Rüden-Kastration - pro/kontra

    • (1) 21.01.12 - 07:08

      Ich habe seit ca. 2 Wochen einen unkastrierten Rüden. Nicht sehr dominant, sehr souverän im Umgang mit anderen Hunden (bislang wirklich mit JEDEM Hnd verträglich selbst mit den "Ich kann den nicht von der Leine lassen, der beißt alle anderen Hnde und hasst Rüden"-Hunden kann er die Situation prima entschärfen). Er lässt sich bis jetzt in jeder Situation Abrufen, selbst beim Eichhörnchen jagen, rammelt keine Menschen,... ist zu Mensch und Hund bisher wirklich traumhaft.

      Jetzt bekomme ich immer wieder von anderen Haltern gesagt ich müsse ihn unbedingt kastrieren lassen. Wirkliche Argumente konnte mir aber bisher keiner bringen,... "er wird ruhiger und nicht mehr so aggressiv" ist in unserem Fall kein Thema. Andere Hundebesitzer die erfahrung mit Rüden und kastrierten Rüden haben sagen mir, dass eine Kastration zur "Wesensveränderung" eigentlich nur vor der Pupertät einen ernsthaften Sinn machen würde und der einzige Unterschied bei spät-kastrierten sei, dass sie von anderen Rüden nicht mehr ernst genommen werden. Und natürlich das einzige bisher für mich interessante Argument: Bei läfiger Hündin in Reichweite keine Gefahr mehr.

      Bitte beratet mich ihr lieben Hundehalter mit Rüdenerfahrung:

      Was spricht für bzw gegen eine Kastration, macht es Sinn eine Hund mit angenehmem Wesen kastrieren zu lassen? Wenn ja warum?

      Danke für eure Hilfe!

      • Hallo,

        unser Jungrüde wird nur kastriert wen es einen Grund gibt. ( Unser vorheriger Hund hatte Hodenkrebs da gab es keine Debatten ob kastrieren oder nicht)

        Ich persönlich bin auch nicht der Meinung das ein Rüde grundsätzlich netter wird wen man ihm die Eier abschneidet.

        Wieso auch ? Es kann genau so gut nach hinten los gehen wen er merkt das er von den "echten Rüden" nicht mehr ernst genommen wird.

        Einzige wirkliche Gründe wären für mich ein medizinischer Grund oder das unser Hund "sexuellen Stress" hat.

        Lass Dir nicht s einreden! #winke

        LG dore

        Hier ist ein interessanter Artikel dazu:

        http://www.drc.de/gesund/kastratr.html

        LG

        minimöller

        Hallo,

        meine Freundin hat einen unkastrierten Rüden, der mittlerweile 12 1/2 Jahre alt ist. Das hat immer gut geklappt und mich überzeugt, dass eine Kastration nicht immer sein muss!
        Gründe für mich wären:
        - gesundheitliche Probleme
        - der Rüde "leidet", weil er ständig läufige Hündinnen in der Nase hat und in dieser Situation nur noch das im Kopf hat

        Das Wesen vom Hund wird durch eine Kastration nicht beeinflusst, d.h. ein unerzogener Hund wird wird dadurch nicht besser hören. Nur sein Sexualverhalten ändert sich!
        Von einer Frühkastration rate ich ab, denn frühkastrierte Rüden bleiben im Kopf immer "Kind"!
        Einen Rüden mit unkompliziertem Wesen würde ich nie kastrieren lassen,

        LG

        • >>>Von einer Frühkastration rate ich ab, denn frühkastrierte Rüden bleiben im Kopf immer "Kind"!<<<

          Meine Hundetrainerin ist Tierärztin und arbeitet bei "Pro Animale"- einer Tierschutzorganisation in Italien. Sie fährt mehrmals im Jahr nach Italien um dort kostenlos Straßenhunde zu kastrieren. Das macht sie schon seit Jahren. Viele von den Hunden vermittelt sie nach Deutschland und betreut die Besitzer anschließend bei der Erziehung.

