Was hat euch dazu bewogen, euer Pferd zu verkaufen?

    • (1) 01.09.11 - 13:09

      Hallo!

      Eigentlich interessieren mich nur eure Gründe aus Neugier :-) - und weil ich seit der Box "mein Unterbewusstsein ist Nichtreiterin" ernsthaft ans überlegen gekommen bin.

      Seit 10 oder 11 Jahren frage ich mich immer wieder, was mir die Pferde und die Reiterei bedeuten und Wert sind (Risala habe ich 2000 schonmal inseriert und dann doch behalten). Dabei schwanke ich zwischen "alles" und "nichts". Dazu kommen rationale Überlegungen wie die finanzielle Seite und emotionale wie "ich war bei der Geburt dabei". Und Gedanken wie "ich will nicht den gleichen Fehler wei bei Risala machen".

      Unseren Gandhi werde ich wohl wieder inserieren - auch wenn ich nicht sicher bin, ob ihn jemand haben will. Die Gründe dafür sind:

      - finanzieller Natur (Unterhalt, TA wäre derzeit gar nicht möglich, etc.)
      - reiten fehlt mir gar nicht
      - ich habe max. 1x pro Woche Zeit für Gandhi (Familie, VZ-Job, NJ)
      - Geld für seine Ausbildung in andere Hände zu legen fehlt völlig
      - ich möchte meinem Sohn auch mal Urlaub etc ermöglichen können
      - ich möchte nicht mehr jeden Cent umdrehen müssen
      - ich möchte Schulden loswerden
      - ich möchte einfach mal Kleidung etc. kaufen gehen, die wir brauchen ohne überlegen zu müssen, was wann für wen möglich ist
      - ich möchte mehr Zeit für die Familie und unsere Hunde haben (würde gerne mit unserem Spike auf den Hundeplatz - geht aber weder zeitlich noch finanziell)
      - ich will bei Gandhi nicht wieder aus falschen Gründen "festhalten"

      Dagegen spricht eigentlich nur
      - ich kenne Gandhi seit seiner Geburt
      - ich liebe ihn
      - er ist Risalas Sohn
      - ich weiß nicht, ob er überhaupt verkäuflich ist (geplatzter Schleimbeutel am Karpalgelenk - Bein ist aber problemlos / lahmfrei seit 3,5 Jahren)
      - ich habe angst, ihn an die falschen Menschen zu verkaufen

      Würdet ihr ihn versuchen zu verkaufen, so wie ich es plane? Mein Mann, dem Gandhi zur Hälfte gehört, unterstützt mich dabei - hätte es aber nie gefordert - entscheiden muss ich das (auch, weil ich NUR wg den Pferden seit Jahren nebenbei arbeiten gehen muss).

      Eure Meinung und eure Gründe interessieren mich!

      • (2) 01.09.11 - 13:19

        hallo,
        ich kann dich so gut verstehen!
        ich hab meine stute damals auch aus diesen gründen verkauft.
        und wiel ich als Zahnarzthelferin einfach keine zeit mehr hatte.

        es ist mir am anfang sehr schwer gefallen.
        das erste mal hab ich sie an meine stallbesitzerin verkauft.
        nach 1 jahr hab ich sie zurück gekauft.
        da war ich 15 mit 18 oder 19 hab ich sie dann an ein ganz liebes mädel verkauft und mir ein vorkaufsrecht einräumen lassen.
        meiner stute geht es bis heute gut.

        an diener stelle würde ich vll ihn nur als beistelpfern abgeben oder nur mit schutzvertrag.

        ihc muss aber gestehen das mich das reiten echt packt und ich immer hin und her überlege ob ich nihct doch wieder anfange.

        ich hoffe ihr findet für euch den richtigen weg und natürlich für die tiere!
        lg kyra

        • (3) 01.09.11 - 13:26

          Hi,

          als Beistellpferd ist unser Gandhi zu schade.

          Das Bein ist ja ganz normal belastbar (ich longiere ihn mit einfacher & Doppellonge, Reitergewicht kennt er, er steigt über 60cm hohe Stangen problemlos, kennt Bodenarbeit, etc.). Zudem WILL er arbeiten.

          Danke für Deine "Geschichte"!

          LG
          Kim

      Hmmm.... also ich find es schwierig sich den Luxus Pferd zu gönnen wenn man Schulden hat.

      Ich mein Pferde können diese Schulden ja emenz hochtreiben wenn sie mal krank werden o. so und dann bekommt man das immmer weniger geregelt.

      Ich habe schon Pferde verkauft, klar, Pferde sind bei mir ja nicht nur Hobby sondern auch Beruf.

