Hund springt hoch

    • (1) 28.11.11 - 21:37

      Hallo,

      und zwar haben wir folgendes Problem.Unsere Maya ist nun fast 6 Monate alt und sie
      kann es einfach nicht lassen an uns hoch zu springen,sowie auch an Fremden,Familie ect.
      Uns wurde erzählt,dass man sich weg drehen muß und weiter nichts sagen soll.
      Bringt aber überhaupt nichts,im Gegenteil das macht sie dann noch wilder,so dass sie auch schon ein Loch in meine Jacke gebissen hat.
      Runterdrücken bringt nichts,genauso wie wegschupsen.

      Wie bekommen wir das in den Griff???

      Danke schon mal :)

      • hallo, kommt mir etwas bekannt vor. unsere ist auch genauso alt!

        meine ignoriert auch das wegschupsen bzw. sieht das als spiel an.

        tja, aber was machen. also das anspringen bei uns hab ich so nichts dagegen.

        doch in die sachen beissen darf sie auch nicht. da nehm ich dann ihren kopf in meine hände und schaue ihr in die augen und sag nein, nicht beissen, nur küsschen geben. hilft meisst, aber wenn sie so stürmisch ist, naja.....

        aber bei fremden mag ich das auch nicht. ich nehme sie an die kurze leine. sag laut nein nicht springen. und lass sie nur ganz langsam heran. und am besten sitz machen lassen.

        und wenn ich merk, sie will hochspringen, dann zieh ich sie leicht weg bzw. halte sie fest, mit dem entsprechenden befehl.

        ja so hilft es schon. doch ob es das ultimative ist?! vielleicht hat ja noch jemand anders hier eine idee.

        • Hallo,

          ich gebe jetzt auch mal meine graue Theorie von mir. Ich hab' nen Flatcoated Retriever, die sind ja bekanntermaßen etwas erziehungsresistent, aber ...

          Fall 1: Der Hund springt dich von vorne an. - Wegdrehen bringt nix, weil er dir ja dann 'hinterherkommt' und im Zweifelsfall nochmal springt. Du musst einen Schritt in ihn hineingehen, also frontal auf ihn zugehen. Damit nimmst du ihm den 'Körper'-Raum und vergößerst deinen und machst ihm klar, dass er da nichts zu suchen hat. Ich hoffe, ich habe das jetzt einigermaßen gut erklärt, das war ziemlich O-Ton Hundeschule und bei meinem hat's funktioniert. Nicht gleich beim ersten Mal, aber dann ... Und Deiner ist ja noch nicht so alt, da wird er es schnell lernen.

          Fall 2: Der Hund springt andere Leute an - Du solltest grundsätzlich drauf achten (geht halt am Anfang nur an der Leine), dass du zwischen dem Hund und der anderen Person stehst. Dann kannst du wieder vorgehen wie oben, wenn du merkst, er will an dir oder der anderen Person hochspringen. Der Hund sollte im Idealfall immer höchstens neben dir stehen, aber nie vor dir (wenn du dich mit jemandem unterhältst).

          Wenn Du das so machst wie ich es beschrieben habe, musst du noch nicht mal was sagen, der Hund versteht das allein durch deine Körpersprache.

          Aber wie ich schon schrieb: Nach der Theorie kommt die Praxis und auch mich sieht man öfter mal mit völlig entnervter Miene durchs Gelände stapfen, weil meiner (mit 15 Monaten im besten Rüpelalter) mal wieder nicht hören will. #schwitz

          Viel Glück. ;-)

