Hund und Kind..habe hier grad eine Tabuliste gefunden

    • (1) 21.12.11 - 08:58

      Hallo

      ich war grad auf der Suche nach einem guten Tipp wie man meiner Schwägerin die Angst vor Hunden nehmen kann.

      da bin ich auf diese Seite gestoßen:

      http://www.vier-pfoten.de/website/output.php?id=1083&idcontent=4294

      vor allem über den letzten Abschnitt (Absolut tabu beim Aufeinandertreffen von Kind und Hund) ganz unten denke ich grad nach..

      ich weiß, da geht es drum wenn ein Kind einen fremden Hund trifft..

      allerdings denke ich gerade über meinen Sohn und unseren Hund nach..

      - unser Sohn rennt auf unseren Hund zu und auch wieder von ihm weg
      - unser Sohn wirft unserem Hund den Ball und spielt auch weiterhin mit ihm
      - die 2 machen Wettrennen und rennen nebeneinander her
      - unser Sohn kreischt auch schon mal

      wie ist das bei euch?

      dürfen eure Kinder das auch oder haltet ihr euch an die Stichpunkte?

      Gruß armemaus, mit Sohn 4 Jahre alt, der Hund ist schon da seit unser Sohn ein Säugling war

      • (2) 21.12.11 - 09:24

        Hallo!
        Unser Sohn soll (egal ob bei unseren Hunden oder fremden bzw. bei Freunden ) Nicht rennen oder schreiein und natürlich die Ruhepausen bzw. das Ruhebedürfnis akzeptieren. Das ist aber schon aus dem Grund so, weil wir eine Bordeauxdogge haben und wenn die ihn umrennt, ist das nicht so toll.
        Ball oder Zerrspiele darf er schon machen, aber nur, wenn ich dabei bin. Wenn ich mal zur Toilette bin oder den Haushalt mache, bin ich auch schon mal in einem anderen Zimmer, unser Sohn ist 7.
        LG Sandra

        Wie Du schon sagst, geht es in dem Bericht ja um ein Zusammenführen von Hund und Kind. Da machen die genannten Dinge schon Sinn.

        Allerdings nur in der Kennenlernphase. Hinterher, wenn der Hund seine Menschen einschätzen kann und die Erwachsenen wissen, wie der Hund in bestimmten Situationen reagiert, werden diese Regeln sicherlich gelockert oder sogar ganz entfallen.

        Tatsache ist, dass man einem fremden Hund nicht ins Gehirn schauen kann. Man muss ja sein Wesen erst kennenlernen. Und da finde ich es richtig, wenn man lieber etwas übervorsichtig ist, als dem Hund zu unbesorgt entgegen zu treten.

        Meine Kinder machen all diese Dinge, die auch Deine Kinder machen. Bei den Freunden der Kinder muss ich ganz individuell entscheiden. Es gibt Freunde, die reagieren sehr ängstlich auf unseren Hund. Und das ist sehr ungünstig, da der Hund schnell diese Schwäche lesen kann und dann dazu neigt, Dominanz zu zeigen. Ich unterbinde das zwar, würde aber dieses Kind nicht alleine mit meinem Hund lassen.

        Ganz fremde Kinder dürfen meinen Hund nie anfassen. Das Bedürfnis ist oft da, weil meine Hündin trotz ihrer 2 Jahre immer noch ein welpenhaftes Aussehen hat. Ich erlaube das grundsätzlich nicht, da ich weiß, dass mein Hund fremden Menschen gegenüber sehr skeptisch ist und ihr Körperkontakt unangenehm ist.

        Hund und Kind ist eine ganz tolle Sache. Aber der liebste und netteste Hund kann auch mal Schmerzen haben, die Dir verborgen geblieben sind und reagiert dadurch evtl. unberechenbar. Oder ein Beute- oder Jagdreiz wird angeregt und Du rechnest nicht damit.

        Man muss seinem Hund sicherlich vertrauen können. Aber je kleiner die Kinder sind, umso wichtiger ist es, dass ein Erwachsener immer im Hintergrund ist und die Kinder lenken kann.

