Warum geht er plötzlich aufs Sofa???

    • (1) 27.08.10 - 16:19

      Halli hallo,

      als ich jetzt gerade mit Hund und Kinderwagen unterwegs war, ist es wieder mal passiert, das übliche Problem: Hund sieht ein Blatt im Wind, Hund geht Blatt jagen, Frauchen zu langsam, Hund weg!

      Ich war wirklich stocksauer ... ja ich weiß, wie man normalerweise reagieren sollte ... aber ich war stinkesauer als er wieder kam und das hat er natürlich mitbekommen. Klar mein Fehler, werft von mir aus Steine, aber ich bin auch nur ein Mensch und es ärgert mich einfach, dass wir das ganze Theater seid der Kleine da ist wieder von vorne beginnen müssen. Ich will jetzt gar nicht näher darauf eingehen ... Tiere jagt er nach wie vor, aber wenigstens vom "Blatt im Wind" oder vom "Rucksack am Boden" waren wir schon weit entfernt. Ich bemühe mich auch, in miteinzubeziehen und wir haben uns sehr angestrengt, dass sich für ihn nicht viel verändert.

      Als wir zu Hause angekommen sind, kam dann der Supergau! Der Hund ist, als ich das Wohnzimmer kurz verlassen habe, vor dem Sofa gestanden, wo er niemals drauf darf. Ich bin nochmal umgekehrt, er hat mich bloß angesehen von wegen: "was denn, ich mach ja nix". Als ich dann nochmal raus ging sprang er einfach rauf und wollte sich hinlegen!!! #schock#schock#schock

      Ich hab ihn natürlich SOFORT runterbefördert, aber wieso um alles in der Welt macht er das???? Will er mich jetzt unterordnen???? Oder versteh ich da was falsch??? Danach ist er mir überall hin nachgerannt, man hat gemerkt, er wollte mir unbedingt gefallen .. hat sich schön vor mich hin gesetzt usw.

      Bitte helft mir mal, erzählt mir eure Theorie, denn mich schockiert das so dermaßen, dass ich schon ganz vernebelt denke ...#aerger

      • (2) 27.08.10 - 18:42

        Hallo!
        Sorry, aber ich seh das Problem nicht. Solange der Hund jagt, was auch immer, gehört er grundsätzlich an die Leine, bis ihr das im Griff habt. Einen Hund erzieht man nicht einmal. Hundeerziehung geht ein Hundeleben lang.
        Zur zweiten Sache? Was schockiert dich daran? Wurde dir eingeredet, dass der Hund dominant ist? Käse meiner Meinung nach. Wer weiß, was im Hund vorgegangen ist, dass er aufs Sofa springen wollte. Vielleicht war er einfach verunsichert, weil er merkte, dass du grantig bist und wollte dir an deinem Lieblingssitzplatz nahe sein oder es war ne Übersprungshandlung oder oder oder ;-) Solange er sich wieder runterschicken lässt muss man da kein Drama drum machen. Ein Hund ist ein Tier mit Instinkten, er handelt nur bedingt vernünftig und es ist ein Gerücht, dass immer nur das ranghöchste Tier erhöht liegt. Hunde liegen da, wo es ihnen gemütlich ist. Du bist gar nicht auf einer Ebene mit dem Hund. Er ist ein Tier und du ein Mensch, das weiß auch ein Hund, also ist Konkurrenzkampf sinnlos für ihn, da du keine Konkurrenz bist, sondern ne völlig fremde Gattung. Ein Hund auf dem Sofa stellt noch lange keinen Anspruch auf Führung eines Rudels.
        Lies mal von Bloch "Wölfisch für Hundehalter". Das lässt dich ein bißchen entspannen;-)
        Und meine persönliche Erfahrung nach einer ganz grausamen Hundetrainerin (Gott sei dank nur 2 Monate; sie sprach auch dauernd von Dominanz und dies darf der Hund nicht, du musst zuerst durch die Tür und lauter so ein Quatsch), je mehr du deinen Hund beobachtest, umso gestörter wird dein Verhalten ihm gegenüber. Lebst du dagegen einfach nur MIT deinem Hund, lässt ihn Tier sein und hörst auf ihn zuzuquatschen, sondern strahlst einfach nur Ruhe aus, dann merkt der Hund automatisch, was du von ihm willst und wird sich danach richten. Ich ärgere mich, dass ich nicht von Beginn an so mit meinem Hund umgegangen bin, wie ich es jetzt tue. Man stresst sich nur, wenn man dauernd drüber nachdenkt, was es grad bedeutet, was der Hund macht. Dieses gestresst sein spürt der Hund und wird total hibbelig, weil er nicht weiß, was es zu bedeuten hat.
        RELAX ;-)
        LG Mary

        • (3) 27.08.10 - 19:00

          Danke für deine Antwort!! Sie war mir sehr hilfreich!!

