Ungewollt, Partner weiß nichts

Ich bin 40, Mutter einer 12jährigen, die beim Vater lebt und bin ungewollt schwanger.
Der Vater des Kindes hatte behauptet sterilisiert zu sein, wir sind seit Jahren ein Paar und es ist auch nur was passiert.
Ich bin mir sicher,dass ich das Kind nicht möchte.
Allerdings musste ich meinem Partner davon erzählen, denn offenbar stimmt ja was nicht und er ist trotz Sterilisation zeugungsfähig und muss also zum Arzt das checken lassen.
Er hat einen Erwachsenen Sohn und war ja auch nicht umsonst seit 10 Jahren sterilisiert, weil er nämlich kein Kind mehr will.
Jetzt ist er derjenige der plötzlich Zweifel hat, aber für mich kommt es auf keinen Fall in Frage, das Kind zu bekommen.
Haben wir eine Chance diese Krise zu überstehen?

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Wenn es für Dich eindeutig klar ist, das Kind nicht zu wollen, dann ist das so und das würde ich ihm freundlich aber bestimmt so sagen. Immerhin hast Du Dich auf seine Steri verlassen und bist 40 Jahre alt; es gibt in dem Alter nicht nur gesundheitliche Risiken sondern ich hätte in dem Alter ganz sicher auch nicht mehr von vorne anfangen wollen. Wenn es sich eine Frau explizit wünscht, gut - aber als ungeplante Überraschung ist es schwierig.
Das meiste bleibt leider immer noch an den Frauen hängen, das kann man sich nicht schönreden.
Ob ihr das übersteht, weiß ich nicht, aber nur um des lieben Friedens willen nachzugeben, ist auch falsch. Leider schrieben hier schon Frauen, die auch lange nach der Geburt keine Glücksgefühle über das Baby bekamen. Sie hatten sich gegen ihre Überzeugung überreden lassen, das Kind zu kriegen. Daran kann eine Beziehung auch zerbrechen.
Warum ist er denn plötzlich so erpicht auf spätes überraschendes Vaterglück? Bedeutet ja nicht nur ein knuddeliges Baby sondern 20 Jahre Fürsorge...bei Studium auch länger.
Alles Gute.
LG Moni

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Hallo

Ob Ihr eine Chance habt, die Krise zu überstehen, weiss ich nicht. Es ist immer schwierig, wenn man bei einer solch entscheidenden Situation nicht derselben Meinung ist.
Weshalb lebt denn die 12jährige beim Vater? Auf jeden Fall wäre der Altersabstand gross. Auch Dein Partner würde nochmals von vorne anfangen.
Dass Du das selbst nicht möchtest mit 40, kann ich verstehen. Vereinbare mal einen Beratungstermin z. B. bei Pro Familia.
Ich wünsche Dir, dass Ihr die Krise überwinden überstehen könnt.

Freundlichen Gruss

tm

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Hallo Kummin,
dass es jetzt plötzlich so anders läuft, wie ihr es euch vorgestellt hattet, hat dich und auch deinen Partner völlig aus dem Tritt gebracht - das ist völlig verständlich. Du hast dich natürlich drauf verlassen, dass du nicht schwanger wirst, weil es jahrelang „gut ging“. Mit der wenn auch sehr, sehr geringen Versagensquote von einer Sterilisation rechnet man meist nicht wirklich.... tut mir leid, dass es dich so mitnimmt #liebdrueck Wie lange weißt du es schon?
Ob ihr eine Chance habt, diese Krise zu überstehen? In einer Krise liegt immer eine Chance verborgen. Du hast deine Gründe, dass du dir das Kind jetzt nicht verstellen kannst. Magst du noch bisschen dazu schreiben? In deinem Partner rumort es auch kräftig. Dass er Zweifel hat, ob er sich vielleicht doch für das Kind erwärmen könnte – wer weiß, was sich alles ihn ihm regt und was es für ihn bedeutet. Zeugungsunfähig oder plötzlich doch heißt vielleicht für den einen oder anderen Mann doch mehr als man so denkt. Sprechen werden die wenigsten drüber.
Wie hast du es dir überlegt, wie du weiter vorgehen willst?
Je nachdem, wie lange du schon von der Schwangerschaft weißt und wie weit du bist – in einer Krise ist es ratsam, nicht Hals über Kopf etwas zu entscheiden und zu handeln. Lieber Zeit nehmen, zumindest ein bisschen. Das empfehle ich dir auf jeden Fall *umarm*
Liebe Grüße von Britta #blume

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So eine Sterilisation kann wieder zusammen wachsen. Hatte so einen Fall bei mir auf dem Zimmer, als ich entbunden habe.

