Wie rede ich meiner Freundin die Idee vom Hund aus?

    • (1) 19.08.11 - 10:46

      Ich habe eine Freundin, die ich sehr gerne hab, die aber leider so einige (psychische) Probleme mit sich rumschleppt.
      Sie läuft schon seit Jahren zum Psychiater, weil sie Probleme mit Dingen aus ihrer Vergangenheit hat und klammert sich immer sehr an ihre jeweiligen Lebenspartner, um von diesen Liebe und Halt zu bekommen.
      Wie das ausgeht, kann man sich ja denken.
      Sie ist jetzt Ende 30 und die letzte Beziehung gerade vor ein paar Wochen nach 1,5 Jahren mal wieder gescheitert.
      Immer mal wieder hat sie in den "männerlosen" Phasen davon gesprochen, sich einen Hund anzuschaffen. Ich habe das nicht so wirklich ernst genommen, es ist auch wieder verflogen.
      Jetzt ist das Thema aber wieder super akut. Sie scheint sich dadurch "Gesellschaft" kaufen zu wollen, weil sie sich so einsam fühlt. Alle um sie herum haben, Partner, Kinder etc.

      Grundsätzlich hätte ich ja gar nichts dagegen, bin ja selber Hundebesitzer, aber sie geht Vollzeit arbeiten und kann den Hund nicht mitnehmen. Sie meint, es reicht, wenn sie mittags für 1 Std. nach Hause kommt, mit dem Hund rausgeht und das wars dann. Ich sehe das komplett anders!

      Aber sie hat sich jetzt total verrannt in diese Kiste und sämtliche Argumente fruchten nicht. Ihr ist auch bewusst, dass ihr kein Tierschutzverein einen Hund gibt ("Idioten, als ob der Hund es nicht besser bei mir hätte, als im Zwinger"), so dass sie wohl einen von irgendeinem Privatvermehrer kaufen will #klatsch, denn für einen "richtigen" Züchter fehlt das Geld.

      Ist da noch argumentativ was zu retten? Hat einer 'ne Idee?
      Hab ihr schon knallhart gesagt, dass das in meinen Augen purer Egoismus ist, was sie da betreibt. Interessiert sie nicht...

      • Huhu,

        bei "uns" war da mit Argumenten nichts mehr zu retten.

        Meine Stieftochter und ihr damaliger Lebensgefährte wollten ja uuuuuuunbedingt einen Hund. Hunde sind ja sooooooo schön.

        Beide gingen Vollzeit arbeiten, mit etwas Glück schafften sie es ab und zu ihre Schichten unterschiedlich zu legen, aber im Schnitt war der Hund 8 Stunden am Tag entweder ganz allein oder bei "Freunden".

        Der Tierschutz hat ihnen natürlich keinen Hund gegeben und ja als ich dann mal dezent nachfragte ob sie nicht meine diese Leute hätten genug Ahnung und vielleicht sogar Recht, da bekam auch ich zu hören "ne die sind ja nur doof, die gönnen einem das nicht"
        Als würden die Tierschutzleute das machen um sie persönlich zu ärgern.

        Sie ist dann zu einem Bauerhof wo es Welpen gab...die hatten es da ja sooooo gut, eine ganze Box für sich alleine im Stall hatte die Mutter mit den Welpen *nick* und oh wunder die Welpen waren ja auch schon 7 Wochen alt..Welpen muß man mit 6 oder 7 Wochen abgeben, sonst sind sie zu lange bei der Mutter, ach und jaaa es es völlig normal das 7 Wochen alte Welpen völlig verwurmt und verfloht sind...das ist IMMER so *nick*.

        Ich hätte ausflippen können...aber das hätte dem armen Hund ja auch nicht mehr geholfen.

        Jetzt, 3 Jahre später, haben die beiden sich getrennt und die Kleine wird jetzt abwechselnd 8 Stunden allein gelassen oder von einem zum anderen geschoben.

        Du hast vollkommen Recht...es ist purer, elender, böser Egoismus und diesen Leuten ich sch***egal was aus den Hunden wird.

        lg

        Andrea

        • Ja, hier ist es wohl auch so.

          Für echte Argumente ist sie nicht zu haben. Sie meint, ob denn nur Arbeitslose und Hausfrauen dann Hunde haben dürften...
          Und Tierschützer sind auch alle doof mit ihren "übersteigerten" Standards. #augen

          Und dann soll es natürlich unbedingt ein junger Hund (1-2 Jahre sein), so dass sie auch ein ziemliches langes Hundeleben hat, das sie dem Tier versauen kann. Klasse.

          • Naja...zu Gunsten des Hundes hoffe ich das sie einen wirklich jungen Hund bekommt.

            Das klingt erstmal seltsam aber:

            a) kommen gerade Junghunde bei Langeweile ( und die haben gerade Jundhunde definitiv bei 8 Stunden Einsamkeit) gerne auf die Idee ihren Besitzern mal die Bude zu zerlegen oder die ganze Nachbarschaft zusammenzukläffen.

            b) lässt sich so ein Junghund dann vom Tierheim besser vermitteln, wenn sie dahinter gekommen ist das so ein Tier weder Partnerersatz noch Freundeskreisersatz sein kann, das es Arbeit macht und eben auch Schwierigkeiten wenn man es nicht vernünftig hält.

            traurig sowas.

            lg

            Andrea

        Im Grunde genommen hast Du Recht, aber...

