Eigenes Pferd

    • (1) 23.04.12 - 16:51

      Hallo ihr lieben!

      Mich beschäftigt schon des längeren das oben genannte Thema. Ich habe seit Kindesbeinen an mit Pferden zutun und reite aktiv seit gut 13 Jahren. Ich habe mich jahrelang um die Pferde meiner Freundin gekümmert und nun bin ich vor zwei Jahren umgezogen und habe das Hobby erstmal sein lassen müssen...seit einem Jahr suche ich die passende Reitbeteiligung und ich muss sagen nichts ist nur annähernd so gut wie ich es mir vorstelle bzw wie ich es nun mal von "meiner Heimat" gewohnt bin.

      Jetzt komme ich ins zweite Lehrjahr und bin einfach am überlegen mir ein eignes Pferd anzuschaffen. Natürlich nicht sofort aber doch vll noch dieses Jahr und wollte euch einfach mal meine finanzen darlegen und euch um eure Meinung bitten.

      So: Wie schon gesagt bin ich im zweiten Lehrjahr und bekomme monatl. ca. 700 EURO NETTO raus. Kann auch mal mehr sein, da ich Schichtzulagen bekomme.
      Ich zahle 200 EURO für die Wohnung und 124 EURO KFZ-Versicherung monatl. dazu kommen ungefähr 100 EURO die ich zum Tanken ausgebe (ich tanke Autogas) und ca. 50 EURO Handyvertrag.

      Das sind die festen Kosten im Monat alles andere steht mir sozusagen frei zur Verfügung. Abhängig von meinem Gehalt habe ich 150 EURO zusätzlich monatlich zur Verfügung stehen.

      So, ich hoffe ich habe euch alles wichtige gesagt und ihr könnt mir vielleicht eigene Erfahrungen, Tipps und Ratschläge geben :)

      Liebe Grüße!

      PS. Was ein Pferd an Zeit kostet weiß ich :D

      • Hallo,

        es sind nicht nur Kosten für das Pferd an sich.

        Das Pferd muss irgendwo untergestellt werden, verpflegt werden, beschlagen werden, Tierarztkosten fallen an.

        Du brauchst auch eine Versicherung.

        Das läppert sich.

        Ich habe daher den Wunsch meiner Tochter erst einmal auf Eis gelegt.

        GLG

        Huhu,

        ich weiß das "hier" im Reitstall ( meine Stieftochter reitet dort) eine 4*4 Meter Box inkl. Weidegang, Reithallen-Platzbenutzung, täglichem misten, Heu und Futter um die 180,- Euro pro Monat kosten.

        Eine Freundin von mir hat ihre beiden im Offenstall stehen und bezahlt dort "nur" 50,- Euro pro Pferd, muß für Futter aber selber suchen und auch den Offenstall mit in Ordnung halten.

        Wenn ich mich recht erinnere ( bin selber 14 Jahre lang geritten, ist aber laaaaaaaange her) wird so alle 4 bis 8 Wochen dann der Hufschmied fällig und natürlich kommen regelmäßige Tierarztbesuche ( Impfungen, Entwurmungen etc.) hinzu, ganz zu schweigen von dem was man auf der hohen Kante liegen haben sollte falls mal etwas ernsthaftes anliegt ( OP oder dergleichen, für meinen Hund habe ich z.B. permanent 800,- Euro zurückliegen, bei einem Pferd müßte das deutlich mehr sein).

        Ich bin sicher das ich noch nicht an alles gedacht habe, aber wie gesagt es ist lange her das ich richtig in dem Thema verwurzelt war.

        lg

        Andrea

      (5) 23.04.12 - 17:03

      Wow, 700 Euro netto und sooo wenig Ausgaben? Die wenigsten können davon gescheit leben, geschweige denn ein Haustier halten.

      Ich möchte Dir nicht zu nahe treten und das musst Du hier auch nicht breit treten, aber eine Frage stelle ich mir doch: was ist mit Internet/Telefon, Krankenversicherung, Lebensmittel, Hausrat/Haftpflicht etc. ?

      Interessiert mich nur, wie man mit so wenig Geld noch ein Pferd halten möchte...

      LG

      • hmm Internet/Telefon..sie schreibt ja Handyvertrag, ich kenne viele junge Leute die ansonsten keine Telefonanschlüsse haben.

