hilfe, was soll ich bloß tun?

    • (1) 17.04.19 - 09:19
      tatutatu

      vielleicht könnt ihr mir einen ratschlag geben. mein leben ist aus den fugen gelaufen. ich leide unter schweren depressionen seit meiner entbindung letztes jahres. dazu ist die beziehung von uns am ende, weil er mir so kalt gegenüber geworden ist hatte ich die trennung schon ausgesprochen. ich unterstütze ihn bei seiner wohnungssuche. der vorteil jetzt ist das er mich mit unseren kind 9mon. entlastet. da mir alles sehr schwer fällt.

      jetzt kommt der schwierige teil. ich fühle mich ja so schön überfordert. ich habe einen neuen partner und ich bin schwanger von ihm. ich überlege abzutreiben da wir uns seit kurzem erst kennen 5 mon. da ich keine hilfe habe, familiär oder sonst wen. ich wüsste nicht wie ich 2 kinder schaffen sollte. meine therapeutin als auch eine freundin rieten mir ab für die zukunft ein weiteres kind zu bekommen. dieser mann würde von heute auf morgen zu mir stehen, seine arbeit aufhören und mit mir zusammen leben und mich mit beiden kindern unterstützen. aber reden kann man viel. ich weiss nicht was ich machen soll. abtreiben und nichts sagen? lebe mit meinen ex ja auch noch zusammen solange er keine wohnung hat.

      • Hallo

        Wenn Du unter schweren Depressionen leidest, nehme ich an, dass Du kaum mit einem zweiten Kind zuschlage kommen würdest, wo Du auch jetzt schon überfordert bist mit einem. Deine Therapeutin rät Dir auch davon ab, was sicher ernst genommen werden sollte. Hilfe von Familie und anderen hast Du auch nicht. Du weisst auch nicht, ob Du 2 Kinder schaffen könntest.
        Wenn Dein Freund mit der Arbeit aufhören würde, wer würde dann das nötige Geld erarbeiten?
        Vereinbare doch mal einen Beratungstermin z. B. bei Pro Familia. Eine Abtreibung wäre mit einer Bedenkfrist von 3 Tagen danach möglich. Ob Du ihm nichts davon sagen sollst, hängt davon ab, ob er Dich bei einer Abtreibung unterstützen würde oder nicht.
        Ich wünsche Dir Kraft für Deinen Weg.

        Freundlichen Gruss

        tm

        (3) 17.04.19 - 12:33

        Ich bin generell niemand, der vorschnell zum Abbruch rät, aber in deinem Fall würde ich ernsthaft darüber nachdenken. Zum einen hast du schwere Depressionen, die unbedingt mit professioneller Unterstützung behandelt werden sollten und zum anderen hast du dich von deinem Partner bereits getrennt. Außerdem hattest du geschrieben, dass du bereits mit einem Kind an deiner Belastungsgrenze angelangt bist. Folglich wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du mit einem zweiten Kind überfordert wärst. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie hart es ist, mit dieser Krankheit ein Kind aufzuziehen. Ohne meinen Mann wäre ich aufgeschmissen, da er mich so gut es geht entlastet und auch mal alleine etwas mit den Kindern unternimmt.

        Was deinen neuen Partner anbelangt, denke ich, dass du ihn aufgrund der kurzen Beziehungsdauer noch gar nicht gut genug kennst. Außerdem wäre es meines Erachtens sehr unklug, wenn er wegen eines Kindes seine Arbeitsstelle aufgeben würde. Schließlich wäre er dir und dem Kind gegenüber auch zu Unterhaltszahlungen verpflichtet. Ich vermute einfach, dass er da recht naiv an die Sache rangeht und Dinge verspricht, die er gar nicht einhalten kann. Ich würde daher zu einer Beratungsstelle wie z. B. Pro familia gehen. Dort könnte man dir sagen, welche Hilfen du ggf. in Anspruch nehmen könntest, falls du das Kind doch bekommen möchtest.

        Du lebst noch mit einem Mann zusammen, hast schon die nächste Beziehung,von der Du viel zu schnell schwanger wurdest. Versprechen kann er viel, Du kennst ihn wirklich nicht genug, ob er das tatsächlich alles einhält, wobei ich es mehr als bedenklich finde, dass er seine Arbeit einfach aufgeben will. Wovon wollt ihr denn leben? Dazu noch ein neunmonatiges Baby und Deine Krankheit.
        Ich würde an Deiner Stelle diese Schwangerschaft abbrechen, für eine effektive Verhütung sorgen und mein Leben erstmal in Ruhe auf die Reihe bringen.
        Alles andere wäre ein Ritt auf dem Vulkan - vollkommen unberechenbar und für Dich gefährlich.Ist schon eine Leistung, mit schweren Depressionen ein Kind aufzuziehen, das hat Dir Deine Therapeutin sicher auch gesagt. Alles Gute. LG Moni

      • (5) 17.04.19 - 13:14

        Niemals würde ich unter diesen Bedingungen ein weiteres Kind bekommen!
        Zuallererst bist Du für Dich selbst und natürlich Dein schon geborenes Kind verantwortlich und selbst das schaffst Du ja schon kaum.

