Je größer der Bauch wird, desto distanzierter wird mein Partner

Hallo ihr lieben,

ich wende mich an euch mit der Hoffnung, wieder neuen Mut zu fassen.

Wir wissen seit Januar von meiner Schwangerschaft, die ungeplant war. Trotz anfänglicher Bedenken aufgrund des schlechten Timings (gerade umgezogen in neue Stadt, finanziell sowie seelisch nicht darauf eingestellt) haben wir uns in einem ruhigen Gespräch für das Baby entschieden und stehen 100% hinter unserer Entscheidung. Wir gehen regelmäßig gemeinsam zu allen FA-Terminen, lesen Ratgeber für werdende Eltern und bereiten das "Nest" für das kleine Wesen vor. 🩷

Scheinbar mit wachsendem Bauch wuchsen jedoch auch plötzlich Probleme, die ich in dieser Form noch nie in unserer sonst harmonischen Beziehung beobachtet habe. Seit ca. 2 Monaten fing es an, dass wir Probleme in unserer Intimität bekamen und mein Partner mich nahezu jedes Mal abgewiesen hat. Es ging hierbei nicht nur um Sex, sondern auch Küsse, Umarmungen, Komplimente, kleine Aufmerksamkeiten. Alles schien lästig für ihn und er wirkte dabei sehr gestresst. Auch, wenn im Alltag etwas nicht lief, explodierte er und ärgerte sich über die unwichtigsten Dinge (z. B., dass die Milch leer war oder dass die Wohnzimmer Tür offen stand). Ich merkte, dass er sich total verändert hat und irgendwie völlig neben sich stand.

Gestern kam es dann raus. Ich wollte ihm einen Kuss geben und er wollte nicht, dann habe ich ihn darauf angesprochen. So wie Frauen sind, denkt man sich ja oft Horrorgeschichten aus, ob man nicht mehr gut genug ist oder ob es eine andere Frau gibt... Er fragte mich dann "Warum mussten wir jetzt ein Kind bekommen?". Er sagte, dass er sich nicht selbst verwirklichen konnte, dass er keinen guten Job hat und sich überhaupt nicht vorbereiten konnte. Er hat Angst, weil er nach der Geburt keine Zeit mehr für Freunde und Freizeit sowie für seine Hobbys haben wird. Es ging ihm wohl alles zu schnell und seit wir von der Schwangerschaft wissen, konnte er sich nicht mehr entspannen. Bin jetzt in der 33. SSW, wir haben also noch knapp 2 Monate bevor es "ernst" wird.

Dazu kommt, dass ich nun die restlichen Urlaubstage von meiner Arbeit genommen habe und anschließend in Mutterschutz komme. Ich habe täglich kleine Projekte, um die Wohnung für das Baby aber auch für uns vorzubereiten. Dadurch, dass er so viel arbeitet, sorge ich natürlich auch dafür, dass er sich Zuhause möglichst wohl fühlt und nicht mehr an viel denken muss. Dass ich nun "frei" habe, ärgert ihn jedoch auch. Er sagte mir, wie gut ich es habe, dass ich mich nun ausruhen darf. Er möchte auch Urlaub nehmen, aber kann nicht, weil er für uns arbeiten muss. Warum er diese Gefühle bekommt, verstehe ich nicht. Ich erwarte nicht von ihm, dass er sich zu Tode arbeitet und uns mit Geld versorgt... Doch er fühlt sich trotzdem so.

Er sprach davon, dass er Zeit für sich allein haben möchte, gleichzeitig macht es mich fertig, dass wir auseinander driften und auch die Intimität wie ein liebevoller Kuss fehlt mir. Ich habe das Gefühl, wir verlieren uns völlig in unseren Frauen- und Männerproblemen. Für das Baby halte ich es aus, aber es tut so weh und ich wünsche mir nichts mehr, als dass wir alle zufrieden sein können und die Geburt nicht als etwas zerstörerisches sehen... Wie soll ich mich nun am besten verhalten? Und hat hier jemand eine ähnliche Erfahrung gemacht? Wie ging es nach der Geburt weiter? Ich kann doch nicht seine und meine Probleme in Luft auflösen, als wäre ich eine Allmächtige. 😢

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Hey!

Für mich klingt es auch danach, als leide er unter Realitätsverlust.