Klar hat man immer eine Chance eine Krise zu überstehen. Man muss nur wirklich wollen. Und man muss reden, reden, reden. Offen reden.

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Hallo Kummin, ich schicke dir einen lieben Wochenend-Gruß #winke Du kommst hoffentlich auch etwas zur Ruhe. Es ist ein Ausnahmezustand für dich und deinen Partner. Den einen zieht es hier hin und den anderen dahin. Ihr seid schon seit Jahren ein Paar und ihr habt gut zusammengefunden, oder. Da lohnt es sich doch, dass ihr jetzt in Ruhe gemeinsam auslotet, was den einen und den anderen zu seiner Einstellung bringt. Und was dann wird. Zeit hast du hoffentlich.
Schreibst du wieder?
Alles Liebe, Britta

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Ich war heute beim Arzt, bin schon in der 11. Woche.
Meinem Partner zu liebe werde ich das Kind nicht bekommen.
Männer kommen und gehen, dann lieber eine gescheiterter Partnerschaft als ein ungewollted Kind und eine kaputte Partnerschaft.
Ich würde ihm das ewig vorhalten dass ich das Kind ihm zuliebe bekommen habe.
Ich möchte mich nicht 24/7 um ein Kind kümmern.
Meine 12jährige lebt ja auch deshalb beim Vater.
Ich merke einfach dass ich kein Kind möchte.
Seine Meinung dazu ist aber auch sehr instabil, er findet den Gedanken ein Kind gezeugt zu haben einfach toll, sich kümmern kann und will er sich nicht.

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Hey Kummin,
schade, dass er es nur toll findet, dass er doch ein Kind zeugen konnte - obwohl er sich ja mal genau dagegen entschieden hatte.
Geht er noch zum Arzt deswegen?

Hat er ausdrücklich gesagt, dass er sich nicht drum kümmern würde? Warum kann er es nicht? Oder was kann er nicht?
Du möchtest es auch nicht. Trotzdem bist du ja eine Mama. Wie regelst du das inzwischen mit deiner Tochter? Das hat sich auf jeden Fall gut gefügt, scheint mir.

Und dein Partner jetzt:
Will er denn eine Trennung, wenn du das Kind nicht bekommst? Dann wärst du allerdings ziemlich allein.

Klar, alle Zeichen stehen bei euch beiden auf "no" und das schon seit geraumer Zeit.
Da wäre ein Umdenken in kurzer Zeit schon eine Wahnsinnsleistung.
Andrerseits hast du es schon bis zur 11. Woche geschafft.

Ihr könntet euch schon nochmal einstellen oder umstellen, es als gemeinsames Projekt ansehen. Ihr seid ja ein langjähriges Paar mittlerweile.

Aber klar - "für ihn" kannst du es nicht bekommen. #schmoll Und dir hat es jetzt auch nicht gefehlt. #gruebel - Nur für das Kind selbst könntest du dich noch erwärmen und dich halt so um das Kind kümmern, wie es dir eben möglich ist. Vielleicht findest du Geschmack an bestimmten Phasen?
"Kümmern" ist irgendwie auch ein komisches Wort, finde ich. Kommt von Kummer. Oder wie klingt es für dich?
Könntest du es versorgen, ihm ein gutes Leben ermöglichen?
Was sind die Vorstellungen oder Erfahrungen, die dir Kummer machen?

Der Schritt zum Abbruch ist schließlich auch nichts, was man gerne macht.
Wie geht es dir damit?
Wie ging es dir beim Arztbesuch heute? Hast du gleich gesagt, dass es nicht bleiben soll?

Ach, keine einfache Situation.
Lass es dir einfach nochmal alles durch den Kopf gehen.
Das Leben kann sich so schnell ändern, also ich meine jetzt negativ.
Eine große Veränderung wäre das Kind jetzt schon, aber mit positiven Anteilen (ich meine jetzt nicht so wie eine schwere Erkrankung oder so etwas, was eine Lebenswende einläuten kann).
Ich wünsch´ dir viel Kraft du! #blume
Emilia

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Sorry aber beim Satz "Ihr könnt das Kind als gemeinsames Projekt ansehen" musste ich echt schlucken. Ein Kind ist kein Projekt, wie ein gemeinsamer Garten oder sowas, sondern ein Lebewesen, dass lebenslange Verantwortung bedeutet und anscheinend möchte keiner der beiden diese Verantwortung übernehmen.

Liebe TE, du brauchst für den Abbruch eh eine professionelle Beratung. Lass dich über alle deine Möglichkeiten(Abbruch/Adoption/Behalten etc) beraten und entscheide dann nur für dich.

Alles Gute

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