Gefühls-Chaos vor Schwangerschaftsabbruch

Hallo,
Ich bin momentan in des 6 SSW. Die Schwangerschaft ist ungewollt. Anfangs war ich mir sehr sicher, dass ich die Schwangerschaft abbrechen möchte. Nun aber sind ein paar Wochen vergangen und jeden Tag werde ich unsicherer und meine Entscheidung (zu behalten oder ab zubrechen) ändert sich ständig.
Momentan studiere ich und bin 24 Jahre alt. Es wäre also mein erstes Kind und mit meinem Partner führe ich eine Fernebziehung..
Ich bin sehr ratlos und würde gerne von anderen Frauen hören, die sich für einen Abbruch entschieden haben oder dagegen. Hattet ihr auch Zweifel vor dem Abbruch? Wie geht es euch danach?

Jede Antwort hilft mehr sehr, da ich in meinem Umkreis keine Frau kenne, die vor dieser Entscheidung stand.

Liebe Grüße:-)

1

Hallo, erst mal tut es mir leid, dass du so ein Gefühlschaos hast...

Ich hatte einen Abbruch..2018...

Ich wollte es von Anfang an nicht durchführen lassen...meinem Mann und der Situation "zu Liebe" habe ich es getan...

Heute noch geht es mir schlecht damit, denke noch viel daran..
Vor allem an zwei bestimmten Tagen.
An dem Tag des ET's , okay, die Wochen vorher schon, da unsere anderen Kinder alle 2-3 Wochen eher kamen, und dem Tag/ Datum, als ich die Abtreibung durchführen ließ...
Die Fahrt dorthin, bis die Narkose wirkte, nach dem aufwachen, die Fahrt nach Hause und viele viele Wochen danach habe ich (fast) täglich bitterlich geweint...
Psychisch ging es mir immer schlechter, neurologische Ausfälle traten ein, enormer Gewichtsverlust...Und Abneigung gegen meinen Mann....

Damals, zwei Tage vor unserem Urlaub erfuhr ich von der Schwangerschaft...den Urlaub konnte ich gar nicht "genießen" ... Alles drehte sich bei mir um "mein Baby".. Ich war noch schwanger im Urlaub und 5 Tage später war...war mein Baby weg...

An diesem Ort, wo wir im Urlaub waren, will ich nie nie nie wieder hin... geschweige denn dran vorbei fahren... in dem Ort, in dem die Abtreibung war, will ich eigentlich auch nie wieder hin... Es geht aber nicht anders, denn dort leben meine Großeltern...

Heute geht es mir deutlich besser, aber ich denke noch sehr sehr oft daran...

Ich gebe dir nur den Rat, wenn du nicht zu 100% dahinter stehst, tu es nicht...
Es gibt immer Lösungen, immer...
Das habe ich meinem Mann auch gesagt!!

So, viele werden mich jetzt verurteilen, aber ....
Ich konnte damals an nichts anderes mehr denken, rein gar nichts...
Ich wollte mein Baby zurück und mir war egal wie ...
Mein Mann hat sich 6 Monate später "bereit" erklärt und nun hab ich ein fast zwei jähriges Mäuschen!

Mein Mäuschen ersetzt das andere Kind auf gar keinen Fall, es ist immer in meinem Herzen!!
Und ich bin immer noch traurig und wütend, aber mein Mäuschen hilft mir ungemein mit meinen Gefühlen klar zu kommen und ich liebe es abgöttisch!

Meinem Mann hab ich damals an den Kopf geworfen mit seinen Ängsten, von wegen zu anstrengend (insgesamt mit Mäuschen 4 kinder und davon 3 kleinkinder) finanziell etc ...
Ich sagte ihm, zu anstrengend?
- Du bist doch den ganzen Tag nicht da!
- Du bist doch ständig auf Lehrgang!
Finanziell?!
- Wir nagen nicht am hungertod und müssen nicht jährlich in den Urlaub fahren!!
- Meine Gesundheit? (Die letzten drei Schwangerschaften waren mit Komplikationen mit Blutungen, Vorwehen, Trichterbildung, Gebärmutterhalsverkürzung, starker Gebärmuttersenkung, wahrscheinlich Steißbeinbruch)
- Das lass mal meine Sorge sein!