        LG

        minimöller

        (4) 21.12.11 - 09:35

        Hallo,
        ich habe meinen Kindern eingeschärft, keine fremden Hunde zu streicheln. Sie sollen erst den Besitzer fragen und auch dann gehen sie sehr vorsichtig und mit Bedacht vor.
        Zu Hause wird auch kein Hund beim Fressen gestört oder im Körbchen genervt.

        Ansonsten dürfen meine Kinder und auch Besucher herumlaufen wie sie wollen. Es gibt keineRregeln beim Spiel mit dem Hund, die Kinder können auch mal laut sein, sich auf den Boden legen oder sonstiges.
        Daß der Hund das verträgt erwarte ich einfach von einem Familienhund, ansonsten ist er für mich nicht geeignet. Die Lebensqualität der Kinder und auch von mir wäre zu sehr eingeschränkt, wenn wir jeden Schritt überlegen müssten.

        L.G.
        zwillima

      • (5) 21.12.11 - 09:39

        Hi,

        unser Sohn ( 8 3/4) wächst ja auch mit Hunden auf. Unsere Wolfspitzhündin Sandy (starb am 26.09.11 mit 14,5 Jahren) hatten wir schon vor Fabians Geburt, Pancho (Dackel-Mix u. ehemaliger Straßenhund starb am 23.11.10 mit fast 18) kam als Fabian 5 Wochen alt war, Spike (Dackel-Malinois-Mix, 7) kam, als Fabian gerade 3 geworden war und seit 4 Wochen lebt Sana (10 Monate, DSH-Mix) bei uns.

        - Auf den Hund zu- oder weglaufen: dies kann beim Hund Angst oder Jagdverhalten auslösen.

        Im Haus war das bei uns immer tabu. nicht nur für Fabian sondern auch für fremde Kinder und das, obwohl unsere Hunde alle absolut kinderfreundlich waren/sind.

        - Ballspiele: durch das Nachhetzen wird der Hund sehr hochgepusht, es besteht die Gefahr, dass er vor lauter Aufregung schnappt.

        - Zerrspiele: gemeinsames Ziehen an einem Stock / Seil kann den Hund sehr aufregen, ihn eventuell sogar zum Verteidigen des Spielzeugs bringen.

        Diese beiden Dinge gingen mit unserer ruhigen Sandy und unserem alten Pancho (der liebte Fabian über alle Maßen, aber zeigte auch, wenn ihm irgendwas zuviel war) unter Aufsicht möglich. Mit Spike darf Fabian erst seit recht kurzer Zeit (max. 2 Jahre) in dieser Form spielen. Spike hat massiven Jagdtrieb und er puscht sich bei Ball- und Zerrspielen wirklich dermaßen hoch, dass lange Zeit nur mein Mann mit ihm "wild" gespielt hat. Hier war die Grenze von spielen zu verteidigen/kämpfen ums Spielzeug sehr fließend. Auch heute noch haben wir ein Auge darauf, wenn die beiden spielen, aber Fabian ist mittlerweile ziemlich fit in "Hundesprache" und merkt idR, wenn er aufhören sollte.

        - Rennspiele: bringen den Hund in Jagdstimmung.

        Gibt es bei uns nicht (aus og Gründen), aber wir joggen mit unseren Hunden bzw. derzeit nur mit Spike, weil Sana noch im Wachstum ist.

        - Geschrei: kann dem Hund Angst machen.

        Getobt mit entsprechendem Geschrei wird bei uns nur im Kinderzimmer - und dann auch nur, wenn die Hunde nicht dabei sind. Ansonsten ist das Tabu.

        - Hunde nie beim Schlafen, Essen oder Spielen stören.

        Für unseren Sohn und sämtliche Besuchskinder waren die Hundekörbchen IMMER verboten - egal, ob die Hunde darin lagen oder nicht. Auch bei der Fütterung war die Küche tabu bzw. durfte unser Sohn natürlich rein, aber die Hunde werden nicht gestreichelt.