        Allerdings hat der biologische Vater auch ein Recht, von der Schwangerschaft/Abtreibung zu erfahren. IN einer funktionierenden Beziehung sollte Offenheit selbstverständlich sein, zumal Du ja sicherlich auch nach einem möglichen Eingriff Unterstützung benötigst.
        Alles Gute.

        Liebe tatutatu,

        so viele haben nun schon gegen das Kind plädiert. Nun ein vorsichtiger Ansatz dafür. Immerhin bist du am Überlegen, trotz der Schwierigkeiten ist der Fall für Dich nicht entschieden.
        Behalte im Hinterkopf, dass der Abbruch, insbesondere wenn Zweifel vorhanden sind, Deine Depression auch verschlimmern.
        Hast Du Dich schon mal umgehört, was es für Möglichkeiten als Hilfe gibt? In meiner Stadt gibt es, sowohl von der Stadt als auch Caritas etc., Programme, die z.B. „Leihgroßeltern“ vermitteln oder anders Unterstützung leisten. Sei es Babysitter oder Aushilfen im Haushalt. Auch während der Geburt können z.B. Doulas begleiten.
        Vielleicht kennst Du auch schon einige Programme o.Ä., wenn es Dir nach der letzten Geburt so schlecht ging? Ich glaube, die Krankenkasse bezahlt dann auch eine Hilfe (bin mir da aber nicht sicher, wie bzw. über wen das läuft).
        Oder im schwierigsten Fall - wie wäre es mit einer Pflegefamilie? Sicher kein leichter Schritt. Aber Du könntest Dein Kind weiterhin sehen, es wäre auch nicht „weg“, aber gut versorgt. Aber all dies können Dir Fachleute bei einer Beratung bei der Diakonie z.B. sicher genauer sagen.

        Dein neuer Partner - habt Ihr schon über Kinder gesprochen oder woher weißt Du, dass er zu Dir kommen würde? Arbeit kündigen wäre vielleicht wirklich nicht der hilfreichste Schritt, aber er hätte auch noch 9 Monate, um etwas bei Dir in der Nähe zu finden.
        Dein Ex wird Dir sicher weiterhin zumindest mit Eurem Kind helfen, oder was denkst Du?
        Liebe Grüße an Dich!
        Johanna #winke

        • Alle Hilfen und Personen, die Du beschreibst, gibt es bei uns z.B. weit und breit nicht. Selbst eine Haushaltshilfe der Krankenkasse müssen wir uns selbst besorgen; wenn man niemand findet, Pech gehabt. Hilfsprogramme, Doulas....da müsstest Du hier erstmal den Ämtern erklären, was das ist
          Die Depression kann auch dadurch verstärkt werden, wenn sie ihr Kind in eine Pflegefamilie gibt. Schlechtes Gewissen, Hin- und Hergerissensein - das verkraftet nicht mal eine gesunde Frau so einfach.Wieso sollte sie ihr Expartner sie bei der Betreuung unterstützen, wenn sie einen neuen Partner mit neuem Kind hat? Ziemlich unrealistisch alles.
          Ich bin auch gerne bereit, einer schwangeren Frau Hoffnung zu machen......wenn ich eine sehe. Hier besteht die Gefahr, dass alles auf dem Rücken der TE hängenbleibt, egal, ob sie es schafft- oder eher nicht.
          LG Moni

          • Deswegen soll sie sich ja mal erkundigen :)
            Dass der Ex sich weiter um sein Kind kümmert, finde ich allerdings nicht so unrealistisch, wenn er es bisher schon tut.

      Liebe tatutatu,
      die Nachricht von der Schwangerschaft war sicher ein Schock für dich. Weißt du es schon länger? Ich kann mir vorstellen, dass dich gerade ganz unterschiedliche Gefühle beschäftigen. Das ist sicher anstrengend für dich. Hast du denn auch Symptome, die dich momentan zusätzlich schlauchen?
      Es tut mir echt leid, dass du seit der Geburt von deinem Kind unter Depressionen leidest. Und dann kam kurze Zeit später noch die Trennung hinzu. Das ist bestimmt nicht leicht für dich #liebdrueck

      Mit deinem Ex...wie wäre es dir denn lieber? Soll er möglichst schnell ausziehen oder doch zur Unterstützung bei dir wohnen bleiben? Ich kann nachvollziehen, dass er dir bei eurem Kind gerade eine große Hilfe ist. Ein Auszug muss nicht bedeuten, dass dann alles an dir hängen bleibt. Er könnte dir ja weiterhin helfen, das Kind auch mal zu sich nehmen. Oder stört dich seine Anwesenheit nicht?