      Ich habe schon Pony verkauft wenn sie sich als ungeeignet für den Reitunterricht rausstellten weil es Ponys waren die einzelne Bezugspersonen brauchten.
      Ich habe schon ein Ekzemer verkauft weil wir Koppeln direkt am Wasser haben und er hier nicht mehr zu halten war.
      Und ich habe auch schon rein zur Bestandsreduzierung Pferde verkauft weil ich mal nen schwung Weideland verlohren habe.

      Außerdem habe ich Pferde verkauft die mir "überlassen" wurden zur Schuldentilgung von Leuten die ihre Stallmiete bei mir nicht mehr zahlen konnten, die Pferde kann ich ja auch nicht behalten und weiter durchfüttern.

      Ich habe bei dem Ekzemer auf absolut richtige Haltung geachtet und dafür auch lieber abstriche im Verkaufspreis gemacht weil er es echt gut getroffen hat an der Küste und bei Menschen die schon 2 Ekzemer hatten, also wussten was sie erwartet.


      Die "ungeeigneten" Schulponys hab ich an RB´s von mir verkauft, kannte die Käufer somit auch.

      Die "Schuldentilgungspferde" habe ich per Internet verkauft und ganz ehrlich da nicht ne Stallkontrolle gemacht, nur nen normalen Kaufvertrag.

      Ich finde man muss immer im Interesse des Tieres handeln und wenn man miteinmal finanziell o. zeitlich so arge Veränderungen hat bringt es ja nicht viel zwanghaft zu versuchen das Pferd zu halten. Pferde fügen sich im allgemeinen ja schnell in neue Herden ein.

      Son ganz persöhnlicher Tick von mir ist ja das ich weibliche Käufer bevorzuge, warum auch immer. ;-)

      LG

      • Hi,

        Danke.

        Klar, Pferde sind Luxus - und meine Stute habe ich vor 6 Monaten abgegeben in eine tolle Haltung - und seit fast einem Monat ist sie tot. Sie hätte länger das tolle Zuhause haben soll, abe rich habe uz lange "festgehalten an einem Traum und falschem Verantwortungsgefühl".

        Gandhi war nie geplant. Er kam als Ü-Ei mit Risala aus einem Pachtverhältnis (selbst decken lassen hätte ich nie), sollte als Absetzer verkauft werden und wurde mit 5 Monaten von Hunden schwer verletzt. Alles ist gut ausgeheilt, aber kaufen wollte ihn bis letztes Jahr niemand. Da musste dann Risala gehen.

        Ich hoffe einfach, dass ich jetzt jemanden für ihn finde. Er ist charakterlich einwandfrei, grundehrlich, leistungswillig, gesund, ist anlongiert und kennt Reitergewicht - und sieht viel besser aus als vor einem oder zwei Jahren. Hoffentlich findet sich für ihn wirklich der passende Mensch.

        LG
        Kim

        • (6) 01.09.11 - 14:05

          Ach so - finanziert habe ich die Pferde immer über NJ. Aber das geld könnten wir anderweitig natürlich auch sehr gut gebrauchen. Damit könnten wir in 2 Jahren annähernd schuldenfrei sein.

        • Jap, son Ü-Ei Fohlen hab ich dieses Jahr auch gehabt! Aus einer 20 jährigen Stute :-[
          Hab die aus Mitleid übernommen damit meine Shettyoma weibliche verstärkung hat die etwas die selbe Altersklasse hat.

          Hab den Typen wo die Stute her kahm dann gefragt was das für ein Hengst war und der sagt so ganz easy "Friese" ich so #schock denn die Stute hatte nur ein Stm. von 1,25m.

          Ich hab ja nun selbst nen Friesen und als ich die benden nebeneinander sah konnt ich mir das nun gar nicht vorstellen.

          Das Foheln war nach 3 Mon. schon fast größer wie dir Mutter und man sah den Friesen auch. Naja, das hab ich nach dem Absetzen verkauft weil ich Fohlen mangels Spielgefährten nicht artgerecht ausfziehen kann... aber schon krass!


          Ich würde das Pferd einfach mal inserieren und dazu schreiben das es nicht dringend ist und du wirklich eine geeignete Persohn suchst. Lieber etwas länger suchen und 2 x hinschauen. Wenn die Leute auch bereit sind öfter mal zu dir zu kommen hält man sich Händler und Spontankäufer ja meistens schonmal ab.

          LG

          • oha - das ist krass!

            Bei Gandhi kenne ich ja beide Eltern und er ist reinrassig (Shagya-Araber). Leider ist sein Vater "nur" im HBII eingetragen, deshalb gabs für Gandhi nur eine Geburtsbescheinigung.