        Das alles sind meiner Meinung nach Regeln, die jeder Hundehalter kennen und beherzigen sollte. Jeder noch so geduldige und kinderfreundliche Hund braucht auch mal eine Auszeit und bleibt auch in jeder Situation ein Hund und sollte sich auch so verhalten dürfen (z.B. mal knurren, wenn er in Ruhe gelassen werden will).

        Gruß
        Kim

        • (6) 21.12.11 - 09:50

          Ergänzung zu

          - Geschrei: kann dem Hund Angst machen.

          Getobt mit entsprechendem Geschrei wird bei uns nur im Kinderzimmer - und dann auch nur, wenn die Hunde nicht dabei sind. Ansonsten ist das Tabu.

          Fabian hat die Hälfte unseres Wohnzimmers als Spielzimmer. Natürlich dürfen die Kinder hier ganz normal spielen, sich mal "hitzig" reden, verbal zanken, aber Ritterspiele mit Schwertkämpfen und Kampfgeschrei gibt es zb nur im Kinderzimmer. Einfach auch deshalb, weil wir veremiden wollen, dass die Hunde das Gefühl bekommen, unseren Sohn verteidigen zu müssen (was sie alle definitiv tun).

      Hallo

      wir haben einen großen Schäferhund-Mix der schon vor den Kinder da war
      sehr ausgeglichen, und gut erzogen

      Mal sehen wie wir es machen:

      Absolut tabu beim Aufeinandertreffen von Kind und Hund: Auf den Hund zu- oder weglaufen: dies kann beim Hund Angst oder Jagdverhalten auslösen.
      Sollen sie nicht, das bringe ich ihnen bei - aber vor allem das sie das für andere Hunde wissen Ballspiele: durch das Nachhetzen wird der Hund sehr hochgepusht, es besteht die Gefahr, dass er vor lauter Aufregung schnappt.
      Ballspiele sind bei uns erlaubt, der Hund muß auch vor den Kindern auf deren Ansage den Ball ablegen - er darf nicht an den Kindern hoch springen, sondern legt den Ball vor ihren Füßen ab Zerrspiele: gemeinsames Ziehen an einem Stock / Seil kann den Hund sehr aufregen, ihn eventuell sogar zum Verteidigen des Spielzeugs bringen.
      Nie - einfach weil der Hund im Spiel die Kinder verletzen kann Rennspiele: bringen den Hund in Jagdstimmung.
      Machen wir nicht Geschrei: kann dem Hund Angst machen.
      Ich habe 3 Kinder - der muß ganz viel Geschrei aushalten Hunde nie beim Schlafen, Essen oder Spielen stören.
      Beim Schlafen sollen sie den Hund in Ruhe lassen, aber der wird oft genug von den Kindern aufgeschreckt

      beim Füttern sind sie nicht dabei
      klar können sie ihn beim Spielen stören, sind ja "höher in der Rangfolge" - aber das müssen sie mit Kommandos machen

      Grüße Silly

      • Soweit so gut...

        ABER:
        Dass deine Kinder "höher in der Rangfolge" stehen, ist ein Trugschluss!!!!
        Aus Hundesicht stehen Kinder (bis zu einem gewissen Alter) in der Rangfolge niemals über dem Hund... sie gewähren den Kleinen lediglich eine Art "Narrenfreiheit", wie sie es bei Welpen auch tun. Problem: Ein Welpe dreht sich auf den Rücken und / oder pinkelt, um als harmloser Welpe erkannt zu werden. Der erwachsene Hund versteht das! Kinder verhalten sich in der Regel anders... ;-)

        VORSICHT:
        Diese Fehleinschätzung führt leider allzu oft zu fahrlässigem Verhalten seitens der Aufsichtspersonen (weil man glaubt, der Hund wäre sich seiner vermeintlichen Position im "Rudel" bewusst)...

        Ist nur ein gut gemeinter Hinweis!! #blume

        LG

    (9) 21.12.11 - 13:29

    Hallo,

    seit einigen Monaten haben wir ein Dalmatinerweibchen, sie ist jetzt 6 Mnate alt.