Dass er dir den "Urlaub" neidet, kann ja wohl nicht sein ernst sein.
Auf mich macht es etwas den Eindruck, als wäre er sich in allem doch nicht so sicher. Warum sollte er sich sonst so distanzieren? "Ich küsse meine Frau nicht mehr, weil ich vor der Geburt unseres Babys nicht genug beruflich erreicht habe!" habe ich noch niemanden sagen hören.
Er ist nicht das arme Opfer, sondern er behandelt seine schwangere Partnerin unter aller Kanone. An deiner Stelle würde ich nochmal Tacheles reden, dass dieses kaltschnäuzige Verhalten gar nicht geht und von dir nicht hingenommen wird. Entweder behandelt er dich liebe- und respektvoll, oder er soll mal für ein paar Tage Abstand nehmen und sein Verhalten reflektieren.

Liebe Grüße
Schoko

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Ja, es scheint mir tatsächlich auch so, als wäre er sich letztendlich doch nicht so sicher. Am Anfang stand er wirklich hinter seiner Entscheidung, aber das fing dann vor einiger Zeit an zu bröckeln. Jetzt geht er wirklich negativ an die Sache ran und leider habe ich den Eindruck, dass er mich als Sündenbock hinstellen möchte. Was sonst sollte es bedeuten, dass er mich nicht mehr küssen und so viel Abstand zu mir möchte? Ich kann dieses Verhalten auch nicht länger tolerieren und wir müssen miteinander Klartext wie zwei Erwachsene reden, dieses ewige Schweigen und Tun-als-ob hilft niemandem weiter..

Danke dir 🩷

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Puuuhhh du arme , klar wenn es keine geplante Schwangerschaft ist ,ist es sicher erstmal schwierig was die Gefühle angeht ,geht einem ja selbst geplant so aber und das ist der große Unterschied, er lässt es an dir aus und redet erst als du ihn zur Rede stellst ,es hört sich so an als wollte er dich mit Liebesentzug bestrafen , dafür spricht auch dass er denkt ,du hast es s ja so gut , ähhhh du trägst seit Monaten euer Kind aus ,verzichtest auf ganz viel , es ist Sau anstrengend und jetzt nimmst du dir deinen Rest Urlaub den du dir erarbeitet hast und der Mutterschutz ist auch nicht zum Spaß da , du brauchst ja auch nochmal etwas Erholung zum Ende und Kraft für die Geburt,ist ihm eigentlich bewusst was du da auch alles auf dich nimmst und eigentlich auf viel mehr verzichten musst als er ?! Und nein ,du darfst ihm jetzt auf keinen Fall alles abnehmen bei allem Verständnis das sieht er dann als Eingeständnis,du bist jetzt dann im Mutterschutz und nicht seine persönliches Haus Frauchen , außerdem du bringst genauso Geld nach Hause auch in der Elternzeit und ja es ist weniger aber das hat er auszugleichen da du dich ja nunmal um euer gemeinsames Kind kümmern wirst .
Ich würde ihm ehrlich gesagt die Pistole auf die Brust setzen und klare Worte sprechen , er hatte jetzt viele Monate um sich an die Situation zu gewöhnen und entweder er steht jetzt zu der gemeinsamen Entscheidung für das Kind oder er kann gehen. Wenn er jetzt schon so abgeht ,wird es nach der Geburt nicht besser ,im Gegenteil,du brauchst da viel Unterstützung vorallem die ersten Wochen und auch danach hat er nach der Arbeit kein frei ,du hast dann genauso den ganzen Tag gearbeitet indem du dich um euer Kind gekümmert hast ,ich hoffe das ist ihm bewusst,denn es hört sich nicht so an .ich wünsche dir auf jedenfall alles gute und hoffe er kommt zur Besinnung!

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Hallo meine Liebe,

vielen Dank! Dass er mich mit Liebesentzug bestrafen möchte, ist mir so auch schon in den Sinn gekommen... Als wäre ich allein verantwortlich für seine Sorgen. Ich merke mit jedem Tag mehr, wie fremd er mir wird und das macht mich so unglaublich traurig, natürlich auch im Bezug zu unserem süßen Baby... Sie hat es nicht verdient...

Genug von dem Selbstmitleid... Es ist gerade wirklich hart und voller Zweifel und Missverständnisse. Der Stress wächst und ich habe Angst, wie ich in dieser Situation gebären soll. Zu einer Paartherapie möchte er nicht gehen und ich habe mittlerweile keine Idee mehr, wie ich mich verhalten soll, damit er auf den Boden der Tatsachen zurück kommt und Mut fassen kann. Werde ihn auf jeden Fall in einer ruhigen Minute nochmal darauf ansprechen, auch wenn ich es langsam leid bin, immer diejenige zu sein, die das offene Gespräch sucht. 😮‍💨

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Es tut mir sehr leid, dass du in dieser Situation bist.

