aus dem Grund auch nicht m├Âglich.

Das was du zu den Therapeuten schreibst, habe ich genauso erlebt. Ich kann mich nicht konfrontieren, wenn ich nicht "muss". Die ├ťberwindung ist nicht da und es sind auch schon 3 Therapien daran gescheitert. Aber ich habe jetzt eine Pschologin, die das offenbar kapiert und auch wenn es vielleicht l├Ąnger dauert, es geht st├╝ckchenweise voran. Also nicht aufgeben! Irgendwann findest du den passenden Therapeuten.

Mit dem Kinderwunsch ging es mir auch wie dir. Jetzt haben mein Mann und ich aber letztes Jahr geheiratet und eigentlich abgemacht, dass wir es nach der Hochzeit probieren (mal wieder die starke Phase gehabt). Dann war die Hochzeit vorbei und ich habe einen Vorwand nach dem N├Ąchsten gefunden warum es gerade jetzt doch nicht geht. Renovierung, Stress, Urlaub usw. Bei mir war allerdings die Schwangerschafts├╝belkeit ausschlaggebend. Ich denke immer irgendwie nur an die n├Ąchste Zeit und nicht an das Brechen wenn die Kinder so was mitbringen. Jedenfalls hat mein Mann das erstens nach 4 Monaten Aufschieberei durchschaut und zweitens ist er um einiges ├Ąlter als ich, so dass er mir ziemlich deutlich gemacht hat, dass entweder jetzt anzugehen oder gar nicht mehr weil er sonst "zu alt" daf├╝r ist. Niemals selbst Mama zu sein war aber f├╝r mich schlimmer als der Gedanke doch mal wieder brechen zu m├╝ssen. Ohne das Alter meines Mannes w├╝rde ich wahrscheinlich immer noch aufschieben.
Die ersten beiden Zyklen hat es nicht geklappt, aber trotzdem war mir dauerschlecht nach dem errechneten Eisprung (wohl aus lauter Angst). Und dann war es auf einmal so weit. Habe direkt an NMT positiv getestet und ab da nur noch darauf gewartet wann das Brechen losgeht. Mittlerweile bin ich in der 30. SSW und mir war zwar ├Âfter schlecht aber gebrochen habe ich bisher gar nicht. Nat├╝rlich meldet sich jetzt meine Angst, dass ich mich aufgrund der Wehen ├╝bergeben muss und das ist wirklich nicht sch├Ân, aber die Vorfreude auf unsere Tochter ├╝berwiegt und ich glaube, dass mir das unter den Wehen dann "egal" ist, da man dann wohl anders besch├Ąftigt ist. Zumindest versuche ich mir das einzureden.

Ich kann dir also keinen konkreten Rat geben, wie man dar├╝ber hinwegsehen kann und vllt braucht es einfach den Zeitpunkt wo es klick macht oder so, aber vielleicht hilft es auch sich bewusst zu machen, wie viel einem durch diese bl├Âde Angst wirklich entgeht und zwar mehr als nur ein paar kleine Einschr├Ąnkungen wie Partys oder so....

LG
Cari

Ich leide auch an dieser Phobie. Das Ding ist, dass mir psychisch bedingt sowieso oft ├╝bel ist und ich mich nur in extremf├Ąllen "├╝bergebe". Eigentlich kommt da nicht viel mit, ist meistens nur der w├╝rgereiz.
Mein Mann und ich sind jetzt im 1.├ťz weil wir uns f├╝r ein Kind entschieden haben. Ich habe auch gro├če Angst davor mich zu ├╝bergeben, weil wenn mir so schlecht ist dass ich denke es kommt jeden Moment, dann bekomme ich regelrecht Panikattacken und fange an zu zittern und kann mein Herz schlagen h├Âren. Durch die Phobie schafft es mein K├Ârper aber gegen das erbrechen zu arbeiten, in 98% der F├Ąlle. Ich ├╝bergebe mich also sehr sehr selten. Und ich habe gelesen, dass es w├Ąhrend der Schwangerschafts├╝belkeit keinen Unterschied macht. Oft kann der K├Ârper auch da gegen arbeiten und man erbricht nicht, weil die Angst zu gro├č ist. F├╝r den Fall der F├Ąlle habe ich aber schon Vomex hier und werde es bei Bedarf nehmen um auf Nummer sicher zu gehen. Vielleicht beruhigt dich das ja etwas :)

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