    Meine Söhne (4 und fast 2) schlagen leider gerne mal über die Stränge,steigern sich ins Spiel hinein und toben mit dem Hund, hatte schon öfter, dass ich zwei irre lachende Kinder und einen freudig bellenden Hund auf der Couch rumrennen gesehen habe. Es wird auch im Garten gerannt und Zerrspiele gemacht, Ball geworfen. Ich bin immer dabei, klar.

    Natürlich werden die Kinder immer wieder ermahnt, angemessen mit dem Hund zu spielen und ich greife immer wieder ein, wenn es von einer Seite zu doll wird.

    Mein jüngster füttert die Hündin auch aus der Hand und saß schon beim Fressen neben ihrem Napf, er hat auch schon öfters in den Napf gefasst, ohne dass Leia irgend eine Reaktion gezeigt hat. Beim Zusammenreffen mit anderen Hunden verteidigt sie ihr Fressen und knurrt andere weg.

    Unser Hund scheint mit den Kindern eine Engelsgeduld zu haben, aber natürlich arbeiten wir weiter daran, dass die Kinder auch Leias Bedürfnisse respektieren. Das Problem ist nur, dass die Kinder jede Scheu vor anderen Hunden verloren haben und wir sie immer wieder erinnern müssen, sich erst mal von fremden Hunden fern zu halten und sich vorsichtig heranzutasten.

    LG Sakirafer

    (10) 21.12.11 - 13:47

    Hallo

    Wir halten uns da auich überhaupt niocht dran. Unsere Tochter macht alles mit unseren Hund, sie spielt mit ihm Ball, mit dem Seil, kämmt ihn, legt sich auf ihn drauf einfach alles, er lässt sich echt alles gefallen von ihr, auch wenn er auf seiner Decke schläft uns sie ihn nicht in Ruhe lässt steht er einfach auf uns geht in seine Box da kann sie ihn nicht mehr nerven.

    Und kreischen tut sier hier auch hin und wieder mal, das stört den überhaupt nicht.
    Aber er kennt das auch nicht anders, wir haben ihn seid dem er 13 Wochen alt ist da war Aylin schon fast 2.

    Das Problem ist nur das sie denkt das jeder Hund so ist wie unser, da muss man sie doch schon warnen und aufpassen weil sie vor Hunden so überhaupt keine Angst hat, was ja auch nicht immer gut ist

    LG Emilia

    (11) 21.12.11 - 13:55

    Hallo,

    unsere Kinder dürfen mit unserem Hund laufen und auch Ball spiele machen, ABER nur wenn ich dabei bin. Sobald ich merke dem Hund wird es zuviel, oder er fängt an die Kinder zu Massregeln, anspringen oder versucht sie festzuhalten breche ich das Spiel sofort ab.

    Meine Jungs sind 7 und können das selber noch nicht einschätzen ob der Hund spielt oder nicht. Deswegen habe ich da immer ein Auge drauf und erkenne sofort wenn unser Hund nicht mehr spielen will sondern andere Dinge im Kopf hat.
    Im Haus wird bei uns zb auch nicht mit dem Hund gespielt. Und fremde Hunde dürfen nicht angefasst werden! Das schärfe ich den Kindern immer wieder ein. Nicht alles sind so lieb wie der eigene.

    LG

    (12) 21.12.11 - 14:28

    Unsere Kinder toben den halben Tag mit dem Hund durch den Garten auch mal ohne Aufsicht. Der Hund ist grundsätzlich im Garten immer da, wo sich die Kinder auch aufhalten.

    Wenn sie um die Wette rennen, kanns vielleicht mal passieren, dass er sie umrennt aber das ist auch alles. Fällt eine Maus hin, hört Sam sofort mit dem toben auf.

    Ballspiele sind erlaubt, er legt den Kindern den Ball entweder vor die Füße oder er haut damit ab

    Beim fressen und schlafen wird er niemals gestört, die Kids können ihn aber ohne Probleme aus der Hand mit Leckerchen füttern

    Zerrspiele werden mit ihm generell gar nicht gemacht auch nicht mit uns Erwachsenen.

