Hund beißt beim Schlittenfahren zu

    • (1) 11.01.12 - 15:29

      Hallo Ihr Hundeprofis...

      Wir waren eben mit unserer Hündin Schlittenfahren, so eine richtige Rodelpiste (ca. 2km lang). Mein Mann war mit unserer Großen auf dem Schlitten voraus, Hündin an der Jogging-Leine locker nebenhergelaufen. Sobald sie etwas schneller wurden, biss sie ihn in den Oberschenkel. Richtig ordentlich. Er hat ihr reflexartig ins Gesicht gehauen, weil er so erschrocken ist. Ich hab sie dann genommen und bin ganz langsam weitergefahren, sie hat ein paar Mal versucht, nach meinen Füssen zu schnappen und mich einmal an der Wade erwischt. Ich versuche wirklich nach Kräften, Hunde zu verstehen, aber diesmal check ich nix. Die Kinder waren ruhig beim Fahren, wir waren nicht sehr schnell, ich versteht das Problem gar nicht.

      Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mich auf den richtigen Weg bringen könntet....

      corny123

      • Hallo,

        vieleicht hatte sie einfach eine Verunsicherung weil sie diese Art von Fortbewegung bei euch nicht kennt, ich mein Rodeln ist ja schon ne komische Haltung, ihr hockt da auf "Stöckchen" und seit viel kleiner als sonst und trotzden schnell unterwegs.

        Vieleicht war sie arg verwirrt, allerdings trotzdem ein NoGo den Boss zu beißen oder sein Rudel, sie sollte ja im Rang die letzte sein.

        Würd allgemein mal ihre Rudelposition überprüfen, weiß ja nicht wie sie sonst so drauf ist.

        LG

        • Angst war es ganz sicher.

          Wie überprüfe ich ihre Rudelposition? Normalerweise ist sie allen Familienmitgliedern gegenüber absolut unterwürfig, sowas hatten wir noch nie... Wie hätte mein Mann denn bestenfalls auf den Biss reagieren sollen? Ich fand ja spontan richtig, ihr eine draufzuhauen.

          • (4) 11.01.12 - 17:24

            Hallo!

            Habt Ihr Eurem Hund beigebracht, was rodelnde Menschen sind? Wie sie sich bewegen, die Geschwindigkeit, usw.? Habt Ihr sie langsam daran gewöhnt, sie heran geführt?

            Ich vermute mal: Nein!

            Was also kann der Hund dafür, daß Ihr das versäumt habt?

            Trotzdem:

            >>Ich fand ja spontan richtig, ihr eine draufzuhauen.<<

            Ansich hättet Ihr Euch gegenzeitig eine draufhauen sollen, weil Ihr Euren Hund auf diese Situation nicht entsprechend vorbereitet, sondern damit vollkommen überfordert habt.

            >>Wie überprüfe ich ihre Rudelposition?<<

            Wahrscheinlich kommt jetzt wieder die Standardantwort: Zuerst Mensch durch die Tür, zuerst Mensch essen, Mensch höhere Plätze, etc.

            Wer es unbedingt braucht und seinen ohnehin schon unsicheren Hund noch mehr verunsichern will...

            In Zukunft: JEDE vorstellbare Situation, die der Hund noch nicht kennt, in diese aber evtl. mal kommen könnte, vorsichtshalber üben, üben, üben.

            Ach ja, und die den Aufbau einer Beißhemmung nicht vergessen!

            Viele Grüße
            Trollmama

            • (5) 11.01.12 - 18:49

              Wie baut man eine Beißhemmung auf? Wäre es besser gewesen, nicht auf den Biss zu reagieren?

              Dass wir falsch "rangegangen" sind, ist mir schon selber klar geworden, da musst Du mich nicht gleich so aggressiv angehen....

              Aber zu unserer Verteidigung muss ich auch sagen, dass sie seit sie Mai bei uns ist schon massig neue Situationen gemeistert hat und etwas in die Richtung schlicht noch nie vorkam....

              "Wahrscheinlich kommt jetzt wieder die Standardantwort: Zuerst Mensch durch die Tür, zuerst Mensch essen, Mensch höhere Plätze, etc.

