Medikamentös abtreiben - Erfahrungen (Gesamtablauf und -zeit)

    • (1) 12.08.18 - 13:02
      med. Abtreibung

      Ich muss mich wohl einreihen:-(

      Mich würde grundsätzlich interessieren, wie lange sich der GESAMTE Prozess zieht - BITTE GERNE EURE ERFAHRUNGEN!

      Ich denke bei meinem FA könnte ich noch am selben Tag einem Termin bekommen (ich rufe gleich morgen an), allerdings muss er die SS ja feststellen können.. Da reicht ein positiver SS-Test ja nicht.. Dh er muss es auf dem US sehen und das geht eher erst ab der 5. SSW, oder? Oder geht das offizielle Feststellen (in diesem Fall; sicher bevorstehende Abtreibung) auch schon kurz vor dem NMT? Der Arzt welcher die Abtreibung vornimmt vergewissert sich ja eh nochmal.. Und dazwischen ist noch der ProFamilia Termin. Ich will einfach keine Zeit verlieren:-(
      Und wie schnell erhält man im Durchschnitt einen Termin bei ProFamilia? Hier auch; Erfahrungen? Geht das idR auch binnen der darauffolgenden 1-3 Tage oder kann sich das länger ziehen?
      Und wie schnell sind die Praxen die Abtreibungen durchführen?

      Am liebsten wäre es mir das alles binnen einer Woche abzuwickeln, eben möglichst so, dass noch kein "Kind" zu erkennen ist. Es muss ja nicht schwieriger werden als es schon ist:-(

      (!?) Und grundsätzlich wäre dies der Ablauf:

      1. Termin - [FA] der die SS feststellt und einen Überweisungsschein zu ProFamilia ausstellt.

      2. Termin - [ProFamilia] welche die erfolgte Beratung bescheinigt und einen Zettel mit Praxen welche eine Abtreibung durchführen aushändigt.

      (Dann mind. 3 Tage Wartezeit)

      3. Termin - [Arztpraxis] zur Durchführung der (in meinem Fall; medikamentösen) Abtreibung. Ich bekomme die erste Pille vor Ort und warte (wie lange?) in der Praxis. Und die zweite Pille? Kann der Abort, quasi das anfangen zu Bluten zu Hause erfolgen? Das wäre mir wirklich am liebsten. Oder muss man alle beiden Pillen in der Praxis nehmen?

      Ist der Ablauf so korrekt? Habe ich etwas ausgelassen? Und kann man es so schnell abwickeln? Muss der FA einen Embryo sehen oder reicht die Fruchthöhle???

      Danke vielmals..

      • Hallo,
        Dein FA muß keinen Embryo sehen, ein pos. Test in seiner Praxis reicht als Nachweis der Schwangerschaft.
        Termin bei PF kann schnell gehen, ich konnte am nächsten Tag hin. Ruf ansonsten noch andere Beratungsstellen an!
        Termin in der Praxis zum Abbruch dauerte bei mir leider 5 Tage, auch hier könntest Du ja verschiedene Praxen kontaktieren.
        Mein Abbruch war eine Absaugung mit Kurzschlafmittel (keine Narkose!), was für mich der richtige Weg war. Körperlich war ich schnell wieder fit und das ganze zog sich nicht über mehrere Tage. Wäre das nicht eine Alternative für Dich?
        Alles Gute, tatzel #blume

        • (3) 12.08.18 - 13:52
          med. Abtreibung

          Danke für Deine Antwort!! Davon hab ich noch gar nichts gehört. Danke, dass Du mich darüber aufgeklärt hast. Ich denke wenn es in einem so frühen Stadium passiert, könnte ich mir das vielleicht sogar vorstellen. Es ist ja auch nicht schön, wenn man alles tagelang so direkt mitmacht.. Einnehmen, warten, einnehmen, warten.

          Das mit dem FA ist wirklich gut und wichtig zu wissen. Dann kann ich morgen gleich hin. Dann stehen die Chancen vielleicht ganz gut, dass das alles bis zum kommenden Montag zu Stande kommt. Danke nochmal für die Infos!!