    Lärm muss er hier abkönnen, wenn zwei Kids toben, ist es selten ruhig ;-)

    Allerdings..... sind andere Kinder dabei, lasse ich sie nicht unbeaufsichtigt, weil Sam doch schon sehr auf "seine" Mädchen aufpasst. Bisher gab es aber noch niemals Probleme :-)

    Und wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich nicht verstehen, wie man einen Hund halten kann, den man nicht mit den Kindern alleine lassen kann

    lg sanni

    • (13) 21.12.11 - 16:02

      Hallo,

      im Moment lasse ich die drei noch nicht unbeaufsichtigt, da alle drei ja noch recht klein sind (die müssen ja auch mal 5 Minuten alleine bleiben, wenn ich an die Waschmaschine oä gehe) und ich eher den Hund vor den Kindern schützen muss als anders herum.
      Wobei ich unsere Hündin so einschätze, dass sie sich eher zu viel als zu wenig gefallen lässt. Aber das muss ja auch nicht sein.
      Wenn die Kinder etwas älter sind und unser Hund erwachsen, können sie sicher auch mal länger alleine bleiben.
      Soweit man das bei einem so jungen Hund schon sagen kann, haben wir ein sehr sanftmütiges und kinderliebes Weibchen bei uns.

      LG

      Sakirafer

      • (14) 21.12.11 - 17:38

        Habt ihr noch einen Welpen?

        Als Sam noch klein war, habe ich ihn auch nicht mit den Kindern alleine gelassen. Jetzt ist er fast 2 und sanftmütig wie ein Lämmchen, ist ja auch eins... #schein

        Wir haben einen Goldie;-)

        • (15) 21.12.11 - 22:47

          Ja, sie ist 6 Monate alt und im Grunde ihres Herzens das geduldigste und sanftmütigste Tier, das ich je kennen gelernt habe. Nur noch etwas ungestüm und total verspielt.

          Haben ein Dalmatinermädchen :-)

(16) 21.12.11 - 17:46

Hallo,

bei uns gibt es z.B. kein Nebeneinanderherrennen - dafür ist unser Hund einfach zu groß und zu kräftig. Stoßen Kind und Hund bei so einer Aktion aus Versehen zusammen, würden unsere Kinder einen ordentlichen Abflug machen. Muss nicht sein, wenn man es verhindern kann, finde ich.

Den Ball dürfen unsere Kinder werfen - wenn wir daneben stehen. Unser Hund ist nicht nur groß und kräftig, er ist auch noch ziemlich jung. Und auch, wenn er gelernt hat, zu warten bis der Ball fliegt und nicht schon in der Hand danach zu schnappen, uns anzuspringen o.ä., möchte ich es einfach nicht drauf anlagen. Spielsituationen sind für Hunde genauso aufregend wie für Kinder, da kann man schon mal die guten Manieren vergessen. Wenn ich mir nun vorstelle, unser Dicker würde auf Kopfhöhe der Kinder nach dem Ball schnappen, evtl. noch einen kleinen Sprung dazu machen... Nee, das muss nicht sein. Auch, wenn er es anders gelernt hat - er bleibt ein Hund.

Zerrspiele werden in dem Text noch angesprochen. Die gibt es hier wegen der ungerechten Kräfteverteilung zwischen Kind und Hund natürlich auch nicht.

Auf den Hund zurennen und wieder wegrennen gibt es hier schon, allerdings nicht, weil ich es in Ordnung finde, sondern weil es sich manchmal aus der Situation ergibt. Wenn die Kinder durch die Wohnung rennen, nehmen sie natürlich auch mal Kurs auf den Hund und rennen an ihm vorbei. Da ist aber für unseren Hund, der "seine" Kinder kennt, sicher i.d.R. ersichtlich, dass es nicht um ihn geht. Komme ich vom Spaziergang mit Hundi und die Kinder kommen mir schon entgegen gelaufen, um uns zu begrüßen, ist das für mich auch in Ordnung. Nicht in Ordnung ist es für mich, wenn die Kinder auf den Hund zurennen, weil sie etwas von ihm wollen - z.B. streicheln. Da gibt es hier ganz klare Regeln. In Hundesprache ist das äußerst unhöflich, das wissen die Kinder. Wenn sie zu dem Hund möchten, egal aus welchem Grund, dann sollen sie sich ihm bitte vernünftig nähern. Das hat in meinen Augen auch etwas mit Respekt einem anderen Lebewesen gegenüber zu tun.