Meinen Mann habe ich allerdings damals gegen Ende der Schwangerschaft zu einer Vasektomie "gedrängt", er wollte sie von sich aus machen lassen erst nach der Schwangerschaft, aber ich wollte nach der Geburt auf der sicheren Seite sein! Also gegen Ende der Schwangerschaft

Überlege es dir sehr sehr gut... eigentlich würde ich sagen, da du schon Zweifel und gefühlschaos hast???lass es...

Ich wünsche dir alles Gute

3

Ich bedanke mich vom Herzen für deine ehrliche Antwort. Auch wenn das natürlich nicht übertragbar für mich ist, hilft es mir von anderen Frauen zu hören und wie deren Umgang mit dieser schwierigen Situation ist/war.
Du hast Recht, diese Zweifel und der ständige Wechsel meiner Entscheidung sind wirklich sehr belastend und ich glaube auch dass, das normal ist. Ich habe nur Angst, dass ich es auch bereuen werde.

Danke für dein Verständinis und das du mit mir deine Geschichte geteilt hast
Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute

2

Hallo liebe Tini,
am besten liest du dich selbst bisschen hier durch, was dich anspricht und was nicht.
Erfahrungen sind da meist nur begrenzt übertragbar. Denn jede Situation ist doch so anders. Und jede Frau, jedes Paar auch wieder. Und jede Frau kommt woanders her und der Weg geht anders weiter.
Man muss eigentlich niemand kennen, wenn man für sich selbst eine Entscheidung sucht. Sondern sich selbst gut kennen.
Das ist mal meine Antwort. Ich habe mich mit jeder Schwangerschaft gegen einen Abbruch entschieden, wenn man so sagen will. Also - einfach "nicht entschieden".
Was sind deine Gründe? Das Alter? Oder die Fernbeziehung? Was macht dich so unsicher? Und was sind dann die anderen Gedanken, die dich zu einer Abtreibung zögern lassen?
Hattest du schon eine Beratung? Du bist erst in der sechsten Woche und denkst doch schon sehr lange nach. Dann hast du es früh bemerkt und bist schon ziemlich geschafft vom Hin und her? Was sagt dein Freund und welche Rolle spielt das für dich?
Also ich denke, das Nachdenken über deine Gründe (so und so) bringt dich weiter als die Erfahrung anderer Frauen.
Wie hast du vor der Schwangerschaft über die Möglichkeit, ein Kind zu haben, gedacht?
Mit Kind zuende studieren - sicher möglich. Wäre das eine Aussicht für dich?

4

Hallo,
Du hast absolut Recht und auch das sind die Fragen die ich mir täglich stelle. Die Entscheidung kann am Ende nur ich treffen, dennoch ist es mir wichtig mich mit anderen Frauen auszutauschen, denen es auch so ging.

Liebe Grüße

9

Ja, klar tut der Austausch gut, auch wenn jede Situation anders ist. Du hast es selbst in deiner Antwort geschrieben, dass die Situation nicht übertragbar ist, aber das Gefühl ist nachvollziehbar.

Du hast Sorge, es zu bereuen. Heißt also umgekehrt, dass dir das Kind wertvoll ist.
Deshalb auch mal umgekehrt gefragt: Was würde dich freuen, wenn das Kind kommt? Worauf würdest du dich freuen?

Wenn du dir das vor Augen hältst, kommen daher immer wieder und auch jetzt schon Kraft und Ideen.
Du hast alle Möglichkeiten, es so zu gestalten, wie es für dich passt! Viele Frauen planen bewusst das erste Kind im Studium, weil man leichter alles selbst einrichten kann. Unkomplizierter.

