Schwanger in Ehekrise

    • (1) 04.11.19 - 13:34

      Hätte mir vor Monaten wer gesagt, wie sehr mein Leben aus den Fugen gerät - ich hätte laut gelacht. Keine Soap-Drehbuchautoren könnten sich das besser ausdenken.
      Mein Mann und ich sind 13 Jahre zusammen, 10 verheiratet und haben 3 tolle Kinder (9,7 und 4). Da ich 3 Kaiserschnitte haben musste, war die Planung durch und eigentlich wollte er sich sterilisieren lassen nach dem jüngsten Sohn. Vor einem halben Jahr kam aus heiterem Himmel mein Mann zu mir und meinte, er liebt mich nicht mehr so wie er sollte und weiß nicht, ob das mit uns mich Zukunft hat. Kurz drauf ist er direkt zu einer anderen Frau gezogen, kam nach 4 Wochen zurück und seitdem leben wir hier als „WG“. Für mich ist das wirklich schwierig, zumal er mittlerweile in Behandlung ist, eine bipolare Störung diagnostiziert wurde und er täglich seine Einstellung zu unserer Beziehung ändert. Mal fühlt er garnichts, dann wieder doch, dann will er sich selbst finden und kann es bei uns zu Hause nicht, tut aber auch nichts um raus zu kommen. Lange Rede kurzer Sinn, wir haben regelmäßig Verkehr und nun ist es passiert. Bitte verurteilt mich nicht, ich war die, die am lautesten geschrien hat dass heute keiner schwanger wird, der es nicht will... Wir verhüten seit Kahren zuverlässig mit NFP und mein Körper und ich haben uns immer ohne Worte verstanden. Vielleicht Stress deiner hat ein Schuss ausgereicht. Jetzt hab ich das Dilemma, dass ich weiß dass ich die Entscheidung weitestgehend alleine Zu treffen habe ob ich dieses Kind bekomme und dann im
      Schlimmsten Fall alleinerziehend mit vier Kindern bin. Dazu kommt, dass ich 3 Kaiserschnitte hatte und Angst vor dem Risiko, dass mir oder dem Baby etwas passiert in der Schwangerschaft. Andererseits habe ich schon 3 tolle aber auch sehr anstrengende Kinder (Hochbegabung und ADHS) und kann mir kaum vorstellen, ein Baby nicht zu bekommen. Es ist wirklich verzwickt 😞

      • (2) 04.11.19 - 14:04

        Leider sehe ich objektiv gesehen in eurem Fall gewichtige Gründe, die gegen ein weiteres Kind sprechen. Meines Wissens ist die Borderline-Störung deines Mannes eine chronische Erkrankung, die alles andere als einfach zu behandeln ist. Es gibt nämlich anders als bei Depressionen keine Medikamente, die diese Krankheit zuverlässig und schnell heilen. Daher kannst du dich meines Erachtens nicht auf ihn verlassen, da Betroffene in der Regel eben emotional instabil sind. Folglich müsstest du dich darauf einstellen, das vierte Kind alleine aufzuziehen, zumal die bisherigen Kinder ja sicherlich auch schon lange unter seiner Krankheit zu leiden haben. Zudem vermute ich, dass dein ADHS-Kind sowieso nicht mit seinen Stimmungswechseln und Launen zurechtkommt, was sich wiederum negativ auswirkt.

        Was die Kaiserschnitte anbelangt, würde ich den Frauenarzt fragen. Bei manchen Frauen ist die Gebärmutterwand nach drei KS so dünn, dass von weiteren Kindern abgeraten wird. Andererseits ist der letzte ja 4 Jahre her, so dass die Narbe gut verheilt ist.

        • (3) 04.11.19 - 14:11

          Ich danke dir für deine Antwort. Er hat keine Borderline-Störung sondern is manisch-depressiv, einfacher macht es das aber auch nicht. Die Kinder mussten kein bisschen leiden, denn bis zu der aktuellen „Midlifecrisis“ war mein Mann ein Aufopferer. Er hat sich teilweise zwischen Job (er hat eine gehobene Position in einem internationalen Konzern) und Familie zerrissen. Mein Verdacht lag schon lange auf Burnout. Ich habe ein gutes soziales Netzwerk, meine Eltern wohnen um die Ecke und gerade denke ich, ich könnte es schaffen. Nur die Schwangerschaft ohne Partner - oder in einer Beziehung mit ungewissem Ausgang - macht mir Angst. Aber vielleicht können wir uns unter diesen Umständen auf eine Eheberatung einlassen (davor sträubt er sich gewaltig)

          • (4) 04.11.19 - 15:12

            Leider habe ich das mit der Krankheit wohl falsch gelesen, obwohl ich natürlich weiß, was eine bipolare Störung ist #sorry. Dein zweiter Beitrag hört sich übrigens schon viel zuversicherlicher an und man spürt auch deinen Optimismus. Daher finde ich, dass die Idee mit der Eheberatung sehr gut ist. Vielleicht ist diese Schwangerschaft für deinen Mann ja auch ein Ansporn, seine Krankheit in den Griff zu bekommen und eure Eheprobleme zu lösen.

