Soll ich mein Pferd abgeben?

    • (1) 06.01.12 - 21:23

      Hallo zusammen,

      mein Mann und ich planen unser zweites Kind. Ich hatte im letzten November eine OP am Gebärmutterhals, von daher muss ich damit rechnen, eine Risikoschwangerschaft zu erwarten.

      Ich habe seit meinem 17 Lebensjahr einen Haffiwallach. Obelix ist mittlerweile 22 und zeitbedingt in Rente. Er steht an einem netten kleinen Stall mit täglichem langen Weidegang und guter Betreuung. Leider frisst dies ein Loch von monatlich 210 Euro in unser Portemonnaie. Durch eine weitere SS würde mein Arbeitsvertrag (Erzieherinnen werden denk KiBiz nur noch mit Jahresverträgen abgespeist) auslaufen und mein Mann müsste mein Pferd quasi mitfinanzieren. Wir leben nicht schlecht, aber haben auch nicht zu verschenken. Nun überlege ich nach einem wirklich guten Zuhause für Obelix zu suchen, um die finanzielle Angst loszuwerden.

      Ich hab nur Angst, dass ich diesen Schritt bereuen würde, denn wir haben viel gemeinsam mitgemacht. Könntet ihr diesen Schritt gehen?

      LG
      Dee143

      • Nein, könnte ich nicht, ich selbst habe mich von meinem Mann getrennt und ziehe nun die 5 Hunde, die ihn nun nicht mehr interessieren, mit durch, es ist manchmal eng, aber ich könnte ihnen und mir das nie antun. Überlege es Dir gut, nacher tut es Dir leid und dann ist es zu spät..:( Ich spare lieber bei mir selbst, weiss aber, auch , wofür ich das tue, da fällt es einem gar nicht so schwer. Und 22 Jahre durch dick und dünn sind ja auch eine lange Zeit..

        Könnte ich diesen Schritt gehen? Nein, könnte ICH nicht.

        ABER: Wenn du dich mit dem Gedanken anfreunden kannst den Kerl in gute Hände zu geben, warum nicht. Du hast ja keinen Stress ihn jetzt im Eiltempo loswerden zu müssen, sondern kannst in Ruhe nach einem neuen Zuhause suchen.

        Ich kann deine finanzielle Angst verstehen. Wir haben 3 Pferde im eigenen Stall, davon einen Cushing-Patienten, der täglich Medizin braucht. Die Kerle fressen auch jeden Monat ein ordentliches Loch in den Geldbeutel, aber ich muss ehrlich sein, ich könnte keinen abgeben. Ich bin wahnsinnig kritisch was Haltung und Versorgung betrifft und mir könnte es einfach niemand Recht machen.

        Wir hatten in der Vergangenheit einige (sehr) teure Krankheitsfälle und da hat mich auch oft die (finanzielle) Angst gepackt... GsD haben wirs immer irgendwie gewuppt.

        Wenn du aber jemanden findest, bei dem du ein gutes Gefühl hast und damit klar kämst kein Pferd mehr zu haben, würde ich es mir überlegen. Ich würde halt verschiedenes vertraglich festhalten, wie z.B. Vorkaufsrecht, evtl. Besuchsrecht etc.

        Ich wünsche dir viel Glück, die richtige Entscheidung zu treffen.

        LG
        Karpatenpferd

        (4) 06.01.12 - 22:45

        Ich könnte wohl nicht.

        So es irgendwie geht, würde ich versuchen, das Pferd zu behalten. Lieber würde ich morgens um 4 Semmeln ausfahren und abends putzen als es nach so vielen Jahren herzugeben.

        Und bedenke, für einen 22 Hafi-Opa einen guten Platz zu finden dürfte verdammt schwer werden, außer du kennst jemand wirklich Zuverlässigen, dem du ihn als Beistellpferd mit Schutzvertrag überlassen könntest.

        Vielleicht gibt es ja einen preiswertere Möglichkeit ihn unterzustellen? Du könntest ja auch im Stall mithelfen, oder?

      • (5) 07.01.12 - 00:11

        Danke für eure Antworten. Ich denke auch nicht, das ich diesen Schritt gehen kann. Es ist ja nicht so, als würde es finanziell bei uns gar nicht gehen. Aber mir macht es schon ein wenig Sorgen, wie es wird, wenn die zweite SS ansteht und mein Vertrag nicht verlängert wird.

        Ich denke ich werde mich einfach umhören, aber sollte sich nicht die Gelegenheit finden, dass ich ihn wirklich mit absolut reinem Gewissen abgeben kann (z.B. im Bekanntenkreis) werde ich es auch nicht tun.

        LG

        • (6) 09.01.12 - 17:21

          Hi,

          ich würde es bei einem 22jährigen Pferd nicht machen - außer ich kenne die Person lange und gut an den mein Pferd geht (dann aber nur mit Nutzungsrecht und nicht als Eigentumswechsel).

          Meine Stute gab ich nach 8 Jahren Kampf um Zeit und Geld und insgesamt 13 gemeinsamen Jahren an eine gute Bekannte ab. Ich wusste, sie würde es dort gut haben und endlich wieder beschäftigt werden. Sie war aber erst 17 und top fit. Leider starb sie am 05.08.11 nach nur 5 Monaten bei meiner Bekannten. An jemand fremdes hätte ich sie niemals mehr abgegeben.