          Sie kastriert dort alles, was unter's Messer passt. Selbst frisch geworfene Welpen (nur mehrere Tage alt) werden sofort kastriert. Denn das ist der einzige Schutz vor weiterer Massenverbreitung.

          Auf jeden Fall hat sie die Erfahrungen gemacht, dass die frühastrierten NICHT ein Leben lang "Kind" bleiben. Sie reifen genauso heraun, wie die unkastrierten oder spätkastrierten - ABER es dauert länger. Ein mittelgroßer Hund (wie ein Labbi z.B.) ist mit ca 3 Jahren erwachsen. Die Frühkastraten brauchen im Schnitt 1,5 - 2 Jahre länger.

          Aber sie werden auf jeden Fall Erwachsen.

          LG

          minimöller

          • Kastration im Sinne von Tierschutz ist echter Tierschutz und hat natürlich Vorrang vor irgendwelchen Verhaltensweisen!

            Klasse, wenn sich Tierärzte derart einsetzen #pro
            Vielleicht ist das ein Vorurteil, dass Rüden nicht erwachsen werden, wenn sie früh kastriert werden, aber ein 4 1/2 jähriger Labbi in der Pubertät ist auch nicht angenehm!
            Deswegen würde ich einen Rüden, der nicht aus dem Tierschutz stammt, nicht zu früh kastrieren lassen und abwarten, wie er sich nach der Reife verhält!
            Wie aber schon gesagt, im Tierschutz gelten andere Gesetze und da ist Vermehrung der wichtigste Punkt, den es zu verhindern gilt!

            LG Pechawa

      Hallo,

      ich bin nicht für ein generelles Kastrieren von Rüden. Sollte der Hund kein Problem haben und die Menschen um ihn herum auch nicht, spricht nichts dagegen, ihn unkastriert zu lassen.

      Unseren Hund haben wir kastrieren lassen, weil er ständig auf dem Sextrip war (das hat nicht nur ihn, sondern auch uns gestresst), er hatte auch ungewöhnlich große Hoden.
      Mittlerweile ist er wieder ein zufriedener und witziger Schlumpf.

      LG
      Karin

      Vielen Dank für eure schnellen und zahlreichen Antworten. Macho bleibt vorerst unberührt, wenn die nächste Läufige Dme unterwegs ist wird sich zeigen ob er sehr darunter leidet, sollte sich das in Grenze halten sehe ich weiterhin keine Veranlassung zur Kastration!

      Hallo,

      mein Rüde wird am 14.02. 4 Jahre alt und ist nicht kastriert. Wir haben noch eine Hündin deswegen ist er steriliesiert, er hat aber nie Interesse an läufigen Hündinnen gezeigt und grundlos kastrieren würde ich niemals. Wozu auch?

      Eine Kastration ohne medizinische Indikation finde ich nicht gut, es sei denn es muss sein weil z.b, eine Hündin im Haus lebt und der Rüde sie sonst decken würde, oder weil er arg leidet wenn eine Hündin läufig ist.

      Solange alles gut ist, musst du ihn auch nicht kastrieren. Ist ja keinHengst der beinahe unhaltbar wäre unkastriert;-)

      lG germany

      • Aber auch nur beinahe...

        Wir haben selbst Pferde gezüchtet und hatten auch Hengste...
        Den einen habe ich sehr, sehr stark als Fohlen geprägt...
        Lag mit ihm in der Box zum kuscheln, habe ihm Futter aus der Hand gegeben, als er Fohlen Spät Läme hatte und habe jeden Tag mit Sicherheit 3 Stunden nur mit diesem Fohlen verbracht.
        Hengst manieren hatte er nie und er hätte auch zum Deckhengst gekört werden können, aber der Ex meiner Mutter wollte das nicht...