Ich denke, dass er sich ziemlich unter Druck setzt und Angst vor seiner neuen Verantwortung hat. Er wird von einem Tag auf den anderen eine Familie ernähren müssen. Er muss sich nicht mehr nur um sich kümmern, sondern auch um dich und das Baby. Ich verstehe jeden Mann, der da ev. (Hoffentlich nur kurzzeitig) kalte Füsse bekommt.

Ich würde nochmals das Gespräch suchen. Ihm klar machen, dass du das auch ohne ihn packen würdest. Ihm klar machen, dass ihr das beide aber sicher sehr gut meistern werdet. Ich denke, dass es für einen Mann noch schwieriger ist, sich auf das Kind vorzubereiten. Du hast es seit Anfang an in dir, spürst es, nimmst es wahr. Deine Beziehung zum Kind hat sich schon länger festigen können. Für ihn stehen da nur mal die grossen Sorgen und der wachsende Bauch im Raum. Ich hoffe, dass er ab Geburt anders denkt.

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Hey Leyla,

Vielen Dank, dass du das Thema aus einer anderen Perspektive ansprichst.

Das Verständnis für einen Menschen, dessen Leben sich von heute auf morgen ändert, der sich sein Leben anders vorgestellt hat, habe ich auch. Auch, wenn die Schwangerschaft ungeplant war, freue ich mich so sehr auf unser neues Leben, selbst wenn ich nicht weiß, wie es mit Baby sein wird. Ich denke, dass man weiterhin Freunde sehen kann und weiterhin Hobbys pflegen kann. Es ist gewiss nicht, dass man sich komplett aufgibt und alles verliert, was man sich aufgebaut hat. Doch genau dieser Gedanke hat sich bei ihm manifestiert. Er denkt, er ist nun komplett an mich und an das Kind gebunden - in dem Sinne, dass er keine persönliche Freiheit mehr hat. Etwas, was jedem Menschen zusteht, egal ob Mann oder Vater.

Mit viel Reden wird es sicher besser, letztendlich aber vielleicht nur, wenn man die Realität dann vor sich hat? 🤔

Liebe Grüße und vielen Dank 💛

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"Dass ich nun "frei" habe, ärgert ihn jedoch auch. Er sagte mir, wie gut ich es habe, dass ich mich nun ausruhen darf."

Ab dem Moment war ich raus. Absoluter Realitätsverlust des Guten.

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Hallo du Liebe,

Also ich schreibe dir jetzt das, was mir dazu einfällt. Unverblümt.

Und das ist Folgendes:

Er wollte offensichtlich kein Kind, hat aber auch nicht dafür gesorgt, dass keines entsteht. Er hat im Gespräch genau so entschieden, das Baby zu behalten wie du. Und jetzt führt der Typ sich auf wie ein bockendes Kleinkind.

Dass er sich distanziert, weil er Angst hat nicht mehr täglich seine Freunde treffen zu können und dir deinen Urlaub neidet- unglaublich.

Ich selbst war ungeplant, von meinem Erzeuger auch ungewollt und auch er hat meine Mutter eigentlich immer schlecht behandelt und sich einen Dreck um mich gekümmert. Irgendwann hat es meiner Mutter gereicht und sie hat mich genommen und den Kerl verlassen. Seitdem ging es uns viel besser und mir hat er nie gefehlt.

Ich möchte dir daher Mut machen dich zu fragen, ob du das nötig hast. Ob du deinem Kind so einen Vater zumuten möchtest und solltest, oder ob du das nicht vielleicht besser alleine hinbekommst. Der Typ ist ein Jammerlappen und kein Mann und Vater.

Ich entschuldige mich für die drastischen Worte und wünsche dir und dem Baby von Herzen alles Gute.

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Vielen Dank für deine Nachricht.

Es könnte entweder gut ausgehen und er liebt unsere Familie, es könnte aber auch schlecht ausgehen und genau so enden wie es dir widerfahren ist...

Meine größte Angst ist, unsere Tochter ohne Papa aufwachsen zu lassen. Wie sehr wird es ihr wehtun, wenn sie weiß, dass ihr Papa sich nicht gut um uns kümmert oder gekümmert hat. Ich möchte, dass sie in eine schöne Welt geboren wird, in der sie von Mama und Papa willkommen geheißen wird. In der Mama und Papa stark sind, sich lieben und auch in schwierigen Situationen zusammenraufen. Aber wenn es wirklich nicht besser wird, dann macht die Beziehung einfach keinen Sinn, auch wenn es mir so leid tut. 😔