    (9) 01.09.11 - 14:09

    Hallo Risala,

    ich habe damals mein Connemara Pony verkauft als ich meine Ausbildung angefangen habe, die Zeit wenig war und mit 16 bzw 17 Jungs interessanter waren.

    Es hat mir das Herz gebrochen, aber es wäre egoistisch gewesen ihn zu behalten und vor sich hinvegetieren zu lassen, dazu noch die Kosten die man auch nicht aus dem Auge lassen sollte und nen Dad im Nacken der dafür so natürlich auch nicht mehr aufkommen wollte.

    Wir haben uns damals Zeit gelassen um jemanden geeigneten zu finden, hatte Ihn bekommen als ich 6 war kurz vor der Einschulung #verliebt und somit war er 11 Jahre für mich da und ich war es Ihm einfach schuldig jemanden zu finden für den er genauso besonders ist wie er für mich die ganzen Jahre war.

    Haben ein Mädchen gefunden welches so alt war wie ich als ich Ihn bekommen habe, eine ganz liebe, Ihre Eltern kauften Ihn Ihr da sie Motorische Behinderungen hat und das Reiten eine art Therapie war. Ich hätte beim Händler das doppelte damals bekommen, aber die Gewissheit das genau dieses Mädchen sich so liebevoll um Ihn kümmern wird wie ich es tat war unbezahlbar.

    Sie hat Ihn im übrigen immer noch und darüber bin ich sehr Glücklich

(12) 01.09.11 - 16:19

Hallo!

ich kämpfe da seit dem 3. kind mit mir...

- ich könnte die 300EUR im Monat auch gut anders nutzen
- ich reite eh kaum bis garnicht
- ich habe einafch keine zeit ohne Kinder
- richtig fiese TA-Kosten wären schon kompliziert...

aber:
- ich habe sie fast 15 Jahre, habe sie ausgebildet
- ich hab sie einafch lieb
- ich habe eine tolle reitbeteilligung für sie
- sie ist ganztags draussen und glücklich so
- sie ist schon 19, ein Charakterpferd und nicht ganz gesund(Lunge)
- wir haben viel zusammen durch
- ich bin und belibe einafch "ihr mensch"
- sie hängt sehr an ihrer Umgebung
- ich habe unglaublich Angst, dass sie e nicht gut hat...

Es fehlkt ihr zwar an Nichts, aber gut ist es trotzdem nicht , wie ist es ist...:-(

lg

melanie

  • (13) 01.09.11 - 16:29

    Hallo Melanie!

    Bei Risala war es ähnlich:

    - mein Traumpferd
    - hatte sie 13 Jahre
    - ich habe sie geliebt und werde sie nie vergessen
    - selbst angeritten & ausgebildet
    - viele tolle Erlebnisse
    - gute andere Leute, die sich gekümmert haben
    - immer Offenstallhaltung & Pferdekumpels

    Trotzdem war sie nicht glücklich - und das über viele Jahre und obwohl ich nur das Beste für sie wollte. Das habe ich zu spät gemerkt. Im letzten halben Jahr bei meiner Bekannten ist sie richtig aufgeblüht - und ich hätte ihr so sehr gegönnt, dass sie dortnoch viele schöne Jahre hat. Leider hattte sie das Glück nicht. Sie starb am 05.08.11.

    Bei Gandhi will ich so lange nicht warten...

    LG
    Kim

(14) 01.09.11 - 21:35

Hallo Kim,

Du sprichst mir aus der Seele. Ich habe jetzt seit 11 Jahren Pferde (mittlerweile 3) und mache alles selbst. Wir haben Koppeln und Stall gepachtet. Tja, vor 11 Jahren hatte ich einen gutbezahlten Vollzeitjob. Mittlerweile bin ich verheiratet, habe einen Sohn (4 Jahre), wir haben gebaut und ich arbeite wegen des Kindes nur teilzeit. Mein ganzes Geld geht eigentlich für die Pferde drauf. Reiten war für mich nie besonders wichtig, aber wegen gesundheitlichen Problemen habe ich es seit ein paar Jahren ganz aufgesteckt. Mein Mann unterstützt mich, ohne ihn wäre das alles garnicht machbar, aber sein Hobby ist es definitiv nicht. Natürlich liebe ich meine Pferde, aber ich denke, wenn ich einen Platz für sie wüßte, wo ich mir absolut sicher wäre, daß sie es dort gut hätten, würde ich sie auch verkaufen. Da dies aber wohl nie der Fall sein wird, werde ich mir eben weiterhin mein Geld zusammen sparen, nur selten in Urlaub fahren, mich freuen, wenn sie über die Koppel galoppieren und es als meine persönliche gute Tat betrachten, 3 Pferden ein schönes Leben zu ermöglichen!

