Mein Freund will das ich abtreibe

    • (1) 16.12.18 - 10:41

      Hallo ihr Lieben.
      Ich bin 24 Jahre alt und seid 3 Einhalb Jahren glücklich in einer Beziehung.
      Wir wohnten auch bereits seid fast 3 Jahren zusammen. Zuletzt musste ich mir jedoch eine eigene Wohnung suchen, da wir vorhaben zu heiraten. Mein Freund ist Türke und sein Vater hat sich als Bedingung gewünscht das ich vorher ausziehe damit man „sauber“ in eine Ehe geht.
      Das dass totaler Schwachsinn ist, ist uns beiden bewusst aber wir haben es trotzdem gemacht. Ich bin jetzt seid 3 Tagen in meiner neuen Wohnung und habe vorgestern erfahren das ich schwanger bin.

      Ich habe mehrere Tests gemacht die alle positive waren und es auch direkt meinem Freund erzählt. Er wollte das nicht glauben, sodass ich am nächsten Tag zum Frauenarzt bin. Dahin wollte er mich übrigens auch nicht begleiten..
      Ultraschallbildern und Mutterpass bekommen, ich bin in der 6ssw.
      Seitdem es fest steht sagt mein Freund immer wieder es geht nicht, dass musst du einsehen - du musst abtreiben. Seiner Meinung nach passt es nicht in sein Leben, da wir beide noch nicht zu 100% angekommen sind. Es ist ja auch so, es passt nicht in unser Leben wir haben das erst deutlich später geplant. Ich habe gerade erst meine neue Arbeitsstelle angetreten und habe einen 2 Jahres Vertrag.. wir wollten sparen für die Hochzeit. Das würde natürlich nicht in unsere Lebensplanung passen. Aber das ist für mich einfach kein Grund mein eigenes Baby zu töten. Er brauchte gestern Zeit für sich und ist überfordert und möchte das wir uns erstmal nicht mehr sehen. Mein Gekotze und Geheule geht ihm auf die Nerven...

      Er hat gestern so schlimme Dinge gesagt wie , „etwas was so groß wie ne Bohne ist kann man nicht töten“. Oder auch „ob ich es cool finde wenn ich das Kind behalte und dann alleinerziehende Mutter bin?“
      Das ich unvernünftig und dumm bin weil es ich behalten möchte.
      Zuletzt ist dabei rausgekommen, dass es zu schwer für ihn ist wenn ich das Baby behalten möchte ,muss ich es alleine großziehen dann müssen wir getrennte Wege gehen, da er das auch nicht seiner Familie sagen kann das ich schwanger bin als unverheiratetes paar -.-

      Jetzt bin ich einfach fertig mit der Welt. Ich möchte nicht abtreiben, aber ich weiß nicht wie ich das schaffen soll alleine. Da ich meinem Job verlieren würde müsste ich danach Arbeitslosengeld beziehen. Ich habe keine Sicherheiten. Die neue neue Wohnung ist im 5 Stock ohne Fahrstuhl, wie soll ich das alleine meistern?
      Hinzu kommt das es wahrscheinlich Zwillinge sind, da 2 Fruchthöhlen zu sehen, in den nächsten Wochen weiß ich dann mehr.
      Ich hab so große Angst. vor allem wäre ich wirklich alleine, da ich leider selbst keine Familie mehr habe.
      Wie war es bei euch? Gibt es jemand der abgetrieben habt und wie es ihm damit geht ?

      • (2) 16.12.18 - 12:51

        Ich halte die räumliche Trennung um "sauber in die Ehe zu gehen" für eine Finte. Und dass du jetzt schwanger geworden bist, zerstört deinem Freund und seiner Familie mal alle Pläne....

        Was ich tun würde?
        Kontakt auf Eis legen. Dann überlegen, ob ICH das Kind/die Kinder behalten möchte. Dann, wie ich praktisch das Leben organisiere. Noch mal umziehen? Näher zur eigenen Familie? Betreuungsplätze organisieren?

        Wenn du schwanger bist, bist du a) nicht kündbar und b) nicht arbeitsunfähig. Du hast doch auch schwanger dir Möglichkeit zu zeigen, was du drauf hast.

        Such dir Rat und Unterstützung von Freunden und Familie, Menschen, die auf deiner Seite stehen, egal wie du dich entscheidest.