          • (4) 29.11.11 - 06:21

            #pro
            klasse erklärt!
            Das Wegdrehen ist auch nur bei Welpen eine Möglichkeit, das Springen von Anfang an zu unterbinden! Wer das verpasst hat ;-) sollte eher in den Hund reingehen, oder das Knie anheben, aber schon dann, wenn der Hund in Begriff ist, zu springen.
            Und andere Leute anspringen geht garnicht!
            Wir haben z.B. Zuhause ein Kindergitter in der Diele angebracht, hinter dem unser 5 1/2 Monate alter Labrador gelernt hat, wie man Besuch empfängt: nämlich ruhig abwartend.
            Außerhalb sind die Hunde an der Leine und dort nimmt man den Hund kurz (evtl. Fuß drauf stellen) und beachtet ihn nicht, wenn er gerne anspringt.
            Oft hat ein Hund sich das Springen auch angewöhnt, weil er das als Welpe durfte und wenn er dann einige Monate später und einige Kilos schwerer das immer noch tut, wird man schief angeschaut!
            Ich weiß nicht, wie oft Leute davon abhalten musste, meinen Welpen so zu begrüßen:
            Leute sehen den Welpen, dann kommt "Ei, wie süüüüüüüß, wo isser denn? Dann komm mal her...! Darf man den streicheln?"
            Der Welpe freute sich wie doll, wollte springen und ich versuchte, Ruhe reinzubringen und sagte dann immer "streicheln bitte erst wenn er brav sitzt".
            Dann der Satz von den Leuten "och, dass ist doch nicht schlimm, wenn er springt!"
            Ich sagte dann immer "Wenn sie das nicht wollen, dass er das mit 30 kg noch macht, dann muss ich das jetzt unterbinden"!
            Bei Hunden stimmt der Satz "wehret den Anfängen" ;-)
            Viel Glück - mit Konsequenz klappt das schon!

            LG Pechawa

            • (5) 29.11.11 - 12:41

              Nachdem unsere Rottidame auch auf Deine Tips nicht reagierte machte ich folgendes: sobald sie an mir hochspringen wollte (frontal) hab ich das Knie gehoben. Nachdem Madam 2 mal ins Knie gesprungen ist hat sie bei mir aufgegeben.

              Sie wiegt ja nun auch schon 35kg - da ist es nciht ungefährlich wenn sie das tut.

          (6) 29.11.11 - 10:41

          Stimme da voll und ganz Pechawa zu... Kann da auch nicht mehr viel hinzufügen... Ganz wichtig ist eben wie sie auch schon meinte ( das will ich nur nochmal verdeutlichen), dass der Hund nicht auch noch BESTÄTIGUNG für das Anspringen bekommt, den Anspringen ist NIE ein Ausdruck von FREUDE, sndern von PÖBELN. Das heisst, der Hund darf nicht groß beachtet werden ( auch wenn man kurz das Knie hochzieht, so dass er mit der Brust dagegen springt kann man ich quasi ignorien, indem man in nicht weiter anschaut...), vor allem aber darf man nicht anfangen rumzualbern und zu lachen und dann doch den Hund streicheln etc. ... Denn hat er wieder Bestätigung... Ich weiss, ich leichter gesagt als getan *seufz*
          Unser Malinois-Mix ist rassebedingt äussertst sensibel und reizempfindlich, und kann ganz schnell aufdrehen, wir haben recht lange gebraucht ihm das abzugewöhnen ( wobei er auch erst mit 1,5 Jahren zu uns kam). Wenn wir heute nach Hause kommen, kommt unsere Wildsau ganz unterwürfig angeschlichen, legt mir den Spielball hin, verzieht sich auf seine Decke und wartet da, bis ich hinkomme... toll... nur leider funktioniert das so nur bei mir und bei meinem Mann, wenn Besuch kommt sieht das ganze schon schwieriger aus. Er muss in Abstand warten bis er an Besucher ran darf, wenn er sich benimmt ist es dann auch kein Problem, dreht er auf lege ich ihn wieder auf seiner Decke ab... Also kurz gesagt, er darf erst an Besucher ran, wenn sein erster Stress abgebaut ist... Wisst ihr was ich meine?