      (4) 12.08.18 - 14:33

      Hallo
      Ich hatte auch eine medikamentöse Abtreibung mit Mifegyne (Progesteronhemmer) und Cytotec (bewirkt das Zusammenziehen der Gebärmutter und somit den eigentlichen Abort), allerdings in der Schweiz. Schon zw. der 3. und 4. Woche war ich (aus Angst) beim Gynäkologen, der bestätigte mir die SS und gab mir das US-Bild mit (man sah noch keinen Embryo!). Ich (für mich selber) musste mir noch ca. eine Woche überlegen, ob ich das wirklich möchte. In der 5. Woche bin ich dann ins Spital, in die gynäkologische Abteilung (Notfall!), und konnte daraufhin direkt die Mifegyne einnehmen (habe nur das US-Bild gezeigt und einen SS-Test machen müssen), es wurde also kein weiterer US gemacht. Die Ärztin gab mir dann noch Cytotec mit, dass ich dann ca. 48h später zu Hause einnahm. Zu bedenken ist: In Deutschland hast du eine Bedenkzeit und musst ein Gespräch bei der profamilia vereinbaren, in der Schweiz kennt man dies nicht. Wenn der Mediziner sich sicher ist, dass du hinter deiner Entscheidung stehst, kannst du direkt abtreiben.
      Zu bluten begann ich dann einen Tag später, nach dem ich Mifegyne eingenommen habe (habe die Cytotec noch nicht eingenommen!). Da stand ich weinend in der Dusche und sah, wie das Ganze runterfloss. Es war nicht angenehm und für mich eine sehr belastende Situation. Zwei Tage später nahm ich das Cytotec ein, am Anfang hatte ich Schmerzen (vergleichbar mit einer starken Menstruation), dies legte sich jedoch nach 1-2 Std.
      Ich ging dann nach 3 Wochen nochmals zur Nachkontrolle. Zum Glück war alles draussen, so dass ich keine Ausschabung mehr machen musste.

      Liebe TE, ich wünsche dir viel Kraft für diesen schwierigen Weg, den du gehen musst.
      Für mich war das ganze aber sehr belastend und schwierig, so dass ich im Nachhinein lieber die chirurgische Methode gewählt hätte. Ich habe 2 Wochen lang geblutet, und zwar richtig viel und habe somit den ganzen Abbruch miterlebt. Für mich war das einfach schrecklich und ich leide heute noch darunter, obwohl ich hinter meiner Entscheidung stand.
      Fühl dich gedrückt #liebdrueck

      • (5) 12.08.18 - 15:52

        Oh Mann.. Das liest sich wirklich schwer. Sehr schön hast Du das erklärt, aber man merkt, dass da was dranhängt. Ich komme langsam ins Schwanken was die medikamentöse Abtreibung angeht. Absaugen käme für mich evtl auch in Frage - aber so egoistisch es vielleicht auch klingen mag - nur so lange man keinen Embryo auf dem US erkennen kann. Ich dachte, dass die medikamentöse Variante die, einer Fehlgeburt gleich oder ähnlich kommend am natürlichsten wäre. Das alles ist so schlimm. Ich teste morgen nochmal um sicher zu gehen und gehe anschließend sofort zum Arzt. Und danach versuche ich umgehend so schnell es geht bei der Beratungsstelle einen Termin zu bekommen. Ich möchte einfach keine Zeit verlieren:-( Habe gerade starke UL Schmerzen. Es ist nicht schön die mögliche Schwangerschaft zu spüren und zu wissen, dass sie abgebrochen wird. Schrecklich. Danke daher nochmal für Deine Worte! Das einzige was gerade wirklich hilft ist die Erfahrung von anderen!

        • (6) 12.08.18 - 18:00

          Ja, du hast Recht, ich werde diese schreckliche Erfahrung nicht vergessen können, aber du kannst lernen, mit dieser zu leben. Das braucht Zeit und Familie/Freunde/Partner, evtl. auch einen Therapeuten, die dir beistehen.
          Wichtig ist, dass du jemanden an deiner Seite hast, den du zur Not auch nachts erreichen kannst. Mein Partner hat mich damals zur Abtreibung begleitet, und ohne ihn hätte ich es nicht geschafft! Ich wäre in diesem Moment - als der Arzt mir sagte, dass wenn ich die Mifegyne schlucke, es kein Zurück mehr gibt - zu schwach gewesen, irgendwas zu machen. Er sagte mir im Nachhinein, dass er meinen traurigen Blick in diesem Zimmer nie wieder vergessen wird... und als ich dann am Tag danach zu bluten begann, realisierte ich, dass "mein Baby" von mir gegangen ist (ich hab den Fehler gemacht und mich irgendwie schon an das kleine Ding gewöhnt, obwohl ich wusste, dass es nicht ging :( )
          Bei der Saugcurettage hast du halt den Vorteil, dass es schnell vorbei ist und dies nicht aktiv mitbekommst. Aber jeder muss selber wissen, wie und welchen Weg er gehen möchte.
          Ganz, ganz viel Kraft und liebe Grüsse #klee