        Krankenversicherung ist ja schon gezahlt wenn sie von 700,- Euro netto spricht.

        Hausrat/Haftpflicht sind ja soweit ich weiß keine Pflicht und leider sparen da viele.

        lg

        Andrea

        • (7) 23.04.12 - 17:10

          Ok, in einigen punkten gehe ich mit bzw. sind diese möglich. Aber laut meiner "Rechnung" (ach wie war das schwer;)) bleiben trotzdem nur etwas über 200 Euro übrig. Davon seinen monatlichen Lebensunterhalt (Lebensmittel/Kleidung/Freizeit etc.) zu finanzieren ist da gerade möglich. Da bleibt einfach nichts für ein Pferd, oder?

          LG

      (10) 23.04.12 - 18:24

      Auf deine Rechnung heraus, habe ich das ganze nochmal selbst durchgerechnet ich habe schon etwas mehr als 200 euro übrig ;)

      Einnahmen:
      Gehalt 700 EURO
      +150 EURO Halbwaisenrente

      Ausgaben:
      124 KFZ Versicherung
      50 EURO Handy
      200 EURO Miete
      100 EURO Tanken

      Sind es also 850 EURO - 474 EURO = 376 EURO

      Es ist zwar nicht wirklich viel mehr aber doch schon was wo ich gut über den Monat komm. Achja meine Schichtarbeit ist wirklich super und ich habe wirklich mit lernen und und und genug Freizeit :)

      Danke für deine Antwort!
      Liebe Grüße

      • (11) 23.04.12 - 20:21

        Oh man#klatsch Hab die Halbwaisenrente übersehen...

        Ändert aber ansonsten nichts an meiner Meinung.

        LG

        (12) 23.04.12 - 20:47

        aber dennoch kann man doch mit so wenig geld kein pferd halten???

        kaufst du keine klamotten? gehst abends mal weg? bestellst mal ne pizza?

        oder isst du nur trocken brot, selbst dann wirds knapp für ein pferd?

        mit dem Geld was übrig bleibt würde ich mir maximal 2 nager anschaffen, aber nur wenn ich die anschhaffungskosten/ Ta kosten (impfen, evtl kastrieren etc) vorher gespart habe.

        ein pferd...da würde ich drüber nachdenken wenn ich noch 500 euro übrig hab nachdem ich lebensmittelkosten, klamottengeld usw abgezogen habe.

        was ist denn mit einer Privathaftpflicht? Einer Hausratversicherung?

        376,- reichen in meinen Augen noch nichtmal ansatzweise für ein eigenen Pferd.

        lg

        Andrea

700 € sind definitiv zu wenig. Erst recht, wenn Du davon noch Dein Leben selbst bestreiten musst.

Das Pferd braucht Futter, Tierarztkosten die regelmäßig wiederkommen (Wurmkur etc) können ganz große Ausmaße annehmen, wenn man das ganz große Pech hat, so einen Dauerkranken zu besitzen. Perde können immer, Zeit ihres Lebens, irgendwelche chronischen Krankheiten entwickeln, die dann richtig fressen.

Von plötzlich eintretenden Geschichten, die ernster sind (Koliken, die häufiger bei Pferden vorkommen, Geschichten an den Hufen, Sehnenrisse, Bänderrisse....) die das Pferd bis in den vorzeitigen Ruhestand verschicken können, mal ganz abgesehen.

Warum halten eigene Pferde vornehmlich gut bis sehr gut situierte Menschen? Eben, weil es ein teueres Hobby ist. Bei einer Reitbeteilgung ist man fein raus, wenn mal Dinge außer der Reihe passieren...... Als Besitzer hängst Du dran, mit Haus und Hof oder Du bringst das Tier zum Schlachter, wenn Du es Dir nicht mehr leisten kannst.

Verantwortung für ein Tier fängt da an, wo man selbst einsieht, dass man sich das Tier nicht leisten kann, auch wenn man es gern hätte.

Die Leute, die ich kenne, die Pferde besitzen, verdienen alle in den oberen Schichten. Und davon bist Du noch viele, viele, viele Lichtjahre mit Deinem Gehalt von entfernt.

Nichts für ungut!!!! Ich kann verstehen, dass man so seine Träume hat.