          • (7) 29.11.11 - 11:11

            ***den Anspringen ist NIE ein Ausdruck von FREUDE, sndern von PÖBELN. ***

            Eigentlich geben ich allem hier Geschriebenen absolut Recht. Allerdings stimmt es nicht, dass Ansprigen NIE Freude, sondern IMMER Pöbeln ist. Man sieht dem Hund schon sehr gut an, weshalb er springt, wenn man genau auf seine Körpersprache achtet - und gerade Welpen, aber auch sehr viele unterwürfige Hunde, springen, um zu begrüßen. Um an den Mund zu kommen, um dort lecken zu können und so auf Hundeart unterwürfig zu begrüßen. Genauso begrüßen auch Welpen ihre Mutter oder rangniedrige Wölfe einen ranghöheren Wolf.

            Das, was Pechawa geschrieben hat, würde ich eigentlich auch genau so unterschreiben - mit einem kleinen Zusatz...;-) Selbst wenn man bei einem Welpen das Anspringen ganz konsequent unterbunden hat und er es auch gelernt und verstanden hat, ist das keine Garantie dafür, dass der Hund es nicht doch wieder anfängt - bevorzugt im Rüpelalter. So war es bei uns - als Welpe angesprungen, um zu begrüßen, von Pöbeln keine Spur, durch Wegdrehen und ignorieren unsererseits recht schnell gelernt, dass man so erst recht nicht begrüßt wird, es dann gelassen und ein Jahr lang nicht mehr gemacht. Mit 14 Monaten plötzlich wieder angefangen, diesmal um zu Pöbeln, wir sind "durch ihn durchgegangen", haben ihn ansonsten ignoriert, er hat recht schnell wieder aufgehört.

            Viele Grüße, Alex

            • (8) 29.11.11 - 13:43

              Gut dass Du das nocheinmal aufnimmst... Du präzesierst es. Wbei ich das von Dir beschriebene "Anspringen", nicht als Anspringen werte... das was du beschreibst, sieht - in meinen Augen- mehr wie ein auf die hinterbeine stellen und sanft klettern aus... ich gehe von einem Anlauf nehmen und Pfoten in den Magen drück-Anspringen aus...

              Du weisst wahrscheinlich, was ich meine... ist meine Aussage für Dich so annehmbarer? Und danke noch einmal für das Aufschlüsseln, Du hast damit völlig Recht, aber Menschen, die noch nicht viel mit Hunden zu tun hatten und sich schwer tun deren Körpersprache zu interpretieren, können diesen Unterschied unter Umständen nicht erkennen, fürchte ich... da heisst es immer nur "der Hund springt und wedelt mit dem Schwanz wie wild, weil er sich freut"... Ich finde es nicht schlimm, wenn man das denkt, aber ich finde es ganz arg wichtig, sich immer fortlaufend zu informieren, und eben Neues dazu zu lernen ... Im eigenen Interesse wie auch im Interesse des Hundes!

              Schön, mal auf jemand zu treffen, dessen Wissen in die Tiefe geht! #pro

              • (9) 30.11.11 - 12:34

                Okay, dann würde ich sagen, lag das Problem eher in unseren unterschiedlichen Definitionen von Anspringen als in der Sache an sich.;-)

                Das Schlimme ist ja, nicht nur Menschen, die noch nicht viel mit Hunden zu tun hatten, sehen den Unterschied nicht - auch viele Hundehalter haben leider keine Ahnung von der Körpersprache des Hundes. Denn gerade das Wegdrehen, wenn der Hund einen anspringt, ist häufig das Mittel der Wahl, ohne überhaupt einen Unterschied zwischen begrüßen und pöbeln zu sehen oder auch nur zu kennen. Super, Hund pöbelt, Besitzer dreht sich weg, Hund hat erreicht, was er wollte, baut das ganze also noch aus. Besitzer sind total verzweifetl, weil sie haben doch alles richtig gemacht, als nächstes werden dann die "harten" Methoden (auf die Hinterpfoten treten ist da sehr gerne genommen...) ausgepackt, weil der Hund ja lernresistent ist - das Verständnis dafür, was schiefgelaufen ist und dass man das auch viel sanfter in den Griff bekommen hätte, fehlt absolut. Und das ist zumindest bei den Hundehaltern, die ich kenne, leider kein Einzelfall...