        Auch wenn ein Hund 8 Stunden am Tag allein ist, geht die Welt nicht unter. Gibt weltweit Hunde, denen geht es wesentlich schlechter.

        Und einem Hund kann es trotz Trennung,sehr gut gehen. Meine Erfahrungen.

        Immerhin haben sie ihn behalten und er hat seine Bezugspersonen alle beide noch.

        • Huhu,

          nur weil es weltweit Hunde gibt denen es schlechter geht...finde ich es dennoch absolut nicht in Ordnung einen Hund täglich 8 Stunden lang ( oder länger, denn neben der Arbeit pflegen beide auch noch Hobbies die NICHTS mit dem Hund zu tun haben) alleine zu lassen.

          Das ist einfach meine Meinung und das bleibt auch meine Meinung.

          Deiner, für mich seltsamen, Theorie nach zu urteilen wäre es ja auch ok seinen Hund jeden Tag ein "bisschen" zu schlagen...gibt ja weltweit Hunde denen es schlechter geht.

          Macht für mich keinen Sinn diese Denkweise.


          Natürlich kann es Hunden nach Trennungen sehr gut gehen, das habe ich auch nirgendwo angezweifelt sondern nur von diesem einem Fall berichtet?
          Oder habe ich irgendwo verallgemeinert?


          Er hat seine Bezugspersonen alle beide noch??? Jo...sie war aber von Anfang an auf meine Stieftochter fixiert..die nennt sie jetzt "Töle", sagt "soll er doch gucken was er damit macht" und nimmt die Kleine nur noch im Notfall.
          Weil ihr neuer Freund Hunde nicht besonders mag.


          Er hat jetzt eine Kneipe...und lässt den Hund entweder allein zu Hause oder schleppt sie mit dorthin.

          Ja ich weiß es gibt Hunde denen geht es schlimmer als einem Hund der den ganzen Abend bei Musik in beinahe Disco lautstärke in einer verqualmten Kneipe ausharren muß, aber ICH finde es eben unter aller Sau.


          lg

          Andrea

          • Du gehst ganz schön ab. Ich bin auch extrem tierlieb und ertrage es nicht, wenn ein Tier leiden muss. Ich esse sogar kein Fleisch deswegen.

            Aber trotzallem bleibe auch ich bei meiner Meinung !



            • das darfst du ja auch gerne.

              Dennoch bleibe ich auch bei meiner Meinung das 8 Stunden Einsamkeit täglich für einen Hund ( Gesellschaftsliebendes, Herrchenabhängiges Rudeltier) zuviel sind.

              Ich bin wesentlich relaxter als viele Hundebesitzer die ich kenne.... so mache ich z.B. Urlaub ohne Hund, ich lasse meinen Hund auch mal 8 oder 9 Stunden ganz alleine etc. aber eben MAL und nicht täglich.

              lg

    Ich halte davon auch nichts. Hunde gehören für mich nicht eingesperrt in eine Wohnung.

    Aber wären zwei Katzen vielleicht eine Alternative? Eine Katze allein in einer Wohnung halte ich nicht für optimal, aber zwei sind vielleicht machbar? Jedenfalls sind Katzen gute "Therapeuten".

    Und mal ehrlich: ist es nicht immer, was auch immer für Gründe dahinter stecken, purer Egoismus, wenn man sich ein Tier zulegt, gerade wenn man allein ist?

    • Katze(n) will sie nicht. Hatte ich auch schon vorgeschlagen, fände ich viel passender. Sie will ein "Hundi".
      Ich halte für jemanden, der alleine ist, einen Hund, auch bei guten Bedingungen, schon für eine ziemliche Belastung und habe Respekt vor jedem, der das gestemmt bekommt.
      Wenn mein Mann mal ein paar Tage beruflich unterwegs ist, habe ich schon ziemlich zu kämpfen mit Job, Kind und 3 Std. Gassi gehen am Tag, es haut aber hin. Auf Dauer wäre mir das, auch ohne Kind, zuviel.

      So paßt es sonst super bei uns. Ich arbeite von zuhause aus. Der Hund ist immer höchstens mal 2-3 Std. alleine und das auch nicht jeden Tag. Wir haben Haus mit Garten. Meine Freundin wohnt in der Stadt, Mietwohnung ohne Aufzug (3. oder 4 OG). Puuhhh...

      • Hallo,

        "Ich halte für jemanden, der alleine ist, einen Hund, auch bei guten Bedingungen, schon für eine ziemliche Belastung und habe Respekt vor jedem, der das gestemmt bekommt."

        Ich habe mehrere Beispiele in unserer Ortschaft, wo alleinstehende Menschen mit Hund dies prima hinbekommen. Weil der Hund meist an 1. Stelle steht und nicht Kinder etc...