        (5) 04.11.19 - 20:09

        Wo steht denn, dass ihr Mann eine BORDERLINE- Störung hat??? Die TE schrieb BIPOLARE Störung, der Mann ist also manisch-depressiv! Und "schnell und einfach" lässt sich eine Depression nicht einstellen, das dauert und so lange ist die Stimmung nicht stabil!

        • (6) 04.11.19 - 22:35

          Ich habe doch in meinem zweiten Beitrag geschrieben, dass das ein Irrtum meinerseits war. :-D Das hast du offensichtlich gar nicht mehr gelesen. Außerdem habe ich nie behauptet, dass Depressionen schnell heilbar seien. Es kommt natürlich immer darauf an, ob man gleich auf ein bestimmtes Medikament anspricht oder ob man mehrere ausprobieren muss. Das Problem bei der bipolaren Störung ist, dass vielen Betroffenen die Krankheitseinsicht fehlt, was die Behandlung natürlich erschwert. Außerdem muss diese Krankheit meistens lebenslänglich behandelt werden, da es ansonsten immer wieder zu Rückfällen kommen kann.

    Hallo, fühl dich erstmal ganz doll gedrückt, bei deiner momentanen Lage kannst du einem nur Leid tun. Es ist wirklich schwer für dich und die Schwangerschaft wahrscheinlich ein riesen Schock, dennoch würde ich mich wahrscheinlich für das Kind entscheiden aber du solltest auch klare Grenzen zu deinem Mann setzen entweder möchte er dich und die Kinder oder nicht dieses hin und her kann einen ja nur verrückt machen und deine Kinder bekommen dass ja auch mit dass zwischen euch nicht alles gut ist und belastet sie sehr wahrscheinlich gleich mit. Ich wünsche dir und deinen Kindern alles gute und hoffe wirklich sehr dass du dich für deinen kleinen Wurm entscheiden kannst.

    (8) 05.11.19 - 08:42

    Guten Morgen dir!
    Ich habe deine Zeilen hier gelesen und es tut mir wirklich von Herzen leid, dass du solch eine unvorstellbare, filmreife Ehegeschichte erlebst.

    Die Krankheit deines Mannes ist schwierig und auch irgendwie auf die Schnelle nicht recht zu packen.
    Und dass du im Moment gar nicht sehen kannst wie es mit einem weiteren Kind klappen könnte, das kann ich gut nachvollziehen.
    Vier Kinder alleine zu versorgen ist natürlich eine große Aufgabe. Doch der Gedanke, dein Baby nicht zu bekommen ist auch nicht deins.
    Und bisher habt ihr ja als Familie mit drei Kindern wirklich schon vieles geleistet, alle Achtung, und deinen Kindern ging es auch gut mit ihrem Papa.

    Was sagen denn überhaupt die Ärzte, er ist doch sicher in Therapie und wird medikamentös eingestellt? Gäbe es da Hilfen, dass er trotz allem seinen Papapflichten nachkommen kann? Wenn eine bipolare Störung erkannt wird, dann ist sie heute doch recht gut behandelbar......Und es gibt auch psychotherapeutische Langzeitbehandlungen, wo er Unterstützung bekommt, um einen normalen Alltag zu leben.

    Natürlich ist das alles nicht leicht für dich, und es wäre sicher auch sehr entlastend, ein zweites Standbein zur Unterstützung zu haben. Wie ist das bei euch mit Familie? Wohnen Großeltern in der Nähe, könntest du Hilfe erwarten?
    Ja, diese ganze Situation macht dich zurzeit irgendwie ratlos, das verstehe ich so gut. Und du brauchst bestimmt auch noch Zeit, bis du den Schock verdaut hast...Wie lange weißt du denn schon von der Schwangerschaft, warst du beim Frauenarzt gewesen? Vielleicht kann dir der Arzt wegen der Kaiserschnittgeschichte ein bisschen Zuversicht geben?
    Liebe „Duunddrei“ ;-) deine Gedanken und deine Überlegungen, die du schreibst, zeigen eine Frau und Mama die sich sehr sorgfältig mit ihrer Familiensituation auseinandersetzt. Das ist bewundernswert. Doch es kostet dich natürlich viel Kraft. So sehr wünsche ich dir Entlastung. #blume Hol dir Beratung und Hilfe und schreib´ gerne wieder, wie es dir geht......
    Ich denk jedenfalls an dich!
    Alles Liebe, Marie