        Nebenbei, auch ein Abbruch ist legitim, wenn DU das für den richtigen Weg hältst. Es ist dein Leben, du musst die Konsequenzen tragen, egal welche. Also ist es auch deine Entscheidung, über die niemand zu richten hat.

        LG

        • (3) 16.12.18 - 14:43

          Vielen lieben Dank für deine Antwort! Du hast Recht zuallererst muss ich eine Entscheidung für mich treffen. Ich habe einfach nur sehr große Angst vor dem Alleinsein mit Kind. Ich weiß ich würde es schaffen, aber so habe ich mir mein Lebwn nicht vorgestellt

          • (4) 16.12.18 - 14:52

            Hallo la08219,
            du hast ja viele Antworten bekommen im anderen Thread und hast noch einen neuen aufgemacht und hier selbst wieder geantwortet.
            Ja, Alleinsein ist keine schöne Vorstellung. Gerade jetzt empfindest du das sicher stark, nachdem ihr zusammengewohnt habt und du nun alleine in der Wohnung bist. Ihm zuliebe. Oder mehr zum Schein vor der Verwandtschaft. Aber eigentlich ohne Sicherheit. Kommt er denn zu dir in die neue Wohnung? Und zugleich behält er die andere Wohnung, in der ihr zusammen ward? Oder ist er wieder zu seinen Eltern gezogen?
            Ich denke, du musst nicht so sehr Angst haben vor dem Alleinsein! Du würdest - wenn es sehr unpraktisch ist, auch nochmal eine andere Wohnung finden, die praktischer ist. Wenn sich das mit den Zwillingen bestätigt, brauchst du sicher Unterstützung! Erkundige dich danach, dass du ihm stark gegenübertreten kannst! Er muss seine Verantwortung wahrnehmen.
            Der Rat der türkischen Frau im anderen Thread hat besondere Bedeutung, finde ich. Lass dich nicht einschüchtern von "sauberen" Lösungen - sie decken eher menschliche Schwächen und schaden dir. Es tut mir sehr Leid, dass du keine Familie hast, die dich unterstützen kann. Wie sieht es mit Freunden aus? Oder mit Menschen, die ein bisschen die Bedeutung von Familie für dich haben?
            Liebe Grüße von Kyra

          • (5) 16.12.18 - 14:55

            Diese Angst ist völlig okay und normal! Das ist Neuland und wenn du dich dafür entscheidest, gibt es kein Zurück. Erlaube dir Angst zu haben. Ich würde es mit dem wahrscheinlich vor dir liegenden Weg auch eher unrealistisch finden, wenn du völlig sorglos-zuverlässig in die Gegend strahlen würdest.

            Daher finde ich es jetzt umso wichtiger, ganz rational auszuloten, welche Hilfen und Lösungen dir zur Verfügung stehen und nicht, was nicht geht. Wenn du eine Struktur, ein Netz vor dir hast, Wege, Menschen, die dir beistehen, dann wird diese Fülle die subjektive Angst zurück drängen und auch die Zuversicht wachsen.

            Du darfst Angst haben, aber ihr NICHT die Macht geben, die Handlungen zu bestimmen.

            LG

      (6) 16.12.18 - 13:46

      Hallo, also bei den Türken ist es ja so das man erst nach der Hochzeit zusammen zieht, seine Eltern sind da wohl auch streng, da ist es nunmal anders als bei uns und für deutsche schwer vorstellbar. Daher muss man sich immer genau überlegen ob man mit dieser Mentalität klar kommt.

      Jetzt zum ABER : dein Freund tut jetzt so auf Tradition und Schande wegen seinen Eltern aber dann hätte er auch nie mit dir vor der Eheschließung zusammen ziehen dürfen, er hat sich also bisher auch nicht daran gehalten. Ich denke es sind Ausreden von ihm denn egal welche Nationalität man hat, redet man nicht so wie er jetzt mit seiner Freundin und über sein eigenes ungeborenes Kind.

      Die Frage ist tatsächlich ob die Eltern vielleicht keine deutsche Frau akzeptieren und der Auszug nur der Anfang vom Ende war.

      Ich bin deutsche und mit einem Türken verheiratet, daher weiß ich wie es oft sein kann und was für eine große Rolle die Eltern spielen und du nach diesen kommen wirst.

      Bei mir ist es zum Glück nicht so und ich habe meine Schwiegereltern sehr gern und sie mich, ich kenne aber auch selbst andere Beispiele.

