Mein neues Pony ....

    • (1) 16.10.11 - 22:27

      Hallo zusammen,

      seit 1 Woche haben wir ein neues Pony (Mini-Pony-Hengst, 1 Jahr alt)

      Er steht zusammen mit unserem Shetty-Wallach im Offenstall mit Paddock und Wiese.

      Er wurde zusammen mit 40 anderen Ponys bei einem Bauern im Stall gehalten, bekam das nötigste, aber ich glaube, mehr wohl nicht.

      Als ich ihn mir angeschaut habe, schien er ruhig und friedlich.

      Kommen sollte er erst diese Woche.

      Aber dann rief der Bauer mich an, er müsse es in ein paar Stunden bringen, braucht den Stall etc. Ich fühlte mich völlig überrumpelt.... Daher fiel dann auch die Ankaufsuntersuchung flach, so schnell bekam ich meinen TA nicht, Diese wird aber kommende Woche statt finden.

      Als er das Pony brachte und ich sah, wie er mit dem Pony umging, bin ich dazwischen gegangen....

      Problem bei diesem Pony:

      Es ist super ängstlich.
      Er kommt nicht freiwillig. Binde ich ihn an, zerrt er am Strick, dass ich Angst um seine Beine und seinen Nacken habe...
      Er legt sich richtig auf die Hinterbeine und versucht, sich vom Strick wegzustemmen.
      Redet man mit ihm, beruhigt er sich sehr schnell.

      Den besten Erfolg hat man dann, wenn man sich neben ihm kniet und sich nicht einfach nur bückt.

      Er lässt sich dann auch putzen, aber nicht die Hufe machen....

      Und immer wieder bekommt er diese Anfällt, wo er einfach nur weg will.

      Er schlägt nicht aus und beisst auch nicht, aber wenn er vom Strick nicht wegkommt, steigt er.

      Er lässt sich auch nicht einfangen oder so, sondern rennt immer weg.


      Unser Shetty war damals auch sehr sehr wild, hat getreten, gebissen, das volle Programm. Er hatte Angst vor allem, kannte kein Halfter und nichts. Er kam aus ganz ganz schlechter Haltung und war mehr krank als gesund.
      Aber relativ schnell erzielten unsere Bemühungen Erfolge.

      Bei dem neuen Pony sehe ich keinerlei Fortschritte und mache mir langsam Sorgen.

      Jeden Tag nehme ich ihn am Strick, laufe etwas mit ihm, striegle ihn, und vor allem rede ich, tiefe Stimme und beruhigend.

      Inzwischen scheint er zumindest zu wissen, dass von mir keine Gefahr droht.... Aber einfangen lässt er sich nicht, nicht einmal bestechen kann ich ihn (Wobei ich eigentlich kein Freund von Leckerli bin, sondern wenn überhaupt eine Möhre oder Apfel nehme)

      Nur frage ich mich, wie bzw was ich mit ihm machen kann, damit er diese Panik vorm angebunden sein loswird und auch schön am Strick läuft, statt dauernd stehen zu bleiben und versuchen, sich aus dem Halfter zu reissen...
      Und auch, dass ich ihn einfangen kann, wenn er z.B. aus dem Stall soll oder in den Stall zurück (wir haben einen großen Offenstall)

      Ausserdem müssen dringends die Hfe gemacht werden, aber er lässt sich das ja überhaupt nicht gefallen....

      • Achso, natürlich weiß ich, dass Pferde Fluchttiere sind, ich kenne das Herdenverhalten etc.

        "seit 1 Woche haben wir ein neues Pony .................
        ..............Bei dem neuen Pony sehe ich keinerlei Fortschritte und mache mir langsam Sorgen"

        Da liegt doch schon deine Antwort, die Lösung und ein Arbeitsansatz!

        Lass doch das arme Ding erstmal in seiner neuen Umgebung ankommen und lass ihn in Ruhe wenn du merkst er mag es nicht angebunden und eingefangen zu werden. Du bedrängst ihn täglich und dann soll er dir vertrauen???