        Bie Hengsten sowie bei Rüden bin ich der Meinung, es kommt darauf an, wie sie geprägt werden.
        LG Janina

        • Deswegen sage ich ja, beinahe;-)

          Wir hatten einen Welsh Cob-Haflinger Mix. Die Stute war trächtig als sie zu uns kam und dann kam einige Wochen später Rebell. Und glaub mir, der hatte seinen Namen nicht umsonst*lach

          Wir haben ihn dann kastrieren lassen, weil er nicht mehr händelbar war und dann kam er auch in eine Jung Pferde Gruppe zu gleichaltrigen. Er hat meinen Wallach dermaßen genevt und bedrängt das ging überhaupt nicht mehr und da wir selber noch Kinder waren und meine Kusine Vollzeit als Tierarzthelferin arbeitet und nicht die Zeit hatte Rebell vernünftig zu prägen und zu einem guten Reitpferd zu machen, haben wir ihn weggegeben und von denen wo er hin kam haben wir eine reitbare Welsh A Stute bekommen. Wir haben denen noch einen kleinen Betrag gezahlt für sie. Aber da lebt Rebell bis heute und ist jetzt mit 12 Jahren ein sehr gut erzogenes Reitpferd.

          Ich habe meine komplette Kindheit bis etwa 15 regelmäßig in Tunesien verbracht, dort haben sie ausschließlich Hengste, Wallache sind dort einfach nicht üblich und Stuten vertragen die hitze nicht so gut. Die Tiere sind dort interessanterweise alle sehr verträglich und keine Problemtiere

          >>>Bie Hengsten sowie bei Rüden bin ich der Meinung, es kommt darauf an, wie sie geprägt werden.<<<

          Bei Pferden kann ich nichts dazu sagen.

          Bei Rüden ist Deine Aussage falsch.

          Prägung hat beim Rüden definitiv keinen Einfluss darauf, ob er Machomanieren, übermäßigen Sexualtrieb oder ähnliches entwickelt.

          Einen wesentlichen Einfluß auf den Sexualtrieb haben die Hormone. Dabei ist es entscheidend, wie hoch der Testosteronspiegel des Hundes ist. Ein Rüde, der im Mutterleib mit einem Wurf Weibchen lag (oder neben ein oder zwei Weibchen) bekommt viel mehr Ösrogene ab, als ein männlich dominanter Wurf. Diese Rüden entwickeln viel weniger Testosteron und werden viel weniger Machomanieren entwickeln. Das sind dann die sogenannten Softies unter den Hundemännern. ;-)

          Du kannst Deinen Hund prägen und erziehen. Solltest Du sogar. Aber gegen den ganz individuellen Hormoncocktail im Körper Deines Tieres kannst Du nichts ausrichten.

          Gruß

          minimöller

      Aus welchem Grund hast Du Deinen Hund sterilisieren lassen? Auch da wird eine Nakose verabreicht. Was waren die Gründe, ihn "nur" sterilisieren zu lassen?

      minimöller

      • Hallo,

        da seine Schwester mit im Haushalt lebt und wir nicht 24 std. da sein können, auch während der Läufigkeit nicht, haben wir uns dafür entschieden, falls er auf "dumme Gedanken" kommen sollte.

        Da er sehr ängstlich und zurückhaltend war und die Tierärztin sagte dies könne sich durch die Kastration verstärken, haben wir uns entschieden statt die Hündin, die damals noch kein Jahr alt war, unseren Rüden unfruchtbar zu machen.

        Eine chemische Kastration wollten wir nicht, da ich da zu viele Sorgen wegen eventueller Nebenwirkungen oder Spätfolgen hatte und die Hündin wollte ich nicht kastrieren lassen, da dies eine riesen Bauch Op ist. Wenn unser Rüde doch einmal aus gesundheitlichen Gründne kastriert werden muss, ist der Eingriff für ihn immer noch kleiner als für eine Hündin.

        lG germany

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