      Alleinerziehend wird definitiv hart und mit Zwillinge erst recht. Du hast nur einen 2 Jahres Vertrag, sprich der läuft dann einfach aus, der wird nicht verlängert weil du schwanger warst und bei Zwillingen wirst du direkt ein arbeitsverbot bekommen.

      Du solltest dir Gedanken machen ob du nicht so oder so dein Leben ohne ihn weiterführen möchtest, für mich wäre dieses Verhalten unverzeihlich. Ich könnte mir keine Ehe mit einem Mann vorstellen der nicht 100% zu mir steht.

      Geh bitte zu einer Beratungsstelle, die sagen dir welche Hilfen du in Anspruch nehmen kannst, welche finanzielle Unterstützung du bekommen kannst usw und dann entscheide nur für dich allein!!

      Mach es nicht von ihm abhängig denn auf ihn ist kein Verlass.

      Deine Situation tut mir sehr leid, du kannst mir auch gerne schreiben

    • Hallo Liebes,

      erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft. 😊 Auch wenn die Umstände, vor allem was deinen Freund betrifft, nicht gerade schön sind...

      Gleich vorweg möchte ich dir sagen das ich dir die Entscheidung natürlich nicht abnehmen kann. Aber ich weiß genau wie du dich fühlst! Ich habe im Juli erfahren das ich ungeplant schwanger geworden bin & mein (jetziger) Ex-Freund wollte auch das ich abtreibe. Bei uns hätte ein Kind so gesehen jetzt auch nicht optimal in die Lebensplanung gepasst. Vor allem bei mir, da ich auch kurz davor war einen neuen Job anzufangen. Ich habe mich jedoch, trotz der Umstände FÜRmein Kind entschieden weil ich wusste das ich es mir nie hätte verzeihen können wenn ich abgetrieben hätte. Hätte ich es getan wäre es einzig & allein meinem Ex-Freund zuliebe gewesen & genau das sollte man bei so einer großen Entscheidung niemals tun! Mache deine Entscheidung bitte nicht von deinem Partner abhängig! Er würde wahrscheinlich sofort wieder zum Alltag übergehen können während du darunter leiden würdest dein Kind getötet zu haben. Ich finde, man hört bei dir bereits raus das du dich vom Herzen her eigentlich längst entschieden hast es zu behalten. Ich hatte zunächst auch höllische Angst weil ich wusste, dass ich finanziell erstmal auf Unterstützung angewiesen sein würde & das ich alleinerziehend sein würde. Ich hatte die gleichen Ängste wie du & diese sind auch nur verständlich in so einer Situation. Aber ich habe die Trennung trotzdem durchgezogen, habe für mich & meine Tochter eine Wohnung gefunden, mich mit den Ämtern rumgeschlagen... Ich möchte & werde nach dem ersten Jahr wieder arbeiten gehen & blicke nicht mehr zurück sondern zuversichtlich nach vorne. Ich bereue meine Entscheidung für mein Kind keineswegs, wer gibt mir denn die Garantie das der Kindsvater & ich nach einer Abtreibung zusammen geblieben wären? Am Ende wären wir wahrscheinlich so oder so auseinander gegangen & dann hätte ich ihn verloren & mein Kind genauso was ich alleine ihm zuliebe habe wegmachen lassen. Ich kann dir sagen das es nicht einfach wird, aber auf keinen Fall unmöglich! Ich bin inzwischen in der 35. SSW & freue mich so sehr auf die Kleine. Sie hat mir jetzt schon so viel Stärke & Selbstvertrauen geschenkt was ich niemals für möglich gehalten hätte...

      Ich wünsche dir alles Liebe & das du die für dich richtige Entscheidung treffen kannst. ❤ Wenn du reden magst kannst du mir auch gerne schreiben!

      Liebe Grüße 👩‍👧

      • Wow, großen Respekt an dich, dass du das alles so durchgezogen hast!