        Geb ihm doch erstmal Zet sich an die neue Umgebung zu gewöhnen, das mach ich sogar mit Pferden die aus einer ordentlichen Haltung kommen! Son 1 jähriger der im Leben noch nichts kennen gelehrnt hat und dann auch anscheint nur schlechtes im Zusammenhang mit Menschen kannst du so nicht behandeln.

        Lass doch die nächsten 2-4 Wochen die Hufe auch noch Hufe sein.... auf die paar Wochen kommt es nun auch echt nicht an, gehe täglich auf die Koppel und biete ihm Leckerchen an OHNE ihn mit Halfter und Strick zu nötigen, geh hin und geh weg ohne ihn zu beachten damit er merkt du kommst nicht nur um ihn einzufangen, auch muss er nicht geputzt werden... warte bis er zu dir kommt, belohne das mit ner karotte und gehe weg von ihm, nur so lernt er das Menschen nicht nur bedrängen und beängstigen.

        Immer Step by step und nicht hauruck!

        LG Phoebemiau

        • Danke für die Antwort.

          Die ersten Tage habe ich ihn auch einfach in Ruhe gelassen.

          Aber vielleicht bin ich wirklich zu ungeduldig....

          Das Problem ist halt, dass er dringend einen Schmied und den Tierarzt braucht (AKU) und ich gehofft hatte, dass er bis dahin etwas weniger Angst hat.

          Du sagst, Schmied hat Zeit?! Ich habe gelesen, zu lange Hufe können Gehfehler und dadurch bedingte Gelenkschäden verursachen - ist dem nicht so oder ist das ein Prozess, wo es auf 2 Wochen wirklich nicht ankommt?

          Ihn nicht beachten mache ich schon immer wieder, wenn ich mich um den anderen kümmere.

          • Warum ist Dir denn die Ankaufsuntersuchung so wichtig?
            Dass er Würmer hat ohne Ende ist schon mal klar und schlechter Pflege und Ernährungszustand wohl auch.

            Was vermutest Du denn noch, was er haben könnte und womit sich Dein anderes Pony bis jetzt dann nicht angesteckt hätte?
            Geld wirst Du von dem Typen im Zweifel eh nicht zurück bekommen und das Pony wirst Du hoffenlich nicht zurück geben, oder?

            Schmied hat auf jeden Fall noch 4 Wochen Zeit, die Probleme entstehen langfristig, nicht von heute auf morgen. Wie schlimm sehen die Hufe denn aus?

            LG,

            W

        So würde ich auch vorgehen!

        LG,

        W

    Ich würde ihn erstmal in Ruhe lassen, weder anbinden, noch mit "Gewalt" festbinden.
    Die Ankaufsuntersuchung ist jetzt doch ohnehin unwichtig oder würdest Du ihn ggf. zurück geben?

    Wenn er unbedingt behandelt werden muß und das keinen Aufschub duldet, würde ich ihn dazu sedieren lassen aber alles, was nicht unbedingt nötig ist, würde ich sein lassen.

    Wenn er dann irgendwann Vertrauen gefaßt hat, würde ich ihn erstmal direkt neben seinem Kumpel anbinden und zwar nur so, dass Du den langen Strick durch den Anbindering ziehst und immer bisschen nachgeben kannst, wenn er panisch wird.

    LG und viel Erfolg,

    W

    (8) 17.10.11 - 09:53

    Hi,
    ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber dein Beitrag hört sich an, als wärst du überfordert. Hengsthaltung an sich ist ja schon so eine Sache, sie ist einfach anders als bei einer Stute oder Wallach. Die Probleme, die du schilderst, sind mit Sachverstand und viel Zeit in Griff zu bekommen. Der Sachverstand scheint dir zu fehlen, sonst würdest du nicht hier in einem Familienforum danach fragen. Klar, kannst du den ein oder anderen Tipp bekommen, aber das ersetzt nicht Kompetenz.