                Wir haben hier in der Nähe eine Hundetrainerin, die sagt immer "Verlasst Euch mehr auf Euer Bauchgefühl, das sagt Euch schon, was richtig ist." Das finde ich, gerade von einer Hundetrainerin an Ersthundebesitzer, eine sehr gewagte Empfehlung! Ich denke schon, dass jemand, der die Körpersprache des Hundes gut kennt, nicht für alles einen Trainer braucht und viel nach Gefühl richtig machen kann. Aber jemand, der seinen ersten Hund hat? Oder der die Körpersprache nie groß beachtet hat? Und sich nie mit der Struktur eines "echten" Wolfrudels beschäftigt hat? Nee, das wage ich aber ganz arg zu bezweifeln, dass das funktionieren kann! Letztlich spricht der Hund doch für uns eine Fremdsprache - und ICH verstehe kein Suaheli, nur weil ich auf mein Bauchgefühl höre...

                Aber gut, ich glaube ich schweife ab...;-)

                Viele Grüße, Alex

                • (10) 30.11.11 - 15:57

                  Da stimme ich Dir zu...
                  Wobei ich raltivieren muss... also, ich nehme es einem Hunde-"Anfänger" nicht übel, wenn er nicht ALLES schon vorher weiss ( weisst wie ich meine...), aber ein Grundverstänsid sollte da sein. Was ich aber ganz, ganz arg gemein dem Hund gegenüber finde ist, wenn man sich nicht mit der Persönlichkeit des Hundes, und somit auch mit seinem Verhalten auseinandersetzt. Ich war selber mal so ein Mensch. Ich hatte eines Todesangst vor Hunden, bis ich 20 war, und dann habe ich mich so langsam mit ihenne angefreundet. Dann war ich im Tierheim ( als ehrenamtlich Gassigängerin) und habe eine Staff-Mix-Hündin in einem Zwinger gesehen... MEin erster Gedanke war " Gott, schon wieder so ein Scheiss-Kampfhund..." Naja, dank meines neu gewonnen Mutes ( und der Tatsache dass sich besagte Hündin hinter einem festen Gitter befand... ;-) ) habe ich mich ans Gitter getraut, Hündin kam näher, und dann kam da diese kleine, rosa Zunge raus, die mich durch's Gitter hindurch abgeleckt hat... was soll ich sagen, ich habe Gott sei dank angefangen zu denken, und heute bin ich Besitzerin eines Amstaff-Malinois-Mixes... #freu

                  So in Kurzform.... Was ich sagen will... viele denken sie haben Ahnung zu Hunden (Verhalten, Persönlichekit, etc.), und merken dabei gar nicht, dass man ganz stark differenzieren muss ( deswegen war ich auch so dankbar über deinen Beitrag...), und immer wieder bereit sein sollte, Neues zu lernen. Was bei dem einem Hund super klappt, kann für den anderen "way too much" sein... Als wir anfänglich mit userem in der Hundeschule waren, hat ganz arg vieles nicht wirklich gut geklappt, und ich wusste, irgendwas stimmt da nicht für uns (Mensch/Hund)... naja, und irgendwann kam ich dann auch auf den Trichter, dass ein so sensibler Hund wie unserer einfach anders lernt als manch anderes Exemplar... da musste ich total umdenken und meine Trainingsmethoden neu konzipieren... aber was soll ich sagen? Seitdem klappt's.

                  Was ich meine ist: Man sollte bereit sein immer wieder Neues zu lernen, und mit gesundem Menschenverstand bei der Sache sein. Am schönsten finde ich es dann noch, wenn ich jemanden treffe ( wie Dich), der von den Sozialstrukturen innerhalb eines Rudels Ahnung hat, und man darüber palavern kann :-) ...

                  Mit ganz, ganz liebem Gruß,

                  Z.

    Knie hochziehen. Man muss schnell sein und erschrickt ein paar Mal selbst, weil die Hunde mit ziemlich viel Schmackes ans Knie knallen. Ist aber sehr effektiv :-) Alles andere hat hier nicht geholfen.

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