Gekreische gibt es hier auch teilweise, das stört den Hund nicht offensichtlich bzw. er zieht sich halt zurück, wird es ihm doch zu viel. Trotzdem erinnere ich die Kinder schon daran, dass sie für lautere, wildere Spiele auch ihre Kinderzimmer haben... Auch das hat etwas mit Respekt für mich zu tun - der Hund hat kein eigenes Zimmer, er hat (von uns ausgesucht) seinen Hauptaufenthaltspunkt im Wohnzimmer. Er hat verdammt empfindliche Ohren und er lebt auch in diesem Haushalt. Da wir alle aufeinander Rücksicht nehmen möchten, gilt das natürlich auch für die Tiere, die wir zu uns nehmen. Also möchte ich nicht, dass dem Hund und den Katzen hier den halben Tag die Ohren vollgebrüllt werden.

Ich habe hier irgendwo gelesen, die Kinder dürften beim Füttern nicht anwesend sein oder so ähnlich. Das läuft bei uns anders. Bei uns stellen hauptsächlich die Kinder dem Hund das Futter hin - natürlich in unserem Beisein und Hundi hat natürlich gelernt, sich brav zu setzen und auf das O.k. zu warten, bevor er an den Napf geht. Wir machen es ganz einfach aus dem Grund, damit der Hund etwas Positives damit verknüpft, wenn die Kinder an seinem Napf sind. Er kennt es bisher nur so, dass sich der Napf füllt, wenn die Kinder daran sind - sie haben ihm noch nie etwas weggenommen und haben ihn auch noch nie beim Fressen genervt. Unsere Hoffnung ist, dass die Kombination aus fehlenden Negativverknüpfungen und vielen Positiverfahrungen dazu führen, dass die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass der Hund meint, seinen Napf verteidigen zu müssen, sollte es zu einer blöden Situation kommen (eine Freundin wurde als Kind vom eigenen, lieben Familienhund gebissen/geschnappt, als sie stolperte und vor seinen Napf polterte - so eine Situation kann also auch unabsichtlich entstehen).

Ich möchte mich und meine Kinder auch nicht extrem einschränken, damit Hundi es nur schön hat. Aber wir leben alle hier, also müssen wir den bestmöglichen Kompromiss für uns alle finden. Ich möchte eigentlich auch, dass mein Hund die o.g. Dinge ab kann, ohne grantig zu werden. Und das ist bei uns auch so. Aber er ist und bleibt ein Hund mit entsprechenden Instinkten und Eigenheiten - einige Dinge müssen da einfach nicht sein, auch beim liebsten Hund nicht, nur weil er es mit sich machen lässt.

Ganz schlimm finde ich, wenn ich höre, "Schau´ mal, was DER alles mit sich machen lässt, der ist SO lieb zu den Kindern" während die lieben Kleinen auf dem armen Tier rumturnen, sich zu ihm ins Körbchen kuscheln oder ähnliche "tolle" Sachen machen. Und niemand der anwesenden Erwachsenen sieht, wie der Hund ganz offensichtlich beschwichtigt, ihm die Situation absolut unangenehm ist und er einfach nur ZU lieb ist. Aber wehe, er fängt auch nur an zu knurren, nachdem niemand auf seine 10.000 anderen Signale reagiert hat.... Ein Kurs zur Körpersprache des Hundes sollte Pflicht werden, bevor man sich einen Hund anschaffen darf!

Viele Grüße, Alex

  • (17) 22.12.11 - 10:01

    Hi!
    Deinen letzten Abschnitt finde ich ganz, ganz toll! Ein toller Apell!!!