    Im Grunde gehört da ein Profi mit dazu, der dich bei der Ausbildung des Ponys unterstützt. In einschlägigen Fachzeitschriften inserieren ja unzählige Ausbilder (wer dann letztendlich was taugt, muss sich finden).
    Mein Tipp wäre: Entweder du bist bereit Geld und Zeit zu investieren, dann passt das mit dem Pony. Oder nicht, dann passt ihr halt nicht zusammen und du musst ihn wieder zurück geben.
    Ein kleines Pony ist kein Kuscheltier, es hat einen kompetenten Umgang genauso nötig wie ein großes Pony oder Pferd. Kompetenz bedeutet auch, den Willen zu haben sich weiter zu bilden und so über die Grenzen hinweg zu kommen, an die man gestoßen ist. Diese Grenzen zu haben ist nicht schlimm, man muss halt etwas dagegen unternehmen.

    vlg tina

    (9) 17.10.11 - 09:55

    Hi!

    Das einzige Problem was du hast: Du willst zu schnell zu viel von dem Fohlen!

    Das Pony kannte vorher scheinbar nichts, verlor die sichere Herde, den bekannten Stall - und jetzt kennt es die neuen Pferde noch nicht, denn Stall nicht nicht wirklich, fühlt sich völlig verunsichert und dann soll es problemlos am Halfter laufen, sich anfassen und putzen lassen, anbinden etc!

    Geh doch einen Schritt nach dem anderen:

    Lass es einfach in Ruhe - die Hufe werden es nicht umbringen, wenn sie erst in 3 Wochen gemacht werden. Lass es die neue Herde kennen lernen, Dich kennen lernen, geh einfach nur mal zum streicheln auf die Weide / in den Offenstall - und bedränge es nicht. Irgendwann wird es neugierig, wenn Du Dein anderes Pony versorgst. Dann nimm es ans Halfter (lass das einfach an) und putze es einfach mal nebenbei (muss nicht gründlich sein!). Wenn das Klappt, dann knie Dich daneben und zeige ihm, dass Beinde anfassen nicht gefährlich ist - dann nimm, wenn er das anfassen sicher zulässt, vorsichtig einen Huf auf - minimal hochnehmen, runterlassen - und loben! Fertig. Nimm irgendwann Dein anderes Pony an den Strick und führe beide. Der Kleine wird dann hinterherlaufen. Bleibt er stehen, warte einen Moment und fordere ihn dann vorsichtig auf, weiter zu gehen (hilfreich ist wie bei kleinen Fohlen evtl. ein langer Strick um den Po, wenn er das zulässt - dann "schiebst" Du quasi von hinten) - geht er weiter ganz doll loben! Dafür braucht es keine Leckerlis - Stimme reicht völlig!. Und wenn dass alles nach ein paar Wochen gut und zuverlässig klappt, dann binde Dein "großes" Shetty an, stell den Kleinen daneben - leg den strick nur durch den Rine oder um den Balken und halte das andere Ende in der Hand. Geht er zurück, halte vorsichtig gegen - und gib sofort nach, wenn er Angst bekommt - aber nicht durch völliges loslassen, sondern "schick" ihn dann von hinten vorwärts, damit er merkt, der Druck im Genick gibt dadurch nach. Lasse es aber gar nicht erst zu Panikreaktionen kommen, sondern beobachte genau. Irgendwann geht das auch - und dann kannst Du auch die Hufe machen lassen. Das musst Du üben!

    Gehst Du jetzt zu schnell vor, versaust Du das Pony für sein ganzes Leben! Und genau das willst Du ja nicht!

    LG und viel Spaß mit dem Kleinen
    Kim

    (10) 17.10.11 - 10:24

    Hallo,

    ich würde ihm Zeit lassen. Er ist noch jung, er ist in einer neuen Umgebung, die völlig anders ist, als das, was er bisher kannte.

    Lass ihn doch mal ein bisschen in Ruhe. Kein Zwang, alles langsam angehen. Es gibt doch auch sicher in Deiner Umgebung noch jemand, der sich mit "schwierigen" Jungponys auskennt.

    Wobei ich mir fast sicher bin, dass das Anpassungsschwierigkeiten sind.

    LG

    (11) 17.10.11 - 13:21

    Danke für die Antworten.