          Das Einzige, was sich wiederspricht ist: bis man das Problem des Jagens im Griff hat, gehört der Hund an die Leine - und - Hundeerziehung dauert ein ganzes Hundeleben lang! Nun ja, dann brauch ich ihn bestimmt gar nicht mehr ableinen. Wie gesagt, wir hatten gewisse Dinge bereits gut im Griff, plötzlich scheint es aber wieder aufzutauchen. Wenn ichs gewusst hätte, hätt ich ihn auch bestimmt nicht abgeleint bzw. es war mein Fehler, denn wenn ich schnell genug reagiert hätte wäre er auch hier geblieben. Man is halt einfach abgelenkt mit Kind.

          • (4) 27.08.10 - 20:48

            Ja, es gibt eben einfach Hunde, deren Jagdtrieb so stark ist, dass man sie nicht ableinen kann. Das ist aber auch (vorerst) gar nicht nötig, wenn du ihm täglich ein wenig Nasenarbeit/Kopfarbeit gibst, z.B. Leckerchen suchen. Viele Hunde sind da schon nach kurzem relativ im Eimer, weil sie vermehrt Sauerstoff brauchen, wenn sie so intensiv schnüffeln. Und für draußen kannst du ihm an einer 10 Meter Schleppleine doch auch sehr viel Freiraum gewähren. Das Problem ist einfach, dass diese Aktion heute ihm wieder Oberwasser gegeben hat, d.h. er hat Blut geleckt und wird die nächste Möglichkeit sofort wieder nutzen, weil er einfach weiß, dass du nicht eingreifen kannst. Ich gehe selten mit Hund und Kindern spazieren, da ich einfach nicht auf zack bin, wenn die beiden dabei sind. Wenn sie mitkommen, ist Teddy an der Leine, obwohl er absolut zuverlässig ist und auch sofort davon ablässt, einen Hasen zu jagen, wenn ich ihn scharf zurückpfeife. Ich mag es einfach total gerne, voll für den Hund da zu sein, wenn ich mit ihm draußen bin, dann kann ich mit ihm arbeiten, sehe alles vor ihm und er muss nicht nebenher laufen, denn das finde ich das schlimmste, wenn ich Leute sehe, die lustlos durch die Gegend latschen, ohne sich mit dem Hund abzugeben;-) Ich mache es so: Morgens vorm Kindergarten kurz Bein heben am nächsten Busch, dann ab ins Auto, den Großen in den Kindergarten bringen. Anschließend die Kleine (22 Monate) in die Trage und mit dem Hund spazieren, je nachdem wie wir Lust haben, mal 20 Minuten, mal ne Stunde. Da muss ich nicht aufs Kind achten, hab also volle Aufmerksamkeit für den Hund. Mittags geh ich nur 1 Mal ums Haus, während die Kleine Mittagsschlaf macht, also wirklich nur Umkreis von 500 Metern, damit er sich lösen kann. Abends passt mein Mann auf die beiden auf und ich gehe ca 1,5 Stunden oder ich bleibe daheim und er geht.
            Du musst einfach höllisch konsequent sein. Meine Schwester hat einen Jagdterrier, dessen Eltern auch jagdlich geführt werden. Am Anfang war der Hund ne Katastrophe, ein paar Mal abgehauen, als er Wild in die Nase bekam, nach Stunden erst wieder aufgetaucht. Mittlerweile (vor kurzem erst passiert!) kann ein Hase in 2 Meter Entfernung aus dem Gebüsch springen, der unangeleinte Hund bleibt auf Zuruf sitzen. Zwar jankend und hechelnd, aber er bleibt sitzen, weil er weiß, er darf nicht. Wenn das bei nem Jagdterrier klappt, dann bekommst du das auch hin! :-) Vielleicht brauchst du 1 Jahr, aber es wird sich auszahlen.
            LG Mary

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