Liebe Grüße
Isabell

(15) 02.09.11 - 10:26

Hallo Risala,

ich kann Dich auch gut verstehen. Mit 18 habe ich mir endlich meinen Traum zum eigenen Pferd verwirklicht und meine damalige RB-Stute gekauft. Zwei Jahre später zog ich aus ihr einen kleinen Hengst. Er war mein erstes "Baby". Wir hatten eine wundervolle Zeit, ich war in einer Beziehung, kinderlos, Vollzeitjob. Alles war kein Problem, war täglich am Stall und bin auch fast täglich geritten.

Irgendwann musste ich meine Stute enschläfern lassen, das war hart, aber ich hatte ja noch ihn.

Mit 29 beschlossen mein Partner und ich, dass wir uns ein Kind wünschten, was auch sofort geklappt hat. Das war aber auch problemlos, in der Schwangerschaft hatte ich zwei RB´s, er stand in einem Stall mit viel Weidegang. Auch nach der Geburt kam ich relativ schnell wieder zum reiten, da die Großeltern gerne eingesprungen sind.

Dann kam der große Bruch, mein Partner bekam ein Superstellenangebot, 600 km weit weg von zu Hause. Uns war schnell klar, dass eine WE-Beziehung für uns nicht in Frage kam, so sind wir dann, als unsere Maus 7 Monate alt war, mit Sack und Pack und Pferd umgezogen.

Wir waren auf uns allein gestellt, mein Partner hatte selbst zeitraubende Hobbys, eine 50-60 Stundenwoche, ich musste Teilzeit arbeiten gehen, um mein Pferd zu finanzieren, da am Rande dieser Großstadt die Stallmieten sich doch in anderen Höhen befanden, als bei uns am Land. Ich kam manchmal tagelang nicht an den Stall, da mein Mann öfters auch über Nacht weg war und ich die Kleine auch nicht immer mit in den Stall mitnehmen konnte. Von regelmäßigen Reiten ganz zu schweigen. Drei Jahre hab ich gekämpft, um Job, Familie und Pferd irgendwie gerecht zu werden. Regelmäßig Baybysitter fürs Reiten konnte ich mir einfach nicht leisten. Er war in der neuen Stadt auch sehr unglücklich, kam nur stundenweise auf eine Mini-Koppel, er war es gewohnt von Mai bis Oktober auf riesigen Weiden zu stehen. Er wurde auch schwieriger, es war nicht einfach, RB´s für ihn zu finden. Dann wurde er sehr krank, was damals sehr viel an Tierarztkosten verschlang. Hinzu kam der Stress mit meinem Partner, dessen Geduld an diesem Punkt für mein Hobby so ziemlich am Ende war.

Er wurde dann wieder gesund, habe versucht einen Stall zu finden, wo er mehr Weide zur Verfügung hatte. Dies habe ich auch geschafft, aber zu einer noch höhren Stallmieten, verbunden mit mehr Fahrkosten, da dieser auch weiter außerhalb lag.

Ich hatte das Gefühl, ich hetzte nur noch zwischen Arbeit, Familie und Haushalt hin und her und wurde dennoch keinem so gerecht, wie er es verdiente. Hinzu kam dann auch, nie Geld für was anderes zu haben, mal eben ein Wochenende wegfahren, shoppen, das war selten drin.

Durch Zufall hab ich dann eine ganz liebe Person kennengelernt, die sich in mein Pferd verliebt hatte und habe ihn ihr schweren Herzens überlassen. Ihn zu inserieren hätte ich wohl nicht übers Herz gebracht.

Auf der einen Seite war ich sehr erlöst, brauchte wegen keinem mehr ein schlechtes Gewissen zu haben, er hatte es sehr gut, ich konnte für meine Familie da sein. Ich dachte auch, ich könnte auf das Reiten komplett verzichten, was ich dann auch drei Jahre gemacht habe.

Heute bereue ich es ein bisschen, meine Tochter ist groß genug, hat jetzt selbst das Reiten angefangen, mein Mann und ich haben uns getrennt, ich habe mir nun eine Reitbeteiligung gesucht, weil ich das einfach bin. Ich brauche das Reiten und die Pferdenähe einfach, ganz ohne geht nicht.

Ich hoffe, das war jetzt alles verständlich, hab einfach runtergeschrieben, wie es mir in den Sinn kam :-D

Wünsche Dir ganz viel Glück und Kraft für Eure Situation den richtigen Weg zu finden!

LG

Elke

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