              Wer es unbedingt braucht und seinen ohnehin schon unsicheren Hund noch mehr verunsichern will...

              In Zukunft: JEDE vorstellbare Situation, die der Hund noch nicht kennt, in diese aber evtl. mal kommen könnte, vorsichtshalber üben, üben, üben."

              Warum bitte sollte es einen unsicheren Hund noch mehr verunsichern, wenn ich als Rudelführer, diese Position klar übernehme (dazu gehört für mich z.B. zuerst durch die Tür zu gehen und "die Lage zu peilen") und dem Hund damit Sicherheit biete?!

              Außerdem frage ich mich wie man jede vorstellbare Situation mit dem Hund über soll?
              Das erscheint mir doch recht unmöglich...

              An die TE:

              Ich denke euer Hund war einfach überfordert mit der Situation. Evtl. kommt noch Jagd- oder Hütetrieb dazu.

              Ich würde es wieder versuchen, ihn ganz in Ruhe an den Schlitten gewöhnen etc. Das klappt schon :-)

              LG
              Karpatenpferd, die auch gerne Schnee hätte und mit den #hund #hund Schlittenfahren würde

              • ***Warum bitte sollte es einen unsicheren Hund noch mehr verunsichern, wenn ich als Rudelführer, diese Position klar übernehme (dazu gehört für mich z.B. zuerst durch die Tür zu gehen und "die Lage zu peilen") und dem Hund damit Sicherheit biete?!***

                Weil die Strukturen in einem "echten" Rudel ganz anders aussehen, als häufig angenommen. Viele Annahmen beruhen immer noch auf der Beobachtung von Wolfsrudeln in Gefangenschaft - das ist aber absolut nicht zu vergleichen damit, was in einem natürlichen, freilebendem Rudel vor sich geht. In Gefangenschaft ist es ein willkürlich zusammengewürfeltes Rudel, ohne dass Rudelmitglieder die Chance haben, abzuwandern. Daraus ergibt sich eine wahnsinnige Streßsituation und die Reaktionen sind nicht mehr das, was einer echten Rudelstrukrur entsprechen würde.

                Ich gebe meinem Hund null Sicherheit dadurch, dass ich vor ihm esse, dass nur Menschen auf das Sofa dürfen oder ich vor ihm durch die Tür gehe. Ich gebe ihm Sicherheit, in dem ich konsequent und fair handele, in dem ich ihm einen sicheren Zufluchtspunkt biete und in dem ich souverän und sicher auftrete. Da so Dinge wie wer geht vor in einem Wolfsrudel bei weitem nicht dem Rudelführer vobehalten sind, kann mein Hund damit auch nicht viel anfangen, wenn ich immer vor ihm durch die Tür gehe. Er wird es akzeptieren, wenn ich es ihm beibringe und in manchen Situationen macht das ja auch durchaus Sinn, sagt aber nichts darüber aus, ob der Hund sich bei mir sicher fühlt oder mich als "Rudelführer" akzeptiert.

                Ressourcenkontrolle (z.B. Futter) ist etwas, was dem Alphawolf vorbehalten ist - allerdings interessiert ihn das in einem echten Rudel nur, wenn es eine echte Ressourcenknappheit gibt. Ist genug Futter da, ist ihm i.d.R. schnurzpiepegal, ob andere Rudelmitglieder zeitgleich mit ihm oder sogar vor ihm Fressen. Wolfsrudel sind eigentlich sehr demokratisch...;-)

                Und zu guter Letzt - ein Rudel kann sich nur innerartlich bilden. Demnach können wir auch keine Position als Rudelführer für unseren Hund einnehmen. Wir bilden eine Lebensgemeinschaft mit ihm, in der er uns akzeptiert und sich i.d.R. unseren Wünschen unterwirft, da er letztlich keine andere Wahl hat - u.a. kontrollieren wir ja nunmal sämtliche Ressourcen (und wer es braucht - das ist doch das, was den "Chef" ausmacht...:-p).

                Viele Grüße, Alex

      (8) 11.01.12 - 15:38

      Hallo,

      was habt ihr den für einen Hund ?

      Mein Hund würde bei einer Schlittenfahraktion wie ihr sie gemacht 100% versuchen vor den Schlitten zu gelangen.

