Er will das Baby nicht!

    • (1) 02.04.19 - 23:44

      Liebe Mädels,
      ich bin sehr frisch schwanger (6. Woche) und es war mehr ein absoluter Schock aber mehr oder weniger geplant. Wir sind seit einem halben Jahr zusammen, haben beide aus früheren Beziehungen ein Kind, kennen uns bereits seit vielen Jahren (nach 10 Jahren wiedergefunden und jetzt zusammen gekommen) und wollten irgendwann auch ein Baby. Verhütet haben wir nicht, bzw. haben aufgepasst. Äußerst dämlich, ich weiß. Nun bin ich schwanger und wir haben letztes Wochenende bereits viel gesprochen über unsere Ängste etc. Er sagte, dass er sich nicht bereit fühlt und es alles nur problematisch wird. Er würde aber hinter mir stehen. Nun zeigt es sich immer mehr, dass er garnicht bereit dazu ist und alle liebe Worte wie: “wenn es soweit wäre würde ich mich freuen” gelogen waren. Ich fühle mich so unglaublich alleine und könnte nur heulen. Heulen um mich und meinen Sohn und das ungeborene Baby, welches ich alleine nicht bekommen werde. Alleine das ganze stemmen will ich auf gar keinen Fall. Allein schon, weil mein Sohn das nicht verdient hat. Wir haben viel durchgemacht und haben es tatsächlich mittlerweile geschafft! Ich habe einen tollen Job, Wohneigentum und absolute Unabhängigkeit. Das will ich unter keinen Umständen aufgeben und nochmal Alleinerziehende von zwei Kindern und zwei unterschiedlichen Vätern werden.
      Ich finde sein Verhalten so feige und bin so enttäuscht und wütend!

      • Liebe Katharina,
        es tut mir sehr leid, dass die Zusage deines Freundes nun eher "abschmilzt", seit du nun tatsächlich schwanger bist.
        Meinst du, er würde dich wirklich alleinelassen? Jetzt, wo ihr euch nach so vielen Jahren endlich wiedergefunden habt und doch auch viel zusammen schafft, wenn jedes von euch ein Kind hat. Das braucht viel Rücksichtnahme und Einsatz. Wie alt sind sie jeweils?

        Ihr habt am Wochenende schon über eure Ängste gesprochen. Vielleicht besonders über seine? Was sind denn seine Ängste konkret? Und wie zeigt es sich immer mehr, dass er doch nicht dazu bereit ist und dass seine Worte vorher gelogen sind? Ist es mehr sein Verhalten? Oder sagt er es ausdrücklich? Will er, dass du abtreibst? Oder sagt er es nicht so ausdrücklich?
        Hast du selbst auch Ängste? Also abgesehen davon, dass er doch nicht hinter dir steht und gehen würde.
        Vielleicht nimmst du ihn jetzt in dieser Situation ein bisschen „zu“ ernst. Ich weiß nicht, wie es zwischen euch verteilt ist: die Aufmerksamkeit füreinander. Wer mehr Beachtung für Ängste und Stimmungen vom anderen bekommt? - Ich weiß, das ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall braucht jeder vom anderen Verständnis.

        Ein Mann spürt schon auch die große Herausforderung, wenn die Frau ein Kind bekommt. Und er hat es - wie du - auch schon mit einer Trennung und schmerzlich erlebt. - Aber es war ja bisher bei euch wirklich alles gemeinsam. Und ihr seid froh, dass ihr euch endlich wieder habt. #huepf

        Was genau enttäuscht dich so in den letzten Tagen? Erzähl´ noch ein bisschen, womit er dir so eine Angst einjagen kann. Ich würde sagen: Seine Worte (und "Zeichen"?) müssen noch nicht die letzten sein.
        Nimm sie eher als „momentan“ und sag´ du immer wieder deine Worte, das was dir wichtig ist.
        Wie macht ihr es denn bisher als Eltern? Findest du, er macht es gut mit seinem und deinem Kind?
        Liebe Grüße von Kyra

        Warum interessieren dich Oberflächlichkeiten und Männer mehr als dein eigenes Kind?

        Ihr habt nicht verhütet, seid erwachsen. Da gibt es in meinen Augen die Option "wir wollen das Kind nicht, wir treiben ab" einfach nicht. Sondern man nimmt die Konsequenz in Kauf und übernimmt Verantwortung. Er als Mann kann sich ein Stück weit aus der Nummer rausschleichen, wird dann eben Zahlvater....
        Ob dein Sohn es verdient hat oder nicht ist in dem Kontext nicht die Frage. Diese Frage hättest du dir allenfalls vor dem ungeschützten Sex stellen können. Nun wird er grosser Bruder. Gefällt ihm längerfristig wahrscheinlich besser als verwaister Bruder weil Mama das Geschwisterchen mutwillig herbeigeführt hat und danach abgetrieben hat....

        • "Da gibt es in meinen Augen die Option "wir wollen das Kind nicht, wir treiben ab" einfach nicht."

          Warum nicht? Die TE ist ein freier Mensch, der zum Glück in einem Land lebt, in dem nicht die Religionspolizei bestimmt, ob ihre Gründe für eine Abtreibung "ausreichen" oder nicht. Es ist allein ihre Entscheidung.

          "Ob dein Sohn es verdient hat oder nicht ist in dem Kontext nicht die Frage."

          Natürlich ist das eine berechtigte Frage. Ihr Sohn ist schon auf dieser Welt, und sein Leben würde sich sehr stark verändern, wenn seine Mutter alleinerziehend ein zweites Kind bekommen würde. Die TE hat ihm gegenüber eine große Verantwortung, es ist ihr bereits auf der Welt befindliches Kind. Warum sollten seine Lebenssituation und sein Lebensglück nicht zählen?