          Und ein Tip:
          Einen 400-Euro-Job kannst Du auch dann machen, wenn Dein 2. Kind da ist und Dein Mann zu Hause. Dann wärst Du die sorge los, dass Dein Mann Dein Pferd finanziert (mon. Unterhalt + Tierarzt). Ich habe wg meinen Pferden angefangen zusätzlich zum VZ-Job noch samstags abends 6-9h in der Spülküche eines Restaurants zu arbeiten - je nach Jahreszeit kamen dabei 250-350€ raus).

          Bevor du so eine Entscheidung triffst, sprich mit Deinem Mann und überlege Dir, was Pferd & Reiten/umgang DIR bedeuten und wieviel dies von Deiner Persönlichkeit ausmacht.

          LG
          Kim

      Hi,

      ich könnte diesen Schritt nicht so einfach gehen. Wir haben auch zwei alte Pferde und inzwischen 2 Kinder. Zwischendurch war es bei uns auch finanziell enger und auch ich hatte zuesrt nur einen befristeten Arbeitsvertrag, der natürlich mit der Schwangerschaft ausgelaufen ist.

      Inzwischen habe ich aber einen festen Job und arbeite Teilzeit und die Zeiten werden wieder rosiger :-).
      Bei uns gibt es auch nicht dein Geld - mein Geld, sondern wir tragen grundsätzlich alle Ausgaben gemeinsam. Klar konnte ich zwischendurch nicht viel zum Einkommen beisteuern, aber ich habe das nicht aus Faulheit getan, sondern weil ich 2 Kinder ausgetragen und geboren habe.

      Also gerade ein älteres Pferd unterzubringen ist ja auch nicht einfach.

      Ich würde an deiner Stelle die Sache erstmal auf mich zukommen lassen. Du bekommst ja Elterngeld, also bist du ja nicht komplett ohne Geld nach der Geburt und dann kannst du dich ja bald nach ner neuen Stelle umsehen.

      LG juju

      Sicher hängst du sehr an dem Wallach, aber deine Kinder sind dir auch näher. Schlimmer ist eigentlich das er gerade nutzlos herumdümpelt, in dem Alter nicht regelmäßig bewegt udn gefordert zu werden läßt ihn sowas von schnell altern, das ist viel schlimmer.

      Wenn du jemand weißt wo er betüddelt wird und umhegt dann gib ihn her. Das wäre für ihn sinniger als ihn aus sentimentalen Gründen zu behalten und ihn dümpeln zu lassen. Rente bekommt Pferden nicht.

      Aber ihn hopp la hopp hergeben an irgendwen, das würde ich nun auch nicht machen, müsste schon ein adäquates Zuhause sein wo er eben umsorgt wird und seine Bewegung zu seinen Streicheleinheiten bekäme.

      Und da wäre Platz vor Preis für mich sinniger. Oder du "verleihst" ihn für einen gewissen zeitraum mit Vorkaufsrecht, dann kannst du schauen obs passt oder nicht.

      Hallo Dee,

      also ich könnte es nicht. Habe selber zwei Pferde und wir hatten auch schon finanzielle Engpässe und wer weiß was noch kommt.

      Dennoch muss ich sagen: meine Familie kommt vor allem anderen! Wenn ich merken würde, es geht nichts mehr, müsste ich mich wohl oder übel trennen.

      Aber probier es doch mit einer Reitbeteiligung. Jemand, der 2-3 mal die Woche kommt, einen kleinen gemütlichen Ausritt mit deinem Obelix macht, ihn versorgt, und/oder dir evtl. nen kleinen Beitrag bezahlt.

      Warum ist er denn mit 22 schon in Rente? Meine Sunny wird dieses Jahr 20 (Hafistute) und die geht ab wie ein Schnitzel. :-) Sie kann locker mit Großpferden mithalten und gehört noch lange nicht zum alten Eisen. Wenn sie auch mittlerweile ein paar graue Stichelhaare auf der Stirn bekommt. :-(

      Rede mit deinem Mann. Er wird doch sicher kein Problem damit haben, euren Obelix, der ja sicher auch schon ein Familienmitglied ist, finanziell mitzutragen. Immerhin war ja Obelix ja auch schon vor deinem Mann da, oder? ;-)

      Alles Gute für euch, LG Carry

      (10) 08.01.12 - 12:16

      Hallo nochmal,

      Obelix ist definitiv zeitbedingt in "Rente". Sprich, wenn er wieder etwas Kondition aufbaut, kann er ganz normal geritten werden. Momentan steht er an einem Stall, wo die Pferde in einer 10er Herde morgens raus kommen und abends wieder reingeholt werden. Die Weide ist riesig, hat einen eigenen Wald, Hänge, teilweise Obstbäume, Hecken und verschiedene Böden, also eigentlich eine wunderbare Rentnerzeit für meinen Dicken. Er ist eh der faule Typ und scheint die Arbeit nicht zu vermissen.

      Ich denke ich werde wirklich erstmal abwarten. Komme gerade vom Stall und kann mir echt nicht vorstellen, wenn er auf einmal nicht mehr da wäre.

      LG und einen schönen Sonntag noch

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