Was kannst du dir bisher gut vorstellen? Und wie weit? Vielleicht bis zu einer ersten Hürde, wo du dann nicht weißt, wie es weiter gehen kann? Da kannst du dir ja gezielt Anregung/Unterstützung/Austausch suchen. - Wie sieht es denn dein Partner?

5

Ich kann dir zwar keine Erfahrung sagen, da meine Tochter ein absolutes Wunschkind war/ist.

Ich kann dir evtl nur den Rat geben, wenn du nicht zu 100% sicher bist, dann behalte das Kind.

Ich kann Dir auch berichten das eine Freundin von mir trotz ungeplante Schwangerschaft ihre Ausbildung fertig gemacht hat und hat ein Studium angefangen als der kleine auf die Welt kam, sie bekommt es super unter einen Hut, sie war als sie studiert hat, noch alleinerziehend. Denke das würde auch klappen wenn man sich gut organisiert.

Ich wünsche dir alles Gute, egal wie du dich entscheidest🍀🍀

6

Der Beitrag wurde ausgeblendet Der Beitrag wurde von den Administratoren ausgeblendet.

7

Hallo, bei dieser Entscheidung solltest du Verstand und Herz befragen. Wenn man sich für einen Abbruch entscheidet, sollte man wirklich hinter dieser Entscheidung stehen. Was bringt dir eine sorgenfreie Zukunft, wenn es dich innerlich nachher quält.
Hattest du schon einen Termin bei Pro Familia? Dort kannst du dich wirklich gut beraten lassen, welche Hilfen und welche finanzielle Unterstützung du bekommen würdest.
Wie steht dein Partner zum Baby? Kann er sich vorstellen, Papa zu werden? Könnt ihr in naher Zukunft zusammen ziehen? Falls nicht, kannst du es dir vorstellen, alleinerziehend zu sein? Hast du Familie und Freunde in deiner Umgebung, die dich unterstützen?
Lass dir einfach Zeit, du bist erst 6.Woche, du musst nichts überstürzen. Nimm dir einen Zettel und schreib alle Pros uns alle Kontras auf. Sowas hilft auch, die Gedanken zu ordnen.
Alles Gute noch 🌸

8

Ich rate Dir Dich auf jeden Fall an eine Schwangerschaftskonfliktberatung zu wenden. Diese Beratungsstellen sind nicht nur dafür da den für einen Abbruch notwendigen Schein auszustellen, sondern gerade auch Frauen in Deiner Situation zu helfen, die für sie richtige Entscheidung zu treffen.
Es wird darum gehen, welche Ängste, Befürchtungen, Sorgen Du hast mit beiden Szenarien, welche Unterstützungsmöglichkeiten es eventuell für Dich gibt und Dir zu helfen in Dich hineinzuhorchen, welche Entscheidung die bessere für Dich ist.

Wenn sich dann im Rahmen dieser Gespräche eine Handlungstendenz abgezeichnet hat, kannst Du den von Dir gewählten Weg mit Sicherheit mit größerem Selbstvertrauen gehen.
Leiden tun auf lange Sicht nur die Frauen, die eine Entscheidung gegen ihren eigenen inneren Willen getroffen haben. Diejenigen, die - wenn vielleicht auch nur tendenziell - den Weg gegangen sind, zu dem sie sich aus eigenem Willen entschlossen haben, kämpfen unter Umständen noch eine Weile mit der belastenden Lebenssituation, vearbeiten die Situation häufig aber folgenlos. Das gilt explizit sowohl für Frauen, die sich für, als auch für Frauen, die sich gegen ihr Kind entschieden haben.
Damit Du zu diesem Punkt kommst, ist Deine Aufgabe nun herauszufinden, was Du wirklich selbst willst. Wie schon gesagt, eine Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle, zu der man auch problemlos öfter hingehen kann, kann Dir dabei gut helfen.