#liebdrueck Janette

  • Genau ich hab da auch immer, wirklich IMMER von geträumt...selbst heute denke ich noch manchmal "was wäre wenn" *lach* obwohl ich schon 15 Jahre nicht mehr im Sattel gesessen habe.

    Mein Mann hat pie mal Daumen das 5fache ( mal mehr mal weniger) der TE netto und nein, wir könnten uns das so nicht leisten ( natürlich habt man als Familie aber auch andere Prioritäten) und selbst als ich noch nicht Mutter war und Vollzeit rund 1800,- Euro netto hatte und KEINE Miete zahlen mußte ( weil ich bei meinen Eltern lebte)...wäre es nicht ohne extreme Einschränkungen drin gewesen.

    lg

    Andrea

(16) 23.04.12 - 17:10

Meine Meinung, mein Tip:

Laut VK bist du 21, in der Lehre.

Ich habe jahrelang 2 Pferde besessen. Habe sie "teils" immer noch.

Ich habe für ein Pony und einen Araber mit sehr, sehr günstigen Stall gut 400 Euro im Monat verbraucht. Inklusive Hufschmied und Stall. Mit sehr günstigem Stall.

Dazu ein älteres Pony, was mal von einem Tag auf den anderen locker 250 Euro "verbraucht" hat, weil es krank wurde. Ohne Ankündigung.

Was machst du während deiner Arbeitszeit oder Schulzeit, wenn dein Pferd krank ist?

Du kannst nicht erwarten, daß man dir im Stall hilft oder aufpasst.

Wo nimmst du das Geld her? Wo nimmst du die Zeit her?

Es kommen irgendwann Prüfungen auf dich zu. Wann willst du dafür lernen?

Glaub mir, egal was für eine Lehre du machst, in dieser Zeit passt kein Pferd richtig rein, weil du a) wenig Zeit hast
b) wenig Kohle hast
c) wohl auch keinen Kopf für ne Menge Verantwortung hast

Ich spreche aus Erfahrung, soll nicht böse klingen. Mach deine Lehre zu ende. Suche dir einen Job, faß dort Fuß, lerne deine Arbeitszeiten kennen und schau, daß du IMMER jemanden an deiner Seite hast, der mal mithilft, wenns zeitlich eng ist und du auch die Zeit dafür hast.

Unter dem finanziellen Aspekt ist ein Pferd für dich nicht tragbar.

(17) 23.04.12 - 17:25

Hey,

Wen du dir zu 100% sicher bist, dass du dir ein Pferd im monat leisten kannst, dann mach es. Aber denk dran, es kann immer unerhofft was kommen, pferd wird dolle krank etc.
Die anschaffung ist das "billigste" ;-)

Ich habe selber ein Pferd und weiß was da so alles kommen kann (Pferd hatte auf einem Sonntag dolle kolik und die rechnung war mal eben 300euro hoch)

Hallo!

Sehe ich es richtig, dass Du im Moment nur Dein Auto und Dein Handy selber zahlst und nur 200 Euro an Deine Eltern abgibst, Lebensmittel etc. aber nicht zahlen musst und deswegen auch so wenig für die Wohnung ausgibst?

Ich kann Dir auch nur abraten. Du wirst ja nicht ewig bei Deinen Eltern wohnen bleiben wollen, und Du weißt auch nicht, was Du nach der Ausbildung dann verdienst, wie Du dann zurecht kommst, wenn Du die erste eigene Wohnung hast - oft bleibt da deutlich weniger geld.

Wie wäre es mit einer Reitbeteiligung? Oder Du legst die 150 Euro immer auf die Seite um so ersparnisse aufzubauen, um dann nach der Ausbildung mit der ersten eigenen Wohnung mal doch ein Pferd zu kaufen?

  • Ich wohne schon lange nicht mehr bei meinen Eltern. Meine Eltern leben ca. 400 km weiter weg und ich stehe schon seit gut 4 Jahren auf eigenen Beinen :)
    Ich habe eine günstige Wohnung mit meinem Partner zusammen. Er verdient viel besser als ich, d.h. er übernimmt überwiegend Lebensmittel und Internet. Wie gesagt Auto, Handy, Halbe Miete inkl. Strom zahle ich selbst.
    Ich werde nach meiner Ausbildung übernommen, steht so im Vertrag und der ist ja bekanntlich schon unterschrieben.
    Ich kenne die Kosten, die ein Pferd so macht bezüglich Unterkunft, Futter, Sattel und zubehör, TA und Schmied und und und...