          "Gefällt ihm längerfristig wahrscheinlich besser als verwaister Bruder weil Mama das Geschwisterchen mutwillig herbeigeführt hat und danach abgetrieben hat"

          Woher willst du das wissen? Und warum sollte er überhaupt erfahren, dass die TE jemals mit dem zweiten Kind schwanger war?

          Ja, die TE hat dem falschen Mann vertraut und damit einen Fehler gemacht. Fehler macht jeder mal. Es liegt aber nur an ihr, zu entscheiden, ob sie dieses zweite Kind bekommen will oder nicht. Es ist nämlich niemandem damit gedient, wenn sie jetzt ein Kind zur Welt bringt, das ihr Leben und das Leben ihres bereits existierenden Sohnes ins Negative verändert und dem sie das ihr Leben lang vorwerfen wird.

      Also ich seh es so: Er ist erwachsen, er hat schon ein Kind, weiß also wo die Babys herkommen. Er weiß auch, dass eine Frau schwanger werden kann, wenn nicht verhütet wird.

      Die logische Konsequenz daraus ist: Wer nicht will, verhütet, und wer nicht verhütet, hat dann halt Pech! Dann soll er- entschuldige die Ausdrucksweise- seinen Penis nicht ohne Gummi reinstecken.

      Genau so verhält es sich mit dir. Du dachtest, er würde sich dann freuen und kümmern, jetzt tut er das nicht. Da du wie du selbst sagst nicht in einer finanziellen oder sozialen Notlage steckst, ist Abtreibung hier überhaupt keine Option. Dann muss der Typ eben zahlen, du nimmst Elternzeit und dann gibt es eine Tagesmutter. Ja, das kann hart werden. Aber dann hättet ihr eben verhütet.

      • "Da du wie du selbst sagst nicht in einer finanziellen oder sozialen Notlage steckst, ist Abtreibung hier überhaupt keine Option."

        Wer bestimmt, was eine Notlage ist? Wie extrem muss eine Notlage sein, damit die urbia-Gemeinde gnädigerweise das Recht der Frau auf eine (Früh-)Abtreibung anerkennt?

        Zum Glück muss keine wie auch immer von aussen qualitativ bewertbare Notlage vorliegen sondern die Frau darf selbst über ihren Körper entscheiden.

    Könnte von mir stammen, mit Ausnahme der Tatsache dass es mein erstes ist. Aber auch nach langer Freundschaft wiedergefunden, er zuerst ok mit dem Kind, jetzt will er nichts mehr mit zu tun haben. Will es auch nicht kennenlernen.

    Ich sag's dir ganz ehrlich: hätte ich die Wahl noch gehabt als sich herauskristallisiert hat, dass er doch nicht will, hätte ich wohl die Abtreibung in Betracht gezogen. Da sich die Frage aber eh nicht gestellt hat hab ich mich damit arrangiert und freue mich mittlerweile sehr auf mein monsterchen.

    Egal was du entscheidest, DU musst damit leben können - nicht der KV, nicht dein erster Sohn, nicht Hinz und Kunz. Du. Das ist das einzige was zählt.

    (10) 05.04.19 - 15:25

    Ich drück Dir die Daumen für die kommenden Wochen, es wird bestimmt nicht einfach. Und lass Dich nicht von den "Hüterinnen der Moral" hier nicht verunsichern, die stehen dir nachher nicht zur Seite und helfen Dir auch nicht.

    Deine Entscheidung in Anbetracht der aktuellen Umstände ist absolut legitim.

    Fühl dich gedrückt. Dass er seine zugesagte Verbindlichkeit nun zurück zieht, ist sehr bitter. Meiner Meinung nach könnte man von ihm erwarten, dass der Mann weiß, auf was er sich da einlässt - er hat ja schon ein Kind.

    Die anderen Userinnen schrieben dir ja bereits: Es ist DEIN Leben und DEINE Entscheidung. Lass dir da von niemand Dritten ein schlechtes Gewissen einreden.

    Wäre ich an deiner Stelle, würde ich das Kind nicht bekommen. Ganz eindeutig. Ich würde daraus aber mitnehmen, dass "Zeit, in der man sich kennt" nicht mit "Beziehungszeit" gleichzusetzen ist. Also ich würde zukünftig bei Männern misstrauischer sein, was ihre Zusagen betrifft.

    (12) 09.04.19 - 12:14

    Liebe Katharina,
    ich habe dir eine persönliche Nachricht geschickt!

    Ganz lieben Gruß, denk sehr an dich, 🌺
    Marie

    mal ne ganz blöde frage dazu. ihr beide habt jeweils beide ein kind aus einer früheren beziehung. ihr beide lebt jetzt zusammen. sind diese beiden kinder auch bei euch, oder nur deins, oder nur seins. Habt ihr beide (also du für deins, er für seins) das alleinige Sorgerecht oder teilt ihr euch die ERziehung und wo sich das kind aufhlt mit dem anderen Elternteil zur hälfte, zum wochenende.

    Ich frage das deswegen, weil wenn von deinem Partner, sein Kind nie oder nur alle zwei Wochenenden bei euch ist, frage ich mich schon ob er für sein kind gekämpft hat und wenn nicht, dann sind doch schon vorher die worte zu dir. ich würde mich über ein gemeinsames baby freuen nur leere worte gewesen.

    ich mein das jetzt echt nicht böse, aber daraus kann man auch viel ablesen, ob er von vorherein nur spaß wollte oder es ernst gemeint hat und jetzt kalte füße bekommt

Top Diskussionen anzeigen