        Ich weiß, dass ich das auch zu 100% schaffen würde. Ich habe einfach nur Angst. Es spricht eigentlich auch total gegen meine Prinzipien und ich hab mich mich selbst nie als alleinerziehend gewünscht.
        Ich würde mir so wünschen, dass mein Partner zu uns steht, dass würde alles einfacher machen

        • Ich kann deine Gedanken & Gefühle wirklich zu 100% nachvollziehen! Ich meine, jeder wünscht sich doch eine intakte Familie & einen Partner der zu einem steht. Ich habe nach der Trennung auch eine ganze Weile gebraucht um damit wirklich abzuschließen, immerhin hat man diesen Menschen ja auch mal aufrichtig geliebt... Aber inzwischen habe ich es wirklich gut überwunden, natürlich würde ich mir nach wie vor für meine Tochter wünschen das ihr Vater sich für sie interessiert & sie mit beiden Elternteilen gleichermaßen aufwachsen kann! Aber das liegt nicht in meiner Hand, sondern muss von ihm alleine kommen- denn ihn dazu zwingen seiner Tochter sein Herz zu öffnen werde ich ihn nicht. Wenn er damit leben kann seinem Kind bereits jetzt das Herz zu brechen & trotzdem ruhigen Gewissens in den Spiegel schauen kann dann kann er mir auch gestohlen bleiben. Ich würde ihm die Kleine nicht vorenthalten, aber auch wenn er sich lieber raushalten will (bis auf den Unterhalt für die Kleine) werde ich zurecht kommen. Dann lieber Single bleiben anstatt jemanden an der Seite zu haben der immer nur große Worte predigt & dann im Ernstfall doch die Biege macht...

          Glaube mir, du bist so viel stärker als du denkst & wirst das Alles super meistern & am Ende so stolz auf dich sein! Genauso wie dein Kind. Mein Stiefvater hat mir damals gleich als Erstes gesagt "Kerle kommen & gehen, aber ein Kind bekommt man vielleicht nur einmal im Leben..."

          (10) 16.12.18 - 18:07

          Ich denke, dass du mit der Zeit und jedem einzelnen Schritt deine Angst überwinden wirst, weil du dir ja deiner Kraft und deiner Einstellung bewusst bist. Die Enttäuschung muss natürlich auch erst verarbeitet werden, bzw. musst du ihm gegenüber standhalten und gleichzeitig auf die Zuwendung von seiner Seite verzichten. Das ist wirklich nicht leicht.
          Vielleicht schwenkt er auch um und schließt sich mehr dir an und löst sich aus seiner Familie? So hat es ja eine Userin erlebt bzw. ihr türkischer Ehemann war ohnehin schon anders aufgewachsen.
          Was mir noch auffällt: In deinem Nicknamen ist ja schon der Geburtstermin drin!?
          Es tut mir so leid wegen deiner Familie. - Ich habe im anderen Thread deine Antworten gelesen. - Wäre schön, wenn da Widerstände schmelzen könnten. Angesichts eines Enkelkindes - oder zweier Enkelkinder - ist es vielleicht doch möglich!? Warst du immer die einzige, die sich nicht den Zeugen Jehovas angeschlossen hat?
          Die Solidarität, die dir hier entgegenkommt ist doch auch wohltuend, oder?
          Alles Gute für deine Suche nach weiterer Beratung und Unterstützung! Schau´ dich auch im Bereich von Zwillingsforen um - da gibt es dann die ganz besonderen Tipps.
          Guten Abend für dich!
          Liebe Grüße von Kyra

    (11) 17.12.18 - 13:19

    Hallo,
    für mich stellt sich die Frage, warum der Mann, der dich heiraten möchte, nun gegen ein gemeinsames Kind ist... dass er dazu noch so abwertend darüber redet und sogar von Trennung spricht, ist für mich unfassbar. Sowas macht man einfach nicht. Ich vermute, dass die Meinung seiner Familie für ihn im Vordergrund steht und eine Schwangerschaft vor der Hochzeit für ihn/seine Werte und Sitten untragbar wäre.
    Er hat sicherlich auch Angst vor der Zukunft. Das gibt ihm aber trotzdem nicht das Recht dich so zu behandeln.
    Ich rate dir, hör auf dein Bauchgefühl. Du hast geschrieben, dass du nicht weißt, ob du es alleine 100%ig schaffst. Aber das ist völlig normal und okay. Bitte lasse dich von niemandem zu einer Entscheidung drängen. Das ist dein Körper und dein Leben, also entscheidest du und kein anderer. Der Gedanke alleine zu sein, kann beängstigend sein, aber aus deinen Beiträgen höre ich heraus, dass du trotzdem einen Funken Hoffnung hast und an dich glaubst. Nur Mut! Vielleicht muss man einfach mal ans Schicksal glauben und seinen Weg gehen. Ich hoffe für dich, dass du die richtige Entscheidung triffst und deinen Weg findest! Alles Gute für dich, fühl dich ganz lieb gedrückt 🤗 LG Juli

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