      Ich bin mir ganz sicher das andre Hütehunde vielleicht schnappen würden.
      Da würden ganz einfach seine Collie Gene durch schlagen. Da hilft es den wen der Hund gut erzogen ist und man ihm sowas dann einfach verbieten kann.

      LG dore

      • (9) 11.01.12 - 15:41

        Keine Ahnung, kommt aus dem Tierschutz. Irgendein Pinscher-Terrier-weiß-der-Geier-Mix....

        Aber sie hat nicht versucht, vorzulaufen, sondern blieb seitlich neben dem Schlitten und schnappte. Normalerweise folgt sie sehr gut und reagiert auch auf "aus" sofort, aber diese Situation scheint sie völlig aus der Bahn gehauen zu haben.

    (10) 11.01.12 - 17:08

    Klingt für mich auch nach Hüte- bzw. Jagdtrieb!

    Habt Ihr denn so was jemals vorher mit ihr gemacht?

    LG

    • (11) 11.01.12 - 18:48

      Nein. Sie kam im Mai zu uns, war vorher in einer Pflegestelle, die waren aber kaum mit ihr draußen, sie kannte eigentlich fast gar nichts. Mir ist jetzt schon klar, dass wir sie da langsamer hätten heranführen sollen... Schlitten kennt sie, wir waren oft Gassi und hatten die Kinder auf Schlitten dabei, da gab es kein Problem.

      • (12) 11.01.12 - 18:51

        Ich denke sie war entweder etwas überfordert mit der Situation oder total überdreht ;-)

        LG

        • (13) 11.01.12 - 18:55

          Ja, sicher. Unser Fehler, ganz klar. War aber blöderweise auf einer so langen Rodelpiste halt nicht mehr zu stoppen.

          Wie hättest Du auf den Biss reagiert?

          • (14) 11.01.12 - 19:00

            Ich hätte vermutlich direkt das "Spiel" (so wird sie es vielleicht empfunden haben) abgebrochen und sie dann erstmal ignoriert um sie nicht noch zu bestärken (bei was auch immer man kann ja hier jetzt nur mutmaßen was wohl im Hund vorging).

            Ich denke jedenfalls nicht das Ihr ein Problem mit der Rangordnung habt - ich würde es wohl als Missverständnis abtun aber in Zukunft drauf achten wie sie sich in ähnlichen Situation verhält um dann gezielt daran zu arbeiten das sie es unterlässt.

            LG

(15) 11.01.12 - 20:10

unser damaliger hund hat in den schlitten gebissen. und auch angebellt. sie fand es komisch, dass sich so ein holzding vorwärtsbewegen kann, vermute ich. aber nach uns hat sie nie geschnappt.
genauso hat sie immer die schubkarre angebellt und wollte in diese beissen. ich denke echt, der hund versteht nicht, warum sich dieser bewegt.

aber was dagegen machen? tja, da kann ich dir leider keinen rat geben.

(16) 12.01.12 - 07:26

ich hatte mal einen lammfrommen Am.Staff......hörte aufs Wort, liebte Kinder, also richtig super erzogen.

Dann kam der erste Schnee und wir sind zu nem kleinen Rodelberg.....nur so ein kleiner Abhang halt.....Nachbarstochter war auch mit, die war so 13 Jahre ungefähr.
Unser Anton lief ohne Leine, was nie ein Problem war.
Nachbarstochter als erstes den Hang hoch, auf den Schlitten rauf und losgerodelt. Und unser Anton sofort auf sie los und sie versucht zu packen. Sie reagierte richtig und liess sich sofort vom Schlitten fallen.......es war nichts passiert zum Glück.

Tja...... damit hatte keiner gerechnet das er so enormen Beschützerinstinkt hat........
Er hatte es ja nicht böse gemeint, sondern wollte dem Mädel nur helfen.
Hab ihn dann an die Leine genommen, und dann gings, obwohl er total nervös war

(17) 12.01.12 - 10:00

Ihr gefällt das nicht, hat eure Tochter noch gequitscht vor Freude? Unsere Hunde laufen wenn wir rodeln gehen ohne Leine nebenher, oder bleiben bei mir oder meinem Mann wo eben nicht rodeln....

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