    Unser Shetty war auch so ein Problempferd, aber bei ihm wusste ich ja auch, woran das lag.
    Und binnen kurzer Zeit haben wir ihn zu einem kinderlieben Pony "umerzogen".

    Bei dem neuen Pony bin ich verunsichert, ehrlich gesagt habe ich etwas Sorge, dass er nicht besondern gut behandelt wurde (vielleicht asoziiert er anbinden/ Halfter mit Gewalt?!) und dann frage ich mich, wie ich das aus ihm rausbekomme.... :-(

    Klar, Zeit bekommt er, soviel er braucht.

    • (12) 17.10.11 - 14:16

      Ich finde es vollkommen egal, was in der Vergangenheit war - für das Pony ist wichtig, was in der Zukunft ist. Wenn man immer denkt: Der macht das und das weil ihm das und das mal passiert ist - das hilft einem weder bei Pferd noch bei Hunden (da erleb ich das Thema ganz oft) weiter.

      Lass ihn erstmal ankommen!

      (13) 17.10.11 - 17:09

      Hi!

      Kann es sein, dass das Dein erstes Jungpferd /Fohlen ist?

      "vielleicht asoziiert er anbinden/ Halfter mit Gewalt?!) "

      Viele Fohlen lernen das Fohlen-ABC (anfassen/putzen/Hufe geben , Halfter, führen, anbinden) nicht beim "Züchter" sondern laufen einfach mit den Stuten mit und nach dem Absetzen ohne große Erziehung auf der Weide. Wenn man dann irgendwann (ob mit 6 Monaten oder 3 Jahren) damit anfängt, dann kommen so Reaktion wie bei Deinem Fohlen gar nicht selten vor. Er kennt es einfach nicht - und dann wehrt er sich. Warum? Er vertraut Dir verständlicherweise noch nicht!

      Lass ihm Zeit! Das wird schon. Und geh vor allem einen Schritt nach dem anderen.

      LG
      Kim

      • (14) 19.10.11 - 21:15

        es ist nicht ungewöhnlich, dass Pferde erst alles lernen, wenn sie auch beritten werden sollen - also mit 3-4 jahren.
        So einen Fall hatte ich mal:
        Ich sollte mich mit ner Freundin um eine damals 3 jährige Stute kümmern, die wirklich roh war. Also wildfang und die kannte nichts.
        Die hat Dinge gerissen!
        1m vor mir hat sie gestiegen, beim Hufe machen hat sie sich komplett auf den Hintern gesetzt, bis halfter und strick gerissen sind und dann im vollen Galopp über die Stallgasse.
        Ich hätte niemals gedacht, dass SO ein Pferd nicht aus schlechter Haltung kommt - aber doch. Sie kam von der Wiese, hat nie schlechte Erfahrungen gemacht.
        Mittlerweile geht sie wunderbar unter dem Sattel. Immernoch eine kleine, misstrauische Zicke, aber bombastisches Talent.

        Ich habe mir letztes Jahr hingegen ein pferd gekauft, was wirklich misshandelt wurde. Sie hatte Angst vor wirklich allem: beim spazieren gehen die arme heben war totsünde, hatte ich einen besen in der hand ist sie giftend auf mich los, beim nachgurten gebissen, war ein anderes Pferd in der Bahn war "renngalopp" die einzige gangart.
        Dass sie geschlagen wurde, merkte ich deutlich. Und ich merkte auch, dass sie den Menschen kannte und gerade das ihr Problem war.
        Sie hat jetzt eine Reitbeteiligung und lässt sich sehr brav von ihr reiten - das mädchen ist 11.

        Was ich damit sagen will:
        Pferde sind individuen und haben einen vollkommen unterschiedlichen charakter, auf den man eingehen muss. manche gewöhnen sich sofort und fassen vertrauen, andere brauchen ewig. und genau hier liegt die schwierigkeit. Denn nur, wer das kann, kann behaupten, er könne mit pferden umgehen ;)
        aber manchmal ist es nicht ganz einfach, sich so drauf einzustellen.

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