10

Ich finde es immer schwierig, wenn Frauen schreiben wie schlimm die Abtreibung für sie war und dass sie psychisch darunter leiden.
Frauen denken meistens nicht ohne Grund an eine Abtreibung und ich denke, dass keine Frau einfach so abtreibt.
Auch wenn das Herz vielleicht traurig ist, können die rationalen Gründe überwiegen.
Man muss sich vor Augen führen, dass das Baby ja kein Baby bleibt und das man mindestens 18 Jahre Verantwortung tragen wird.
Und wenn man finanziell und ausbildungstechnisch nicht gut da steht, ist die Entscheidung dagegen durchaus nachvollziehbar. Auch wenn man alleinerziehend wäre, ist das eine Begründung dagegen. Mit Kind ist alles anstrengender und man muss sich darüber klar sein.
Wenn Leute immer sagen, dass man das ja schaffen kann, dann frag ich mich, ob sie später helfen? Ja man kann alles schaffen, aber zu welchem Preis?
Ein Kind sollte man sich gut überlegen und nicht nur aus gesellschaftlichem Druck bekommen.

11

"Ich finde es immer schwierig, wenn Frauen schreiben wie schlimm die Abtreibung für sie war und dass sie psychisch darunter leiden."

Warum?

12

Weil es nur diese Person so mitgenommen hat und ich denke, dass da eine gewisse psychische Instabilität schon vorher bestanden hat. Die obige Schilderung finde ich schon ziemlich "übertrieben" und das betrifft auch nur einen Bruchteil der Frauen, die abtreiben.
Es wirkt immer so, dass die Frauen vom abtreiben abgeschreckt werden sollen. Aber ich denke, dass eine Abtreibung nicht immer schlecht ist. Wenn man Gründe hat, dann sollte das akzeptiert werden und nicht versucht werden, denjenigen davon abzuhalten. Die Leute, die dagegen reden, müssen schließlich nicht mit den Konsequenzen leben.

weitere Kommentare laden
13

Ich glaube dieses Gefühlschaos ist völlig normal
Schließlich geht's um sein eigenes Fleisch und Blut was in einem heran wachsen will.

Ich stand auch in der letzten SS in dieser Situation. Ich war mir aber sehr sicher das ich es nicht bekomme , weil ich schon fünf Kinder hätte und hatte auch schon einen Abbruch Termin.

Drei Std vor dem Termin habe ich unter Tränen abgesagt weil mein Herz es nicht geschafft hat dies über die Bühne zu bringen
Auch wenn ich wusste, es wird verdammt schwer mit noch eins da ich keine Arbeit habe , eine kleine Wohnung und auch kein Auto etc
Aber mittlerweile, wenn ich ihn ansehe, bin ich froh ihn zu haben

Ich drücke dir die Daumen das du für dich die richtige Entscheidung triffst
Man sagt ja immer , man soll auf sein verstand hören aber diese Angelegenheit kann man nur mit seinem Herzen vereinbaren

17

Wenn du ein Kind von ihm bekommen würdest was wäre dann?

Würdest du zu ihm ziehen oder er zu dir oder wärst du auf dich allein gestellt? Wie steht dein Freund dazu?

Von einer Seite würde ich sagen wenn man zweifelt soll men es lieber nicht machen. Von der anderen Seite bist du ja erst in der 6. Ssw, da gibt es ja noch nicht mal was und theoretisch kann man in dem Stadium noch per Tabletten die ss abbrechen, du würdest einfach nur eine etwas stärkere Periode bekommen und fertig.

Ich habe wegen meinem Abbruch nie gezweifelt, sondern ich wusste dass es einfach sein musste, ich sozusagen keine andere Wahl da für mich ein Kind von diesem Mann nie in Frage kommen würde, vorallem weil ich in der Zeit schon eine neue Beziehung hatte und auch einen starken Kinderwunsch. Ich war aber schon etwas weiter als du, 12. Ssw, da ich erst sehr spät und durch Zufall erfahren habe dass ich schwanger bin, zum Glück den sonst wäre es ja paar Wochen später schon zu spät.