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Vorweg: Ich kann deine Wünsche absolut verstehen. Du hast ihm das bestimmt schon öfter so gesagt, oder?
Ich glaube, damit hast du den Druck auf ihn massivst erhöht.
Während er immer noch an der ungeplanten Schwangerschaft zu knabbern hat und sich an den Gedanken gewöhnen muss, dass da bald ein Kind ist, bist du 1000 Schritte weiter. Bei dir hat sich ein Schalter umgelegt und du bist zu tausend Prozent im Babymodus (und wer weiß, vielleicht ist er dadurch sogar unsicher, ob die Schwangerschaft wirklich ganz "ungeplant" war? Das ist natürlich reine Spekulation, würde sein Verhalten aber auch ein Stück weit erklären.)
Du freust dich darauf, "eine Familie" zu werden (was ihn auch mit einschließt), und scheinst sehr konkrete Vorstellungen davon, wie das idealerweise zu laufen hat. Und er sollte gefühlt auf der ganzen Linie "abliefern", auch oder vor allem auf der emotionalen und körperlichen Ebene.
Du hast sehr hohe Erwartungen an ihn, denen er im Moment nicht gerecht werden kann. Verständnis für ihn sehe ich da wenig, eher "Wie kann ich ihn überzeugen / umpolen?" Je öfter du das Gespräch suchst, desto stärker zieht er sich offenbar zurück und geht auf Distanz.
Wo bleibt der Raum für ihn, sich der Thematik langsam, in seinem Tempo zu nähern?
Für ihn ist eure Tochter, eure Familie, eure Zukunft als Familie noch bei weitem nicht so konkret wie für dich. Gestehe ihm zu, dass all das ihm Angst macht. Indem du Feuer und Flamme bist und ihm suggerierst (wenn auch vielleicht nicht beabsichtigt), dass seine Gefühle falsch sind und er sich jetzt aber langsam mal endlich freuen soll, wird diese Angst verstärkt. Die Angst, dem allen nicht gerecht zu werden. Das Kind ist noch nicht einmal geboren und bereits jetzt macht er gefühlt alles falsch.
Eine ungeplante Schwangerschaft ist nicht einfach, manche brauchen da mehr Zeit hineinzuwachsen.
Ein "Es wird hart, aber wir schaffen das zusammen!" oder "Wir machen das auf unsere Art, egal was anderes sagen, und wir machen uns nicht noch zusätzlich Druck, irgendwelchen Erwartungen gerecht zu werden." hilft ihm aktuell vielleicht mehr als "Entweder du liebst das Kind auf Knopfdruck und kommst mit auf die rosarote Wolke oder ich trenne mich". Lass ihm die Zeit, euer Kind kennenzulernen und hör auf, ihn zu bedrängen. Auch wenn es für dich auch nicht einfach ist grade und du dir verständlicherweise wünschst, dass alles möglichst bald möglichst gut wird. Ich verstehe euch hier wirklich beide, die Geburt rückt näher und du möchtest vorher alles glattziehen und regeln, sodass du entspannt in die Geburt und die Zeit danach gehen kannst, während er am liebsten alles verdrängen möchte, solange es geht.
Ich glaube trotzdem nicht, dass er so ein Mistkerl ist wie einige meiner Vorschreiberinnen ihn sehen. Ich sehe da eher einen total überforderten Mann, der keine Idee hat, was da auf ihn zukommt, und sich total in eine Ecke gedrängt sieht (finanziell für eine Familie aufkommen, wo er sich beruflich grad umorientieren wollte, auf Knopfdruck Gefühle herbeizaubern, die aktuell noch nicht da sind, deinen Vorstellungen gerecht zu werden, wo er sich vielleicht nicht so genau erklären kann, woher diese überhaupt kommen,...).
Er hat sich mit dir gemeinsam für das Kind entschieden und er steht weiterhin zu dieser Entscheidung und ist bereit, die Verantwortung zu übernehmen. Das ist ein großer Schritt und muss erstmal reichen. Der Rest kommt nach und nach.
Ich wünsche euch beiden, dass sich alles in Wohlgefallen auflöst.

P.S.: Ich finde sein Verhalten, dich um den Urlaub zu beiden oder bei Kleinigkeiten ein Theater zu machen, auch kindisch und unangebracht und würde mir das verbitten. Du musst nicht alles schlucken und darfst dich auch auf das Baby freuen, wenn er das aktuell noch nicht kann.
Vielleicht könnt ihr einfach mal den Druck rausnehmen und gemeinsam was Schönes unternehmen, ohne das Babythema anzusprechen? Damit ihr beide euch wieder näher kommt.