    Ich musste medikamentös einleiten weil mein Kind sich im Bauch nicht mehr weiterentwickelte....
    Ich bekam eine Tablette damit alles weich wird, am übernächsten Tag wurde mir 4 Abgangstabletten eingeleitet.
    Ein paar Stunden später war alles draußen.

    Für mich war das die Hölle weil wir uns das Kind gewünscht hatten.
    Der Vorgang ansich ist glaube ich aber der gleiche.

    Ich denke wie schnell alles abgewickelt wird hängt vom FA ab und allgemein davon wie schnell es Termine gibt, etc. Ich würde das einfach mit ihm besprechen! Ich lege dir aber nahe über eine Absaugung nachzudenken. Die Tabletten musst du doch öfters einnehmen, es kommt zu Blutungen und mitunter Krämpfen und du erlebst alles bewusst und vielleicht sogar alleine mit. Der operative Eingriff ist so hart es klingt in 5 Minuten erledigt, und du hast Ruhe.

    Hallo

    Für Pro Familia benötigst Du keine Überweisung, Du kannst den Termin noch heute vereinbaren. Sag, dass es dringend ist, dann kannst Du auch heute noch vorbeigehen. Dann ist die Bedenkzeit 3 Tage.

    Es reicht, wenn der Frauenarzt die Schwangerschaft bestätigt.

    Bei einerr medikamentösen Abtreibung empfehle ich Dir diese an einem Mittwoch. Dann bekommst Du die Mifegyne und kannst wieder nach Hause. Die meisten Ärzte geben heutzutage die zweiten Tabletten mit heim. Diese werden dann 2 Tage später genommen, also am Freitag. Rund 3 Std. später beginnen die Blutungen. Du hast das Wochenende dann zur Erholung und bist am Montag dann wieder arbeitsfähig.

    Alternativ gibt es wie Du erfahren hast die Absaugung. Eine medikamentöse Abtreibung ist in den ersten 7-9 Wochen die bessere Wahl, man kann sie sofort machen. Bei einer Absaugung wird der Arzt eher diese nicht gleich machen. Da Du alles rasch über hinter Dir haben möchtest, wäre somit eine medikamentöse Abtreibung besser.

    Freundlichen Gruss

    tm

    (10) 13.08.18 - 12:35

    Du kannst direkt einen Termin bei Profamilia machen (bzw. es gibt auch noch andere anerkannte Beratungsstellen, in HH z.B. machen das auch viele Frauenärzte) ohne auf die Bestätigung des Arztes zu warten. Ich hatte meinen Termin binnen 2 Tagen.
    Den Termin in der Klinik bzw. beim Arzt kannst Du -sofern Du ohne die Beratung Adressen findest (auch das ist regional sehr unterschiedlich) auch schon heute vereinbaren, er muss nur 3 Tage hinter der Beratung liegen.
    Falls Du Geringverdiener bist kannst Du zwischen profamilia und Abtreibung noch die Kostenübernahme bei der Krankenkasse beantragen. Die fragen Dein Einkommen und Deine Wohnungskosten ab und dann gibt es eine Kostenübernahme oder eben nicht. (Einkommen eines evtl. Partners wird gar nicht abgefragt, Nachweise nicht verlangt) Mit Kostenübernahme wirst Du beim Arzt ganz normal mit Karte behandelt.

    Da ich eine Absaugung hatte, kann ich Dir über den Ablauf der Pille gar nicht so viel sagen. Aber da gibt es hier ja genug kompetente Ansprechpartner.

    Bei der ärztlichen Bestätigung (die ich gar nicht gebraucht hätte!) geht sogar ein Bluttest, der ja noch vor dem Urintest anschlägt.

    Dir alles Gute!

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