        Meine Nachbarin beispielsweise ist verwitwet und teilzeit-berufstätig, Kind schon lange aus dem Haus, für sie ist ihr Boomer ihr ein und alles. Der Hund bekommt in meinen Augen die Aufmerksamkeit, die jeder Hund bekommen sollte.
        Und ja: sie hat ihn sich aus rein egoistischen Motiven angeschafft. Weil ihr Mann vor 10 Jahren starb, war sie plötzlich Knall auf Fall allein, leider hat sich ihr Sohn sich nicht wirklich um sie gekümmert (lag wohl auch an der Schwiegertochter bzw. am Verhältnis mit dieser). Da hat sie sich entschlossen, sich einen Hund anzuschaffen, damit sie nicht völlig durchdreht. Dies wurde ihr auch von ihrem damaligen Therapeuten empfohlen.
        Ich kann nur sagen, die beiden sind ein Herz und eine Seele.

        Nici

        • klar, das kann gehen und Teilzeit wäre für mich auch kein Hinderungsgrund. Aber Vollzeit finde ich persönlich zu heftig.

          Und ich habe auch nichts dagegen, wenn sich jemand zu "therapeutischen" Zwecken einen Hund anschafft, aber er soll dann bitte diesem auch gerecht werden und nicht nur nach dem Motto "Hauptsache, mir geht es besser, egal wie es dem Hund geht".

    (13) 19.08.11 - 11:53

    Und mal ehrlich: ist es nicht immer, was auch immer für Gründe dahinter stecken, purer Egoismus, wenn man sich ein Tier zulegt, gerade wenn man allein ist?

    #contra

    • aus welchem Grund ist es denn KEIN Egoismus sich ein Tier zu holen?

      Bitten diese Tiere darum bei uns als Haustiere zu leben?

      lg

      Andrea

      • Dann solltest Du Dich nicht in diesem Forum hier aufhalten.

        • och doch sollte ich... ich habe nämlich 3 Haustiere und das hier ist das Haustierforum


          DU, solltest vielleicht einfach mal gründlich nachdenken was Haustierhaltung ist!

          lg

          Andrea

          • Definier mir mal bitte "Haustierhaltung" ! Danke

            • naja ich mein die Haltung von Haustieren...egal welcher Art.

              Mal ehrllich... ich mein das ja nicht böse ( ich ahne das es böse klang wie ich das schrieb, aber das war es wirklich, wirklich nicht gemeint), aber WIR Menschen möchten Tiere weil sie UNS guttun.

              Das ist doch eine Art von Egoismus....auch wenn er nicht negativ gemeint ist.

              Aber wenn ich mir, als Tierhalter, bewußt bin das es Egoismus ist...dann bin ich doch umsomehr verpflichtet mein Möglichstes zu tun damit es dem Tier gut tut.

              Finde ich.

              lg

              Andrea

>>Und mal ehrlich: ist es nicht immer, was auch immer für Gründe dahinter stecken, purer Egoismus, wenn man sich ein Tier zulegt, gerade wenn man allein ist? <<

da hast du vollkommen Recht.

Ich meine nur, wenn man das schon tut dann sollte man eben möglichst darauf achten diesem Tier, soweit es möglich ist, gerecht zu werden und es nicht kaufen obwohl man weiß das man das gar nicht kann.

lg

Andrea

(20) 19.08.11 - 11:52

Ich hab einer guten Bekannten schon mit dem Tierschutz gedroht, das wirkte!

LG

  • (21) 19.08.11 - 13:57

    ;-)

    Das dachte ich eben auch!

    Ich verstehe das nicht!
    Als ich noch gezüchtet hab, hab ich mir sehr sorgfältig die Leute ausgesucht.
    Es ist richtig, das nicht nur Hausfrauen und nicht arbeitende Menschen Hunde halten sollten.... ABER acht Stunden sind def. zu viel für ein "Rudeltier", das doch sehr gerne Gesellschaft hat.

    LG

    • (22) 19.08.11 - 14:06

      Du züchtest nicht mehr?

      LG

      • (23) 19.08.11 - 15:27

        :-(
        ich musste erst mal alles auf Eis legen.

        Mein Mann ist im Moment sehr oft im Krankenhaus (Arbeitsunfall im Jahr 2000 mit schlimmen Spätfolgen).
        Ich arbeite im Schichtdienst (Früh oder Spät).

        Vielleicht plane ich für nächstes Jahr mal wieder einen Wurf.. aber im Moment bin ich froh, das ich noch Zeit für Mini finde.. da wären Welpen zu viel #schmoll

        • (24) 19.08.11 - 17:01

          Oh, das tut mir leid :-(

          LG

          (25) 20.08.11 - 10:54

          #liebdrueck Das klingt nicht schön, aber sehr vernünftig.

          Es kommen auch wieder andere Zeiten.
          Und wenns dann doch nichts mehr wird mit der Zucht, dann hast du zumindest schöne Erinnerungen daran und hast auf eine Art gezüchtet, die dich jeden Tag ohne schlechtes Gewissen in den Spiegel gucken läßt. Das ist Zucht zum Wohle der Rasse, und nicht, um mal Welpen zu haben.

          #winke Ute

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