Letzte Wahl - Euthanasie?

    • (1) 22.01.12 - 22:16

      Hallo,

      wir haben einen Kater, wird im Mai 12 Jahre alt, seit einem halben Jahr in etwa blind und sind mit der Gesamtsituation einfach total unzufrieden.

      Er war schon immer ein wenig anders, nicht so schmusebedürftig und rückte daher öfter mal aus. Wohnen auf dem Land und alle unsere Katzen (insg. 4) sind die meiste Zeit draußen. Nur im Winter waren sie die meiste Zeit drinnen. Hatten da dann immer ein Katzenklo. Auch er war es gewöhnt, aufs Katzenklo zu gehen, da er im Winter natürlich auch lieber drinnen war. Als unsere Tochter 2006 geboren wurde zog er endgültig aus und machte es sich bei unseren Nachbar bequem (50 m entfernt). Er kam nur noch gelegentlich zu uns rüber.

      Im letzten Jahr baute er rapide ab, magerte ab und "irrte" auf unserer Straße und im Garten umher. Ich hab ihn dann jeden Tag von Nachbars geholt um ihn wieder an uns zu gewöhnen was auch relativ gut klappte. Er fraß gut und nahm wieder zu. Nachts war er aber weiterhin draußen. Einen Tag dann stand unser Nachbar vor der Tür und meinte ich solle den Kater einschläfern lassen weil er die halbe Nacht um deren Haus irrte und laut mauzte. Nagut, also bekam er Hausarrest, da ich ihn natürlich nicht deswegen einschläfern lassen wollte. Tagsüber ging er aber trotzdem für ein paar Stunden raus und erledigte draußen auch seine Geschäfte. Er pendelte auch nach wie vor zwischen uns und Nachbars hin und her. Er fand also auch immer wieder zurück, auch wenn er nichts mehr sehen konnte.

      Nun kam es aber, dass er auf einmal nicht mehr da war. Wir riefen und suchten ihn stundenlang, es war schon stockdunkel. Abends um 11 setzte ich mich ins Auto um mit den Scheinwerfern nach ihn zu suchen. Und tatsächlich, mitten auf dem Acker, ca 100 m von unserem Haus entfernt, kauerte er und fror erbärmlich. Er hätte die Nacht nicht überlebt. Mein Mann und meine Tochter sind nämlich abends nochmal spazieren gegangen und der Kater ist einfach den Stimmen gefolgt ohne zu wissen wohin es geht. Wir stellten dann ein Katzenklo auf und gingen mit ihm nur noch Gassi raus, es blieb also jmd dabei. Nun macht ja ne Katze nicht wie ein Hund auf Kommando, also gingen wir auch mal für 10 Min ins Haus wenn es am hellichten Tage war. Normalerweise sitzt er dann vor der Tür und mauzt, aber wieder war er weg. Diesmal war er noch weiter weg als beim ersten Mal, er war quer über den Acker auf die nächste Straße. Wir haben noch das Glück dass hier außer uns, das Müllauto und die Post so gut wie niemand hier langfährt. Auch die andere Straße ist wenig befahren. Seitdem passen wir nur noch mehr auf und wenn er in den 10 min draußen nichts macht kommt er wieder mit rein.

      Wie gesagt, er kennt das Katzenklo, aber es klappt einfach nicht mehr. Er pieselt ständig in den Teppich oder die Badvorleger, er kackt 20 cm neben das Katzenklo, geht also nicht mal rein, oder direkt vor die Badtür (von innen) und er trampelt dann zig mal dadurch, latscht es breit und macht alles voller Tapsen. Ich kann aber nicht 24 Std neben ihn sitzen und warten ob er muss oder nicht. Grade eben stand ich unter der Dusche, er war mit im Bad weil ich ahnte dass er mal muss, hab ihn noch ins Klo gesetzt, aber er ging raus und kackte mir auf den Vorleger vor der Dusche den ich erst vorhin frisch gewaschen habe.

      Es geht einfach nicht mehr. Mein Sohn ist 14 Monate und meine Tochter 5 Jahre, ich bin jeden Tag am Saugen und renne mit dem Dampfreiniger, habe schon öfter den Teppichreiniger benutzt (großflächig) aber immer wieder, jeden Tag pisst er irgwo hin. Ich find das mittlerweile so unrein und mag es kaum noch wenn mein Sohn auf dem Boden spielt.

      Wir wohnen so schon auf engstem Raum im Haus, was wir zusammen mit meinem Bruder und meinem Vater bewohnen und ich kann ihn daher nicht im Haus frei laufen lassen, da er dann irgwo hinmacht.

      Mein Mann meinte nun auch schon ihn einschläfern zu lassen, wogegen ich mich noch sträube. Tierheim möchte ich auch nicht, weil er ja doch irgwie dazugehört. Aber er ist so orientierungslos und ich dachte er würde das Klo zumindest finden da sein Geruchssinn ja noch funktioniert. Aber ich meine er macht sich gar keine Mühe zu suchen oder er findet es auf weichem Untergrund (Teppich) einfach bequemer. Noch ist mein Mann zH, wenn er aber auch wieder arbeiten geht wäre der Kater von früh um 7 bis nachmittags um 4 allein, und wenn würde ich ihn auch nur im Bad ohne Vorleger lassen. Aber ist das denn nicht auch Mist?

      Ach Sch****, was würdet ihr tun?

      • Hallo 911,

        also ich würde mit ihm zu Tierarzt gehen und prüfen lassen, ob er nicht einen Harnwegsinfekt oder so etwas hat, denn auch für eine blinde Katze ist es nicht normal unsauber zu sein.

        Viel Glück für den Tiger!

        Gruß W.

        Das klingt jetzt recht senil. Vielleicht ist er so orientierungslos und unsauber, weil er einen Schlaganfall hatte.
        Ich hoffe, dass ich jetzt nicht gesteinigt werde, aber:
        Die Natur hätte das schon selbst geregelt. Da wäre er erfroren. Abends raus, eingeschlafen, nicht mehr wach geworden.

        Du hast ihn jetzt gerettet und er lebt nur deshalb noch, weil ein Mensch ihn versorgt. Das solltest du bei deiner Entscheidung berücksichtigen.
        Ich fände es legitim, ihn zu erlösen, ein würdiges Katzenleben ist das nicht.

        Ich würde auch nicht mehr haufenweise Geld in Verdachtsdiagnosen stecken. Wem bringt es?
        Du musst dir einfach sagen, dass die Natur schon das getan hätte, was andere hier vielleicht verurteilen.

        Auch wenn es jetzt hart klingt: Sträube dich bitte nicht mehr gegen eine Euthanasie und lass ihn in Frieden und Würde. Der Kater lebt kein würdiges Leben...

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