Bearbeitet von ManyMornings
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Ach man du arme, das liest sich wirklich traurig. Darf ich fragen, ob ihr schon lange zusammen seid? Kann es sein, dass ihr noch jünger seid und er nun Angst hat, sein Leben nicht mehr Leben zu können?

Ich habe leider keinen Ratschlag, außer dass ich nur begrenzt verständnisvoll wäre. Für eine werdende Mutter ist die seelische Unterstützung vom Partner auch ein wichtiger Faktor, ich kann mich noch gut daran erinnern, wie bedürftig ich nach Nähe gewesen bin, sowohl emotional als auch körperlich.

Mein Partner hat übrigens Intimitäten in der fortgeschrittenen Schwangerschaft abgelehnt, er fand meine körperliche Veränderung einfach nicht so anziehend- dabei fand ich mich echt hot in der Zeit : 🍉🍉 😁. Küssen und Kuscheln ist auch nicht so seins, es sei denn es läuft auf was hinaus 😉
Fand ich auch extrem doof, aber hat sich nach der Schwangerschaft sehr schnell wieder gelegt.

Ich wünsche dir noch eine schöne Schwangerschaft und dass dein Partner wieder zu Sinnen kommt.

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Liebe Matroschie,
du hast mit der Hoffnung geschrieben, neuen Mut zu fassen.
Bestimmt gelingt dir das! Du hast dich auf den Weg gemacht und kannst dich sehr gut auf verschiedene Perspektiven einlassen.
Dein Partner hatte sich zunächst zurückgezogen und dann „kam es raus“. Er hat sich ausgesprochen. Schmerzhaft für dich. Von seiner Seite unkontrolliert und ohne Rücksicht, was es für dich bedeutet. Aber doch ehrlich. Wenn es bisher immer harmonisch und ruhig bei euch war – auch mit der Entscheidung für das Kind – dann blieb vielleicht vieles, was auch da ist an Gedanken und Gefühlen „unter dem Teppich“. In keiner Beziehung bleibt es aus, Negatives zu empfinden. Vielleicht traute er es sich lange nicht sagen und nun kam es so heftig. Ich würde die Ehrlichkeit schätzen.

Der Übergang vom Paar zur Familie ist eine wirklich große Umstellung und für beide mit Krisenmomenten verbunden. Manchmal mehr für die Frau, manchmal mehr für den Mann. Für dich ist es etwas sehr Schönes und du kannst dich voll drauf freuen. Wenn du hier liest, wirst du merken, dass es manchmal für Frauen sehr schwer ist, die Umstellung zu durchleben.

In eurer Beziehung fällt es ihm gerade schwer. Aber es kann durchaus ein „Durchgang“ sein. Vielleicht könnt ihr beide nochmal euer Zweier-Nest pflegen. Oder du ihm tatsächlich mal „frei“ geben für das, was er sich gerade wünscht. Hat er nicht auch Urlaub in diesem Sommer? Oder hat er alles aufgespart für die Zeit nach der Geburt?
Du musst nicht die Probleme in Luft auflösen. Du könntest es nicht. Das siehst du genau richtig.
Vielleicht ist es schon eine Lösung, dass mal ausgesprochen ist, wie es ihm geht. Kann sein, er sucht seinen Platz in diesem Nest, das ihr seit längerem vorbereitet. Nur hat er nicht so die Fühlung und die konkrete Vorstellung wie du. Und hätte vielleicht auch gerne den „Glücksanteil“ und spürt ihn einfach nicht so – eher sich am Rand.
Kann auch sein, er ist mit der Geburt schockverliebt und voll dabei. So geht es vielen Männern. Sie sind dabei, wenn sie das Kind endlich sehen.
Habt ihr Freunde, die schon Kinder haben? Darunter gibt es ja oft positive und negative Beispiele.
Vielleicht wird er milder, wenn du ihm mal Zeit gibst, mehr von sich zu sprechen. Das wäre auch in einer Paartherapie ein Anfang. Sich wieder neu sehen und verstehen. Die Situation ist jetzt eben anders als sie war.
Die Balance zwischen Paar und Eltern-sein müssen alle Paare immer wieder neu finden.
Alles Gute für euch!

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Fühl dich erstmal gedrückt :-) bin in fast der gleichen Situation (wir führen zudem noch ne Fernbeziehung, was sich hoffentlich bald ändert- aber wer weiß). Du kannst mit gerne privat schreiben, wenn du magst

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Du Arme. Leider hört es sich für mich so an, als ob er keine Familie haben will und sich aus der Beziehung ausklingt, zum Schluss machen aber zu feig ist, weil es natürlich blöd aussieht, seine schwangere Partnerin zu verlassen.