      Was macht dein neuer Partner denn beruflich? Er müsste ja nicht gleich seine Arbeit aufgeben. Auch der Mann kann Elternzeit nehmen. Ich finde es ja schon stark, dass er hinter dir und dem Kind stehen würde...und dir sogar Unterstützung bei deinem ersten Kind zusagt. Könntest du dir denn ein Zusammenleben mit ihm vorstellen? Wie wäre es für dich, wenn er Wort halten würde?

      Wäre es für dich denn eine Idee, dein Kind mit einem Jahr in die Krippe oder zu einer Tagesmutter zu bringen? Das könnte schon Erleichterung bringen und du wärst nicht so auf die Hilfe des Papas angewiesen. Was könnte dich sonst im Alltang entlasten bzw. was würdest du denn brauchen, um es dir mit Kind vorstellen zu können?

      Erzähl doch gerne noch von dir :-)

      Liebe Grüße!

      (10) 18.04.19 - 10:22

      Hallo tatutatu,
      du hast ein sehr schweres Jahr hinter dir. Zwei, die überfordert sind, eigentlich. Und darüber ist eure Liebe weniger geworden. Mit einem neuen Mann ist sie wieder neu entfacht worden. Aber gleichzeitig mit dem anderen noch zusammenzuwohnen, ist für euch beide nicht leicht.
      Dass er jetzt aber zeigt, dass er dich unterstützen kann, ist viel wert!
      Ein Mann fühlt sich oft hilflos den Gefühlen einer Frau gegenüber. V.a., wenn sie selbst traurig ist. Und so wurde es vielleicht auch wieder für dich schlimmer und du hast dich immer mehr allein gefühlt. Dann hat man auch das Gefühl, keine Kraft zu haben.
      Ist euer Baby auch sehr anstrengend?
      Gleichzeitig unterstützt du deinen bisherigen Partner, eine Wohnung zu finden. Das ist wirklich eine sehr spannungsreiche Situation. Und tut ja auch manches weh.
      Dass du eine Therapeutin hast, ist gut! Natürlich sagt sie: Jetzt mal nicht gleich noch ein Kind. Aber weiß ja nicht, dass du schon schwanger bist, oder? Vielleicht traust du es dich deshalb ihr auch gar nicht so offen zu sagen. Und zu sagen, wie es dir geht. Man fühlt sich ja dann fast schuldig, dass man doch schwanger geworden ist.
      Und auch dem Kindsvater hast du es noch nicht gesagt?

      Es ist erstaunlich, dass der neue Partner so große Bereitschaft hat, mit dir zusammen ein Leben aufzubauen. Kann er es denn finanziell? Wie ist seine Lebenssituation bisher? Du magst ihm nicht so vertrauen, oder: "Reden kann man viel", schreibst du.
      Das mit der Hilfe ist nicht so aussichtslos wie geschrieben wurde. Aber natürlich läutet auch niemand an der Tür und sagt: Hier bin ich und ich bin für dich da. ;-)
      Ich spüre auch, dass dein erster Gedanke nicht die Abtreibung ist, sondern dass du deshalb an Abtreibung denkst, weil du nicht weißt, wie du es schaffen sollst.
      Überlege, was genau du brauchst. Was dir schon helfen würde. Das kannst du heute schon merken: Momente, wo du sagst "jetzt bräuchte ich ..." .
      Wenn du das weißt, kann Hilfe ziemlich effektiv eingesetzt werden.
      Von Manchem kann man sich selbst leicht entlasten. Da kenne ich dich natürlich nicht. Aber manchmal sind es so Gedanken von "Ich müsste ja" oder "es sollte so und so sein". Es wird schon leichter, wenn man so etwas anders betrachten kann. Aber wie gesagt. Das weiß ich nicht von dir.
      Ich finde, du hast viele schwierige Tage bestanden im letzten Jahr. Und daher ist es auch nicht verwunderlich, dass du dich erschöpft fühlst. Das kann auch die Bedeutung der Depression sein. Aber das weißt natürlich auch du selbst am besten.
      Geh´ jetzt mal einen Schritt nach dem anderen ... Ich denke, du solltest auf jeden Fall offen mit dem Kindsvater reden. Sonst würde diese Liebe auch schnell wieder weniger. Und das wäre schade.
      Liebe Grüße von Kyra

      (11) 19.04.19 - 02:24

      2 Kinder zu „schaffen“, ist leichter als eines aufzugeben.

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