    Zwar gehört unser Hund auch zu der Fraktion " Der lässt alles mit sich machen" ...
    Allerdings "trainieren" wir bestimmte Sachen auch mit ihm, sprich' dass er mal FEST gehalten wird... wir machen das allerdings stressarm im Wohnzimmer, und er hat gelernt, dass wenn eine Hand festhält, die andere Hand streichelt oder füttert... allein aus dem Grund, dass er bei der TÄ ( bei der wir, wie Du ja schon aus meinen Erzählungen weisst ... ;-) ) des öfterene Mal sind, und er bei den Inspektionen und Manipulationen dort dann auch entspannter bleibt. Mittlererweile schmeisst er sich auf die Seite und streckt schon alle 4re von sich, damit ich auch schön den Unterboden nach Zecken inspizieren kann...

    Aber das ist wohl auch etwas anderes, als das was Du meinst...

    Unser Hund lässt von Natur aus viel mit sich machen, evtl. spielt da auch der AmStaff in ihm mit, ich weiss nicht.

    Aber gerade deswegen ist es mir wichtig, den Hund genau zu beobachten, denn er zeigt es eben auch nicht deutlich, wenn es eigentlich schon zu viel für ihn wird... Ich denke allerdings, mittlererweile erkenne ich das ganz gut. Und bestimmte Dinge sind bei uns sowieso Tabu, der Hund wird nur angefasst, wenn er signalisiert, dass es ihm gefällt, Zerrspiele sind den Erwachsenen vorbehalten ( bei mir darf er das gar nicht, bei meinem Mann schon...), Rennspiele sowieso nicht, und wenn er sich zurückzieht ( Decke oder sonstwie), ist sowieso Schicht im Schacht.
    Ich erkläre es den Kindern aber auch immer, was warum wie ist... Natürlich gibt es viele Kinder, die das nicht verstehen, aber man sollte nicht glauben wie VIEL sie schon verstehen und sich dann an Regeln halten.

    Dennoch gilt für mich: Ein Kind ist ein Kind und ein Hund ein Hund ,und jeder verhält sich nur nach seiner Art. Ich denke nicht, dass die Kombi "Kind+Hund" von vornherein besonders bedrohlich etc. ist, ich denke sie ist alltäglich geworden. Allerdings sehe ich auch, dass ein Großteil der Hundehalter kaum Ahnung von "Hundesprache" hat. Ich denke sehr viele Vorfälle, wo ein Kind durch einen Hund zu Schaden kommt, könnten vermieden werden, wenn die Beteiligten besser Bescheid wüssten. Daher bin ich für deinen Pflichtkurs zur Hundesprache... Ich hab' mich schließlich auch nicht in ein Auto gesetzt und bin auf die Autobahn, bevor ich eine einzelne Fahrstunde hatte... Kann sein, dass der Vergleich hinkt, aber ich denke, Du weisst, was ich meine...

    Grüße,
    Z.

(18) 23.12.11 - 08:08

Hallo,
ich denke es ist schwierig das zu pauschalisieren,es kommt immer auf die Kinder(Alter,gelernter Umgang mit HUnden) und auch auf die Hunde an.
Wir haben einen Border Collie und meine Kinder sind 9 und 11(die Mädchen) und 14 und 17 (die Jungs),da gibt es schon unterschiede.Zerrspiele sind für die Großen kein Problem da sie zuverlässig erkennen wann der Hund eventuell andere Absichten haben könnte.Die Mädchen spielen auch mit ihm Frisbee,,wissen aber genau das man dann nicht im Weg stehen sollte ;-).Hier ist es so das der Hund weder beim fressen noch beim schlafen oder wenn er auf seinem Platz liegt gestört wird,genauso muss der Hund damit leben wenn die KInder ihn nicht in ihren Zimmern haben wollen und ihn raus schicken.Geschrieen und getobt wird hier draussen.
Meine kInder wissen den Hund recht gut einzuschätzen,trotzdem habe ich ein Auge drauf,Hunde und Kinder können beide mal unberechenbar sein. Anders sieht das bei fremden Hunden aus,es wird sich langsam angenähert und es wird der Besitzer gefragt ob gestreichelt werden darf,das mache ich selber auch so und auch das hat für mich etwas mit Respekt dem Hund gegenüber zu tun.
LG Kimchayenne

Top Diskussionen anzeigen