    Danke für deine Meinung. Wie gesagt es wird eh noch dauern und am sparen bin ich schon seit knapp 3 Jahren für meinen Wunsch.

    Liebe Grüße
    Sunrise008

    • Aha, das Verändert die Situation natürlich.

      Aber ich möchte Dir dringend abraten, das Einkommen von Deinem Freund so fest mit einzurechnen, auch wenn er Dich sicher auch mal bei einer Kolik unterstützen würde - es gibt da eben keine Garantien, und es wäre schon echt schlimm, nur weil ihr euch trennt ganz schnell das Pferd abgeben zu müssen, auch wenn es keine tollen neuen Menschen sind...

      Damit sollte man nur rechnen, wenn man es im Notfall auch alleine stemmen kann.

      Ich finde 150 Euro auch so schon recht eng, in ländlichen Gebieten bekommt man dafür vielleicht gerade eben so Stall und Futter hin, aber wenn die Heupreise weiterhin so steigen kann es schon enger werden. Und irgendwelche Sonderkosten kannst Du damit sicher nicht abdecken.

      (21) 23.04.12 - 20:20

      Hi,

      bei mir leben nun seit 16 Jahre Pferde und ich kann dir genau sagen was Ställe, evtl. Einstreu, Hufschmiede und tierärztliche Behandlungen kosten.

      NEIN! Mit deiner finanziellen Lage kannst du dir kein Pferd leisten! Das geht allerspätestens bei der ersten grösseren Tierarztrechnung in die Hose und dann leidet das Tier unter deinen finanziellen Engpässen.

      Gruss

      Ornella

      • Jepp, genauso sehe ich das auch. Eine Freundin von meiner besten Freundin hatte mal ein eigenes Pferd. Das Pferd neigte leider beim Fressen von taufeuchtem Gras zu Koliken. Irgendwann bekam es aufgrund einer Kolik eine Darmverschlingung und es kam zum Verschluss.

        Dann stand sie vor der Wahl.... OP oder das Tier verenden lassen. Sie entschied sich für eine OP, mit Heilmitteln, Unterbringung, Arztkosten: Kostenpunkt rund 12.000 DM.

        Das Pferd verstarb trotzdem einige Tage nach OP. Sie musste für die Tierarztrechnung Schulden bei ihren Eltern machen.

    (23) 23.04.12 - 21:01

    >>Ich kenne die Kosten, die ein Pferd so macht bezüglich Unterkunft, Futter, Sattel und zubehör, TA und Schmied und und und...<<

    Sei mir nicht boese, aber offensichtlich kennst Du diese nicht, sonst wuerdest Du gar nicht erst auf die Idee kommen wir mit den paar Maeusen ein Pferd anschaffen zu wollen.

    LG
    Biene

    • Das habe ich mich auch gefragt, ob sie die Kosten so wirklich kennt. Bei uns kostet eine normale Box in einem normalen Reitstall OHNE Weidengang und OHNE FUTTER 350 € p. M. 60 € p. M. Futterkosten kommen noch dazu und dann kostet der tägliche Weidegang für 6 Stunden nochmal 120 € p. M.

      Macht 530 € pro Monat, ohne jegliche Extras. #schock

      Und ich rede hier nur von einem ganz normalen Reitstall, keine Nobelklasse.

      • Das kann man aber nicht wirklich vergleichen. In Städten zahlt man oft drastisch mehr als auf dem Land (da ist die Pacht für Wiesen auch weitaus billiger), es gibt Unterschiede an der eigenen Mitarbeit, zwischen Offenstall (ist ja oft auch eine arg rustikale Bretterbude) und Boxenhaltung...

        Also 530 Euro sind sicher an der oberen Grenze des üblichen und klingen eher nach größerer Stadt.

        Auch die ansässigen Firmen und die Art der Reiter machen einen Unterschied, Ställe mit vielen Turnierpferden sind preislich oft deutlich höher als welche wo vor allem Hobbypferdchen ohne besondere Ansprüche stehen.

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