    Hallo ihr alle, heute morgen war ich beim Gynäkolgen. Er hat sich meine Schall Inder von vor einem Jahr angesehen und mir die Entscheidung (leider) nicht abgenommen. Das Risiko wäre nicht höher als nach dem zweiten Kaiserschnitt und eine medizinische Inikation für einen Abbruch ist auf keinen Fall gegeben. Natürlich spielt das leicht erhöhte Risiko in diese ganze Geschichte mit rein, aber als alleiniger Grund kann es nicht gewertet werden. Ich habe in 12 Tagen wieder einen Termin mit US und dann werden wir die Entscheidung treffen müssen. Gestern Abend hatte ich ein langes Gespräch mit meinem Mann und wir haben beide gesagt, vor einem Jahr hätten wir uns gefreut nach dem ersten Schock. Aber durch seine Krise gerade kann ich überhaupt nicht sagen wohin der Weg geht. Momentan stehen bei ihm ja alle Antennen auf Flucht. Ich frage mich, ob das Baby ihn vielleicht dazu bringt, sich doch etwas mehr mit seiner Krankheit und der „Midlifecrisis“ auseinander zu setzen. Aber das Risiko kann ich nicht eingehen... es ist sehr verzwickt. Herz und Kopf sprechen unterschiedliche Sprachen...

    • (10) 05.11.19 - 17:45

      Ich finde es sehr gut, dass du schon beim Frauenarzt warst, um den medizinischen Aspekte der Schwangerschaft abzuklären. Zudem ist es meines Erachtens sehr mutig, dass du mit deinem Mann ein offenes Gespräch geführt hast. Leider steckt ja hinter den Stimmungswechseln deines Mannes nicht nur eine Midlife-Crisis, sondern eine handfeste Krankheit. Du solltest dich daher nicht der Illusion hingeben, dass ein Baby eure Ehe retten oder seine Krankheit heilen könnte. Leider kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, dass dies in den meisten Fällen nicht funktioniert.

      Ansonsten höre ich bei dir heraus, dass du dich vom Bauchgefühl her eher für das Kind entscheiden würdest, dir dein Verstand aber etwas anderes sagt. Denkst du, dass du die Kraft hättest, die Kinder auch alleine aufzuziehen? Oder wäre das für dich keine Option?

(11) 06.11.19 - 11:44

Hallo du Liebe,
du bist eine Frau der Tat, warst schon gleich beim Frauenarzt und das Risiko ist nicht größer als damals...hm, eigentlich ja eine gute Aussage und beim Baby scheint auch alles in Ordnung zu sein?
Das Gespräch mit deinem Mann war wichtig, und es ist wertvoll, dass ihr euch unterhalten könnt und euch auch zusammen Gedanken macht. Und für deinen Mann könnte die Situation wirklich auch eine Chance sein, sich mit seiner persönlichen Lebenssituation... mit seiner Krankheit, mit seinen eigenen Belangen auseinanderzusetzen.
Ich glaube, das hast du schon sehr weitsichtig durchdacht. Auch wenn es uns Menschen so wichtig ist, die Kontrolle über unser Leben zu haben, so kann eine Krise auch eine echte Chance werden. Vielleicht auch für deinen Mann. Seine persönliche Lebenskrise könnte durch euer Baby, auf lange Sicht gedacht, in eine gute Richtung gewendet werden. Und manchmal schafft es eine zusätzliche Aufgabe auch, dass Kraftreserven geweckt und Gleichgültigkeiten verändert werden? Und sicher geben gerade die schweren Tage auch deinem Mann Denkanstöße, so dass durchaus auch eine positive Entwicklung möglich ist.
Ich wünsche es euch wirklich sehr!
Zum Glück nimmst du dir noch Zeit....das ist so wichtig, gerade weil bei dir Herz und Kopf noch nicht zusammenkommen. Du und dein Herz im Einklang, das wäre ein Ziel.#liebdrueck
Sehr gerne würde ich dir ein bisschen Zuversicht geben, schick ´dir auch noch eine Nachricht ins Postfach.
Ganz liebe Grüße,
Marie

Also angenommen ich bekomme dieses Kind, dann muss ich mich damit auseinander setzen, alleine mit 4 Kindern zu sein. Gibt es denn da irgendwelche Alltagshilfen für Haushalt oder dergleichen? Ich weiß wie schwierig gerade die Anfangszeit ist und ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie ich das alleine schaffen soll. Dass ich u.U. während der Schwangerschaft eine Hilfe bekomme weiß ich, aber was ist mit der Zeit danach?

  • Caritas und Co können für solche Fragen ein sehr guter Ansprechpartner sein. Die wissen idR. was sich wann wo beantragen lässt.

    Du klingst tough und ich lese ein Netzwerk in der Nähe. Würden Deine Eltern mit einspringen in der Babyzeit?
    Alles Gute!!!

    (14) 08.11.19 - 09:13

    Hallo, ich hatte dir eine persönliche Nachricht geschickt, die dir diese verständlichen Fragen beantwortet. Kannst du sie finden?
    Liebe Grüße zu dir! #blume

(15) 11.11.19 - 11:02

Hallo, wie geht es bei euch inzwischen?
Wegen Unterstützungsmöglichkeiten, wie Haushaltshilfe und noch vieles mehr....hatte ich dir eine Info geschickt. Es gibt Hilfsorganisationen die dich auch nach der Entbindung nicht alleine lassen, das weiß ich. Und die dir solange du es brauchst zur Seite stehen.
Magst du dich nochmal melden?#blume

Top Diskussionen anzeigen